Schwalbe Mountainbike Reifen 29 Test: Ein umfassender Überblick

Vom Ruhrgebiet aus erobert Schwalbe seit 1973 die Fahrradwelt. Was als Import koreanischer „Swallow“-Reifen begann, entwickelte sich zum Inbegriff für Fahrradreifen „Made in Germany“ und einer riesigen Modellvielfalt. Ob Stadtflitzer, Cross-Country- oder Downhill-Bikes: Die deutsche Traditionsmarke hat den passenden Reifen parat. Seit der Eurobike 2023 präsentiert sich das Unternehmen mit einem überarbeiteten Markenauftritt: neues Logo, neue Flankengestaltung - kurze Zeit später folgten außerdem frische Produktideen wie die neuen Radialreifen.

Damit will Schwalbe nun nicht weniger als die Konstruktion moderner MTB-Reifen revolutionieren. Gelingt dieser Schachzug?

Schwalbe Karkassen im Detail

Bei Schwalbe erfolgt die Benennung der Karkassen relativ gut nachvollziehbar. Hier wird mehr oder weniger der Einsatzzweck hinter die Bezeichnung „Super” gehängt. Die fünf Karkassen Super Race, Super Ground, Super Trail, Super Gravity und Super Downhill bieten ein großes Spektrum von leichten, schnell rollenden Karkassen bis hin zu robusten, mehrlagigen Konstruktionen für härteste Einsätze. Bei der neuen Radialkarkasse weicht Schwalbe von dieser Namensgebung etwas ab.

Super Race

Der Fokus bei der Super Race-Karkasse liegt auf niedrigem Rollwiderstand und geringem Gewicht. Daher befindet sich nur eine schmale Schutzeinlage im Bereich der Lauffläche.

Super Ground

Die Super Ground-Karkasse möchte Pannenschutz und ein gutes Rollverhalten vereinbaren. Es handelt sich bei der Super Ground-Karkasse um eine typische einlagige Karkassenkonstruktion, bei der drei Lagen Karkassenmaterial mit 67 TPl im Bereich der Lauffläche übereinanderliegen. Für erhöhten Pannenschutz hat Schwalbe eine Schutzeinlage von Wulst zu Wulst eingearbeitet. Sie erhöht vor allem den Schnittschutz an den Seitenwänden und sorgt obendrein dafür, dass die Super Ground-Reifen auch ohne Dichtmilch gut die Luft im Reifen halten.

Die Super Ground-Karkasse markiert aber definitiv das unterste Ende der Skala für Trail- und Enduro-Biker. Für den harten Trail-Einsatz sind die Seitenwände zu dünn, ab etwa 80 kg Körpergewicht gehören Pinch-Flats am Hinterrad zur Tagesordnung.

Super Trail / Trail Pro

Die Super Trail bzw. bei Radialreifen als Trail Pro bezeichnete Karkasse ist analog zur Super Ground-Karkasse als einlagige Konstruktion mit 67-TPI-Karkassenmaterial aufgebaut. Sie setzt aber zusätzlich noch auf eine Gummieinlage an der Seitenwand, die als Durchschlagschutz dient und dem Reifen insgesamt mehr Stabilität verleiht. Schwalbe sieht das Einsatzgebiet dieser Karkasse sehr breit gefächert. Mit dem moderaten Gewicht soll sie dennoch genügend Pannenschutz liefern, um sich neben All Mountain- und Trail-Einsätzen auch bis in Enduro-Gefilde vorzuwagen.

Verglichen mit dem Testfeld liefert die leichte Super Trail-Karkasse im aktuellen Labortest mit Radialaufbau jedoch nur im unteren Bereich ab. Sie bietet einen soliden Schutz bei Durchschlägen, der vergleichbar mit der Hardwall-Karkasse von Pirelli ist, jedoch etwas geringfügiger als der von MAXXIS EXO+ Karkasse ausfällt. Damit empfiehlt sich die Trail-Karkasse von Schwalbe für Enduro-Einsätze nur am Vorderrad.

