Shimano Kassetten: Eine detaillierte Erklärung der Bezeichnungen und Kompatibilität

Die Suche nach der passenden Kassette für die Hinterrad-Nabe deines Fahrrads oder E-Bikes kann kompliziert sein, besonders seit der Einführung der 11- und 12-fach-Kassetten, welche die Variantenvielfalt im Zusammenspiel zwischen Schaltung, Kassette und Freilauf erheblich erhöht haben. Dieser Artikel soll dir als Leitfaden bei der Suche nach der richtigen Kassette dienen.

Die Kassette als Teil der Kettenschaltung

In Verbindung mit dem Schaltwerk bildet die Kassette den hinteren Teil des Getriebes bei Fahrrädern mit Kettenschaltung. Die Kassette besteht aus fix oder lose zusammengefügten Ritzeln mit unterschiedlicher Zähnezahl und ermöglicht die Fortbewegung mit unterschiedlichen Übersetzungen. Der Gangwechsel erfolgt durch die Betätigung des Schaltwerks über Schalthebel und Bowdenzug, wobei die Anzahl der verbauten Ritzel die Anzahl möglicher Gänge bestimmt. Die Abstufung der Zähnezahlen entscheidet darüber, wie weit diese einzelnen Gänge in ihrer Entfaltung auseinander liegen. Die Differenz in der Zähnezahl zwischen größtem und kleinstem Ritzel sorgt für eine mehr oder weniger große Bandbreite an Über- bzw. Untersetzungen. Im Gelände werden auf dem größten Ritzel möglichst viele Zähne und im Straßenrennen auf dem kleinsten Ritzel möglichst wenige Zähne angestrebt.

Das Übersetzungsverhältnis deiner Kettenschaltung

Das Übersetzungsverhältnis eines jeden Ganges resultiert aus der Zähnezahl auf dem vorderen Kettenblatt und der Zähnezahl am betreffenden Ritzel an der Kassette hinten. Bist du mit der Bandbreite an Über- und Untersetzungen an deinem Bike nicht zufrieden, kannst du durch den Wechsel auf eine Kassette mit anderen Ritzelgrößen individuelle Anpassungen vornehmen. Die Hersteller bieten die einzelnen Modelle in der Regel in unterschiedlichen Abstufungen an (z. B. 11-25, 11-26, 11-28, 11-30, 11-32, wobei die Zähnezahlen des kleinsten und des größten Ritzels angegeben werden).

Die Abstufung der Kassetten

Je nach Einsatzbereich (Road, MTB, usw.) muss die Kassette eine mehr oder weniger große Bandbreite unterschiedlicher Gänge bereitstellen. Wo es machbar war, haben die Hersteller hierbei die technischen Grenzen immer weiter ausgereizt: Die Schwinge am Schaltwerk (der Käfig) muss die passende Länge haben, um die Kette in jedem gewählten Gang auf Spannung halten zu können. Je größer die Bandbreite zwischen kleinstem und größtem Ritzel, desto länger muss der Käfig am Schaltwerk sein. Die Differenz in der Zähnezahl darf bei benachbarten Ritzeln nicht zu groß sein, sonst gibt es Probleme beim Gangwechsel. Ist die Kassette ein nicht zerlegbares Ritzelpaket, hat der Hersteller sich in dieser Hinsicht schon um die passende Abstufung gekümmert. Anders ist das bei Kassetten, in denen sich einzelne Ritzel auswechseln lassen. Da musst du den Empfehlungen des Herstellers folgen, damit die Schalt-Performance am Ende nicht leidet. Die Ritzel der Kassetten sind mit Steighilfen ausgestattet, um eine perfekte Schalt-Performance zu erreichen: Die Zähne der Ritzel haben unterschiedliche Konturen und auf den Seitenflanken der Ritzel sind Einprägungen vorhanden. Das hilft der Kette beim Gangwechsel und ermöglicht dem Hersteller gröbere Abstufungen in der Zähnezahl. Somit ist heute die gewaltige Bandbreite von 9-52 Zähnen an einer 12-fach-Kassette realisierbar.

Die Kassette - ein Verschleißteil

Neben der Fahrradkette zählen auch die Kettenblätter am Tretkurbelsatz und die Kassette auf der Hinterrad-Nabe zu den Verschleißteilen im Fahrrad-Antrieb, wenngleich sie in aller Regel auch seltener ausgetauscht werden müssen, als die Kette.

