Schwalbe Airless Mountainbike Reifen im Test: Innovation und Alternativen

Der deutsche Reifenspezialist Schwalbe gilt als führende Marke bei Fahrradreifen und -schläuchen. Im Mountainbike- und Rennradsektor werden die Reifen von vielen Profis genutzt, der „unplattbare“ Marathon-Reifen ist bei vielen Trekkingrad-Fahrern sehr beliebt. Technologisch setzt Schwalbe seit vielen Jahren die Benchmarks für Pannenschutz an Fahrrädern. Nur Schwalbe hat die Reise- und Stadtreifen, die sich „unplattbar“ nennen dürfen (Protection 7).

Das Schwalbe Airless System

Schwalbe Airless System ist die innovative luftfreie Fahrradbereifung mit komfortablen Fahreigenschaften. Schwalbe verspricht mit seinem Airless-System komplett wartungsfreies Radfahren. Das System ist absolut wartungsfrei. Ideal für alle, die komfortabel und sorgenfrei Fahrradfahren möchten. Bei üblicher Nutzung könne der Reifen ohne jegliche Wartung bis zu 10 000 Kilometer fahren.

Technologie und Material

Im Inneren des Reifens sorgt ein extrem elastisches, thermoplastisches Polyurethan für Leichtlauf und Komfort. Was das neue Airless System von Schwalbe aber so außergewöhnlich macht, sind die technischen Eigenschaften des Partikel-Schaumstoffs aus expandiertem, thermoplastischen Polyurethan (E-TPU), bekannt unter dem Markennamen Infinergy von BASF. Es ist übrigens dasselbe Material, das in den Sohlen der Adidas Boost-Laufschuhe verwendet wird.

Dort sind prinzipell ähnliche Eigenschaften wie beim Fahrradreifen gefragt: Abfederung beim Aufprall, Komfort bei Belastung und eine Rückprallelastizität bieten, die beim Laufen einen Energieschub auslöst. Der gefühlte Luftdruck beträgt ca. Der Polyurethanwulst stammt aus dem Hause BASF und befindet sich unter dem Namen Infinergy® in den Sohlen der Adidas Boost-Sportschuhe.

Die Rückstellkraft macht den Unterschied zu bisher verwendeten Materialien, erklärt Schwalbe Produktmanager Rene Marks. Die Ursache: Der E-TPU-Schaumstoff besteht aus Tausenden hermetisch geschlossener (versinterter) Luftkügelchen. „Der Airless Tube mit seinen tausenden Minipolstern und der enormen Rückstell-Fähigkeit bietet enorme Vorteile gegenüber bisherigen Materialien für Solid Tubes“, erläutert René Marks.

Montage und Kosten

Montiert wird das Airless System mit einer speziellen Maschine. Wer jetzt hofft, sein Rad direkt mit den neuen Reifen ausstatten zu können, muss leider enttäuscht werden: Die Montage ist ausschließlich im Fachhandel möglich und nur von Händlern, die sich zuvor in einer Schulung durch Schwalbe zertifizieren ließen. „Laien können das System nicht montieren. Das System besteht aus einem Airless Tire in der Größe 40-622, dem Airless Tube aus weißem thermoplastischen Polyurethan und einem blauen Airless Ring.

Dieser Ring sorgt für Kompatibilität des Systems mit den verschiedenen Felgenformen. Das System ist zugelassen für Felgen mit einer Maulweite von 19 bis 21 Millimetern. Verkauf und Montage erfolgen ausschließlich über den zertifizierten Fachhändler. Das Schwalbe Airless System muss mit einer speziellen Montagemaschine (ähnlich den Automaten für Autoreifen) auf die Felge aufgezogen werden.

Im Verkauf wird ein Airless System - je ein Tire, Tube und Ring - für ein Laufrad eine UVP von 84,90 Euro haben. Das neue Reifensystem Airless schafft bis zu 10.000 Rad-km ganz ohne Wartung, Pannen oder gar Pumpen.

Zum Vergleich dazu kostet ein guter Trekkingreifen rund 30,- €, dazu kommt ein Schlauch der weitere zehn € beträgt. Damit liegen die Gesamtkosten beim Airless System etwa doppelt so hoch. Der monitäre Aufwand für die Montage eines herkömmlichen Reifens fängt bei rund 15,- € pro Rad an. Vorderräder sind günstiger, die Montage beim Hinterrad ist aufwändiger und kostet dementsprechend mehr, ab ca. 20,-€.

Alternativen zu Airless-Systemen

Pannensichere Reifen

Wenn Fahrradreifen als unplattbar bezeichnet werden, haben sie einen sogenannten Pannenschutz. Die speziellen Fahrradreifen sind unplattbar, da sie einen ausgeprägten Pannenschutz aufweisen. In der Regel hat der Pannenschutz eine Dicke von drei bis fünf Millimetern. Die Fahrradreifen unplattbar unterscheiden sich hauptsächlich dadurch, wie dick der Pannenschutz ist und für welche Fahrrad-Art sie ausgelegt sind.

