Shimano Nabendynamo Wartung: Eine detaillierte Anleitung

Ein Dynamo-Service am Anfang und Ende der Wintersaison kann einen Totalschaden durch Rostbefall am Shimano-Nabendynamo verhindern. Mit Fett und Wachs können Sie der Korrosions-Gefahr begegnen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Shimano Nabendynamo warten und reparieren können, um seine Lebensdauer zu verlängern und Ausfälle zu vermeiden.

Warum Nabendynamo-Wartung wichtig ist

Feuchte, kalte Luft und Betriebswärme lassen in Nabendynamos Kondenswasser entstehen. Bei hochwertigen Shimano-Nabendynamos kann dies zum Totalschaden führen. Ausgerechnet Shimanos effizienteste Sport-Nabendynamos, Wegbereiter des elektrischen Fortschritts am Rad, haben ein Problem: Eingedrungene feuchte Luft lässt Kondenswasser im Nabeninneren entstehen. Sammelt sich genügend Feuchtigkeit, führt dies zu massivem Rostbefall. Unter Umständen kann die Dynamoeinheit komplett am Stahlreifen auf der Innenseite der Nabenhülse festrosten. Dann ist der Dynamo zerstört, das Vorderrad dreht nicht mehr - oft sogar über Nacht.

Betroffene Modelle

Betroffen sind nach unseren Recherchen sämtliche Shimano-Modelle DH-3Nxx und 3Dxx ab 70 aufwärts, inklusive Alfine-, LX- und XT-Serie. Hier besteht ein Spalt von nur wenigen Zehntel Millimetern zwischen dem auf der Achse drehenden Wicklungskorb und dem Stahlreifen auf der Nabenhülse. Wassertropfen und daraus entstehender Rost können diesen Spalt leicht überbrücken.

Werkzeuge und Materialien

Um den Nabendynamo reparieren zu können, benötigst du das passende Werkzeug. Andere Nabendynamo-Modelle erfordern unter Umständen andere Werkzeuge und weichen in einzelnen Arbeitsschritten mehr oder weniger stark von unseren Beschreibungen ab.

  • Werkzeug Shimano-Dynamogehäuse sind mit einem 32 mm-Steuersatzschlüssel zu öffnen.
  • Der Hersteller bietet aber auch den speziellen Ringschlüssel TL-DH10 dafür an.
  • 15 oder 17mm-Konus- und 17er Maulschlüssel
  • WD40 oder Sprühwachs
  • Montagepaste
  • Zähes Lagerfett

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Wartung

1. Achse öffnen

Zuerst öffnen Sie die Achse auf der Nicht-Kontakt-Seite (links): Mit 15 oder 17mm-Konus- und 17er Maulschlüssel lösen Sie die Konterung. Das rechte Lager bleibt unangetastet.

2. Achskonus abnehmen

Schrauben Sie Kontermutter und Achskonus ab. Das Kugellager ist mit einem Dichtungsring abgedeckt: Hebeln sie den vorsichtig aus seiner Passung. Merken Sie sich seine Einbauposition.

3. Gehäuse öffnen

Drehen Sie nun das Laufrad um, fädeln Sie den Ringschlüssel vorsichtig über die Kontaktnase auf der rechten Achsseite und setzen ihn auf den Sechskant des Dynamo-Deckels.

4. Verschraubung lösen

Halten Sie das Laufrad fest, drehen Sie den Schlüssel gegen den Uhrzeigersinn. Der Gehäusedeckel samt Innenleben und Achse dreht nun langsam aus der Nabenhülse.

5. Dynamo zerlegen

Ziehen Sie die Dynamo-Einheit an der Achse behutsam aus dem Gehäuse. Achten Sie darauf, keine Kugeln aus dem offenen Lager gegenüber zu verlieren.

6. Interne Einheit reinigen

Lassen Sie die Dynamo-Einheit gut abtrocknen, falls Sie Feuchtigkeit daran entdecken (Haarföhn). Sprühen Sie das Aggregat danach als Rostschutz sorgfältig mit WD40 oder Sprühwachs ein.

