Die Wahl der richtigen Fahrradschuhe ist entscheidend für Komfort, Leistung und Schutz beim Radfahren. Shimano bietet eine breite Palette an Fahrradschuhen für verschiedene Disziplinen, von Mountainbike über Rennrad bis hin zu Gravel. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Testbericht verschiedener Shimano Modelle und vergleicht ihre Eigenschaften, um dir bei der Auswahl des optimalen Schuhs zu helfen.
Wasserdichte MTB-Schuhe: Nur ein Modell hält auf Dauer trocken
Die Frage, ob wasserdichte MTB-Schuhe wirklich notwendig sind, spaltet die Gemüter. Dauerhaft trocken bleibt man nur im HydraDri 7.0 von Leatt, dessen wasserdichte Konstruktion bis an den Wadenansatz reicht. Die übrigen Modelle muss man eher als Spritzschutz für Tage nach dem Regen sehen. Hier zeigt sich in den letzten Jahren eine erstaunliche Entwicklung: Dank nahtloser Obermaterialien halten einige der Testmodelle ähnlich viel Spritzwasser ab wie die Regenschuhe.
Pro & Contra - wasserdichte MTB-Schuhe
Für Vielfahrer machen wasserdichte MTB-Schuhe durchaus Sinn, weil ich auch an Regentagen unterwegs bin. Solange der Schuh bis unter die lange Regenhose reicht, bleibt man über Stunden trocken und bekommt auch beim Durchfahren von Pfützen keine aufgeweichten Füße. Wasserdicht heißt meist auch relativ luftdicht. Bei einer Transalp hat man selten mehrere Etappen Dauerregen. An den oft sehr heißen Tagen hat man dann an Anstiegen einen schweren und dichten (heißen) Schuh dabei. Bei den Halbschuhen dringt Wasser unweigerlich über die Knöchel ein, der Schuh saugt sich voll und wird schwer. Ein zweites Paar Socken oder Überschuhe sind da cleverer.
Getestete wasserdichte MTB-Schuhe
- Fizik Terra Ergolace GTX
- Leatt HydraDri 7.0 Clip
- Scott Trail Evo Gore-Tex
- Shimano EX700 GTX
Shimano RX6 Gravelschuh im Dauertest
Der Shimano RX6 Gravelschuh soll dank carbonverstärkter Sohle Steifigkeit auf Rennsportniveau für lang anhaltende Pedalperformance auf Ganztagestouren bieten. Das weite Außensohlenprofil mit TPU-Noppen sorge nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Gehen für optimale Leistung und Komfort. Als Shimano-Schuh ist er in Sachen Pedaleffizienz und Stabilität natürlich abgestimmt auf SPD-Pedale. Das Obermaterial des Schuhs umschließt den Fuß, um eine Balance zwischen Haltekraft und Komfort zu bieten. Eingestellt wird der Sitz am Fuß mit einem BOA L6K Drehverschluss und einem Klettverschluss im Vorfußbereich.
Passform und Tragekomfort: Der Shimano R6 sitzt eher locker, das Herrenmodell ist dabei weiter geschnitten als das Frauenmodell. Auch ein höherer Spann findet im Schuh Platz. Das Obermaterial ist fest genug, dass die dünne Schnürung der Drehverschlüsse nicht unangenehm auf den Spann drückt. Eine klassische Zunge hat der Schuh nicht, stattdessen ist der Schaft überlappend gearbeitet. Das bringt den Vorteil, dass keine Zunge zur Seite rutschen kann. Unser Gefühl zeigt aber, dass der RX6 von Shimano lockerer sitzt als viele andere Schuhe. Menschen mit etwas breiteren oder höheren Füßen könnten in dem Schuh ihren passenden Begleiter für Graveltouren finden. Um einen passenden Schuh zu finden, empfehlen wir generell, den Schuh vor dem Kauf anzuprobieren.
Schnürsystem: Der BOA L6K-Verschluss funktioniert präzise und problemlos. Auch drückt nichts auf den Spann.