Super Gravity / Gravity Pro

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann mit der Super Gravity- bzw. Gravity Pro-Karkasse am Enduro-Bike gar nicht falsch liegen. Denn in Sachen Pannenschutz spielt sie ganz vorne mit. Im Gegensatz zur Super Trail-Karkasse kommt sie mit vier statt drei Lagen Karkassenmaterial mit 67 TPI daher, welche mit der Schutzeinlage von Wulst zu Wulst sowie der Gummieinlage an der Seitenwand kombiniert sind. Damit erreicht die Gravity-Karkasse von Schwalbe sehr gute Werte bei Durchstich und Durchschlag. Besonders beim Durchstich glänzt die Schwalbe Gravity-Karkasse, wo sie auch Downhill-Karkassen anderer Hersteller deutlich übertrifft. Hier muss sie sich nur der hausinternen Downhill-Karkasse geschlagen geben.

Super Downhill

Viel hilft viel: Die Super Downhill-Karkasse von Schwalbe ist eine klassische zweilagige Karkassenkonstruktion, bei der sechs Lagen mit 68-TPI-Karkassenmaterial auf der Lauffläche und vier Lagen an der Seitenwand auch bei niedrigen Luftdrücken noch ausreichend Schutz bieten sollten. Doch nicht nur die Karkassenlagen sind doppelt ausgeführt, auch die schon in den Super Trail- und Super Gravity-Karkassen eingesetzte Gummieinlage am Reifenwulst ist bei der Super Downhill-Karkasse gleich zwei Mal vorhanden. Das soll die Seitenwände noch weiter stabilisieren und den Durchschlagschutz maximieren.

Beim Durchschlagtest im Labor liefert die Schwalbe Super Downhill-Karkasse mit knapp 600 mm Fallhöhe einen sehr guten Wert, der nur noch von der Specialized GRID Gravity-Karkasse und MAXXIS DH-Casing getoppt werden konnte. Beim Schutz gegen Durchstiche macht Schwalbe allerdings niemand etwas vor. Hier erzielt die Super Downhill-Karkasse die besten Werte im Test.

Schwalbe Radialreifen

Neu bei Schwalbe sind seit August 2024 die sogenannten Radialreifen, bei denen die Karkassenfäden in einem wesentlich stumpferen Winkel nahe 90° verlaufen statt der normalerweise üblichen 45° von Diagonalreifen. Zum Zeitpunkt des Tests gibt es vier Modelle, die den neuen Karkassenaufbau nutzen: Albert, Shredda Front und Shredda Rear sowie den Klassiker Magic Mary. Schwalbe verspricht gravierende Vorteile: Durch die punktuelle Verformbarkeit sollen die Pneus mehr Grip, mehr Dämpfung, mehr Sicherheit und satte 30 % mehr Auflagefläche bei gleichem Druck liefern.

Es gibt jedoch auch einen Nachteil, den Schwalbe sogar selbst eingesteht: Reifen mit Radialkarkasse weisen - bedingt durch ihre Verformungsfreudigkeit - einen höheren Rollwiderstand auf. Bei einem Magic Mary mit Ultra Soft-Mischung fällt der Rollwiderstand mit Gravity Pro-Radialkarkasse in unserem Labortest etwa 4,3 Watt höher aus als beim gleichen Modell mit 45° Super Gravity-Karkasse.

Mit einer Luftdruckerhöhung kann dem natürlich entgegengewirkt werden - laut Schwalbe klappt das, ohne dass die Vorteile der Radialkarkasse dabei verloren gehen. Selbst bei 50 % mehr Reifendruck sollen Reifen mit Radialkarkasse noch immer eine um 15 % erhöhte Auflagefläche gegenüber Reifen mit herkömmlichem Karkassenaufbau bieten. Unserer Erfahrung nach empfiehlt es sich tatsächlich die Radialreifen mit etwa 0,2 bar mehr Luftdruck zu fahren - auf Hardpack-Strecken geht sonst merklich Geschwindigkeit verloren und man muss hier und da deutlich mehr in die Pedale treten, um Sprünge zu schaffen. Ist der richtige Druck eingestellt, wird man auf dem Trail mit einer sehr guten Dämpfung und einem hohen Gripniveau belohnt. Wegen der guten Verformbarkeit stellt sich das Gefühl ein, als würde der Reifen Hindernisse nicht nur überrollen, sondern geradezu umschlingen.

