Dieser Artikel befasst sich mit dem Shimano Deore XT RD-M760 Schaltwerk und bietet einen umfassenden Test sowie einen Vergleich mit anderen Komponenten und Systemen. Dabei werden Aspekte wie Leistung, Haltbarkeit und Alternativen betrachtet.
Alternativen zur Kettenschaltung: Nabenschaltung im Fokus
Über 20 Jahre Erfahrung mit Kettenschaltungen, insbesondere Shimano XT, führten zu einem Systemwechsel im Frühjahr 2015. Statt Kettenschaltung kam eine Nabenschaltung zum Einsatz: die Rohloff Speedhub (mit externer Schaltbox). Obwohl schwerer und teurer als eine Kettenschaltung, hat sich ihre Einsatzfähigkeit und Lebensdauer auf harten Touren bewährt.
Durch die Rohloff wurde eine neue Freude am Fahren entdeckt. Fast wie eine Automatik schaltet die Rohloff geschmeidig und gibt immer den richtigen Speed. Die Rohloff ist gefühlt schneller und lautloser unterwegs als mit der Kettenschaltung.
Die Rohloff ist sehr leise. Einzig in Gang 7 tritt ein nagelndes Geräusch auf, welches man aber als Kettenschaltungsfahrer durchaus kennt. Es hört sich an, als ob eine Kette laut über ein Zahnrad läuft.
Besonders ausschlaggebend für die Rohloff war die Pflegeleichtigkeit. Einfach immer mal ein paar Tropfen auf die Kette, das war es auch schon.
Während sich die Rohloff wie eine Automatik-Schaltung fährt, so ist die Shimano XT die Handschaltung. Hier wird noch „ehrlich“ geschaltet und man arbeitet mehr mit dem Rad.
Was an der Kettenschaltung sehr gut gefällt - neben der „Ehrlichkeit“ und Unmittelbarkeit des Schaltens - ist die Möglichkeit, alles immer und egal wo reparieren zu können. Zudem ist die XT sehr robust und nimmt so manche Beanspruchung unterwegs gelassen hin. Auch das Schalten unter Last, am Berg beispielsweise, macht die XT problemlos und präzise mit. Nicht umsonst gilt die Shimano XT als Legende unter den Kettenschaltungen und ist nach wie vor bei vielen Tourenradlern die 1. Wahl.
Natürlich bedarf die Kettenschaltung mehr Pflege: Kette reinigen, Ritzel säubern, Schaltwerk und Umwerfer nachstellen und Ölen, Bowdenzüge prüfen.
Wo die Kettenschaltung unschlagbar ist, ist beim Preis: eine Komplettgruppe Shimano XT 3×10 ohne Naben bekommt man schon um die 350 Euro, wohingegen eine Rohloff mit um die 1.000 Euro zu Buche schlägt.
Das Fahren und Schalten ist wesentlich komfortabler und flüssiger, als mit einer Kettenschaltung. Und man kann im Stand schalten, was mit einer Kettenschaltung nicht geht.
Den Anforderungen einer harten Radtour genügen beide Systeme vollkommen. Die Kettenschaltung kann unterwegs als offenes System und aufgrund der hohen weltweiten Verbreitung natürlich einfacher repariert werden, Die Rohloff hat hier als geschlossenes System einen Nachteil.
Shimano Deore: Eine kostengünstige Alternative
Im Marken- und Namenswirrwarr der Bike Industrie stellt sich häufig die Frage, was die vielen Bezeichnungen überhaupt bedeuten und was die einzelnen Klassen der Komponenten an den Bikes wirklich voneinander unterscheidet. Dieser Artikel erklärt die Unterschiede zwischen den vier gängigsten Schaltgruppen des größten Herstellers für Fahrradkomponenten, Shimano.
Mittlerweile sind die bekanntesten vier Schaltgruppen von Shimano alle in der 1 x 12 Gang Variante angekommen. Selten werden noch Antriebe mit Umwerfer an Neurädern verbaut.
Hierarchie der Shimano Schaltgruppen
- Deore: Den Einstieg in die 1 x 12 Gruppen von Shimano bietet die Deore Gruppe. Hier werden günstigere Materialien verwendet und die Gruppe ist insgesamt etwas schwerer, dafür jedoch deutlich günstiger in der Anschaffung.