Demontage und Montage der Kassette

Die Kassette wird entweder axial auf den Freilauf an der Hinterrad-Nabe geschoben und mit einer Abschlussscheibe fixiert (Shimano) oder aufgeschraubt, je nach Hersteller und Modell. Für den nötigen Formschluss zwischen Freilauf und Kassette in radialer Richtung (es müssen ja Drehmomente übertragen werden) greifen axial angeordnete Verzahnungen (Spline) ineinander. Das Werkzeug für Demontage und Montage der Kassette richtet sich ebenfalls nach Hersteller und Kassetten-Modell. Bei Shimano benötigst du beispielsweise Kettenpeitsche und den passenden Kassettenabzieher.

Die Kompatibilität der Kassette

Die Kassette muss sowohl zur verbauten Schaltung, als auch zum verbauten Freilauf auf der Hinterrad-Nabe passen. Was in dieser Hinsicht alles zu beachten ist:

  • Die Anzahl der Kassetten-Ritzel muss zum verwendeten Schalthebel passen. So benötigst du beispielsweise für eine 9-fach-Schaltung eine 9-fach-Kassette.
  • Der Ritzel-Abstand auf der Kassette muss zu der „Übersetzung“ zwischen Schalthebel und Schaltwerk passen.
  • Die Übersetzung gibt an, um wie viel mm sich das Schaltwerk seitlich bewegt, wenn der Schaltzug am Schalthebel um einen mm bewegt wird. Und hier kocht jeder Hersteller seine eigene Suppe.

Infolgedessen sind die Ritzel-Abstände im Vergleich unter mehreren Herstellern nur ähnlich, aber nicht identisch.

Es ist also nicht ratsam, im Bereich Kassette/Schaltwerk/Schalthebel Komponenten verschiedener Hersteller zu kombinieren, wenn man keine Abstriche bei der Schalt-Performance hinnehmen will. Es kann gut gehen, es kann aber auch schiefgehen: Trial & Error.

Die Kassette muss zum verbauten Freilauf auf der Hinterradnabe passen, und zwar bezüglich Aufnahme-Profil, axialer Länge und Verschlusssystem. Die Kassetten-Hersteller geben in der Produktbeschreibung an, auf welches Freilauf-System die einzelnen Modelle passen. Sehr nützlich ist an dieser Stelle die Gegenüberstellung der gängigen Freilauf-Standards:

  • Shimano HG M (8-10 Road + MTB, 11 MTB): Shimano Hyperglide MTB-Standard für MTB-Kassetten von Shimano, SRAM und anderen Anbietern. Kleinstes Ritzel mindestens 11 Zähne.
  • Shimano HG L (11/12 Road): Shimano Hyperglide Road-Standard für Rennrad-Kassetten von Shimano, SRAM und anderen Anbietern. Kleinstes Ritzel mindestens 11 Zähne. 11/12-fach Road-Kassetten passen ohne Spacer, 8/9/10-fach Road-Kassetten und 11-fach MTB-Kassetten benötigen Spacer.
  • Shimano HG L2 (12-fach Road): Eignung für 12-fach Road-Kassetten. Steifer und leichter als HG L.
  • Shimano Micro Spline: Eignung für 12-fach MTB-Kassetten, kleinstes Ritzel mindestens 10 Zähne.
  • SRAM XD: Eignung für 11/12-fach Kassetten von SRAM und anderen Anbietern. Erlaubt kleinstes Ritzel mit 10 oder 9 Zähnen.
  • SRAM XDR: Eignung für 12-fach Road-Kassetten von SRAM. SRAM-XD-Kassetten passen mit Spacer.
  • Campagnolo ED 7/8-fach: Eignung für 7/8-fach Campagnolo Kassetten.
  • Campagnolo UD 9/10/11/12-fach: Eignung für 9/10/11/12-fach Ultra-Drive Campagnolo Kassetten.
  • Campagnolo N3W: Eignung für Campagnolo N3W 13-fach Kassetten. 11/12-fach Campagnolo Kassetten passen mit Adapter-Kit.