Aktuell gibt es Radialreifen nur in zwei der fünf Karkassenbauweisen: als Trail Pro und Gravity Pro. Während eine Ground Pro-Karkasse vermutlich den Zweck verfehlen würde, wäre eine Downhill Pro-Radialkarkasse vermutlich für viele interessant. Wir sind sicher, dass Schwalbe diese noch liefern wird.

Direkter Vergleich: Diagonalreifen vs. Radialreifen

Schwalbe betont, dass die Radialkarkasse zwar die namensgebende Konstruktionsweise mit anderen Karkassenfädenwinkeln nutzt, doch die Anzahl der Karkassenlagen bzw. die Materialstärke unverändert ist. Damit soll weiterhin ein gutes Pannenschutzniveau erzielt werden. Jedoch erreicht die Radial-Version der Gravity-Karkasse im Labor schlechtere Pannenschutzwerte als ihr Pendant mit konventioneller Diagonal-Bauweise.

Zwar berücksichtigt der ohne Luft durchgeführte Durchstichtest nicht, dass sich der Reifen in der Realität beim Kontakt mit spitzen Hindernissen verformen kann; allerdings zeigt auch der mit Luftbefüllung durchgeführte Durchschlagversuch beim Radialreifen ein etwas schlechteres Ergebnis. Damit liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die Vorteile der Radialkarkasse mit einem etwas geringeren Pannenschutz einhergehen und man gegebenenfalls zur nächst stabileren Karkasse greifen sollte, wenn hoher Pannenschutz die oberste Priorität ist.

Heißt das, dass wir von der Radialkarkasse abraten würden? Keineswegs!

Schwalbe Gummimischungen

Schwalbe hat für das Mountainbike-Segment vier unterschiedliche Gummimischungen entwickelt. Aus welcher dieser Mischungen ein Reifen aufgebaut ist, erkennt man bei Schwalbe nicht nur am Schriftzug an der Reifenflanke, sondern darüber hinaus auch auf der Lauffläche durch einen farbigen Streifen.

ADDIX Speed

ADDIX Speed ist Schwalbes schnelle XC-Race-Mischung, deren Hauptaugenmerk auf der Verringerung des Rollwiderstands liegt. Sie wird daher ausschließlich mit Reifenprofilen für den XC-Einsatz kombiniert.

ADDIX Speedgrip

ADDIX Speedgrip ist Schwalbes Universal-Compound, der die umfangreichste Einsatzbandbreite der Schwalbe-Gummimischungen bedient. Daher ist ADDIX Speedgrip in der größten Anzahl der Mountainbike-Reifen vertreten. Man findet die ADDIX Speedgrip-Gummimischung sowohl bei Reifen für den XC-Einsatz als auch bei den etwas grobstolligeren All Mountain- und Trail-Reifen wie Nobby Nic, Wicked Will und Hans Dampf. Für den Trail- und All Mountain-Einsatz ist die ADDIX Speedgrip-Gummimischung für ein schnell rollendes Setup am Hinterrad empfehlenswert, wo der Kompromiss aus Grip und niedrigem Rollwiderstand gut aufgeht.

