Shimano Schaltung Kompatibilitätsliste

Shimano Dura-Ace Fahrradkomponenten haben einige Kompatibilitätsprobleme mit anderen Teilen. Es gibt eine Menge an Verwirrung und Falschinformation darüber.

Dura-Ace: Eine historische Übersicht

Der Name Dura-Ace geht zurück bis mindestens 1973. 1984 führte Shimano Dura-Ace S.I.S. (Shimano Indexing System), das erste erfolgreiche Index-Schaltsystem ein. Wie bei jedem neuen Produkt, kamen mit der regulären Verwendung kleine Probleme an’s Licht und sie wurden in späteren Versionen bereinigt. Eines der Risiken beim Kauf eines brandneuen Systems ist, dass man, in gewissen Grenzen, ein Versuchskaninchen ist.

Nachdem die Original Dura-Ace-Gruppe als das bestmögliche mit der Technik von 1984 galt, hatte Shimano ein kleines Problem mit der Erklärung der Änderungen in der Kompatibilität. Sie wollten ältere Dura-Ace-Versionen nicht als veraltet abschreiben und die Kunden mit verwaister Ausrüstung alleinelassen, aber sie wollten auch ihre Produkte weiter verbessern. 1997 war ein großes Jahr für Dura-Ace. Das System wechselte zu 9-fach und das war die am meisten publizierte Änderung.

Schaltzugführung

Der Hauptunterschied zwischen Dura-Ace vor 1997 und dem Rest der Shimano-Gruppen ist die Schaltzugführung des Schaltwerks. Die alte Dura-Ace-Gruppe verwendete ein kürzeres Stück Schaltzug pro Gangwechsel. Dies hat mit der Geometrie der Zugaufhängung zu tun.

Mit der Einführung der 6-fach 600EX S.I.S. Gruppe, wurde die Zugaufhängug am Schaltwerk geändert, so dass der Schaltzug bei Gangwechseln weiter bewegt wurde. Dies verringerte die Seilzugspannung, die Effekte von ungenauer Einstellung und Reibung in den Schaltzügen und sorgte allgemein für ein gutmütigeres System.

  • Dies umfasst Rahmenschalthebel, Lenkerendschalter und STI-Schalthebel.
  • Alle Shimano-Schaltwerke sind für die gleiche Indexierung ausgelegt und sind gleichermassen kompatibel mit unterschiedlichen Schalthebeln, die zu den entsprechenden Kassetten passen.
  • Diese alternative Zugführung erlaubt es auch, einen 10-fach-Schalthebel mit einer 9-fach-Kassette zu verwenden.

Uniglide vs. Hyperglide

1989 verwendeten Shimano-Kassetten ein System mit „gedrehten Zähnen“, das als „Uniglide“ bezeichnet wurde. Sie wiesen 9 identische Nuten auf, die in die entsprechenden Aussparungen des Freilaufkörpers gesteckt wurden. Zwischen den Ritzeln wurden passende Abstandshalter eingefügt. Das kleinste Ritzel einer Uniglide-Kassette war nicht mit Nuten versehen, sondern mit einem Gewinde.

Der einzige, funktionale Unterschied zwischen Dura-Ace und anderen Shimano-Kassetten ist, dass die geschraubten Uniglide-Abschlussritzel in der Dura-Ace-Version ein anderes Gewinde verwendeten. Dies ermöglichte die Verwendung von 11-Zähne-Ritzeln mit Uniglide-Dura-Ace. Alle 6- und 7-fach Dura-Ace Kassetten waren Uniglide.

1990 führte Shimano mit „Hyperglide“ ein neues Design für die Ritzel ein, mit dem die Kette gleichzeitig über zwei angrenzende Ritzel laufen kann. Die Kette läuft auf dem neuen Ritzel, bevor sie sich vom alten Ritzel gelöst hat.