- SLX: Die SLX Gruppe nähert sich funktionell schon der XT Gruppe an, ist jedoch noch ein bisschen schwerer und wird häufig bei Trail und Enduro Bikes verbaut, die gute Performance benötigen, jedoch nicht den Preisrahmen sprengen sollen.
- XT: Der Klassiker unter den Schaltgruppen und den meisten Leuten ein Begriff, bietet sehr gute Schaltperformance und relativ niedriges Gewicht. Hochwertige Materialien und genaue Fertigungsstandards kommen hier zum Einsatz.
- XTR: Bei der XTR (XT-RACE) Gruppe wird ausschließlich das Gewicht und Finish optimiert. Die Schaltperformance ist kaum besser als die der XT Gruppe, jedoch werden bei XTR die besten und leichtesten Materialien wie Titan und Carbon verwendet, um das Gewicht auf ein Minimum zu senken.
Materialien und Gewicht
Welches Material beim Komponentenbau verwendet wird, hat großen Einfluss auf das Gewicht und wie die letztendliche Fertigungsqualität ausfällt. Wichtig für präzise Schaltvorgänge sind auch die Toleranzen, die beim Komponentenbau eingehalten werden müssen.
Die Gewichtsunterschiede der Komponenten sind teilweise recht dramatisch. Beispielsweise unterscheidet sich die Deore Kassette, die komplett aus Stahl besteht, zur XTR Kassette, welche aus drei Alu Ritzeln, vier Stahl und fünf Titan Ritzeln besteht, um knapp 200 Gramm.
Von den hochwertigeren Materialien profitiert auch die Haptik. An den Schalthebeln werden bei den hochwertigen XT und XTR Gruppen anti rutsch Gummis verwendet, damit auch im ruppigen Mountainbike Einsatz jeder Schaltvorgang ausgelöst werden kann.
Verarbeitung und Funktion
Shimano bietet grundsätzlich eine relativ hohe Verarbeitungsqualität, auch in den einfacheren Gruppen. Der Preisunterschied zwischen den Klassen ist natürlich spürbar, allerdings ist eine Deore Gruppe deshalb kein schwergängiger billig-Plastik Bomber, sondern auch hier lässt sich die Schaltung gut bedienen und die Schaltvorgänge sind präzise. Der höhere Preis der XT und XTR Schaltgruppen ist aber auch in der Verarbeitungsqualität und der Bedienung zu spüren. Die hochwertigen Gruppen besitzen ein wertigeres Finish (im besonderen XTR) und wirken durchweg robuster.
Die Ketten der Gruppen unterscheiden sich durch ihre Beschichtungen. Das hat Einfluss auf das Schaltverhalten und auf die Langlebigkeit, auf die wir weiter unten noch näher eingehen. Bei Shimano kommt die eigene SIL-Tech Beschichtung und Chrombeschichtungen zum Einsatz.
Funktionell unterscheiden sich die Gruppen hauptsächlich durch die Schaltmöglichkeiten des Hebels. XT und XTR bieten die Möglichkeit 4 Gänge die Kassette nach oben zu schalten und 2 Gänge mittels 2-Way Release(der Hebel lässt sich ziehen und drücken) nach unten. Der SLX Hebel bietet nur noch 3 Gänge nach oben und einen Gang mittels 2-Way Release nach unten und bei Deore fällt der 2-Way Release weg.
Übersetzungen
Alle vier Gruppen bieten 12 Gänge und eine maximale Übersetzungsbandbreite von 10 - 51 Zähnen an der Kassette. Die drei obersten Gruppen, also SLX, XT und XTR gibt es jeweils mit der Option auf 2 x 12 Gängen und einer Kassette mit maximal 45 Zähnen. Die Deore Gruppe gibt es nur als 2 x 11 Version. Als Spezial gibt es die XTR Kassette in der feineren und sportlicheren 10 - 45 Zähne Abstufung mit einem kürzeren Käfig am Schaltwerk, was die Bodenfreiheit vergrößert.