ADDIX Soft

Die aggressivsten Reifenmodelle für den Enduro- und Gravity-Einsatz bauen bei Schwalbe mindestens auf die ADDIX Soft-Gummimischung. Dieser Compound soll gegenüber ADDIX Speedgrip ein gutes Plus an Dämpfung und Grip liefern, ohne dass der Rollwiderstand durch die Decke geht. Das macht ADDIX Soft zu einem vielseitigen Compound, der nicht nur im Gravity-Bereich gut funktioniert. Kombiniert mit dem entsprechenden Profil fällt der Rollwiderstand in unserem Labortest nämlich erstaunlich niedrig aus. Es gibt daher auch für den Trail-Einsatz keinen Grund, einen Reifen mit der schneller rollenden ADDIX Speedgrip-Gummimischung am Vorderrad zu fahren. Wenn Abfahrten im Fokus stehen, empfiehlt sich ADDIX Soft definitiv für Trail-Einsätze auch am Hinterrad.

ADDIX Ultra Soft

Während die ADDIX Soft-Mischung noch einen vielseitigen Kompromiss darstellen soll, ist ADDIX Ultra Soft ganz klar als kompromisslose Gummimischung für maximale Kontrolle bergab konzipiert. Die Gummimischung mit dem höchsten Grip und der höchsten Dämpfung von Schwalbe soll zudem ganzjahrestauglich sein. Insbesondere in Verbindung mit einem Radialreifen ergibt sich eine exzellente Dämpfung.

Modellübersicht und Testeindrücke

Schwalbe Albert

Während der Albert in seiner Namensgebung - im Vergleich zu seinem Vorgänger - abgespeckt hat, hat der Reifen in puncto Stollenanzahl eher zugelegt. Sein geschlossenes Profil soll damit vor allem auf härteren Böden gut performen und zudem die besten Rolleigenschaften unter den Radialreifen liefern. Das von uns getestete Modell liefert mit ADDIX Soft-Mischung trotz Radialkarkasse mit 36,7 Watt ein gutes Ergebnis. Wer die Vorzüge der Radialkarkasse nutzen möchte, aber beim Rollwiderstand nicht über die Stränge schlagen will, für den empfiehlt sich der Albert - insbesondere am Hinterrad, denn auch hier profitiert man von der Dämpfungswirkung. Mit Ultra Soft-Mischung macht der Albert auch am Vorderrad eine gute Figur, denn er ist dank seines breiten Grenzbereichs gut berechenbar. Der Albert wird wahlweise mit 2,5″ oder 2,6” Breite sowie den Karkassen Trail Pro oder Gravity Pro angeboten.

Schwalbe Hans Dampf

Als Allrounder für All Mountain und Enduro konzipiert, soll der Hans Dampf sowohl bergab als auch bergauf punkten. In der Tat rollt der Hans Dampf mit der von uns getesteten Super Gravity-Karkasse und ADDIX Soft-Gummimischung im Labor sehr leicht und befindet sich in den Top 3 Rollwiderstandswerten im Test. Mit der ebenfalls erhältlichen ADDIX Speedgrip-Gummimischung können Uphill-Fanatiker nochmal ein paar Watt einsparen - für die meisten ist die ADDIX Soft-Mischung jedoch die goldene Mitte aus Rollwiderstand und Abfahrts-Performance am Hinterrad. In puncto Grip und Traktion kann der Hans Dampf seine Alleskönner-Qualitäten jedoch nicht ganz verbergen. Beim Einsatz im Bikepark geht es - wenngleich noch kontrollierbar - merklich rutschiger zu als mit grobstolligeren Reifen.

Beim Hans Dampf kann neben den zwei Optionen bei der Gummimischung auch zwischen zwei Breiten ausgewählt werden: 2,35” und 2,6” stehen hier zur Verfügung. Zudem gibt es den Hans Dampf in Super Trail- und Super Gravity-Karkasse.

Schwalbe Tacky Chan

Schwalbe vermarktet den Tacky Chan als ihren schnellsten Downhill-Reifen, der sowohl am Vorder- als auch am Hinterrad gut funktionieren soll. Tatsächlich rollt er nur geringfügig schlechter als ein Hans Dampf, bietet aber spürbar mehr Abfahrts-Performance durch seine gute Bremstraktion. Er ist leichter als ein Magic Mary und bietet laut Schwalbe die stabileren Seitenstollen. Nach unserer Erfahrung ist der Grenzbereich des Tacky Chans breiter, dafür jedoch nicht so hoch wie bei einem Magic Mary.

