Die Shimano 105 Schaltgruppe zählt seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Wahlmöglichkeiten für Rennradfahrer und hat sich als eine der vielseitigsten und zuverlässigsten Gruppen am Markt etabliert. Ihre Stärke liegt in der optimalen Balance zwischen Leistung und Kosten, was sie sowohl für Freizeitfahrer als auch für ambitionierte Sportler attraktiv macht. Egal, ob mechanisch oder elektronisch: Die Shimano 105 steht für präzises Schalten, lange Haltbarkeit und einfache Wartung. Dank ihrer Vielseitigkeit eignet sie sich gleichermaßen für anspruchsvolle Touren, regelmäßiges Training und sogar erste Rennsport-Einsätze. Shimano 105 bringt Eigenschaften mit, die früher nur in den Oberklasse-Gruppen Ultegra und Dura-Ace zu finden waren.
Mechanisch oder elektronisch? Die Vielfalt der Shimano 105
Die mechanische Shimano 105 bietet klassische Zuverlässigkeit und einfache Wartung. Die Shimano 105 Di2 bringt modernste Technologie zu einem erschwinglichen Preis. Mit der Wahl zwischen der bewährten mechanischen R7000-Serie und der innovativen elektronischen Di2 R7100 bietet sie etwas für jeden Fahrer.
Shimano bringt hydraulische Scheibenbremse auf Shimano-105-Niveau auf den Markt
Shimano erweitert sein Sortiment an hydraulischen Scheibenbremsen: Für die Saison 2015 kündigt Shimano eine hydraulische Scheibenbremse auf 105er Niveau an. Die neue hydraulische Scheibenbremse erhält das Kürzel RS505, aber keinen eigenen Gruppennamen. Das Modell-Sortiment umfasst die mechanisch-hydraulischen Schalt-Bremshebel (ST-RS505), Bremssättel mit neuem Flat-Mount-Standard (BR-RS505) und Bremsscheiben mit 140mm Durchmesser (SM-RT81-SS).
Shimano Flat Mount Standard
Mit der neuen hydraulischen Rennrad-Scheibenbremse führt Shimano auch einen neuen Standard für die Befestigung der Bremssättel am Rennrad-Rahmen ein. Die Bremssättel sind auf den neuen Aufnahmestandard Flat Mount von Shimano ausgelegt und sind auch nur mit diesem kompatibel. Scheibenbremsen mit Postmount- oder IS-Aufnahmen sollen dagegen aber per Adapter an Rennrad-Rahmen mit Flat-Mount-Aufnahme befestigt werden können.
Beim Flat Mount Standard sitzt der hintere Bremssattel direkt auf der Kettenstrebe, hier ist eine Adapter zur Bremsbefestigung mehr nötig. An der Gabel ist weiterhin ein flacher Adapter nötig. Der Adapter wird an die Rückseite der Gabelscheide geschraubt, die Bremse sitzt direkt auf dem Adapter.
Auch die 2015er Version der hydraulischen Rennrad-Scheibenbremse auf Shimano Ultegra Niveau wird voraussichtlich für Flat-Mount-Aufnahme ausgelegt sein.
Die neuen mechanisch-hydraulischen Schalt-Bremshebel auf Shimano-105-Niveau sollen laut Hersteller vollständig mit den mechanischen Schaltkomponenten der Shimano Dura-Ace und Shimano Ultegra 11-fach Gruppen kompatibel sein.
Fans des hydraulischen Bremsens müssen sich allerdings noch etwas gedulden. Die neuen mechanisch-hydraulischen Shimano 105 Schalt-Bremshebel sollen ab Oktober 2015 erhältlich sein.
Erfahrungen aus der Praxis: 3.000 km Dauertest
Elffach am Reiserenner? Keine besonderen Vorkommnisse. Damit wäre mit drei Wörtern hinreichend beschrieben, wie sich Shimanos nun nicht mehr ganz taufrische 105er-Kompaktschaltgruppe mit elf Ritzeln und hydraulischer Scheibenbremse im Dauertest schlug: 3.000 Fahrkilometer auf Radreisen und Alltagsfahrten zwischen Nordsee und dem Golf von Biskaya, dazu ein paar Ausflüge bei Matschwetter ins Gelände. Die 105 verrichtete ihre Arbeit stets unauffällig und zuverlässig - so wie man das schon von den Vorgängermodellen gewohnt war.