Nachdem die Ausrichtung der Ritzel untereinander exakt stimmen muss, damit Hyperglide funktioniert, können geschraubte Ritzel nicht verwendet werden. Alle Ritzel einer Hyperglide-Kassette sind mit Nuten versehen und ein spezieller Verschlussring, der in ein innenliegendes Gewinde des Freilaufkörpers geschraubt wird, hält das Ritzelpaket zusammen.

Uniglide-Kassetten sind nicht mehr erhältlich.

  • Am billigsten: Unglide-Ritzel sind grundsätzlich symmetrisch, so dass man bei einer verschlissenen Kassette die einzelnen Ritzel umdrehen kann.
  • Moderat: Hyperglide-Ritzel enthalten eine breitere Nut.

Freilaufkörper

Der Freilaufkörper ist der Teil, auf dem die Ritzelkassetten montiert werden. Er enthält den Ratschenmechanismus, der den Freilauf ermöglicht. Dura-Ace-Freilaufkörper von 1996 oder früher (6-, 7- und 8-fach) benötigen eine Nabe mit passendem Gewinde.

Das ist ein reichlich teures Teil, aber wenn das Fahrrad in einem guten Zustand ist, kann es das wert sein. Man benötigt dafür ein spezielles Werkzeug, das TL-FH10. Dura-Ace-Naben von 1997 und später (9-fach) haben eine Aufnahme mit Nuten und Aussparungen zwischen dem Freilaufkörper und dem Nabengehäuse. Sie verwenden einen 10 mm-Sechskant-Bolzen, um den Freilaufkörper auf der Nabe zu fixieren.

Im Jahr 2004 wurde die Kurbel und das Tretlager geändert. Bei diesem System ist die Tretlagerwelle dauerhaft mit der rechten Kurbel verbunden und verwendet „aussenliegende“ Lager, die ausserhalb vom Tretlagergehäuse montiert werden. Diese Anordnung der Lager erlaubt die Verwendung grösserer Durchmesser und dadurch auch einer hohlen Welle mit grösserem Durchmesser. Dieses System ist seitdem zu verschiedenen, niedrigeren Gruppen von Shimano „durchgesickert“.

Um dieses Problem zu vermeiden, hat Shimano die Form der Aussparungen das erste Mal seit der Einführung von Hyperglide in den späten 1980ern verändert. Die 10-fach-Freilaufkörper von Dura-Ace-Naben haben tiefere Aussparungen als andere Modelle von Shimano.

Als Ergebnis davon ist es nicht möglich, andere als die 10-fach-Kassetten auf Dura-Ace 7800 Naben zu montieren. Es ist allerdings nicht nötig, Dura-Ace-Kassetten zu verwenden. Die Probleme mit der Austauschbarkeit betreffen nur diese spezielle Nabe. Die 10-fach-Kassetten passen problemlos auf jeden 8- oder 9-fach-Freiaufkörper von Shimano.

Unten abgebildet sind Teile von zwei Ultegra 12-27 Kassetten. Für das 2008er-Modelljahr hat Shimano die 7850-Kassettennaben eingeführt. Diese weisen Titan-Freilaufkörper auf und sind wieder zum ursprünglichen Rippenmuster zurückgekehrt, das auch bei anderen Shimano-Kassettennaben verwendet wird, so dass sie mit jeder Hyperglide-Kassette, 7-, 8-, 9-, 10-fach verwendet werden können.

Kettenblätter

Neuere „Superglide“-Kettenblätter von Shimano weisen ähnliche Merkmale auf, wie das Hyperglide-System hinten, um die Schaltvorgänge vorne zu verbessern. Die äusseren Blätter verwenden speziell geformte Zähne an einigen Stellen, die als „Tore“ bezeichnet werden und es der Kette erleichtern, nach oben zu klettern. Wenn dieses System so arbeitet, wie vorgesehen, führt die Kette einen sehr weichen Wechsel vom kleinen zum grossen Kettenblatt ohne Durchrutscher aus.