Ritzel-Abstand

Hier eine Auflistung der Ritzel-Abstände in mm:

  • 7-fach: 5,0 mm
  • 8-fach: 4,8 mm
  • 9-fach: 4,35 mm
  • 10-fach: 3,95 mm
  • 11-fach: 3,7 mm (Shimano/SRAM), 3,6 mm (Campagnolo)
  • 12-fach: 3,5 mm (Shimano), 3,4 mm (SRAM)
  • 13-fach: Campagnolo N3W

Shimano Schaltgruppen im Vergleich

Mittlerweile sind die bekanntesten vier Schaltgruppen von Shimano alle in der 1 x 12 Gang Variante angekommen. Selten werden noch Antriebe mit Umwerfer an Neurädern verbaut. Gerade für E-Bikes, bei denen es in den meisten Fällen keinen Umwerfer mehr gibt und damit nur die Möglichkeit eines Einfach Antriebs besteht, sind die 12 Gänge der aktuellen Sram und Shimano Schaltungen die beste Lösung. Wenn die Anzahl der verfügbaren Gangstufen an allen vier Varianten, Deore, SLX, XT und XTR gleich ist, wodurch unterscheiden sich die Antriebe dann noch?

Hierarchie der Gruppen

  • Deore: Den Einstieg in die 1 x 12 Gruppen von Shimano bietet die Deore Gruppe. Hier werden günstigere Materialien verwendet und die Gruppe ist insgesamt etwas schwerer, dafür jedoch deutlich günstiger in der Anschaffung.
  • SLX: Die SLX Gruppe nähert sich funktionell schon der XT Gruppe an, ist jedoch noch ein bisschen schwerer und wird häufig bei Trail und Enduro Bikes verbaut, die gute Performance benötigen, jedoch nicht den Preisrahmen sprengen sollen.
  • XT: Der Klassiker unter den Schaltgruppen und den meisten Leuten ein Begriff, bietet sehr gute Schaltperformance und relativ niedriges Gewicht. Hochwertige Materialien und genaue Fertigungsstandards kommen hier zum Einsatz.
  • XTR: Bei der XTR (XT-RACE) Gruppe wird ausschließlich das Gewicht und Finish optimiert. Die Schaltperformance ist kaum besser als die der XT Gruppe, jedoch werden bei XTR die besten und leichtesten Materialien wie Titan und Carbon verwendet, um das Gewicht auf ein Minimum zu senken.

Verwendete Materialien und Gewicht

Welches Material beim Komponentenbau verwendet wird, hat großen Einfluss auf das Gewicht und wie die letztendliche Fertigungsqualität ausfällt. Wichtig für präzise Schaltvorgänge sind auch die Toleranzen, die beim Komponentenbau eingehalten werden müssen.

Die Gewichtsunterschiede der Komponenten sind teilweise recht dramatisch. Beispielsweise unterscheidet sich die Deore Kassette, die komplett aus Stahl besteht, zur XTR Kassette, welche aus drei Alu Ritzeln, vier Stahl und fünf Titan Ritzeln besteht, um knapp 200 Gramm.

Von den hochwertigeren Materialien profitiert auch die Haptik. An den Schalthebeln werden bei den hochwertigen XT und XTR Gruppen anti rutsch Gummis verwendet, damit auch im ruppigen Mountainbike Einsatz jeder Schaltvorgang ausgelöst werden kann.

Verarbeitung und Funktion

Shimano bietet grundsätzlich eine relativ hohe Verarbeitungsqualität, auch in den einfacheren Gruppen. Der Preisunterschied zwischen den Klassen ist natürlich spürbar, allerdings ist eine Deore Gruppe deshalb kein schwergängiger billig-Plastik Bomber, sondern auch hier lässt sich die Schaltung gut bedienen und die Schaltvorgänge sind präzise. Der höhere Preis der XT und XTR Schaltgruppen ist aber auch in der Verarbeitungsqualität und der Bedienung zu spüren. Die hochwertigen Gruppen besitzen ein wertigeres Finish (im besonderen XTR) und wirken durchweg robuster.

Die Ketten der Gruppen unterscheiden sich durch ihre Beschichtungen. Das hat Einfluss auf das Schaltverhalten und auf die Langlebigkeit. Bei Shimano kommt die eigene SIL-Tech Beschichtung und Chrombeschichtungen zum Einsatz.