Montiert wurde die Gruppe (50/34 vorne und 11-32 Ritzel) an ein Poison Cyclocross-Rahmen aus Stahl - so konnten wir je nach Bedarf Gepäckträger und Lowrider an- und abschrauben, um mal mit Packtaschen zu fahren, mal im leichten Setup eine Crosstour durchs Gelände zu unternehmen. Um die Wartung unkompliziert zu halten, legten wir Wert auf eine klassische, außenliegende Zugverlegung.
Die korrekte Montage und Einstellung von Bremsen, Bremsleitungen und Bremsschalthebeln verlief unproblematisch - wer einmal eine Discbremse am MTB montiert hat, sollte keine Probleme haben, allerdings mussten wir beim Entlüften etwas Geduld aufbringen, bis sich ein annehmbarer Druckpunkt einstellte. Dank der breiter abgestuften Ritzelpakete lassen sich rein rechnerisch auch mit 2×11-fach komfortable, bergtaugliche Schaltumfänge erreichen: 428 Prozent ermöglichen auch Hochgebirgstouren, allerdings nicht mit schwerem Gepäck. Genau dies bestätigte sich auch unterwegs: Wir waren nie mit mehr als 12 Kilo Zuladung unterwegs, Touren auf die höchsten Gipfel der Vogesen und des Schwarzwalds waren mit der zur Verfügung stehenden Übersetzung kein Problem.
Gegenüber dem 2x10fach-Vergleichsrad machten sich die feineren Abstufungen der Ritzel sehr positiv bemerkbar, zudem waren die Schaltvorgänge der neuen 105 über den gesamten Bereich präziser und vor allem leichtgängiger als die der Vorgängergeneration. Von der Top-Gruppe Dura-Ace hat der neue 105-Umwerfer den längeren Hebelarm übernommen, auch hier fällt der etwas geringere Kraftaufwand beim Schalten auf. Gegenüber einem Dreifachantrieb ist das deutlich niedrigere Gewicht ein Pluspunkt.
Sowohl 2x10fach als auch 2x11fach schalteten trotz minimaler Pflege und Wartung über die gesamte Zeit perfekt, die Gänge rasten auch nach 3000 km noch präzise ein. Die Schaltvorgänge der 11fach-Gruppe sind aber deutlich leichtgängiger und einen Tick präziser.
Die Bremsschalthebel und hydraulischen Scheibenbremsen ermöglichen es, die vielfältigen Griffpositionen des Rennlenkers sowie den Schaltkomfort von STI-Hebeln mit überragender Bremskraft hydraulischer Discbremsen zu kombinieren.
Die STI-Hebel ST-RS505 wirken zwar aufgrund des integrierten Mineralöl-Reservoirs größer als ihre Pendants für mechanische Bremsen, manche empfinden sie sogar als klobig. In Wahrheit zeichnen sie sich aber durch viel kompaktere Abmessungen aus, dank eines um mehr als 2,5 Zentimeter geringeren Umfangs als die Vorgänger greift man deutlich entspannter und kontrollierter. Das noch oben ragende Reservoir ermöglicht sogar eine weitere Griffposition auf den Höckern. Die um 10 mm in der Griffweite einstellbaren Hebel lassen zudem eine individuelle Einstellung und damit auch für kleinere Hände ein besseres Handling zu.
Am Bremsverhalten gab es nichts zu beanstanden: Die Bremsen haben stets zuverlässig und punktgenau zugepackt - sowohl in den Bergen als auch im Stadtverkehr und im Gelände sowie bei sämtlichen Witterungsbedingungen. Und zwar ohne nerviges Stottern noch Bremsscheibenschleifen. Insbesondere bei langen Bergabfahrten zeigte sich keinerlei Verlust der Bremskraft, die gerippten Bremsbeläge in Kombination mit den Ice-Tech-Bremsscheiben scheinen die beim Bremsen entstehende Wärme - jedenfalls in unseren Testsituationen - stets ausreichend effizient abzuführen. Die Lager des zur Gruppe gehörenden Hollowtech II Tretlagers liefen auch nach 3000 Kilometern und diversen Schlamm- und Schlechtwetterfahrten noch sauber und ohne Spiel.