Dies erfordert die Verwendung von Kettenblättern in zueinander passenden Kombinationen. Nur Shimano ist derart penibel bei der Zusammenstellung der Kettenblätter und das ist in keinem Fall zwingend notwendig. Falls ein Fahrrad beispielsweise eine „A“-Kombination mit 53/42 enthält und man entschliesst sich auf ein 39-Zähne-Kettenblatt umzubauen, bedeutet das nicht, dass man das 53er-Blatt ebenfalls austauschen muss.

Als der Wechsel von 8- zu 9-fach erfolgte, beginnend mit der 1997er Dura-Ace, gab es auch eine kleine Änderung im Aufbau der Kettenblätter. Dieser Effekt tritt auf, wenn eine schmale Kette mit einem Kurbelsatz verwendet wird, der für breitere Ketten gedacht ist. Beim Herunterschalten laufen die Aussenlasche der Kette auf den Spitzen der Zähne des kleinen Kettenblatts, bevor die Kette richtig auf das Kettenblatt fällt. Dies bewirkt einen kurzfristigen „Leerlauf“ nach vorne.

Der Unterschied zwischen „9-fach“-Kurbeln und älteren Modellen ist nur das kleine Kettenblatt. Shimano wird einem erklären, dass man das kleine Kettenblatt austauschen muss, wenn man ein älteres Fahrrad auf 9-fach umrüstet. Mein Rat ist, sich darüber keine Gedanken zu machen und nicht routinemässig das kleine Kettenblatt auszuwechseln, wenn man auf 9-fach umrüstet.

Diese Art des „Durchrutschens“ ist sehr selten und passiert in den meisten Fällen, wenn man vorne und hinten im höchsten Gang fährt und sich dann entscheidet, vorne herunterzuschalten, bevor man hinten den Gang wechselt.

Für das 2002er-Modelljahr hat Shimano in der Dura-Ace-Gruppe Dreifach-Kurbeln mit den entsprechenden STI-Schalthebeln, Umwerfern und Schaltwerken eingeführt. Während andere „Rennrad“-Dreifachkurbeln mit der Abstufung 52-42-30 angeboten wurden, verwendet Dura-Ace 52-39-30. Anstatt einen Kurbelsatz mit zwei Sätzen an Montagelöchern zu verwenden, wie bei anderen modernen Dreifachkurbeln, wurde das 30er-Kettenblatt am 39er-Kettenblatt befestigt und nicht an der Kurbel selber - in der Art eines Willow Triplizer oder eines TA Konverterblatts.

„Oh, grossartig“, werden Sie sagen, „dann kann ich das 39er-Blatt auf anderen 130er-Zweifachkurbeln verwenden!“. Nun, nein. Im Gegensatz zu den Kettenblattern von Willow und TA wurde das Dura-Ace speziell dafür entwickelt, NICHT auf Standard-130er-Zweifachkurbeln zu passen, weil die „Böden“, die das mittlere Kettenblatt stützen und zentrieren, im Weg sind.

Aber Moment! Es wird noch schlimmer! Anstatt den üblichen 74 mm Lochkreis für das 30er-Kettenblatt zu verwenden, wie sie es bei allen anderen „Rennrad“-Dreifachblättern tun, hat Shimano es für angebracht gehalten einen brandneuen Lochkreismuster von 92 mm nur für diese Anwendung zu entwickeln.

Übersetzung des Schaltwerks

Die Übersetzung sagt aus, wie weit sich das Schaltwerk bewegt, wenn der Schalthebel den Schaltzug um einen Millimeter bewegt. Beispiel: als Shimano 1984 mit Dura-Ace S.I.S. die weltweit erste Klickschaltung einführte, hatte diese Schaltung eine Übersetzung von ca. 1,9. Für jeden Millimeter Zug am Schalthebel bewegte sich die Schaltung um 1,9 Millimeter.