Haltbarkeit der Verschleißteile
In Punkto verschleiß Resistenz kommen die oben bereits erwähnten Materialien und Beschichtungen ins Spiel, doch ist nicht zwingend die hochwertigste Gruppe auch die langlebigste. Die robusteste Kassette sollte nach Datenblatt die SLX Kassette sein, da sie den größten Anteil an plattierten Stahl Ritzeln hat und nur das Größte Ritzel, bei dem sich die Last auf viele Zähne verteilen kann, aus Aluminium besteht. Die Titanritzel der XTR Kassette machen diese etwas anfälliger im Vergleich, allerdings sind auch hier die kleinsten und verschleiß intensivsten Ritzel aus plattiertem Stahl.
Die Ketten werden mit unterschiedlichen Beschichtungen versehen, dank der die XTR Kette die beste Schaltperformance und Verschleißresistenz bietet.
Zusammenfassung
Shimanos 12 Fach Gruppen bieten eine Top Schaltgruppe für jedes Budget.
SunRace CSM990 Kassette: Eine Wide-Range Option für 9-fach Schaltungen
Es wird die Sunrace CSM990 vorgestellt, eine Wide Range 9-fach Kassette mit 11-40 Zähnen. Obwohl nicht unbedingt benötigt, weckt die Kassette Interesse, um das Fahrverhalten und die Schaltperformance zu testen. Das finanzielle Risiko hält sich mit etwa 35 Euro in Grenzen.
Vergleich: 9-fach 12-36 vs. 11-40
Die Lieferung der Sunrace CSM-990 Kassette erfolgte tadellos in Originalverpackung. Optisch unspektakulär, handelt es sich um eine Kassette im mittleren Qualitätsbereich. Auffällig ist die schiere Größe, besonders im Vergleich zu einem 11-28er Zahnkranz. Die größeren Ritzel sitzen auf einem Aluspider, die kleineren werden mit Kunststoff-Distanzscheiben auf den Freilaufkörper aufgefädelt.
Vergleich Spreizung
- Shimano CS HG400, 12-36: 12-14-16-18-21-24-28-32-36
- Sunrace CSM-990, 11-40: 11-13-15-18-21-24-28-34-40
Gewichtsmäßig sind beide UNGEFÄHR gleich schwer. Die CSM-990 ist mit 425g angegeben und die Shimano wiegt mit 416g knapp 10g weniger. Der Aluspider macht den Unterschied.
Fahren und Schaltverhalten
Die Kassette schaltet auf Anhieb alle Gänge tadellos hoch- und runter. Einziger Wermutstropfen: Beim Rückwärtskurbeln im kleinsten Gang steigt die Kette auf das zweit-kleinste Ritzel ab. Ursache könnte mangelnder Abstand des Schaltröllchens zum Ritzel oder mangelnde Flexibilität der Kette sein.
Meinung zur 9-fach Kassette mit 11-40
Theoretisch hat man mit der CSM-990 etwas mehr Bandbreite. Durch das 11er statt dem 12er Ritzel kommt man auf etwas mehr Endgeschwindigkeit und die 4 Zähne mehr im kleinsten Gang machen das klettern etwas einfacher. Die Abstufung ist angenehm zu fahren, aber nicht deutlich besser als die 12-36er.
Für normale Touren reißt sie einen sicher nicht vom Hocker, aber für Bikepacking-Touren mit Gepäck, und sei es nur ein voller Rucksack, und für sehr lange Anstiege in den Alpen kann sie durchaus interessant sein.
Die Technik
Ein (XT-) 9-fach Schaltwerk mit kurzem oder mittellangem Käfig schaltet das 36er Ritzel perfekt und die Kette läuft absolut top. Beim 40er Ritzel wird es schon haarig. Es funktioniert zwar, nur schön ist anders.
Weitere Wide-Range Lösungen
Die Firma Box Components bietet 2 9-Fach Widerange Lösungen mit 11-50T: Box One und Box Two. Diese sind zwar offiziell für „eBikes“ könnten aber auch für normale MTB-Fahrer interessant sein, denen 9 Gänge ausreichen.
Microshift und Dartmoor
Es wird auf eine neue Gruppe aufmerksam gemacht, 1×9 mit 11-42 MIT CLUTCH, der Firma microshift. Außerdem verbaut Dartmoor bei manchen Modellen auch 1×9, und zwar ein Mix aus SRAM und SunRace.
Prime 9 von Box Components
Die Firma Box Components bietet jetzt für MTBs drei 9-Fach Widerange-Lösungen mit 11-50T an, nennt sich „Prime 9“: Box One, Box Two und Box Three.
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