Ganze vier Karkassen stehen beim Tacky Chan zur Wahl: Super Ground, Super Trail, Super Gravity und Super Downhill. Bis auf die Version mit Super Downhill-Karkasse kann zwischen ADDIX Soft- und ADDIX Ultra Soft-Gummimischung gewählt werden.

Schwalbe Big Betty

Der Big Betty ist ein echter Klassiker im Schwalbe Portfolio, der schon in den 90er-Jahren auftauchte. Zwischenzeitlich verschwand der Reifen, ist nun wieder voll zurück auf dem Trail. Auch der Big Betty hat spürbar mehr Abfahrts-Performance als der Hans Dampf bei einem verkraftbar erhöhten Rollwiderstand. In ADDIX Soft-Mischung bietet der von uns getestete Big Betty mit Super Gravity-Karkasse neben einem niedrigeren Rollwiderstand auch eine hohe Pannensicherheit. In Verbindung mit der sehr guten Bremstraktion ist der Big Betty damit ein hervorragender Allround-Hinterradreifen für den harten Enduro-Einsatz.

Der Klassiker Big Betty ist in diversen Ausführungen erhältlich. Mit 2,4” und 2,6“ Breite, ADDIX Soft- und ADDIX Ultra Soft-Mischung sowie Super Trail-, Super Gravity- und Super Downhill-Karkassenausführung.

Schwalbe Magic Mary

Der Magic Mary ist als Allrounder für den Gravity-Einsatz am Vorderrad konzipiert. Der grobstollige Reifen mit seinen massiven Seitenstollen bietet eine hervorragende Kurvenführung auf weichen Böden. Zum Zeitpunkt des Tests wird der Magic Mary sowohl als Radial- als auch als Diagonalreifen angeboten. Wir sind beide Varianten mit derselben Gummimischung gefahren und konnten somit die Unterschiede feststellen. Die Radial-Version punktet mit einem Plus in Sachen Dämpfung und Grip. Für den Einsatz am Vorderrad würden wir daher die Radial-Version stets bevorzugen. Beim von uns gewichteten Pannenschutz-Gesamtwert erzielt der Magic Mary mit Super Downhill-Karkasse den Spitzenwert des Testfelds.

Wir vermissen noch eine Downhill Pro-Radialkarkasse des Magic Mary im Reifen-Portfolio! Die Radial-Version ist mit Trail Pro- und Gravity Pro-Karkasse jeweils mit 2,5” Breite erhältlich.

Weitere Testergebnisse und Vergleiche

Im Folgenden werden einige Testergebnisse und Vergleiche von anderen Quellen zusammengefasst, um ein umfassenderes Bild der Schwalbe Mountainbike Reifen zu vermitteln.

Schwalbe Rick XC Pro

Der Schwalbe Rick XC Pro wurde zusammen mit Mathias Flückiger entwickelt und soll noch mehr Geschwindigkeit und Performance auf Wettbewerbs-XC Kursen liefern. Ich habe mir - auch weil ich Tanwall nicht mag - das Modell mit Addix Speedgrip Compound ausgesucht. Addix Speedgrip ist quasi die eierlegende Wollmilchsau unter den Compounds. Es ist laut Schwalbe sehr gut im Rollverhalten, Grip und in der Haltbarkeit. Natürlich geht alles drei selten gut zusammen. Aber laut Schwalbe Übersicht ist der Rick XC Pro mit dieser Mischung besonders bei Rolling und Haltbarkeit gut. Und das kann ich bestätigen: so tendierte er manchmal zum Ausbrechen auf trockenem Gravel oder Gestein. Die Seitenstollen fingen das aber wieder auf.