Die Shimano 105-Gruppe der aktuellen Generation sorgte für entspanntes Reisen.
Für schnelle Reiseradler, das Stadtrad oder einen Crosser ist unser Fazit klar: Ja, elf gewinnt. Einem ähnlichen Verschleiß wie die alte 2x10fach-Gruppe stehen ein breiteres Gangspektrum, besserer Ergonomie und smartes Schaltverhalten gegenüber. Das macht Shimanos robustes und langlebiges Arbeitstier auch in der 2x11fach-Variante für sportliche Bergradreisen mit einem Randonneur interessant.
Kostenübersicht
Eine 2x11fach-Komplettgruppe mit Dual-Pivot Rennrad-Felgenbremsen ist bereits für etwa 400 Euro zu haben. Die Komplettgruppe mit hydraulischen Bremsen und passenden STI-Hebeln kostet im Handel ca.
- Schalt-/Bremshebel-Paar ST-RS505 ca.
- Bremsscheiben SM-RT86 ca.
- Schaltwerk RD-5800 ca.
- Umwerfer FD-5800 ca.
- Innenlager BB-R60 ca.
- Kurbelgarnitur FC-5800 ca.
- Gesamt: ca.
Shimano 105 R7000 im Test
Die neue Shimano 105 Rennradschaltung - Baureihe R7000 - ist vielseitiger denn je. Mit Disc- oder Felgenbremse, vielen Möglichkeiten bei der Übersetzung und einzigartigen Brems-/Schalthebeln stellt sich im ersten Test die Frage: Läuft sie der großen Schwester Ultegra den Rang ab?
Rein funktional konnte man der Shimano 105 dagegen nie viel vorwerfen, und die jüngste 105-Generation, Modellreihe R7000, startet mit viel Elan.
Was ist neu an der Shimano 105
Die neuen Hebel für hydraulische Scheibenbremsen sind deutlich kleiner geraten. Die Schaltgruppe bietet dank der zusätzlichen Kettenblattkombination 52/36 mehr Gangabstufungen denn je, kommt mit gruppenzugehöriger Hydraulik-Disc inklusive ergonomisch und optisch attraktiven Brems-/Schalthebeln, obendrein gibt’s für die Shimano 105 R7000 exklusiv ein Brems-/Schalthebel-Pärchen für Fahrer/innen mit kleinen Händen.
Ein weiterer Punkt auf der Habenseite der neuen 105: Optisch wirken die getesteten mattschwarzen Teile sehr wertig - fast schon wie eine mattierte Version der Dura-Ace. Die aktuelle Ultegra R8000 kann sich im direkten Vergleich kaum davon absetzen - fanden die Tester. Kurz: Die "kleine Schwarze" gefällt - und passt zu fast jedem Rahmen. Optional gibt’s die R7000 zudem, ganz klassisch, in Silber.
Im Praxistest mussten die Tester spürbare Unterschiede zur Ultegra schon gezielt suchen.
Noch keine elektronische Version der Shimano 105 R7000
Anders als Dura-Ace und Ultegra gibt es die Shimano 105 auch in silber.
Was in diesem Test fehlt, ist eine elektronische Variante der 105 - weil die auch in der aktuellen Generation nicht angeboten wird. Viel wurde über eine kostengünstige Di2 auf 105-Niveau spekuliert, nicht wenige haben fest damit gerechnet. Shimano sagt dazu offiziell nur: "Gibt’s nicht."
Dieser gewollte Abstand zur Ultegra ist bei der neuen 105 weiter geschrumpft. Die neue 105er funktioniert top.
Bei der vorigen 105-Generation (5800) konnte der Eindruck entstehen, Shimano habe ihr absichtlich Innovationen der teuren Ultegra (6800) vorenthalten, um die preisliche Differenz mit technischem Abstand zu rechtfertigen. Ganz anders bei der neuen R7000: Sie steht fast auf der gleichen Innovationsstufe wie die Ultegra R8000.