Der Hersteller Schwalbe verwendet eine 3 mm dicke Schicht namens „GreenGuard“, bestehend aus recycelten Materialien. Continental nennt seinen „Gummibreaker“ ein „extra PunctureBelt“, welches den Reifen sowohl unterhalb des Profils als auch an den Seitenwänden verstärkt.

Tubeless-Reifen

Daneben gibt es sogenannte „Tubeless“-Reifen für Mountainbikes und Rennräder. Sie benötigen passende Felgen und eine Kompressor-Luftpumpe und kommen ohne Schläuche aus. Platten sind seltener: „Das enthaltene Dichtmittel verschließt kleinste Löcher während der Fahrt“, sagt Geisler. Allerdings muss das Dichtmittel zweimal jährlich gewechselt werden.

TPU-Schläuche (Aerothan)

Reifen aus thermoplastischem Polyurethan (TPU) sind keine Erfindung von Schwalbe, Nischenanbieter wie Tubolito bedienen schon länger eine Nische im Performance-Sektor. Nun wagt sich Schwalbe als erster großer Hersteller ins TPU-Segment und präsentiert eine ganze Produktlinie für alle Anwender, vom Rennradfahrer bis Mountainbiker, von 26 bis 29 Zoll Radgröße.

Auch in puncto Pannenschutz verspricht Schwalbe einen großen Fortschritt, die notwendige Kraft, um einen TPU-Schlauch zu durchstoßen, sei doppelt so hoch wie bei Butyl. Interessant für alle Wattjäger auf dem Rennrad: Laut Schwalbe rollen die TPU-Schläuche deutlich leichter als althergebrachte; das Niveau sei gleichauf mit Tubeless-Reifen.

Die Vorteile von Aerothan auf dem Papier zusammengefasst:

  • Geringeres Gewicht
  • Besserer Pannenschutz
  • Verbesserter Rollwiderstand
  • Laut Hersteller zu 100 Prozent recyclebar
  • Stabiles Fahrverhalten bei geringem Luftdruck
  • Hitzebeständig, auch für Felgenbremsen zugelassen

Weitere Optionen

  • Reifen-Impfung: Nutzung einer Dichtemulsion, die ins Ventil gefüllt wird, um Löcher automatisch zu verschließen.
  • Vollgummireifen: Reifen, die vollständig aus Gummi bestehen und nicht luftgefüllt sind.
  • Pannenschutz-Einlagen: Folien, die zwischen Mantel und Schlauch eingebracht werden, um zusätzlichen Schutz zu bieten.

Weitere Reifentypen und ihre Eigenschaften

Je härter der Reifen aufgepumpt ist, desto geringer ist seine dämpfende Wirkung. Die Aufstandsfläche ist geringer - dafür rollt er aber auch besser. Breitreifen bieten beim komfortsteigernden Spiel mit dem Luftdruck grundsätzlich mehr Möglichkeiten. Ballonreifen, bis zu 52 Millimeter breit, sind genau aus diesem Grund in Mode gekommen. Slicks haben hier schlechtere Karten als Profilreifen.

Im Gelände gilt: Fährst du mit weniger Luftdruck, dann wird die Performance immer besser … aber zugleich steigt das Durchschlagsrisiko.

Kauftipps für pannensichere Fahrradreifen

Die Auswahl im Internet ist deutlich größer als im stationären Handel. Im Fachhandel kann eine direkte Beratung in Anspruch genommen werden. Welche Fahrradreifen unplattbar die beste Wahl für das eigene Fahrrad sind, lässt sich durch Test und Vergleich vergleichsweise einfach herausfinden.

Um einen Vergleich der Preise durchführen zu können, sollte in Test und Vergleich angegeben werden, wie viele Reifen im Lieferumfang enthalten sind. Ob der Fahrradreifen unplattbar sofort aufgezogen werden kann oder zusätzlich ein Schlauch benötigt wird, sollte ebenfalls aus Test und Vergleich hervorgehen. Art und Dicke des Pannenschutzes sollten bei den Fahrradreifen unplattbar in jedem Fall in Vergleich und Test erwähnt werden.

Tabelle: Vergleich verschiedener Reifentypen und Pannenschutztechnologien

Reifentyp Pannenschutztechnologie Vorteile Nachteile
Airless-Reifen Thermoplastisches Polyurethan (E-TPU) Wartungsfrei, kein Aufpumpen nötig, hohe Laufleistung Höherer Rollwiderstand, teurer in der Anschaffung
Pannensichere Reifen GreenGuard, Gummibreaker Guter Schutz vor Durchstichen, vielseitig einsetzbar Etwas schwerer als Standardreifen
Tubeless-Reifen Dichtmilch Geringeres Pannenrisiko, guter Grip, komfortables Fahrgefühl Regelmäßiger Wechsel der Dichtmilch nötig, aufwendigere Montage
TPU-Schläuche Thermoplastisches Polyurethan (TPU) Leicht, guter Pannenschutz, niedriger Rollwiderstand Teurer als Butyl-Schläuche

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