Shimano Alfine 11: Anleitung zur Demontage des Hinterrads und Wartung

Nabenschaltungen erfreuen sich aufgrund verschiedener Merkmale großer Beliebtheit. Eine Eigenschaft dieser Schaltungen ist, dass sie besonders robust und unempfindlich sind. Das gilt auch für die Alfine 11-Gang Nabenschaltung von Shimano. Diese zeichnet sich durch eine optimierte Abstufung aus, welche einen besonders leichten Lauf verursacht. Die Besonderheit dieser Schaltung ist aber, dass Shimano bei dieser Nabe Öl als Schmierung verwendet.

Wartung der Alfine 11-Gang Nabenschaltung

Im nachfolgenden Abschnitt erläutern wir Ihnen, wie Sie Ihre Alfine 11-Gang korrekt warten. Hierfür muss das alte Öl entfernt, das Innere der Nabe gereinigt und neues Öl eingefüllt werden. Die gute Nachricht ist, dass Sie das Laufrad für diesen Vorgang nicht einmal ausbauen müssen.

Die erste Wartung sollte nach etwa 1000 Kilometern erfolgen. Danach warten Sie Ihre Nabe circa alle 5000 Kilometer oder alle 2 Jahre (wenn dies zuerst eintritt). In dem Wartungs-Set für Alfine 11-Gang Naben von Shimano finden Sie die nötigen Utensilien.

Ölwechsel Schritt für Schritt

  1. Schließen Sie die im Wartungs-Set enthaltene Spritze an den Schlauch an. Der Kolben der Spritze sollte komplett eingedrückt sein.
  2. Erst jetzt wird das Laufrad langsam gedreht bis die Ölöffnung nach unten zeigt.
  3. Füllen Sie zunächst 25 Milliliter neues Öl in die Spritze ein.
  4. Drücken Sie den Kolben der Spritze, damit das neue Öl in die Nabe gelangt.
  5. Zum Abschluss wird das Laufrad einige Minuten lang gedreht, gleichzeitig schalten Sie bitte die Gänge rauf und runter. Durch diesen Vorgang vermischt sich das neue Öl mit möglicherweise in der Nabe verbliebenen Resten des alten Öls. Dieses „Reinigungsöl“ muss nun also wieder entfernt werden.

Demontage der Schaltanlage und Einbau

Die Gangschaltung am Fahrrad ist ständig enormen Belastungen ausgesetzt und sollte bei hoher Beanspruchung im Laufe der Jahre durch eine neue Schalteinheit ersetzt werden. Auf den ersten Blick sieht dieser Bereich am Fahrrad tatsächlich etwas kompliziert aus.

Lesen Sie sich als Erstes die mitgelieferte Beschreibung zum Einbau aufmerksam durch und legen Sie sämtliche Kleinteile sowie das benötigte Werkzeug bereit. Stellen Sie das Bike auf den Kopf und beginnen Sie mit dem Ausbau des hinteren Laufrades, indem Sie die Muttern nebst Sicherungsringen auf beiden Seiten von der Achse abschrauben und den Bowdenzug sowie die Fahrradkette vom Zahnkranz entfernen. Vor der Demontage sollten Sie jedoch den letzten Gang einlegen, um den Schaltzug weitestgehend zu entspannen.

Nun kann mit dem Einbau der neuen Schaltanlage begonnen werden. Bei der Gelegenheit sollte die freigelegte Fläche zunächst sorgfältig mit einem Lappen gereinigt und anschließend mit etwas Lagerfett eingeschmiert werden. Der mitgelieferte Zahnkranz wird jetzt wahlweise so auf die Achse gesteckt, dass die Kettenlinie später möglichst gerade verläuft. Also entweder mit der Wölbung nach innen, dann sind die einzelnen Zähne etwas weiter von der Nabe entfernt, oder aber mit der Erhebung nach außen. Anschließend kann der beigefügte Sprengring mithilfe eines Schraubendrehers angebracht werden. Die kleinen Einkerbungen am Ritzel selbst bieten eine gute Auflagefläche hierfür. Damit das Zahnrad später nicht hin- und herwackelt, sollte die Ringfeder unbedingt fest eingerastet sein.