Bald stellte sich für Shimano heraus, dass es technisch vorteilhaft war, die Übersetzung zu verändern. Also hatten sämtliche 6-, 7-, 8- und 9-fach Shimano-Schaltungen, die danach kamen, eine Übersetzung von 1,7. Hier wird die Übersetzung wichtig: Wer als Upgrade versucht hat, seine Shimano 105 8-fach Schaltung oder Schalthebel durch Dura-Ace 8-fach zu ersetzen, hat Schiffbruch erlitten - sie waren nicht kompatibel. Nur die Kombination aus neuem Schalthebel und neuer Schaltung hätte funktioniert, und das wäre entsprechend teuer geworden.

1997 brachen geradezu paradiesische Zustände aus, was die Standardisierung anbelangt: Die neue, 9-fache Dura-Ace 7700-Gruppe hatte ebenfalls eine Übersetzung von 1,7 und war mit allen anderen Shimano-Schaltwerken, egal ob für Rennräder oder für Mountainbikes (MTB) kompatibel. Schaltungen von Campagnolo haben dagegen eine andere Übersetzung, sie sind nicht kompatibel.

SRAM bot zunächst „2:1“-Schaltungen und -Schalthebel an, die Shimano-kompatibel waren, bevor sie mit „1:1“ und dann mit „Exact-Actuation/EA“ eigene Entwicklungen betrieben.

Bis einschließlich der 10-fach Rennradgruppen blieb Shimano bei seinem Standard. Als 2010 die 10-fachen „Dyna-Sys“ MTB-Gruppen erschienen, wurde jedoch ihr Übersetzungsverhältnis auf circa 1,2 verändert - diese Schaltwerke sind nicht mit den vorigen kompatibel.

Weil Shimano bei Dyna-Sys auch den Kabelzug an den Schalthebeln verändert hat, hat das 10-fach MTB-System, bestehend aus Schalthebel und Schaltung, trotzdem denselben Weg geschaltet wie das 10-fache Rennradsystem.

Das war wichtig, weil damit der Ritzelabstand der MTB- und Rennradkassetten gleich bleiben konnte. Genauso wie vorher die 8- oder 9-fach Kassetten, sind alle Shimano 10-fach Kassetten untereinander kompatibel, sie passen auf denselben Freilauf. SRAM 8-, 9- und 10-fach Kassetten sind übrigens mit ihren Shimano-Pendants kompatibel. Nur alte 7-fach Shimano- und SRAM-Schaltungen haben einen um 4,5 mm schmäleren Freilauf und Kassette.

Shimano MTB Schaltgruppen

Klassischerweise besteht eine komplette Mountainbike-Gruppe aus allen Komponenten des Antriebs und der Bremsen. Im Einzelnen sind dies:

  • Schalthebel
  • Schaltwerk
  • Schaltkäfig
  • Umwerfer
  • Kassette
  • Kurbel
  • Tretlager
  • Kette
  • Bremshebel
  • Bremszug oder -leitung
  • Bremssattel
  • Bremsscheibe und Bremsbeläge

Während Shimano komplette Gruppen aus Schaltung, Bremsen und sogar Laufrädern anbietet, umfassen die SRAM-Gruppen „nur“ die Schaltung. Unabhängig von den Schaltungsgruppen bietet Sram jedoch verschiedene Bremsen an. Während der Schaltungsmarkt von Sram und Shimano dominiert wird, gibt es eine Vielzahl von Bremsenherstellern.

Mechanisch oder Elektrisch?

Für die Betätigung von Schaltwerk und Umwerfer gibt es derzeit zwei Systeme, die hauptsächlich bei einer Schaltung eingesetzt werden:

  • mechanisch
  • elektronisch

Bei Mountainbikes ist die mechanische Schaltung noch am weitesten verbreitet. Hier sind die Schalter über Schaltzüge mit Schaltwerk und Umwerfer verbunden. Durch Betätigung des Schaltgriffs wird der Schaltzug um eine bestimmte Länge verkürzt oder freigegeben. Dies führt zu einer horizontalen Bewegung der Schaltkomponenten, die die Kette in die gewünschte Position bringt.