Funktionell unterscheiden sich die Gruppen hauptsächlich durch die Schaltmöglichkeiten des Hebels. XT und XTR bieten die Möglichkeit 4 Gänge die Kassette nach oben zu schalten und 2 Gänge mittels 2-Way Release(der Hebel lässt sich ziehen und drücken) nach unten. Der SLX Hebel bietet nur noch 3 Gänge nach oben und einen Gang mittels 2-Way Release nach unten und bei Deore fällt der 2-Way Release weg.

Übersetzungen

Alle vier Gruppen bieten 12 Gänge und eine maximale Übersetzungsbandbreite von 10 - 51 Zähnen an der Kassette. Die drei obersten Gruppen, also SLX, XT und XTR gibt es jeweils mit der Option auf 2 x 12 Gängen und einer Kassette mit maximal 45 Zähnen. Die Deore Gruppe gibt es nur als 2 x 11 Version. Als Spezial gibt es die XTR Kassette in der feineren und sportlicheren 10 - 45 Zähne Abstufung mit einem kürzeren Käfig am Schaltwerk, was die Bodenfreiheit vergrößert.

Haltbarkeit der Verschleißteile

In Punkto verschleiß Resistenz kommen die oben bereits erwähnten Materialien und Beschichtungen ins Spiel, doch ist nicht zwingend die hochwertigste Gruppe auch die langlebigste. Die robusteste Kassette sollte nach Datenblatt die SLX Kassette sein, da sie den größten Anteil an plattierten Stahl Ritzeln hat und nur das Größte Ritzel, bei dem sich die Last auf viele Zähne verteilen kann, aus Aluminium besteht. Die Titanritzel der XTR Kassette machen diese etwas anfälliger im Vergleich, allerdings sind auch hier die kleinsten und verschleiß intensivsten Ritzel aus plattiertem Stahl.

Die Ketten werden mit unterschiedlichen Beschichtungen versehen (siehe Graphic oben), dank der die XTR Kette die beste Schaltperformance und Verschleißresistenz bietet.

Zusammengefasst

Shimanos 12 Fach Gruppen bieten eine Top Schaltgruppe für jedes Budget.

Übersicht über Rennrad Schaltgruppen

Genau wie im Mountainbike Bereich gibt es auch bei den Rennrädern, Cyclocrossern und Gravelbikes diverse Qualitätsunterschiede zwischen den Schaltgruppen, die an den Bikes verwendet werden. Auch für Rennräder werden sehr günstige Schaltgruppen angeboten. Aufgrund des rein sportlichen Einsatzbereiches von Rennrädern empfehlen wir allerdings nicht unter einer Shimano Tiagra einzusteigen und gehen deshalb auch nicht genauer auf die Gruppen darunter ein.

Die Rangordnung der Gruppen

Der Einsteiger Bereich startet bei der Tiagra Gruppe und die hochwertigste Gruppe, Shimano Dura Ace, wird von den besten Teams der Welt bei den härtesten Rennen gefahren. Egal ob von der gemütlichen Wochenendausfahrt oder den anspruchsvollsten Einsatz, von Shimano gibt es eine passende Gruppe für jeden Bedarf. Der Name gibt also die Information über die Qualitätsstufe der Gruppe. Die Nummer hinter dem Namen indexiert die Generation der Gruppe. Beispielsweise ist die 105 R7000 die neueste Iteration der 105er und ihr Vorgänger war die R5700.

Die generellen Unterschiede zwischen den Schaltgruppen

Von Gruppe zu Gruppe werden hochwertigeren Materialien und genauere Fertigungstoleranzen verwendet. Das bedeutet, dass die hochwertigen Gruppen aufwändiger zu fertigen sind und die hochwertigen Materialien zusammen mit dem größeren Herstellungsaufwand einen höheren Preis, allerdings auch eine genauere Schaltperformance und geringeres Gewicht erzeugen. Beispielsweise wiegt eine 11-28 Zähne Kassette der Dura Ace Gruppe 193g und eine 105er Kassette mit gleicher Abstufung 284g. Dieser Gewichtsvorteil wird durch einen Carbon Ritzelträger und Titanritzel erzielt. Die 105er Kassette ist damit also knapp 50% schwerer als die Dura Ace Kassette, allerdings auch ca. 80% günstiger.