Schaltung: So funktioniert die neue Shimano 105
Bei der Schaltung bleibt die neue 105 schön übersichtlich: Es gibt einen Umwerfer, einen Kurbelsatz sowie ein Schaltwerk mit langem Käfig (Version "GS", für Kassetten mit großem 28er- bis 34er-Ritzel) und eines mit kurzem ("SS") das maximal ein 30er-Ritzel bedient. Das 105-Schaltwerk setzt dabei auf die "Shadow RD"-Technologie: Es steht zentral unter dem Ritzelpaket und wandert nicht mehr so weit nach rechts (in Fahrtrichtung, 33 statt bisher 45 mm) und ist so besser geschützt.
Baugleich mit Ultegra und Dura-Ace kommt auch der R7000-Umwerfer mit seiner kompakten Anlenkung für mehr Reifenfreiheit, außerdem ist jetzt die Zugspannung justierbar, was sich als extrem nützlich erwiesen hat. Neu ist zudem die Zugführung: Sie soll gleiche Funktion garantieren, egal wie der Zug vom Rahmen kommt - hier empfiehlt sich vor der ersten Montage unbedingt ein Blick in die Montageanleitung.
Der Kurbelsatz bietet die Kettenblattkombinationen 53/39, 50/34 und, jetzt neu, die Semi-Kompaktabstufung 52/36 - dadurch sind mehr Gangabstufungen möglich als bei früheren 105-Ensembles. Am jeweils großen Kettenblatt der 105 zeigt sich der größte Unterschied zu Ultegra und Dura-Ace: Bei den teureren Gruppen ist das große Blatt aus zwei Teilen zusammengeklebt und hohl, diese kostenaufwendige Verarbeitung spart sich Shimano bei der R7000. Deshalb wiegt der Kurbelsatz, je nach Variante, knapp 50 Gramm mehr als bei der aktuellen Ultegra.
Kombinieren lassen sich die drei Kettenblattabstufungen mit folgenden Kassetten-Abstufungen: 11-25, 11-28, 11-30, 11-32 oder 11-34.
In den Brems-/Schalthebeln für Disc- und Felgenbremsen steckt die gleiche, komplett neu entwickelte Schaltmechanik, die auch bei Ultegra und Dura-Ace Verwendung findet. Sie sorgt für kürzere Hebelwege und klareres Feedback bei jedem Gangwechsel. Trotz der neuen Technik haben die Schaltkomponenten in Summe auch noch knapp 40 Gramm abgespeckt.
Shimano 105 mit Scheiben- oder Felgenbremsen
Die neuen R7000-Felgenbremsen spiegeln 1:1 die Ultegra-Bremsen wider: Neben dem herkömmlichen Modell mit doppeltem Drehpunkt (Dual Pivot) bietet Shimano auch Bremszangen für Direct-Mount-Sockel an. Interessant: Die Felgenbremsen wurden (ebenfalls analog zu den Top-Gruppen) wenige Gramm schwerer. Auf Nachfrage erklärt Shimano den Zuwachs mit stabileren Bremskörpern, die höhere Bremskraft garantieren sollen. Disc-Kritiker behaupten, dies solle das Mehrgewicht der Disc-Anlagen etwas relativieren. Denn das ist bei der R7000 erheblich: 290 Gramm mehr wiegt die hydraulische Scheibenbremsanlage im Vergleich zur R7000 mit Felgenbremsen. Hier kann die Ultegra punkten: Das Disc-Mehrgewicht beträgt hier "nur" 245 Gramm.
Erstmals hat die Shimano 105 eine eigene hydraulische Bremsanlage. Das ist optisch und ergonomisch ein riesiger Schritt nach vorn. Die Brems-/Schalthebel für die Disc (R7070) entsprechen im Umfang denen der Ultegra - die Maße unterscheiden sich um weniger als einen Millimeter. Der einzige Unterschied fällt an den Bremsscheiben sofort auf: Sie kommen ohne die aufwendigen Kühlrippen der Ultegra- und Dura-Ace-Discs, werden ebenfalls in Sandwich-Bauweise gefertigt: Zwischen den Reibflächen aus Stahl steckt ein Alu-Kern - Shimano nennt das Ice-Tech. Wie gut die Scheiben ohne Kühlrippen mit der Bremshitze klarkommen, muss ein Labortest zeigen. Bei den Testfahrten bewiesen die 160-mm-Scheiben (140-mm-Discs gibt’s für die R7000 nicht) Standfestigkeit.