Shimano (Rapid Fire) und SRAM (Trigger) bieten Schalthebel an, die während der Fahrt leicht zu bedienen sind. Sie können mit Daumen und/oder Zeigefinger bedient werden. Eine andere Variante sind Drehschalter wie bei der Grip Shift von SRAM oder Revoshift von Shimano. Bei diesem System wird durch Drehen des Griffes um den Lenker geschaltet. Dadurch wird der Schaltzug auf- oder abgewickelt, was zum Gangwechsel führt.

Beide Hersteller haben auch elektronische Schaltungen im Sortiment, bei der die die Schaltimpulse elektronisch an die Schaltkomponenten übertragen. Kleine Motoren sorgen dann für die nötige Bewegung. Während Shimano seine beiden Spitzengruppen in einer elektronischen DI2-Variante anbietet, gibt es Srams AXS-System bereits in der Einstiegsgruppe.

Zudem hat Sram in Deutschland eine elektronische Steuereinheit entwickelt, die mit einem Servomotor und eigenem Akku den Schaltimpuls direkt per Funk überträgt, Shimano setzt weiterhin auf Kabel.

Clutch-Technologie

Shimano und SRAM setzen seit einigen Jahren auf die sogenannte Clutch-Technologie. Was bei Shimano „Shadow Plus“ und bei SRAM „Type 2“ bzw. „Type 3“ heißt, beschreibt eine erhöhte Federspannung, bei der der Schaltwerkkäfig durch eine zusätzliche Feder nach hinten gezogen und die Kette auf höherer Spannung gehalten wird. Kettenschlagen und ungewollte Schaltsprünge können so deutlich reduziert werden.

Die Clutch-Technologie findet sich bei Mountainbikes, die für den sportlichen Einsatz konzipiert sind. Bei SRAM sind alle Schaltwerke ab der X7 Gruppe in der Type 2 Version erhältlich. Shimano konstruiert die Schaltwerke ab der Deore Gruppe als Shadow Plus.

Übersicht: Die Schaltungen von Shimano und SRAM

Die folgende Übersicht gibt dir einen Überblick über die verschiedenen Gruppen und ihre Position in der Schaltungshierarchie der beiden Hersteller. Die Reihenfolge orientiert sich dabei von der hochwertigsten und auch teuersten Schaltung hin zu den preiswerteren Varianten.

Doch was zeichnet nun eine teure High-End-Gruppe aus, die ein Vielfaches einer günstigeren Schaltung kostet? Die Funktion des Gangwechsels wird letztlich von allen Schaltungen erfüllt. Unterschiede gibt es bei:

  • Übersetzungsbereich
  • Materialien
  • Anpassung an Fahrer und Einsatzgebiet
  • Kompatibilität bzw. Kombination mit anderen Gruppen
  • Steuerung und Bedienbarkeit
  • Gewicht
  • Genauigkeit
  • Leichtgängigkeit
  • Abstufung der Gänge untereinander

Die teuren, hochwertigen Gruppen sind in jedem Fall deutlich leichter als die preiswerteren. Das liegt an der Menge und Masse der verwendeten Materialien, außerdem gibt es mehr Anpassungsmöglichkeiten an Fahrer und Einsatzzweck. Hochwertige Antriebe erreichen auch einen wesentlich größeren Über- und Untersetzungsbereich.

