Für Kinder im Grundschulalter ist das Fahrrad ein wichtiges Mittel, um selbstständig zum Sportplatz oder zur Schule zu fahren. Ein Kinderfahrrad sollte leicht, sicher zu bedienen und günstig sein. Gemeinsam mit der Stiftung Warentest hat der ADAC zwölf Kinderfahrräder in den Kategorien Handhabung, Fahren, Eignung für das Kind, Sicherheit und Haltbarkeit sowie Schadstoffe getestet.
Testergebnisse im Detail
Die Anschaffungskosten der Testkandidaten lagen zwischen 430 Euro und 575 Euro. Das City Bike 20 Zoll D4 Rock von Decathlon wurde mit 270 Euro als Preisbrecher aufgenommen. Umso erfreulicher, dass damit auch das günstigste Kinderrad im Test das ADAC Urteil "gut" erreichte. Neben seinen guten Fahreigenschaften überzeugte das Decathlon mit dem besten Licht inklusive Standlicht vorn und hinten.
Zu den Verlierern im Vergleich gehören die Räder von Bulls, Raymon und S'cool. Sie verfehlen im Test die von der Norm geforderten Mindestverzögerungswerte auf dem Bremsenprüfstand. Dabei muss mit einer definierten Handkraft am Bremshebel des Vorderrads eine ausreichende Bremswirkung bei unterschiedlichen Beladungszuständen (60 Kilogramm und zul. Ebenfalls "mangelhaft" schneidet das Kinderrad der österreichischen Marke Woom ab.
Das Leichtgewicht eignet sich dank seiner Fahreigenschaften eigentlich besonders gut für Kinder. Allerdings traten wiederholt Risse an der Tretkurbel auf, weshalb das Woom im ADAC Urteil abgewertet wurde.
Schadstoffe in Kinderfahrrädern
Bei sieben Fahrrädern wurden auch Schadstoffe im Sattel festgestellt. Meistens handelte es sich um den Weichmacher DPHP (kurz für Dipropylheptylphthalat), der Kunststoffen zugesetzt wird, um diese elastisch zu machen. Der Weichmacher DPHP schädigte in Tierversuchen Schilddrüse und Hypophyse. Ein Verbot gibt es bisher nicht, das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt aber, ihn nicht einzusetzen. Im Test wurde der Weichmacher DPHP in den Sätteln von Raymon, S‘cool, Victoria, Bulls, KTM und Woom nachgewiesen.
Im Sattel des Puky Cyke wurden sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (kurz PAK) gefunden. Auch diese sind nicht verboten. Der Grenzwert wird hier knapp unterschritten. ausgeht, wurden diese in der Kategorie Schadstoffe mit ausreichend bewertet.
Gewicht und Handhabung
Im Praxisteil der Tests zeigte sich schnell, dass die Kinder mit den leichteren 20-Zoll-Fahrrädern im Vergleich besser zurechtkamen. Doch viele Modelle sind dagegen 13 bis 15 Kilogramm schwer - und das kann für weniger kräftige Kinder schon zu viel sein. Bei den Fahrten und vor allem beim Aufheben eines Rads zeigt sich schnell, ob sich das Kind mit dem Fahrradgewicht arrangieren kann.
Das knapp zwölf Kilogramm leichte Kinderfahrrad hielt allen Stresstests stand. Sein tief geschwungener Rahmen erleichtert den Einstieg, die 3-Gang-Nabenschaltung ist ausreichend und lässt sich auch im Stand bedienen. Negativ fielen beim Testsieger unter anderem rutschige Pedale und der fehlende Schnellspanner am Sattelrohr auf.
Beim im Mittelfeld platzierten Avanti 7 20 von Pegasus fällt sein zulässiges Gesamtgewicht von 115 Kilogramm auf - ein Wert, der bei einem Kinderfahrrad nicht wirklich notwendig erscheint. Das zulässige Gesamtgewicht spielt allerdings bei der Sicherheit eine große Rolle und wurde dem Pegasus ebenfalls bei der Bremsprüfung zum Verhängnis. Zudem ist das Avanti 7 20 mit über 15 Kilogramm das schwerste Kinderfahrrad im Test und damit fast doppelt so schwer wie das Modell von Woom.
Weitere Tipps für den Kauf
Bevor die Fahrräder von einem Kind zum nächsten weitergereicht werden, empfiehlt es sich, wegen einer möglichen Rissbildung einen prüfenden Blick auf die einzelnen Bauteile zu werfen. Eventuell kann der Fachhandel hierbei unterstützen.
- Eine richtige Einstellung des Rads sowie eine Probefahrt beim Fachhändler sind von Vorteil.
- Dabei sollten Bremsgriffe, Position und Erreichbarkeit der Klingel so eingestellt werden, dass sie vom Kind möglichst einfach bedient werden können.
- Erste Übungsfahrten mit Kindern sollten bestenfalls auf einem abgesperrten Gelände durchgeführt werden.
- Ein Fahrradhelm sollte jederzeit getragen werden, auch hier gelten die Eltern als Vorbilder.
Testmethoden des ADAC
So hat der ADAC getestet:
- Kinderfahrräder 20 Zoll (keine Mountainbikes)
- Bekannte Marken
- Freilauf und Rücktrittbremse gemischt
- Produkte sowohl aus dem Fachhandel als auch aus dem Internet
Die Testkriterien umfassten:
- Gebrauchs- / Montageanleitung
- Montage des Kinderfahrrads, Einstellen und Anpassen
- Aufsteigen / Absteigen / Aufheben (täglicher Gebrauch)
- Fahren
- Reinigung / Reparatur
- Anthropometrische Maße und Größenzuordnung: Die Kinderräder sind auf ihre besonderen die Bezeichnung "Kinderrad" rechtfertigenden, ergonomischen Konstruktions- und Ausstattungsmerkmale hin zu untersuchen.
- Die Kinderfahrräder sollen getragen werden. Zu beurteilen sind die Griffmöglichkeiten, Schwerpunktlage und das Gewicht.
- Bei der Untersuchung werden vor allem von Kindern und Erwachsenen berührbare Bauteile wie z.B.
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