Der Test: So schlägt sich die Shimano 105 auf der Straße
Egal ob man schaltet oder bremst, jede Interaktion mit der neuen R7000-Gruppe ist erst mal eine neue Erfahrung: Im Vergleich zur Vorgängerin 5800 funktioniert die neue 105 deutlich spürbar besser.
Die Brems-/Schaltgriffe der neuen 105 liegen so gut in der Hand, wie man das von der aktuellen Ultegra kennt. Form und Ergonomie (mit noch größerem Verstellbereich der Griffweite) sind identisch: Der etwas kompaktere Griff "passte" für alle Tester und liegt gut in der Hand. Das gilt für beide R7000-Griff-Varianten: Zwischen Disc- und Felgenbremse lassen sich keine Unterschiede ausmachen. Das bedeutet für Freunde der Scheibenbremse eine riesigen Fortschritt gegenüber den doch recht klobigen ST-RS505-Hebeln, die Shimano der 5800 in der Disc-Option zur Seite stellte. Damit präsentieren sich die wichtigsten Kontaktpunkte am Rennrad mit der neuen Gruppe auf zeitgemäßem Niveau - egal ob mit Disc- oder Felgenbremse.
Die neue 105-Disc arbeitet auf dem Niveau der Ultegra-Disc. Sie packt sehr kraftvoll zu, die Bremskraft steigt mit zunehmendem Bremshebelweg schnell an. Dennoch zeigt sich die kraftvoll zupackende Bremse dabei berechenbar und zuverlässig dosierbar. Probleme - etwa mit Hitze - traten im Test nicht auf, auch ohne die zusätzlichen Kühlrippen der Ultegra-Disc. Allerdings war keiner der Tester schwerer als 80 Kilo, und die Testrunden fanden nicht im alpinen Bereich statt.
Bei den Felgenbremsen gab’s bereits zur Version 5800 gravierende Veränderungen: die Reifenfreiheit bis 28 mm etwa oder der Doppel-Drehpunkt für mehr Bremspower - daran ändert sich auch bei der R7000-Variante nichts. Neu sind der Bremshebel (siehe oben) und das griffgünstigere Hebelchen zum Öffnen der Bremszange beim Laufradwechsel.
Dass alle Schaltkomponenten neu sind, spürt man deutlich: Gangwechsel gehen bei der R7000 direkter und schneller von der Hand. So gut wie die aktuellen Shimano-Umwerfer arbeitet kein anderes mechanisches System, das gilt endlich auch für die 105. Auch das neue Schaltwerk folgt präziser als bislang. So macht die neue 105 in Sachen Schaltung einen gewaltigen Schritt nach vorn, fanden die Tester.
Shimano 105 R7000 Test: Das Fazit
Bei der Shimano 105 R7000 steht am Ende immer nur diese eine Frage: Ist sie gut genug, oder muss es doch die Shimano Ultegra sein? Bisher war die Antwort: Ja, aber ... Bei der neuen R7000 ist es einfacher. Wer auf das Prestige (und eine Elektronik-Schaltung) verzichten kann, fährt mit der neuen 105 bestens. Sie liegt technisch und funktional deutlich näher an der Ultegra, als es bei den Vorgänger-Gruppen der Fall war. Bleibt der Gewichtsunterschied zur Ultegra: Die rund 140 Gramm Mehrgewicht der 105 mit Felgenbremse sind gut zu verkraften; die fast 300 Gramm Mehrgewicht R7000 in der Disc-Version wiegen im Wortsinn schwerer.