Wo bei preiswerten Gruppen Druckguss und einfache Kunststoffe anzutreffen sind, finden sich bei den höherwertigen Gruppen verschiedenste Legierungen in aufwendigen Fertigungstechniken verarbeitet. Wo bei den preiswerten Modellen Aluminiumlegierungen zum Einsatz kommen, sind es bei den höherwertigen Schaltungen sogar Legierungen aus Titan, Magnesium und Kohlenstoff. Diese werden beispielsweise im von Shimano selbst entwickelten Hollowtech-Schmiedeverfahren hergestellt.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass immer alle Teile der Schaltgruppen benötigt werden. Vielmehr ist es sinnvoll, die Schaltgruppe dem Einsatzzweck anzupassen. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Du statt einer teuren SRAM XX1 Eagle mit 1x12 Gängen eine günstigere Deore mit 2x10 Gängen verwendest. Pendler und Vielfahrer können z.B. auf feine Abstufungen verzichten, wollen aber einen möglichst geringen Verschleiß. Der Cross-Country-Racer hingegen kann sich alles außer Gewicht leisten und wird sich über die Dauer eines Rennens keine Gedanken über Verschleiß machen müssen.

Shimano MTB Schaltgruppen im Detail

Im Folgenden werden die einzelnen Gruppen von Shimano detaillierter beschrieben:

  • Shimano Altus: Eine preiswerte Einsteigergruppe mit bis zu 3x9 Gängen.
  • Shimano Saint: Eine Freeride- und Downhillgruppe auf XTR-Niveau, ausgelegt für 1x10 Gänge und mit Kettenführung ausgestattet.
  • Shimano Zee: Bietet hohe Leistung zu einem fairen Preis, vergleichbar mit der SLX-Gruppe und schaltet ebenfalls 1x10 Gänge.
  • Shimano Tourney Konzipiert für den Einsatz auf Einsteiger- und Freizeit-Fahrrädern. Bietet eine einfache Schaltung mit ausreichend Gängen und ist in der Regel preisgünstiger als andere Schaltgruppen von Shimano. Die Schaltung ist robust und zuverlässig, aber nicht ganz so leistungsstark und präzise wie höherwertige Schaltgruppen.
  • Shimano Altus Eine der Einstiegs-Schaltgruppen von Shimano und bietet eine solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis.
  • Shimano Alivio Eine hochwertige Komponentengruppe, die für Alltagsfahrten und leichtes Gelände geeignet ist. Sie zeichnet sich durch reibungslose und präzise Schaltvorgänge aus. Die Alivio Schaltgruppe verfügt auch über ein stilvolles und modernes Design. Im Vergleich zur Acera Schaltgruppe bietet die Alivio Schaltgruppe eine höhere Qualität.
  • Shimano Deore Eine hochwertige und leistungsstarke Schaltgruppe, die für den Einsatz im Gelände und für Mountainbike-Touren geeignet ist. Sie zeichnet sich durch ihre Robustheit und Zuverlässigkeit aus, die auch bei schwierigen Bedingungen und rauem Gelände eine hervorragende Leistung bietet. Die Deore Schaltgruppe verfügt auch über ein aktuelles, zeitloses Design. Im Vergleich zu günstigeren Shimano Schaltgruppen bietet die Deore Schaltgruppe eine noch höhere Qualität und Leistung.
  • Shimano SLX Bietet viele Vorteile für Mountainbiker:innen. Zum Beispiel ist sie sehr langlebig und zuverlässig, sodass du dich auf sie verlassen kannst, wann immer du unterwegs bist. Sie ist leicht und kompakt, was sie zu einer sehr guten Wahl macht. Darüber hinaus ist sie sehr präzise und bietet ein reibungsloses Schaltverhalten, sodass du immer mit der richtigen Übersetzung unterwegs bist.
  • Shimano Deore XT Eine hochwertige Komponentengruppe für Mountainbikes, die sich durch ihre zuverlässige Schaltleistung, ihre präzisen Gangwechsel und ihre robuste Bauweise auszeichnet. Sie bietet auch ein breites Übersetzungsverhältnis, sodass du in jeder Situation einen passenden Gang findest.
  • Shimano XTR Für Fahrer entwickelt, die höchste Anforderungen an die Leistung ihres Mountainbikes stellen. Sie bietet eine schnelle und präzise Schaltung und eignet sich für anspruchsvolle Trail-Sessons oder auch den beliebten Alpencross. Mit dieser Ausstattung stehen dir alle Möglichkeiten offen.

