Wenn eine - ansonsten zuverlässige - Shimano Schaltung plötzlich klackernde Geräusche von sich gibt und der Gangwechsel nicht mehr reibungslos funktioniert, hilft in den meisten Fällen nur eines: Shimano Nabenschaltung einstellen. Die Nachjustierung gehört zu den essenziellen Handgriffen, die jeder Biker beherrschen sollte.
Vorteile der Nabenschaltung
Nabenschaltungen - etwa die weit verbreitete Shimano Nabenschaltung Alfine oder Nexus - sind in sich geschlossene Systeme mit einem Planetengetriebe. Die Kraft wird durch Zahnräder übertragen, die ein zentrales, inneres Rad umkreisen. Die Geschlossenheit des Systems bringt zahlreiche Vorteile mit sich:
- Nabenschaltungen sind unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen.
- Sie lassen sich im Stand bedienen.
- Sie zeichnen sich generell durch einen niedrigen Verschleiß aus.
Wann muss eine Shimano Nabenschaltung eingestellt werden?
Dass man seine Nabenschaltung einstellen muss, merkt man in der Regel an einigen untrüglichen, mitunter recht nervigen Zeichen. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass der Gang unter Belastung ohne Zutun des Fahrers einfach rausspringt. Außerdem können Störgeräusche auftreten. Grundsätzlich gilt: Eine schwergängige Nabenschaltung sollte immer genauestens überprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden.
Einstellung der Shimano Nabenschaltung
Shimano Nabenschaltung einstellen - das ist sogar für Ungeübte in wenigen Minuten machbar. Die prinzipielle Vorgehensweise ist unabhängig von der Art der Shimano Nabenschaltung stets die Gleiche.
Schritt 1: Den richtigen Gang einlegen
Der erste Schritt zu einer perfekt eingestellten Fahrrad Nabenschaltung ist stets das Einlegen eines geeigneten Ganges. Shimano Nabenschaltungen lassen sich grundsätzlich nur dann optimal einstellen, wenn man einen mittleren Gang eingelegt hat. Dieser variiert je nach Modell:
- Alfine 11-Gang Nabe: Sechster Gang
- Alfine 8-Gang Nabe: Vierter Gang
- Nexus 7-Gang Nabe
- Nexus 8-Gang Nabe
- Nexus 3-Gang Nabe: Zweiter Gang
Schritt 2: Gelbe Markierung überprüfen
Als zweiter Schritt nach der Wahl des Ganges folgt die Überprüfung der Markierungslinien auf der Nabe. An der Getriebenabe befinden sich hinter einem kleinen Schutzfenster zwei gelbe Markierungslinien, die im Idealfall - bei einer optimal eingestellten Schaltung - mittig übereinander liegen. Sind die Markierungen leicht versetzt zueinander, muss die Shimano Nabenschaltung justiert werden.
Bei einer Shimano Nexus 3-Gang Nabe findet man die Markierung an der silbernen Nabenschaltbox direkt am Ausfallende. Hier sollte der gelbe Streifen mittig zwischen den beiden weißen Begrenzungslinien liegen. Bei Nexus 7-/8-Gang und Alfine Modellen sind die Markierungen hingegen direkt am Nabenkörper angebracht. Um den gelben Streifen einsehen zu können, muss lediglich der Kettenschutz etwas verschoben werden. Jetzt sollte der kleine Streifen mit der zweiten gelben Markierung eine Linie bilden.
Praktisch: Die Markierungen sind oben und unten angebracht, so dass sie sowohl bei einem auf dem Kopf stehenden Fahrrad einsehbar sind, als auch im Montageständer. Bei allen Modellen gilt: Sind die Markierungen nicht wie oben beschrieben, muss nachgestellt werden. Das funktioniert mittels der Spannung des Schaltzugs.