Mit der neuen 105 stellt Shimano eine der weltweit beliebtesten und weitverbreitetsten Rennradgruppen auf einen 11-fach Antrieb um und erlaubt damit 22 Gänge. Wie die beiden Topgruppen der Japaner so soll sich auch die 105 durch dieselbe faszinierende Leichtgängigkeit bei zugleich klar definierter Indexierung auszeichnen. Eine Eigenschaft, die zum einen Teil in den polymerbeschichteten Zügen, zum anderen Teil im neuen, optimierten Design von Brems-Schalthebeln, Umwerfer und Schaltwerk begründet liegt. Hier zeigt sich Shimanos Philosophie des System Engineering.
Die Brems-Schalthebel der neuen 105 weisen nun den verringerten Durchmesser im Griffbereich auf, wodurch Ergonomie, Komfort und Kontrolle während der Fahrt spürbar verbessert wurden. Zudem lassen sich die Hebel per Einstellschraube um 10 Millimeter in der Griffweite einstellen und so an jede Handgröße optimal anpassen. Insbesondere für Frauen oder Männer mit kleineren Händen ein entscheidender Vorteil. Am Umwerfer sorgt der verlängerte Hebelarm in Kombination mit einem neuen Federmechanismus für beeindruckende Performance.
Den Weg in die Rennrad-Mittelklasse hat nun auch das wegweisende Vier-Arm-Design der Kurbelgarnitur gefunden, das ebenfalls von den großen Schwestern Dura-Ace und Ultegra an die 105 weitergegeben wurde. Exzellente Kraftübertragung und die ideale Balance zwischen Steifigkeit und geringem Gewicht sind damit auch hier auf einem höherem Niveau. Die 11-fach-Kassette weist geringere Gangstufen beziehungsweise Schaltschritte auf, die dazu beitragen, die Trittfrequenz und damit den Fahrrhythmus besser aufrecht zu erhalten. Sie ist in den Versionen 12-25 Zähne, 11-28 Zähne und 11-32 Zähne verfügbar.
Im Vergleich zur Vorgängergruppe der 105 5800, der 5700, haben die Japaner auch das Bremssystem effizienter gestaltet und die Bremsleistung um 10 Prozent erhöht. Dafür sind im Wesentlichen die neuen Dual-Pivot-Bremszangen mit symmetrischen Drehachsen verantwortlich. Durch den vergrößerten Bogen der Bremszangen sind die neuen Bremsen mit 28C-Reifen fahrbar, zudem sind spezielle Direct-Mount-Bremsen erhältlich.
Neben der neuen 105 präsentiert Shimano auch eine mechanisch-hydraulische Brems-Schalthebellösung - die logische Konsequenz der im vergangenen Jahr eingeführten Di2-Variante auf Ultegra-Niveau. Die Ingenieure haben es geschafft, einen Mineralölzylinder inklusive komplettem Bremssystem in die dennoch sehr kompakten mechanischen Hebel zu integrieren. Die hydraulischen Scheibenbremsen zeichnen sich durch eine gleichbleibend hohe Bremsleistung unabhängig von Witterungsbedingungen aus. Verantwortlich dafür ist das innovative Wärmemanagement. Zudem lässt sich die Bremsleistung exakt an die Bedingungen, das Gelände, die körperlichen Voraussetzungen des Fahrers und sein Können anpassen.
Hydraulische Scheibenbremsen liefern mehr Bremsleistung mit geringeren Bedienkräften. Den im Vorjahr vorgestellten hydraulischen Scheiben-bremssattel BR-R785 ersetzt zukünftig der neue, überarbeitete Bremssattel BR-RS785. Insbesondere die Leitungsführung haben die Entwickler dabei nochmals optimiert.
Mit den neuen hydraulischen Scheibenbremsen auf SHIMANO 105 Niveau kommen zukünftig noch mehr Rennrad-Enthusiasten in den Genuss der Bremsperformance, die den Top-Profis nach wie vor verwehrt bleibt. Der neue hydraulisch-mechanische Schalt-/Bremshebel ST-RS505 zeichnen sich trotz des integrierten Mineralöl-Reservoirs durch extrem kompakte Abmessungen aus, die höchste Ergonomie garantieren. Durch den geringen Griffdurchmesser und die um 10 mm in der Griffweite einstellbaren Hebel ermöglichen sie auch Fahrerinnen und Fahrern mit kleineren Händen perfekte Kontrolle.