Bestandteile einer Mountainbike-Gruppe

  • Die Tretkurbel: Hier nimmt die Kraftübertragung ihren Anfang. An den Kurbeln des Tretlagers befinden sich die Pedale, mit deren Hilfe die Antriebsgruppe in Gang gebracht wird.
  • Das Tretlager: Die Tretkurbeln werden auf der Tretlagerwelle befestigt, welche wiederum auf mehreren Innenlagern, dem Tretlager, gelagert sind.
  • Die Kassette (oder das Ritzelpaket): Die Kassette besteht aus mehreren Zahnkränzen, häufig Ritzel genannt, und befindet sich am Hinterrad des Mountainbikes.
  • Die Kette: Die Kette verbindet die Kettenblätter vorne mit der Kassette hinten und ist essentiell für den Antrieb des Mountainbikes.
  • Das Schaltwerk und der Umwerfer: Das Schaltwerk und der Umwerfer verschieben den Lauf der Kette über die Kettenblätter bzw. die einzelnen Ritzel der Kassette.
  • Die Schalthebel: Die Schalthebel befinden sich direkt am Lenker und sind dein Kontrollelement, um den Schaltvorgang über das Schaltwerk und den Umwerfer einzuleiten.
  • Die Bremsen: Ebenfalls Bestandteil einer Mountainbike Gruppe ist die Bremse. Auch wenn sie in den letzten Jahren immer mehr in eine eigene Kategorie gedrängt wurde, gibt es zu jeder Schaltgruppe die passende Bremse.

Gänge und Übersetzungen

Wie es auch bei Motoren im Auto der Fall ist ermöglichen dir die Gänge beim Fahrrad eine konstant hohe Kraftübertragung über eine große Übersetzungsbandbreite, um hohe Geschwindigkeiten bei jeder Steigung zu ermöglichen. Bei kleinen (leichteren) Gängen dreht sich das Hinterrad im Vergleich zur Kurbel weniger, während bei den großen Gängen das Hinterrad bei einer kompletten Umdrehung einen weiteren Weg zurücklegt als die Tretkurbel.

Hervorzuheben ist dabei der Fakt, dass Ganganzahl nicht mit der Übersetzungsbandbreite gleichzusetzen ist. Letztere bezeichnet die Spanne zwischen dem schwersten und leichtesten Gang, welche bei einem MTB mit 11 Gängen durchaus die gleiche sein kann wie bei einem mit 30 Gängen. Die Ganganzahl ist dagegen einfach die rechnerische Anzahl an verfügbaren Gängen, die sich aus der Multiplikation der Kettenblätter vorne und der Ritzelanzahl hinten ergibt. Die Übersetzungsbandbreite ist logischerweise die wichtigere Größe, weswegen viele Hersteller immer mehr auf weniger Gänge und eine zum Teil noch höhere Übersetzungsbandbreite setzen.

Shimano vs. SRAM - MTB-Schaltungen im Detail

Im MTB-Bereich gibt es bei der Schaltung eigentlich häufig nur die Wahl zwischen Shimano und SRAM. Wir geben euch einen Überblick über die Technologien der beiden Konkurrenten und die Hierarchien der einzelnen MTB-Schaltgruppen.

Shimano ist aktuell der Marktführer in allen Fahrradsegmenten und hat das größte Portfolio an Schaltsystemen für den MTB-Bereich. Die meisten Gruppen wurden so entwickelt, dass sie sich auch kombinieren lassen, solange sie die gleiche Anzahl an Gängen besitzen. Die Schalthebel der japanischen Firma nutzen die Rapid Fire Technologie, welche über Daumen und Zeigefinger gesteuert werden. Die Technologie ermöglicht auch das Schalten mehrerer Gänge mit nur einem Druck. Die aktuellen Top-Gruppen sind die neue XTR M9100 sowie die XTR Di2.

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