Scott Fahrrad Mountainbike Test: Eine detaillierte Analyse

Das Scott Spark verkauft sich wie ein Flachbildfernseher im Black Friday Super-Sale. Im Test des aktuellen Topseller-Bikes nehmen wir die Erfolgsstrategie dieses auffallend stark nachgefragten Modelles auseinander. Vielmehr hat sich das Spark über die letzten Jahren als regelrechte Marke unter den Cross-Country-Fullys etabliert. Doch Systemintegration und Wettkampferfolge können nur teilweise der Grund für den Run auf das Carbon-Fully von Scott sein. Inzwischen bietet Scott unzählige Versionen zum Kauf an und auch die Optionen mit mehr Federweg, wie unser Testbike Scott Spark 920 TR, stehen selten lange im Ladenfenster.

Die Erfolgsgeschichte des Scott Spark

Die Erfolgsgeschichte des Scott Spark ist untrennbar mit Cross-Country-Superstar Nino Schurter verbunden. Was der Schweizer am Steuer des Bikes mit dem integrierten Dämpfer auf der großen Bühne zeigte, versetzte Fans weltweit in Kauflaune. Natürlich strahlt die Werbe-Kraft des Publikumslieblings auf die Trailbike-Version ab. Zehn Millimeter mehr Knautschzone an der Front machen das Spark auch abseits der Rennstrecke zu einem begehrten Untersatz. Von der XC-Basis bleiben zwei Flaschenhalter und das altbekannte Twinloc-System zur Druckstufen-Steuerung vom Lenker aus.

Über ein Steuersatz-Insert lässt sich der Lenkwinkel um 0,6 Grad manipulieren. Das letzte größere Neuheiten-Paket war dem Spark vor gut zwei Jahren vergönnt. Damals wählten die BIKE-Leser das aufgebohrte Race-Fully gar zum beliebtesten Trailbike des Jahres. Lässt sich die Beliebtheit auch Ende 2024 noch nachvollziehen?

Scott Spark 920 TR: Details & Preis

Hier eine Übersicht der Details und des Preises des Scott Spark 920 TR:

  • Einsatzbereich: Trail / Tour
  • Federweg: 130 / 120 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: 13,3 kg
  • Preis: 5499 Euro
  • Vertriebsweg: Fachhandel
  • Garantie: 5 Jahre
  • Maximales Systemgewicht: 128 Kilo
  • Besonderheiten: integrierter Dämpfer, Lenkwinkelverstellung, zwei Flaschenhalter

Das Scott Spark 920 TR besteht vorne aus Carbon, hinten jedoch aus Aluminium. Die Steifigkeitswerte des Hecks sind auffällig hoch. Dank SAG-Indikator und Guckloch lässt sich die Federwegsnutzung am Trailbike von Scott trotz verborgenem Federbein problemlos kontrollieren.

Ausstattung des Scott Spark 920 TR

Die Ausstattung des Scott Spark 920 TR umfasst:

  • Gabel: Fox Float 34 Performance
  • Dämpfer: Fox Nude 5T
  • Schaltung / Bandbreite: Sram GX Eagle AXS Transmission / 520 %
  • Bremsen: Sram DB8 / 180/180 mm
  • Laufräder: Syncros Silverton 2.5
  • Reifen: Schwalbe Wicked Will Evo Addix Soft/Speedgrip Superrace TLE
  • Sattelstütze / Hub: Syncros Duncan / 150 mm

Durch die Serviceklappe bleiben alle Einstellmöglichkeiten am Dämpfer gut erreichbar und die Servicefreundlichkeit passt trotz Systemintegration. Ein praktischer Drehverschluss öffnet die Abdeckung im Unterrohr des Scott Spark.

Das Trailbike von Scott im Praxis-Test

Dass Schurter bergab der Konkurrenz davonfliegt, wundert angesichts der guten Hinterbaufunktion des Scott Spark wenig. Dafür, dass der 120-Millimeter-Hinterbau ursprünglich für Racer entwickelt wurde, flubbert das Bike wunderbar sensibel und mit hohen Fahrwerksreserven über den Wurzelteppich. Allerdings wird das sehr steife hintere Rahmendreieck aus Alu in schrofferem Terrain schnell zum Ping-Pong-Spielball. Im Vergleich zu seinen Artgenossen besitzt das Spark ein mächtig langes Sitzrohr. Zusammen mit der üppigen Vorbaulänge wirkt das Konzept in steilen Downhills sperrig.

Durch die frontlastige Fahrposition werden am Scott Spark 920 TR die meisten Vorzüge des flachen Lenkwinkels verspielt. Zusätzlich beschneidet die suboptimale Vorstellung des Schwalbe Wicked Will das Sicherheitsempfinden. Selbst in der weichen Gummimischung vorne kommt der Reifen früh ins Rutschen und setzt Vollgas-Abfahrten klare Limits. Am gewöhnungsbedürftig gekröpften Lenker machen die Sram-DB8-Bremshebel einen martialischen Eindruck. Umso größer unsere Überraschung über ihre halbherzige Verzögerungsleistung. Hier schlummert Tuning-Potential!

Auch, wenn Twinlock inzwischen ein wenig angestaubt wirkt: Die Druckstufen-Fernsteuerung von Gabel und Dämpfer gleichzeitig funktioniert gut. Ein Daumendruck und das generell wenig wippanfällige Spark wird zur Effizienz-Maschine. Mit etwas Übung lässt sich der dreiteilige Hebel auf der linken Lenkerseite super bedienen. Durch den verhältnismäßig flachen Sitzwinkel und das ausladende Cockpit wird die Sitzposition in die Länge gezogen. Hierzu passen auch die flott rollenden Reifen. Sportliche Touren mit hohem Tretanteil sind das bevorzugte Einsatzgebiet des Scott. In tiefem Schotter und auf feuchten Trail-Uphills bleibt die Traktion aber auf der Strecke.