7. Hülse säubern

Wischen Sie auch das Nabeninnere trocken, falls es dort feucht sein sollte. Sprayen Sie eine Schicht Sprühwachs oder WD40 als Rostschutz auf.

8. Gewinde schmieren

Verwenden Sie Montagepaste am Nabengewinde vor dem Zusammenbau. So dreht der Deckel beim Einbau leichter und kann auch nach längerer Zeit nicht festkorrodieren.

9. Gehäuse schließen

Setzen Sie den Gehäusedeckel unter Rückwärtsdrehen ein, um den Anfang des flachen Gewindes ohne Verkanten anzufahren. Ziehen Sie den Deckel abschließend mit etwa 35 Nm fest.

10. Achslager fetten

Füllen Sie das linke Achslager mit zähem Lagerfett, drücken Sie den Lagerdeckel lagerichtig ein.

Fehlerbehebung und Reparatur

Wenn die Fahrradlampen nicht mehr wie erwartet leuchten, kann die Ursache aber auch bei Lampe oder Kabel liegen. Prüfe also in diesem Fall zuerst, ob alle Leitungen noch eine sichere Kontaktierung an Lampen und Dynamo haben und ob die Leuchtmittel (Birnchen oder LED) noch intakt sind.

Am sichersten ist es, per Spannungsprüfgerät an den Dynamokontakten die ausgegebene Spannung zu prüfen, während du per Hand das Laufrad in beide Richtungen drehst.

Häufige Fehlerquellen

  • Korrosion im Innenraum durch Wassereintritt/Kondenswasser
  • Lagerschäden
  • Spiel zwischen Spulenkörper und Achse

Überblick über mögliche Fehler und deren Behebung:

  1. Licht funktioniert nicht:
    • Stecker aufstecken - testen, ob die Beleuchtung funktioniert.
    • Kabel auf Beschädigungen prüfen; ggf. ersetzen oder reparieren.
  2. Kabelbruch:
    • Wenn das Kabel "durch" ist.... oder mit dem noch vorhandenem Kabel verbinden.
    • oder besser bis zum Rücklicht ziehen (z. B. Anschluss des Rücklichtes - siehe weiter oben).
  3. Defekter Scheinwerfer:
    • Drehen Sie am Vorderrad, damit der Nabendynamo Strom produziert.
    • Halten Sie die Kabel an eine "fremde" Stromquelle (z.

Wichtige Hinweise

  • Merke dir Reihenfolge und Position der Einzelteile beim Zerlegen, damit du bei der Montage später nichts in falscher Reihenfolge verbaust.
  • Orientiere dich bei der Ersatzteil-Beschaffung ausschließlich an der Modell-Bezeichnung (steht auf dem Dynamo-Gehäuse), solange der Hersteller nicht ausdrücklich eine Kompatibilität zu anderen Modellen ausweist.

Zusätzliche Informationen

Nabendynamo-Typen und Unterschiede

Es gibt auf dem Markt eine ganze Reihe unterschiedlicher Nabendynamos. Die Nennspannung ist bei allen Nabendynamos mit 6 Volt Wechselspannung gleich. Der 1,5 Watt Nabendynamo baut kleiner, wiegt weniger und erzeugt weniger Reibungswiderstand als ein 3 Watt Nabendynamo. Neben dieser Leistungs-Varianz beim Dynamo ist seit dem Einzug der LED-Lampen aber auch auf die passende Paarung aus Lampe und Dynamoleistung zu achten. So kann eine LED-Beleuchtung durch einen 3 Watt Nabendynamo Schaden nehmen und im Gegenzug ein 1,5 Watt Nabendynamo für eine andere LED-Lampe dennoch zu lichtschwach dimensioniert sein.

Lagerarten und Wartung

Grundsätzlich läßt sich sagen, daß, mit Ausnahme von Shimano, alle Hersteller ihre Modelle mit eingepreßten Rillenkugellagern ausstatten. Diese sind im Betrieb wartungsfrei und werden im Reparaturfall komplett ausgetauscht.

Die Nabendynamos von Shimano sind mit herkömmlichen Konuslagern ausgestattet, welche im Gegensatz zu sonstigen Shimano-Naben nur bedingt zu Demontage und Wartung geeignet sind.

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