Sohle: Die Carbonsohle erlaubt eine gute Kraftübertragung und das Profil sorgt für Halt, wenn man das Rad mal schieben muss. Auch sorgt das Profil der Außensohle für Halt. Zwischen Ferse und Mittelfuß ist die Sohle weniger steif als im Vorfußbereich. Beim Gehen macht sich das positiv bemerkbar. Im Quoc Gran Tourer XC mit einer deutlich steiferen Sohle, verlieren Tester schneller sicheren Halt am Boden als mit dem Shimano RX6. Dafür fühlt sich der RX6 weniger Racig an - ein guter Allrounder eben.
Testfazit: Komfortabel geschnittener Allround-Gravelschuh, der sich besonders für Alltag, Bikepacking und Radtouren eignet.
Rennradschuhe im Test: Shimano RC702 und weitere Modelle
Rennradschuhe mit Klickpedal-Kompatibilität sind bei Rennrädern schon vor vielen Jahren zur Norm geworden, spezielle Rennradschuhe gibt es seit Jahrzehnten. Im Test haben wir uns 27 Modelle der verschiedensten Preisklassen angesehen, vom günstigen Einsteigerschuh bis hin zum teuren Luxusmodell. Shimano ist mit dem RC702 ein speziell für ambitionierte Rennradfahrer toller Schuh gelungen. Im Hinblick auf Kraftübertragung und Einstellbarkeit erreicht der Schuh im Test Bestwerte. Mit knapp 600 Gramm Paargewicht ist der RC702 einer der leichteren Rennradschuhe im Test.
Weitere getestete Modelle:
- Scott Road Team BOA
- Van Rysel RCR
- Sidi Ergo 6
- Mavic Cosmic BOA
Anforderungen an Rennradschuhe: Rennradschuhe müssen spezielle Anforderungen erfüllen. Das BOA-Schnellschnürsystem hat sich in den vergangenen Jahren in den verschiedensten Sportarten etabliert. Rennradschuhe sind ausschließlich zum Rennradfahren gedacht, das spiegelt sich auch im Profil wider. Für den kurzen Weg von der Haustür zum Rennrad, zum Getränkeholen im Supermarkt oder zum Café nach der Tour sind Rennradschuhe geeignet.
Pedalsysteme: Im Rennradsektor haben sich einige wenige Pedaltypen durchgesetzt: Shimano SPD-SL, Look, Time und Speedplay. Die Kraft wird über recht voluminöse Plastikelemente übertragen, die Pedalplatten oder Cleats genannt werden.
Passform: Rennradschuhe sollten relativ passgenau sitzen. Im Gegensatz zu Wanderschuhen, wo durchaus ein wenig »Luft« sein kann, sind Rennradschuhe Teil des Antriebs.
Shimano RC702 im Detail: Gleich bei der ersten Testrunde merken wir: Dieser Schuh hängt viele andere besonders hinsichtlich der Kraftübertragung ab. Mit einem zweifachen BOA-Schnellschnürsystem und einer Carbonsohle ausgestattet, kann man mit dem RC702 ausgezeichnet Druck aufbauen. Auch auf Zug erfüllen die Schuhe ihre Aufgabe als Teil des Antriebsstrangs ganz ausgezeichnet. Zudem macht sich die Sohle mit Carbonversteifung positiv bemerkbar.
Scott Road Team BOA: Langstreckenfahrer, die nicht auf jedes Gramm Gewicht Wert legen und einen komfortablen, fair bepreisten Schuh suchen, werden mit dem Scott Road Team BOA glücklich. Der Schuh ist mit einer Ergo-Logic-Einlegesohle ausgestattet. Die stützt den Fuß insbesondere im Mittelfußbereich. Scott hat einen überzeugenden Mittelweg aus Komfort und Performance gefunden. Behagt hat uns auch die Kombination aus BOA-IP1-Schnellschnürung und Klettverschluss - der Schuh lässt sich so an viele Fußtypen anpassen.
