Shimano Kette: Kettenschloss vs. Nieten

Beim Zusammenbau eines Crossers stellt sich die Frage, ob man ein Kettenschloss oder einen Nietstift verwenden soll. Viele Radfahrer haben gute Erfahrungen mit Nietstiften gemacht, da diese in der Regel zuverlässig halten. Es stellt sich die Frage, ob es eine klare Trennung zwischen diesen beiden Methoden gibt.

Haltbarkeit und Anwendung

RR-Ketten müssen genauso viel aushalten wie MTB- oder Crosser-Ketten. Auf eine Kette wirken Antriebskräfte, im Extremfall Wiegetritt beim Losfahren oder beim finalen Zielsprint. Die 10-fach-Kettenschlösser von SRAM sind m.W.n. nicht mehr wiederverwendbar.

Kettenschlösser von SRAM

Viele Radfahrer verwenden Kettenschlösser von SRAM, da sie einfach zu montieren sind. Kettenrisse am Kettenschloss sind selten. Es wird bezweifelt, dass das Kettenschloss einen Kettenriss an anderer Stelle begünstigt.

Kettenschlösser von KMC

Andere Radfahrer verwenden Kettenschlösser von KMC für Shimano 9- und 10-fach-Antriebe, da sie preiswert und einfach zu montieren sind. SRAM Kettenschlösser sind was die Montage angeht m. E. nicht einfacher.

Wiederverwendbarkeit und Montage

Einige Radfahrer haben die SRAM 10-fach-Schlösser auch schon geöffnet und wiederverwendet. Es ist unklar, warum die 10-fachen nicht wiederverwendbar sein sollen. Connex-Kettenschlösser (10-fach) werden in Verbindung mit Campa-Ketten verwendet. Nach 5000-6000km werden Kette und Schloss prophylaktisch gewechselt.

Empfehlungen der Hersteller

Einige Händler geben an, dass mit DA-Ketten auf gar keinen Fall Kettenschlösser benutzt werden sollten. Shimano rate davon stark ab, ausschließlich Nieten sind zu verwenden. Es gibt jedoch auch Radfahrer, die das KMC Kettenschloss auch bei 10-fach DA-Ketten verwenden.

Vorteile von Kettenschlössern

  • Einfache Montage
  • Schnelles Öffnen der Kette (z.B. zur Reinigung)

Vorteile von Nietstiften

  • Potenziell höhere Stabilität (laut einigen Händlern)
  • Keine zusätzlichen Kosten (wenn bereits ein Kettennieter vorhanden)

Kettenverschleiß und Kettenwechsel

Ein regelmäßiger Tausch der Kette ist vor allem bei Kettenschaltungen wichtig, weil diese die Kette sehr stark strapazieren. Zum Beispiel wird sie bei Schaltvorgängen seitlich verwunden, weil sie von Ritzel zu Ritzel klettern muss. Und das sogar, während sie unter hoher Last steht. Außerdem läuft die Kette, je nach genutztem Ritzel, nur selten in gerader Linie nach vorne zum Kettenblatt. Bei modernen Kettenschaltungen mit vielen Gangstufen ist die Kette außerdem sehr schmal, damit sie in die Zwischenräume der Ritzel passt. Hinzu kommen Verschmutzung und Wettereinflüsse, besonders bei Mountainbikes. All dies fördert den Verschleiß in hohem Maß. Auch an E-Bikes ist der Kettenverschleiß tendenziell ziemlich hoch. Das liegt zum einen am hohen Gewicht des Bikes selbst. Zum anderen an der Zugkraft des Motors, die fast permanent auf den Antriebsstrang einwirkt.

Wer die Kette rechtzeitig wechselt, kann unterm Strich Geld sparen. Denn durch diese Maßnahme wird die Lebensdauer der restlichen Antriebskomponenten deutlich verlängert. Entscheidend ist es, eine zu extreme Längung der Kette zu vermeiden. Dazu legt man in regelmäßigen Zeitintervallen eine spezielle Messlehre in die Kettenlaschen, die den Status zuverlässig anzeigt. Sobald der kritische Punkt erreicht ist, wechselt man die Kette aus.

Für die Wahl der richtigen Kette ist die Anzahl der Ritzel am Hinterrad der entscheidende Faktor. Unabhängig davon, wie viele Kettenblätter vorne an der Kurbel rotieren. Grund: Je mehr Ritzel dort sitzen, desto enger müssen sie zusammenrücken. Denn der Platz zwischen Nabenflansch und Rahmen (Hinterbau) ist begrenzt. Mit zunehmender Anzahl der Ritzel muss die Kette also schmaler gefertigt sein, damit ihre Laschen reibungslos durch die Zwischenräume laufen. Moderne Fahrräder (Mountainbikes, Rennräder/Gravelbikes, City-/Trekkingbikes) besitzen in der Regel Kassetten mit 10, 11 oder 12 Ritzeln. E-Bikes aller Typen eingeschlossen. 13 Ritzel sind technisch machbar, aber bislang nicht auf breiter Front eingeführt. Kassetten mit 10 Ritzeln findet man hingegen noch recht häufig an preiswerten oder älteren Bikes.