  • Tiagra R4700: Wie oben bereits erwähnt, ist die Tiagra Gruppe an Einsteiger gerichtet und bietet einen günstigen Preis mit guter Funktionalität, allerdings leichten Abstrichen in puncto Gangauswahl und Ergonomie. Tiagra verfügt über eine Kurbel mit zwei oder drei Kettenblättern, obwohl eine dreifach Kurbel im Rennrad Bereich recht selten anzutreffen ist, und einer 10-Fach Kassette. Seit der 4700er Serie ist die Tiagra auch mit hydraulischen Scheibenbremsen erhältlich. Die Brems-Schalthebel sind in ihrer Form sehr ähnlich zur aktuellen 105er und Ultegra. Die Felgenbremshebel unterscheiden sich hingegen stark von der Ergonomie der neuesten Hebel.Die Auswahl an Übersetzungen der Kassette sind recht eingeschränkt im Vergleich zu den hochwertigeren Gruppen.
  • 105 R7000: Bei jeder neuen Generation der 105er schreiben die Fachzeitschriften “die 105er ist näher an Ultegra als je zuvor” und es stimmt. Die R7000 Ist fast identisch zur Ultegra was die Ergonomie und Übersetzungen angeht. Die Brems-Schaltgriffe gibt es sogar in einer kleineren Version für Fahrer*innen mit kleinen Händen.Wie auch die mechanischen Ultegra und Dura Ace, gibt es auch die 105er Gruppe nur noch mit zweifach Kurbeln und 11 Ritzeln an der Kassette. Die Übersetzungsbandbreite wird über die Kettenblätter (Standard 53-39, Semi-Compact 52-36 oder Compact mit 50-34 Zähnen) und die Kassette erzeugt, die es mit einer maximalen Zähnezahl von 25 bis 34 Zähnen gibt.
  • Ultegra R8000: Jetzt kommen zum ersten mal in der Gruppenreihenfolge Leichtbaukomponenten und besonders hochwertige Materialien zum Einsatz. Das bedeutet zum einen Gewichtsersparnis und etwas genauere Schaltvorgänge sowie ein präziseres Schaltgefühl. Sowohl die Kette als auch die Kassette bekommen eine spezielle Beschichtung, die für schnellere Schaltvorgänge sorgt. Insgesamt sorgen viele Anpassungen im Detail für ein spürbar besseres Schaltverhalten und geringeres Gewicht gegenüber der 105er Gruppe.
  • Dura Ace R9100: Carbon, Titan und ein unvergleichliches Finish. Die Dura Ace ist als Top Gruppe bis ins letzte Detail entwickelt und definitiv an die Rennfahrer und absoluten Enthusiasten gerichtet. Hier geht es darum, die letzten Gramm Gewichtsersparnis herauszukitzeln und weniger um eine Verbesserung der hervorragenden Schaltperformance der Ultegra.
  • Di2 Ultegra 8100 und Dura Ace 9200: Mit dem 12. Ritzel, neuen Schaltungstechnologien und verbesserter Bremsperformance sitzen die Ultegra und Dura Ace Di2 Gruppen an der Spitze der Rennrad Gruppen von Shimano. Das zusätzliche Ritzel an der Kassette wurde schlau integriert und sorgt für eine besonders feine Abstufung bei fast jeder Geschwindigkeit. Die Hyperglide+ Technologie aus den neuesten MTB Gruppen wurde in die neuesten Di2 Gruppen adaptiert und macht Schaltvorgänge geschmeidiger und schneller. Die größte Neuerung neben dem 12. Ritzel ist die kabellose Übertragung von Schaltbefehlen der Bremsschalthebeln.

Fazit

Bis auf Tiagra sind die aktuellen Rennrad Schaltgruppen alle mit zweifach Kurbeln und 11-fach Kasetten ausgestattet. Die großen Unterschiede liegen in der Verarbeitungsqualität, den Fertigungstoleranzen und verwendeten Materialien.