Die Bremsleitungen der neuen Bremsen auf 105 Niveau sind - wie beim im Vorjahr vorgestellten Modell auf Ultegra- Level - an der Innenseite des Bremssattels angeschlossen und garantieren damit nicht nur eine effiziente Leitungsführung, sondern auch eine schlanke, aerodynamische Optik. Da durch die direktere Montage die Notwendigkeit optisch auffallender Befestigungsschrauben entfällt, bieten die neuen Flat-Mount-Bremssättel - neben dem BR-RS505 wird auch ein neuer Bremssattel auf Ultegra Niveau (BR-RS805) mit diesem Standard verfügbar sein - neben aerodynamischen Vorteilen, ein schlankeres, sportlicheres Design.
Damit wird eines der Hemmnisse beseitigt, das Rennrad-Puristen bislang vom Einsatz hydraulischer Scheibenbremsen abhielt: die optische Nähe zu und daher die Assoziation mit Mountainbike-Bremssystemen.
In Kombination mit den neuen Bremshebeln und Bremssätteln zeichnen die ebenfalls neuen SM-RT81-SS Bremsscheiben sowie die Bremsbeläge für die witterungsunabhängige Gesamtperformance des Systems verantwortlich. Dabei garantiert die ICE-TECH Technologie optimale Wärmeableitung und damit Fading-Resistenz und Top-Performance. Durch die Wahl von Belägen und Bremsscheibengröße - erstmals ist die SM-RT81 nun auch in 140 mm Durchmesser erhältlich - lässt sich das Bremssystem an verschiedenste Umweltbedingungen, aber auch an die Vorlieben oder Eigenschaften des Fahrers anpassen.
Nachdem SHIMANO bereits 2013 erstmals ein hydraulisches Rennrad-Scheibenbremssystem eingeführt hatte, das 2014 auch für mechanische Schaltsysteme adaptiert wurde, rundet das neue Modell auf 105 Niveau das Line-Up nun weiter ab.
| Komponente | Beschreibung |
|---|---|
| Schaltwerk | Präzises Schalten, kompatibel mit großen Kassetten (Di2 bis 11-36 Zähne). |
| Umwerfer | Führt die Kette zwischen Kettenblättern; Di2-Version mit automatischer Anpassung. |
| Schalthebel | Ergonomisch und leicht zu bedienen; elektronische Version kabellos. |
| Kurbelgarnitur | 2-fach-Kettenblatt (z. B. |
FAQ - Häufig gestellte Fragen
- Welche Kassette ist mit Shimano 105 kompatibel?
Shimano 105 ist mit allen 11-fach-Kassetten von Shimano sowie mit den 12-fach-Kassetten der Di2-Serie kompatibel.
- Kann man Shimano 105-Komponenten durch Ultegra-Komponenten ersetzen?
Ja, Shimano 105-Komponenten können problemlos durch Ultegra-Komponenten ersetzt werden. Beide Gruppen nutzen dieselbe Technologie und sind voll kompatibel.
- Ist die Shimano 105 Di2 elektronisch?
Ja, die Di2-Version ist elektronisch und kabellos.
- Wie lädt man die Shimano 105 Di2 auf?
Der Akku der Di2 wird über einen USB-Anschluss geladen.
- Wie funktionieren Shimano 105 Schalthebel?
Die mechanischen Schalthebel arbeiten mit einem Dual-Control-System, bei dem Bremsen und Schalten kombiniert sind.
- Was ist Shimano 105 Di2?
Die 105 Di2 ist die erste elektronische Version der Shimano 105.
Verwandte Beiträge:
- Shimano GRX Schaltwerk 11-fach: Test & Kaufberatung
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano XT Übersetzung: Die optimale Übersetzung finden
- Shimano EP8 App Einstellungen: Optimale Einstellungen für Deine E-Bike Tour
- Fahrrad zwischen Mountainbike und Rennrad: Gravel Bikes im Test
- Die besten Mountainbike-Routen im Thüringer Wald: Geheimtipps für MTB-Abenteurer
Kommentar schreiben