Aus dem Testlabor

BIKE betreibt einen beispiellosen Aufwand zur Vermessung von Mountainbikes. Im Testlabor nehmen wir nicht nur unsere eigene Geometrie-Vermessung vor, sondern ermitteln auch die Seitensteifigkeit des Rahmens getrennt für das vordere Rahmendreieck inklusive der verbauten Gabel (vorne) und dem Hinterbau (hinten). Für den Messwert der Laufradträgheit gilt: je niedriger, desto leichter zu beschleunigen. Das Gesamtgewicht versteht sich ohne Pedale, das Laufradgewicht pro Satz mit Reifen, Kassette und Bremsscheiben.

Hier sind einige Messergebnisse:

  • Gesamtgewicht: 13,32 kg ohne Pedale
  • Gewicht Laufräder: 4808 g
  • Laufradträgheit: 3629 kg x cm²

Die Ausstattungsvariante 920 markiert für 5499 Euro den günstigsten Einstieg ins Trailbike-Portfolio von Scott. In der Trail-Abfahrt würde das Scott Spark TR von einem kürzeren Sitzrohr und mehr Vario-Hub profitieren. Trotz vieler Züge gelingt dem Scott Spark eine aufgeräumte Optik. Die Leitungen laufen am Vorau vorbei durch den Steursatz in den Rahmen. Während sich das Scott Spark TR vorne eher weich zeigt, sprengen die Steifigkeitswerte des Alu-Hinterbaus unsere Skala. Ein dezenter Kettenstrebenschutz macht am Scott Trailbike einen vernünftigen Job ohne zu dick aufzutragen. In der harten Speedgrip Gummimischung besitzt der Schwalbe Wicked Will am Hinterrad nur wenig Rollwiderstand.

Scott Scale und Aspect Serien

Die Scale Serie mit Alu-Rahmen, wozu das Scale 980 gehört, spricht im Gegensatz zur RC-Serie Mountainbiker wie dich und mich an. Aber alle elf Modelle der 900er Scale Serie weisen eine Rahmen-Geometrie auf, die das Renn-Gen der RC-Serie in sich trägt und optimale Fahreigenschaften für viele Fahrer und viele Streckenprofile bietet.

Mit der Aspect Serie ermöglicht Scott preissensiblen Anfängern den Einstieg in den Bikesport. Ein geringes Gesamtgewicht bedeutet mehr Fahrspaß im Gelände. Wenn die Herstellerangabe von 13,95 kg stimmt, zählt das ASPECT 930 zu den leichteren Einsteiger-Bikes, die man für unter unter 1000 Euro bekommt.

Scott Lumen eRide

Das Scott Lumen eRide ist so etwas wie die Speerspitze des aktuellen Light-EMTB-Trends. Nur 17 Kilo bringt das leichte Trailbike auf die Waage - eine Ode an das Gewicht. Scott verlangt für sein Lumen eRide 900 9.999 Euro. Eine Besonderheit ist das Fox-Fahrwerk mit Scotts eigener Twin-Loc-Technologie. Damit lassen sich Federgabel und Dämpfer per Lenkerfernbedienung gleichzeitig in drei Modi schalten: Descend, Traction Control und Lockout.

Der TQ HPR 50 Motor ist nicht nur optisch der dezenteste E-MTB Motor. Ein Blickfang ist das Lumen allemal. Auch weil man sich fragt, ob da nicht etwas fehlt? Gut geschützt vor Schmutz und Wasser versteckt sich der Dämpfer unsichtbar im Sitzrohr. Eine Serviceklappe vor dem Motor ermöglicht den Zugang zum Dämpfer.

Scott Patron 2025

SCOTT präsentiert mit dem neuen Patron 2025 ein vollgefedertes E-Mountainbike, das vor Features nur so strotzt! Mit 170/150 mm Federweg und integriertem Bosch eBike ABS verleiht das neue Patron viel Sicherheit.

Die neueste Entwicklung der Schweizer Bike-Schmiede ist das Patron 2025 - ein E-Mountainbike, das zeigt, wie moderne E-Bikes heutzutage aussehen können. Im Vergleich zu seinem Vorgänger kommt es im komplett neuen Look, zwei Federwegsklassen und dem brandneuen Bosch Performance Line CX Motor der 5. Generation. Alles am Bike ist stromlinienförmig und schlicht gestaltet: Dämpfer, Motor und Akku sind komplett in den Rahmen integriert und der Dämpfer ist ins Sitzrohr gewandert, was das E-MTB wie aus einem Guss wirken lässt.

Scott Sports und seine Innovationen

Scott Sports konzentriert sich auf das Sportsegment in der Fahrradbranche. Mountainbikes und Rennräder dominieren die Produktpalette, Trekking- und Cityräder werden für den sportiven Alltagsfahrer geführt. Der Name Scotts rekurriert auf den US-Amerikaner Ed Scott, der das Unternehmen im Jahr 1958 gründete. Obwohl die USA nicht als typische Fahrradnation gelten, sind Scott-Räder hierzulande sehr beliebt. Meilensteine sind die das Genius, ein Fullsuspension Bike mit drei Dämfereinstellmöglichkeiten, das nur 899 Gramm schwere Scale oder das G-Zero aus dem Jahr 1998 als das leichteste Moutainbike seiner Zeit.

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