Wichtige Aspekte bei der Kassettenwahl

Die Wahl der richtigen Kassette ist entscheidend, da sie die Übersetzungsverhältnisse bestimmt, was direkt die Leistung und den Komfort des Radfahrers während der Fahrt beeinflusst. Der Übersetzungsbereich einer Kassette bestimmt, wie leicht es ist, auf verschiedenen Terrains zu fahren. Die Trittfrequenz bezieht sich auf die Anzahl der Pedalumdrehungen pro Minute. Die richtige Wahl der Kassette kann dem Radfahrer helfen, eine komfortable Trittfrequenz beizubehalten, was die Effizienz und Ausdauer verbessert. Das Terrain, auf dem gefahren wird, wie flache Straßen, Hügel oder bergiges Terrain, bestimmt, welcher Übersetzungsbereich am geeignetsten ist. Der Typ des Radfahrers, wie ein Freizeitradfahrer, ein Rennradfahrer oder ein Mountainbiker, spielt eine Rolle bei der Auswahl einer Kassette. Verschiedene Typen von Radfahrern haben unterschiedliche Bedürfnisse hinsichtlich des Übersetzungsbereichs und der Leistung. Häufige Fehler umfassen das Ignorieren des Übersetzungsbereichs, die Nichtanpassung an das Terrain, auf dem gefahren wird, und die Nichtberücksichtigung der Trittfrequenz. Die Wahl von Top-Marken wie Campagnolo, Shimano, SRAM, Sunrace und XLC bietet Garantien für Qualität, Zuverlässigkeit und Leistung.

Freilaufkörper und Standards

Beim Umrüsten der Fahrradschaltung oder dem Kauf eines neuen Laufradsatzes spielt die Wahl des richtigen Freilaufkörpers eine entscheidende Rolle. Doch wenn Du Deine Schaltung bzw. deine Cassette umrüstest, kann ein Tausch des Freilaufkörpers nötig sein. Auch Wenn Du eine neue Hinterradnabe bzw. einen neuen Laufradsatz aussuchst, ist die Art des Freilaufs ein wichtiger Faktor.

Hier eine Übersicht über gängige Standards:

  • Shimano-Hyperglide(HG)-MTB-Standard: Geeignet für Acht-, Neun-, Zehn- und Elf-Gang-Mountainbikekassetten von Shimano und diversen anderen Herstellern, bei denen das kleinste Ritzel mindestens elf Zähne hat.
  • Shimano-Hyperglide (HG)-Road-Standard: Geeignet für Acht-, Neun-, Zehn-, Elf- und Zwölf-Gang-Rennrad-Kassetten von Shimano und etlicher anderen Herstellern, bei denen das kleinste Ritzel mindestens elf Zähne hat. Mit Hilfe eines Spacers kannst du Acht- Neun und Zehnfach-Kassetten montieren. Elffach-Road-Kassetten benötigen auch einen Spacer.
  • Shimanos Zwölffach-Dura-Ace: Hinterradnaben verfügen über einen spezifischen Freilauf, der in Kombination mit Dura-Ace-Laufrädern ausgeliefert wird.
  • Zwölf-Gang-MTB-Antriebe: Shimano hat den Micro-Spline-Standard eingeführt. Er erlaubt die Verwendung eines kleinsten Ritzels mit zehn Zähnen und ist kompatibel mit Zwölf-Gang-MTB-Kassetten von Shimano.
  • XD-Standard: wurde von SRAM mit der Einführung der Elf-Gang-MTB-Antriebe als offener Standard eingeführt, um die Verwendung von Kassetten mit einem kleinsten Ritzel mit zehn Zähnen oder weniger zu ermöglichen. Er ist kompatibel mit Elf- und Zwölf-Gang-Kassetten von SRAM und anderen Drittanbietern.
  • XDR-Standard: Im Gegensatz zu SRAM XD hat der XDR-Standard eine etwas vergrößerte Aufnahme. Er ist zur Verwendung von Kassetten mit einem kleinsten Ritzel von zehn Zähnen oder weniger gedacht und gut kombinierbar mit SRAM-Road-12-Gang-Kassetten. Bei Verwendung eines SRAM-Spacer ist er rückwärts-kompatibel mit SRAM-XD-Kassetten. Wichtig! Dieser Standard ist nicht Shimano kompatibel.
  • Campagnolo: Der italienische Hersteller verwendet einen eigenen Freilauf-Standard mit acht unterschiedlich geformten Rillen, auf denen die Kassette sitzt.
  • Campagnolo N3W: Seit 2020 gibt es von Campagnolo einen weiteren Freilauf: N3W. Der Freilaufkörper hat die gleiche Verzahnung wie der klassische Campa-Freilauf mit acht Rillen. N3W ist allerdings kürzer, um Platz für die kleinsten Ritzel (neun und zehn Zähne) von 13-fach-Kassetten zu lassen. Mit einem Adapter ist N3W kompatibel mit älteren Kassetten aus dem Hause Campagnolo.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0