Van Rysel RCR: Schon beim Auspacken hat uns das Design gefallen - beispielsweise ist die für eine ausgezeichnete Kraftübertragung sorgende Carbonsohle raffiniert in griffigere Hartplastik-Zonen eingebettet. Der für seine Leistungsklasse sehr fair bepreiste Schuh wendet sich an die leistungsorientierten Rennradfahrer. Während unseres Radmarathons merken wir bereits auf den ersten 40 Kilometern, dass ein Großteil der in den Schuh gesteckten Kraft auch in Vortrieb verwandelt wird.
Sidi Ergo 6: Er ist im Testvergleich zwar nicht ganz leicht, trotzdem reicht uns schon ein Blick auf den Schuh, um von der Qualität überzeugt zu sein - »Made in Italy« eben. In unseren Augen richtet sich der Schuh insbesondere an Rennradfahrer, die auf ihren Runden keine Kompromisse eingehen wollen. Auch was die Kraftübertragung angeht, kann der Sidi überzeugen. Ein schönes Stück Rennradschuhmacherkunst - so könnte man unseren Eindruck zusammenfassen.
Mavic Cosmic BOA: Die Cosmic BOA sind so schnörkellos schön, dass es eine Freude ist. Ist der Schuh am Fuß, gibt es ein kleines Aha-Erlebnis: So muss sich ein Rennradschuh-Fußbett anfühlen! Im Mavic fühlt man sich schlichtweg wohl - für uns stimmt hier das Gesamtpaket. Der französische Hersteller beweist, dass ein mit tollen technischen Features ausgestatteter Rennradschuh heutzutage nicht viel kosten muss.
Weitere getestete Rennradschuhe
- Q36.5 Dottore Clima
- Specialized Torch 2.0
- Bontrager Circuit
- Fizik Vento Omna
- Shimano SH-RC502
- Luck Evo
Shimano SH-XM7 Gore-Tex: Der Alleskönner für nasse Füße
Der Shimano SH-XM7 Gore-Tex Schuh ist eine echte Allzweckwaffe gegen nasse Füße. Wasserdicht durch Gore-Tex und rutschfest durch Vibram-Sohle.
Eckdaten & erster Eindruck: Ein neuer Alleskönner muss her - da kommt Shimanos 2016er Tourenkollektion genau richtig. Meine Wahl fällt auf den SH-XM7. Die Gore-Tex Membran hält trocken. Robustes Nubukleder, laufstarke Vibramsohle, Gore-Tex Ausstattung und sogar ein Geröllrand - dieser Schuh ist für so ziemlich alles gewappnet. Auch das sportlich-rustikale Design weiß zu gefallen und ist dabei noch dezent genug, dass auf dem Weg ins Büro nicht das Gefühl aufkommt, man wäre an der letzten Biwakhütte falsch abgebogen.
Nimmt man die Trekking-Schuhe in die Hand, zeigt sich die nächste positive Überraschung - für so ein ernsthaftes Stück Ausrüstung sind sie erstaunlich leicht: 980 Gramm.
Am Fuß und auf dem Trail: Die für mich größte Offenbarung kommt, wenn man den SH-XM7 dann endlich am Fuß hat: Er sitzt, und wie. Hier hat Shimano im letzten Jahrzehnt enorm viel gemacht. Das clever geformte Fußbett unterstützt sehr angenehm, der Schuh lässt sich sportlich-straff schnüren, ohne gleich die Durchblutung abzuschneiden, und die Zehen können es sich im großzügig ausgeformten Leisten auch auf längeren Touren bequem machen. Bei aller Geräumigkeit findet die Ferse dennoch genug sicheren Halt - ein Segen für meine schwachen Knöchel. Der SH-MX7 ist definitiv mein bisher bequemster Radschuh - ich würde sogar so weit gehen zu sagen, es ist einer der bequemsten Schuhe, die ich je hatte.
Sohle: Gemäß der offiziellen Einstufung für Cross-Mountain Adventure hat sich Shimano auch auf der Unterseite an einschlägigen Wanderschuhen orientiert. Die Laufsohle besteht aus griffigem, robustem Vibram und dämpft Stöße wirklich ausgezeichnet. Das offene, breite Profil sorgt für reichlich Trittsicherheit, so kann man sich selbst auf den kniffligsten Schiebe- und Tragepassagen auf das Wesentliche konzentrieren.