Schauen Sie sich jetzt die Schalteinheit genau an. Auf dieser finden sich drei kleine, rote Punkte, die zunächst alle in eine Reihe gebracht werden sollten. Auch im Bereich der Nabe selbst sind zwei rote Markierungen eingearbeitet. Nehmen Sie den im Teilepaket enthaltenen Sicherungshebel mit einer gelben Markierung sowie der Aufschrift „Lock“ zur Hand und montieren Sie ihn so, dass beide gelben Punkte aufeinander liegen. Nun wird mit einer viertel Umdrehung in Richtung des angebrachten Pfeiles - also im Uhrzeigersinn - alles fest verriegelt. Schon ist die eigentliche Schaltanlage montiert und das Hinterrad kann in umgekehrter Reihenfolge wieder montiert werden. Setzen Sie hierzu das Laufrad in die Rahmenhalterung ein. Die Fahrradkette wird nun Stück für Stück wieder zurück auf den Zahnkranz gelegt und der schützende Gummibalg des Schaltzuges in die dafür vorgesehene Vertiefung hineingedrückt. Jetzt kann der Bowdenzug entgegen der Laufrichtung eingeklickt werden.

Aus- und Einbau des Hinterrades mit Nabenschaltung

Nabenschaltungen werden aufgrund ihrer großen Zuverlässigkeit gerne an Sorglos-Rädern genutzt. Sie funktionieren in den meisten Fällen über lange Zeit zuverlässig und nahezu wartungsfrei. Wenn das Hinterrad mit der Nabenschaltung dann doch einmal ausgebaut werden muss, dann liegt der Grund dafür meist nicht in der Nabe, sondern beispielsweise in einem platten oder abgefahrenen Reifen.

Werkzeug für den Aus- und Einbau

Zum Ein- und Ausbau der aktuell verbreiteten Nabenschaltungen der Hersteller Shimano, Rohloff und SRAM gestaltet sich recht einfach. Dies bedeutet auch, dass du nur wenig Werkzeug benötigst um diese Arbeit zu bewerkstelligen.

Während du bei der Rohloff Nabe komplett auf Werkzeug verzichten kannst, benötigst du für die Nabenschaltungen von Shimano und SRAM:

  • einen passenden Maulschlüssel um die Schraubachse zu lösen
  • gegebenenfalls weitere Maulschlüssel zum lösen des Schaltzugs
  • einen Schlitzschraubenzieher, sofern die Nabe über eine zusätzliche Abstützung am Rahmen verfügt (dies ist bei Naben mit Rücktrittbremsen oft der Fall)

Der Ausbau des Hinterrades bei einer Nabenschaltung: So wird es gemacht

Im Nachfolgenden wollen wir dir eine skizzenhafte Anleitung zur Hand geben, wie du dein Hinterrad mit Nabenschaltung aus- und wieder einbaust. Die Reihenfolge der Schritte ist hierbei für die Nabenschaltungen aller Hersteller dieselbe.