Montage Tipps

Wir empfehlen, eine (neue) Kette grundsätzlich mit einem Kettenschloss zu verschließen. Das ist eine saubere, stabile und einfache Methode, im Gegensatz zum Vernieten. Auch bei einer Panne unterwegs ist ein Kettenschloss die perfekte Lösung. Nicht jeder Kette liegt jedoch ein Schloss bei! Deshalb beim Kauf einer Kette auch an ein Schloss denken. Und ein zweites gehört stets ins Notfall-Set!

Bei Verwendung eines Kettenschlosses müssen zwei Innenlaschen stehen bleiben. Bei Verwendung eines Nietstiftes (nur Shimano!) muss es eine Innen- und eine Außenlasche sein. Im Zweifel lieber ein Glied als Längenreserve dazugeben, dann bist du auf der sicheren Seite.

Das Verschließen der Kette mit Hilfe eines Kettenschlosses ist kinderleicht: Die beiden Hälften werden nach Abtrennen des Überhangs durch die Enden gesteckt und zum ersten Fixieren nur zusammengedrückt. Die Kette ist damit aber noch nicht richtig geschlossen Dafür musst du rückwärts kurbeln (beim E-Bike vorwärts), bis das Kettenschloss oben zwischen Ritzelpaket und Kurbel steht. Jetzt die Hinterradbremse fest anziehen und über das Pedal einen herzhaften Druck auf den Antrieb geben. Damit wird das Schloss eingerastet. Hinweis: Ein Kettenschloss darf aus Sicherheitsgründen nur einmal verwendet werden.

Dank des etwas dünneren Führungsbolzens lässt sich damit die Kette zunächst ganz einfach zusammenstecken. Nun drückst du den Nietstift mit dem Kettennieter vorsichtig in die Kette, so dass der Führungbolzen auf der Rückseite heraus kommt. Man spürt, wenn das Niet quasi in der Kettenlasche einrastet. Der Führungsbolzen lässt sich am Ende mit einer Zange an der Sollbruchstelle abbrechen. Damit die Kette an der neu vernieteten Stelle leicht läuft, musst du sie ein-zwei-Mal seitlich verbiegen.

Bei einer Kettenpanne unterwegs muss man in der Regel ein defektes Segment aus der Kette entfernen. Dafür besitzen die meisten Notfall-Tools einen Kettennieter. Und ein Ersatz-Kettenschloss gehört immer ins Notfall-Werkzeug. Aber Achtung! Unbedingt daran denken, bei der Weiterfahrt NICHT mehr auf die großen Ritzel zu schalten, denn dafür ist die Kette nach der Reparatur zu kurz. Andernfalls riskierst du einen ersten Schaden am Hinterbau/Rahmen. Eine solche Reparatur ermöglicht nur einen Notbetrieb bis zum Ende der Tour.

Erfahrungen und Meinungen

Viele Radfahrer vertrauen den industriellen Herstellern mehr als ihrem eigenen Nietgeschiebe. Es wird argumentiert, dass man beim Vernieten eigentlich nur einen Bolzen in eine Presspassung schiebt.

Einige Radfahrer haben die Erfahrung gemacht, dass Kettenrisse oft an schlecht eingesetzten Stiften liegen. Daher bevorzugen sie Kettenschlösser.

Es gibt auch Radfahrer, die übermäßige Längung gerade über das Kettenschloss festgestellt haben. Sie vermuten, dass dies weniger passiert, wenn Schloss und übrige Kettenbolzen aus demselben Material vom selben Hersteller bestehen.

Rohloff Revolver

Einige professionelle Radschrauber verwenden den Rohloff Revolver zum Vernieten von Ketten. Dieser drückt die Nieten rein und vernietet diese anschließend in einem zweiten Arbeitsschritt zusätzlich.

Umgang mit Kettennietern

Wenn man eine Niete zum Öffnen der Kette herausgedreht hat, muss man eine neue Niete einsetzen. Bei jeder Kette liegt ein neuer Stift dabei, außerdem kann man welche nachkaufen. Der Trick ist, die Niete nicht ganz herauszudrücken, sondern in der Außenlasche stecken zu lassen. Shimano verwendet zum Schließen tatsächlich ein spezielle Niete.

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