Aber wie würde es sein, wenn es feuchter wird, nass und matschig? Da hatte ich nun in den letzten Wochen viel Gelegenheit, das zu testen. Und überraschenderweise ist er bei feuchtem Untergrund, Erde, Feldweg, Wiese oder Sand, gar nicht so rutschig, wie ich erwartet hätte. Im Gegenteil, er macht das eigentlich ganz gut. Bei richtigem Matsch fängt er dann aber an zu rutschen und zu schlingern. Das hatte ich aber auch so aufgrund des Profils erwartet. Ich würde daher sagen, dass der Rick XC Pro ein Reifen für bevorzugt trockenes Gelände ist. Im Sommer ist er daher durchaus eine gute Wahl für alle, die es schneller haben möchten. Und wenn es etwas feuchter wird, dann macht er dennoch einen guten Job, hat aber Limitierungen bei Matsch, tieferem Sand und großer Nässe. Auf Asphalt ist er schnell und sicher.

Bei der Pannenanfälligkeit braucht der Rick XC sich aber nicht zu verstecken. Ich bin ihn rücksichtslos gefahren und er hatte in den 1.300 km keine einzige Panne. Auch hält er den Luftdruck gut und ich musste nur einmal etwas nachpumpen.

Der Schwalbe Rick XC Pro kostet laut Hersteller 69 Euro UVP. Es gibt ihn in 2,25″ und 2,4″ Breite.

Weitere Testeindrücke

Insgesamt haben wir 18 Mountainbike-Mäntel ausgiebig getestet. Preislich lagen alle zwischen rund 20 und 60 Euro. Vielseitig und bissig: Der Schwalbe Hans Dampf überzeugt mit starkem Grip und überraschend gutem Rollverhalten. Ideal für All-Mountain- und Enduro-Fans.

Der Schwalbe Hans Dampf bietet nahezu alles, was man sich von einem modernen MTB-Reifen für All-Mountain- oder Enduro-Touren wünscht. Auf anspruchsvollen oder feuchten Trails bietet er enormen Grip und vermittelt stets ein sicheres Fahrgefühl. Auch ist der Rollwiderstand erstaunlich gering für einen Mantel, der gerne im groben Gelände bewegt wird. Somit macht der Hans Dampf auch auf langen Touren und auf festen Untergründen Spaß.

Der Continental Kryptotal ist in einer speziellen Vorderrad- und Hinterrad-Version erhältlich. Der Kryptotal-Fr Trail Endurance und der Kryptotal-Re Downhill Soft bieten einen sehr guten Grip bei gleichzeitig guten Rolleigenschaften. Die Reifenkombination macht auf dem Mountainbike einfach nur Spaß und vermittelt ein sicheres Fahrgefühl, sowohl auf schnellen Downhills als auch bei steilen Anstiegen.

Der Maxxis Aggressor Exo TR Dual ist ein vielseitiger Mountainbike-Reifen mit Charakter. Der Mantel bietet gute Rolleigenschaften und guten Grip auf nahezu jedem Untergrund. Somit ist der Aggressor ein optimaler Allrounder für ausgedehnte All-Mountain-, aber auch für anspruchsvolle Enduro-Touren, der stets viel Spaß macht. Im Profil können sich jedoch kleine Steinchen festsetzen, die dem Biker im schlimmsten Fall um die Ohren geschleudert werden.

Zusammenfassung der Testergebnisse

Die folgende Tabelle fasst die Testergebnisse einiger der genannten Reifen zusammen:

Reifenmodell Einsatzbereich Besondere Eigenschaften
Schwalbe Hans Dampf All-Mountain, Enduro Starker Grip, gutes Rollverhalten
Continental Kryptotal Trail, Downhill Sehr guter Grip, gute Rolleigenschaften
Maxxis Aggressor Exo TR Dual All-Mountain, Enduro Vielseitig, gute Rolleigenschaften, guter Grip
Schwalbe Rick XC Pro XC-Rennen Hohe Geschwindigkeit, gute Rolleigenschaften

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