Auf dem Fahrrad: Doch bringt der Schuh meine Kraft stets souverän aufs Pedal. Lediglich bei harten Antritten und im Sprint gibt er dann nach. Kaum ein Wetter kann den XM7 beeindrucken. Selbst bei schlimmstem Schnee-Matsch-Regen waren meine Füße wohlig trocken. Die Gore-Tex Ausstattung hält außerdem den Wind draußen, so dass auch ausgedehnte Touren bei kühleren Temperaturen kein Problem sind.
Ein Wort zur Größe: Üblicherweise kauft man Shimano-Schuhe immer eine Größe größer. Das ist bei den Gore-Tex Modellen produktionsbedingt anders. Hier sollte man zu seiner tatsächlichen Größe greifen.
Shimano RX801 Gravel-Race-Schuh im Test
Der RX801 erinnert optisch stark an den XC502, doch das robuste Kunstleder wird im Zehenbereich etwas weniger durch TPU-Aufsätze verstärkt. Anstelle des günstigeren Boa L6 kommt der in beide Richtungen feinjustierbare Li2-Verschluss zum Einsatz, im Zehenbereich verbessert jeweils eine Klettlasche die Passform. Während der günstigere XC502 auf einer Carbon-verstärkten Nylonsohle aufbaut, bringt der RX801 die Kraft über eine supersteife Carbonsohle aufs Pedal. Mit dem deutlich schmaleren Gummi-Profil sollte man in Schiebepassagen aber etwas vorsichtiger unterwegs sein.
Perfekte Anpassung: Über die Kombi aus Drehverschluss und Klett lässt sich der Shimano nahezu optimal an die Füße anpassen. Das liegt auch daran, dass die beiden Verschlüsse weit auseinander platziert sind und somit Zug sowohl an den Zehen als auch bis an die Ferse aufbauen können. Außerdem wurde das Boa-Drehrad weit hinten platziert, was den Halt an der Ferse spürbar verbessert.
Leichtgewicht für Race-Einsätze: Mit gerade mal 634 Gramm in Größe 46 gehört der Shimano RX801 definitiv zu den Leichtgewichten in der Gravel-Community. Möglich macht das zum einen der umfangreiche Einsatz von Carbon, was sich in hervorragender Kraftübertragung widerspiegelt, zum anderen aber auch der Verzicht auf eine brauchbare Laufsohle. Auf dem schmalen Profil stöckelt man wie in Manolo Blahniks durchs Gelände - Achtung Umknickgefahr!
Bewertung & Fazit: Shimano hat mit dem RX801 einen reinrassigen Gravel-Race-Schuh im Programm. Dank dicker Carbon-Sohle, extrem zugfestem Obermaterial und nahezu perfektem Verschlusssystem kommt die Kraft verlustfrei aufs Pedal. Kehrseite der Medaille: Der Shimano ist kein Komfortwunder, und wer längere Schiebepassagen damit meistern will, sollte Erfahrung im Laufen mit Stöckelschuhen mitbringen.
Shimano RX801 - Infos & Preis
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Preis | 250 Euro |
| Gewicht (Größe 46) | 634 Gramm |
| Größen | 38-48 / auch in wide |
| Sohle / Steifigkeit | Carbon / 367 N/mm |
| Ausstattung | Boa-Li2, Klettverschluss; umschließende Zunge; austauschbare Pelotte; schmale Profilsohle; kurzer Pedalkanal |
| Passform | durchgehend schmal und flach, flacher Spann, größengerecht |
Verwandte Beiträge:
- Shimano GRX Schaltwerk 11-fach: Test & Kaufberatung
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano XT Übersetzung: Die optimale Übersetzung finden
- Shimano EP8 App Einstellungen: Optimale Einstellungen für Deine E-Bike Tour
- Fahrradhelm richtig tragen: So sitzt er perfekt und schützt optimal!
- Unbedingt sichern: Die besten Fahrradhelme für Riese & Müller E-Bikes im Test!
Kommentar schreiben