Schritt 3: Spannung des Schaltzugs einstellen
Der dritte und letzte Schritte nach dem Gangeinlegen und der Überprüfung des Sichtfensters ist die Einstellung der Spannung des Bowdenzugs. Je nach Modell wird die Spannung des Schaltzugs am Schalthebel oder an der Nabe eingestellt.
Bei der Nexus 3-Gang Nabe ist letzteres der Fall, weshalb du entweder mit der Hand oder mit einem 10er Maulschlüssel die Mutter an der Nabenschaltungsbox lösen musst. Nun kannst du an der Stellschraube drehen, bis die gelbe Markierung mittig zwischen den weißen Begrenzungsstreifen steht. Dann ziehst du die Befestigungsmutter wieder an, damit sich die Stellschraube nicht verstellen kann. Zum korrekten Anzugsmoment achte bitte auf die Angaben des Herstellers.
Bei den übrigen Shimano Modellen kannst du die Zugspannung direkt werkzeuglos an der Stellschraube am Schaltgriff einstellen. Auch hier drehst du so lange nach links oder rechts, bis die gelbe Markierung passt.
Nach der Einstellung der Zugspannung solltest du bei allen Nabenschaltungen einmal in den ersten Gang und einmal über den Referenzgang hinaus schalten. Die Markierungen sollten danach im Referenzgang immer noch passgenau sein.
Sollte die Einstellung mittels der Stellschrauben nicht möglich sein, weil du sie nicht weit genug drehen kannst, muss der Seilzug an der Nabe gelöst und mit etwas mehr Spannung festgezogen werden. Das geht am besten mit einer schmalen Zange. Wichtig ist, dass die Stellschrauben davor auf eine mittlere Position gedreht werden, um im Anschluss genug Spielraum zu haben. Die Feinjustierung erfolgt nämlich erneut mit den Stellschrauben.
Schritt 4: Einstellung testen
Zum vollständigen Einstellen einer Shimano Nabenschaltung gehört immer ein obligatorischer Test nach der Justierung. Wenn sich die gelben Markierungen wieder an Ort und Stelle befinden, solltest du die Schaltperformance testen.
Hierzu schaltet man zunächst mehrmals hoch und runter. Das geht denkbar einfach: Schalte langsam durch alle Gänge, ohne den Drehgriff über die jeweilige Anzeige zu drehen. Anschließend überprüft man, ob sich die Markierungslinien und der Referenzpunkt im mittleren Gang immer noch an der vorgesehenen Stelle an der Nabe der Shimano Nabenschaltung befinden. Lassen sich alle Gänge präzise, knackig und ohne großen Kraftaufwand einlegen, scheinst du alles richtig gemacht zu haben.
Falls Ja - Gratulation: Die Justierung ist abgeschlossen! Der nächste Gegenanstieg wird somit zum Kinderspiel.
Wartung
Eine Shimano Nabenschaltung ist meist recht wartungsarm und muss nur selten eingestellt werden. Hält man sich an die regelmäßigen Ölwechsel (ca. alle 5000km oder alle zwei Jahre), beugt man nämlich dem vorzeitigen Verschleiß vor und sorgt somit für eine langanhaltend gute Performance. Dass sich die Schaltung aber ab und an verstellt, ist ganz normal, da sich der Schaltzug durch die Benutzung etwas längt.
Probleme mit dem Bowdenzug
Wer seine Fahrrad Nabenschaltung einstellen will, sollte deshalb immer einen genauen Blick auf den Zug und dessen Hülle werfen. Ist die Außenhülle des Bowdenzugs der Nabenschaltung beschädigt, geknickt oder bereits zerrissen, kommt man um eine fachmännische Reparatur nicht herum. Denn: Reißt der Schaltzug während eines Bremsmanövers, kommt es beinahe unweigerlich zu einem Unfall.
Wichtig: Anders als die reine Einstellung der Schaltung ist die Reparatur eine Angelegenheit für Personen mit Fachwissen und handwerklichem Können. Das Hinterrad muss ausgebaut und wieder eingebaut werden, bestimmte Einzelteile müssen überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden.
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