  1. Bremsen lösen: Wenn dein Hinterrad durch eine Felgenbremse gebremst wird muss du diese öffnen um das Rad später entnehmen zu können. Naben mit Rücktrittbremse verfügen auf der Nicht-Antriebsseite, das heißt auf der in Fahrtrichtung linken Seite, über eine Abstützung für die integrierte Bremse. Diese Stütze wird über eine Schraube mit einer Schelle an der Kettenstrebe verbunden. Löse diese Schraube mithilfe eines passenden Schraubenziehers (meist Schlitz). Eventuell musst du einen Maulschlüssel zum Gegenhalten an der Mutter auf der Rückseite nutzen. Bei Naben mit Scheibenbremsen findest du die Bremsscheibe auf der in Fahrtrichtung linken Seite der Nabe. Hier musst du nichts lösen, sondern nur darauf achten, die Scheibe beim Arbeiten nicht zu beschmutzen.
  2. Lösen der Schaltzüge: Der nächste Schritt ist das Lösen der Schaltzüge. Bei den Nabenschaltungen von Shimano und SRAM schaltest du hierzu in den ersten Gang. In diesem ist der Schaltzug am wenigsten stark gespannt und lässt sich daher am einfachsten lösen. Wenn du dem Verlauf des Schaltzugs folgst wirst du sehen, dass die Außenhülle an einer Halterung, die parallel zur Kettenstrebe verläuft, endet. Der Innenzug wird durch diese Halterung hindurch geführt und wird dann in einem Hebel eingehängt. Wenn du diesen Hebel ein wenig nach vorne drückst solltest du den Innenzug aus diesem Hebel aushängen können. Nun lässt sich auch die Außenhülle aus ihrer Halterung ziehen. Bei Rohloff: Auch hier musst du die Schaltzüge von der Nabe lösen. Die Verbindung findet hier mittels einer Schaltbox statt, die du per Hand lösen kannst indem du die silberne Schraube die sich auf dieser Box befindet löst. Welcher Gang dabei eingelegt ist, spielt für den Ausbau keine Rolle, für den späteren Einbau macht es jedoch Sinn den grössten oder den kleinsten Gang zu wählen.
  3. Achse lösen: Um das Hinterrad aus dem Rahmen nehmen zu können musst du nun die Achse lösen. Die Naben von Shimano und SRAM sind mit jeweils einer Mutter auf jeder Seite im Rahmen befestigt. Entferne diese Muttern samt Unterlegscheiben. Merke dir, die Reihenfolge und die Position der Unterlegscheiben. Bei Rohloff: Die Naben von Rohloff werden mit einem Schnellspanner im Rahmen befestigt. Diesen musst du einfach nur öffnen um das Hinterrad ausbauen zu können.
  4. Rad herausnehmen: Nun kannst du das Hinterrad aus den Rahmen nehmen. Hebe dann die Kette vom Ritzel.

Einbau eines Hinterrades mit Nabenschaltung

Beim Einbau des Hinterrades gehst du im Prinzip in umgekehrter Reihenfolge vor wie beim Ausbau. Allerdings musst du hierbei auf ein paar Dinge achten, damit das Rad hinterher richtig im Rahmen sitzt.

  1. Rad einsetzen: Lege die Kette um das Ritzel und setze die Nabe in die Ausfallenden. Achte dabei auf die richtige Position des Rades. Die Führung für den Schaltzug muss an der richtigen Stelle sitzen und auch die Bremsabstützung muss, sofern eine solche vorhanden ist, an der richtigen Position sitzen.
  2. Auf geraden Sitz achten: Wenn sich die Nabe in den Ausfallenden deines Rades verschieben lässt, schiebe das Hinterrad so weit nach hinten, dass die Kette gut gespannt ist. Achte bei der Befestigung darauf, dass das Hinterrad gerade ist.
  3. Züge befestigen: Damit dein Rad wieder einsatzbereit ist, musst du nun noch die Züge bzw. den Zug befestigen. Bei SRAM und Shimano Nabenschaltungen setzt befestigst du den Innenzug hierzu in der dafür vorgesehenen Vertiefung. Dann Ziehst du die Außenhülle so weit nach hinten, dass du ihn wieder in die Halterung einhängen kannst. Bei Rohloff: Hier ist das Vorgehen noch einfacher. Kontrolliere, ob der Schaltgriff noch in der Position ist, in der er war, als du die Box abgeschraubt hast. Dann musst du die Schaltbox wieder aufstecken und festschrauben. Für den Fall, dass sich die Box nicht direkt aufstecken lässt, drücke sie leicht gegen die Halterung während du den Schaltgriff ein wenig hin und her drehst. Die Box sollte sich nun wieder aufschieben lassen.
  4. Bremsen befestigen: Wenn dein Hinterrad über eine extra Abstützung an der Kettenstrebe verfügt, denke daran, diese wieder zu montieren. Wenn dein Rad über Felgenbremsen verfügt, hänge diese wieder ein.
  5. Funktionen testen: Bevor du dich wieder auf dein Rad setzt überprüfe noch die folgenden drei Funktionen:
    • Dreht sich das Rad ohne zu schleifen?
    • Lassen sich alle Gänge durchschalten?
    • Funktionieren die Bremsen?
    Ist dies der Fall wünschen wir viel Spaß beim Radfahren!

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