Wer ein neues Rennrad kauft, steht vor der Wahl der passenden Schaltgruppe. Die Auswahl an Shimano Schaltgruppen für Rennräder ist riesig, von Tiagra über 105 bis Ultegra. Doch wie gut sind diese Gruppen wirklich, und wo liegen die Unterschiede?
Was gehört zur Schaltgruppe?
Zunächst ist es hilfreich zu wissen, welche Teile deines Rennrads eigentlich Teil einer Schaltgruppe sind. Das ist nicht so kompliziert. Dies sind natürlich in erster Linie die Schalthebel und deine Umwerfer. Alles, was zum Antrieb deines Rennrads gehört, ist in der Schaltgruppe enthalten. Und schlussendlich gehören auch deine Bremsen zur Gruppe.
Bei den Herstellern der Gruppen werden glücklicherweise die gleichen Namen ziemlich konsequent für die eigenen Schaltgruppen verwendet. Viele Leute denken, dass wirklich nur das allerbeste gut genug für sie ist.
Shimano Schaltgruppen im Überblick
Es ist ein Missverständnis zu glauben, dass du mit der billigsten Schaltgruppe keine Qualität erhältst. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Qualität der verwendeten Materialien und dem Gewicht der Schaltgruppe.
- Shimano Tourney: Eine ideale Schaltgruppe für die ersten Kilometer, laut Shimano ideal für sportliche Fahrten oder den Einsatz in der Stadt.
- Shimano Claris: Die erste echte Schaltgruppe für Rennräder, sehr gut für Einsteiger geeignet, da sie relativ preiswert, langlebig und gut schaltbar ist.
- Shimano Sora: Die letzte der Einsteiger-Schaltgruppen. Dank dem 9-Gang Dreifach- oder Zweifachschaltwerk kannst du dich für einen sehr großen Schaltbereich entscheiden.
- Shimano Tiagra: Hier kommst du zu den Schaltgruppen für die erfahreneren Rennradfahrer. Du kannst hier eine größere Kassette mit bis zu 10 Kränzen montieren. Dies ist auch die letzte Schaltgruppe, in der du noch die Auswahl zwischen einem Zweifach- oder Dreifachschaltwerk hast, sodass du entweder 20 oder 30 Gänge haben kannst.
- Shimano 105: Die beliebteste Schaltgruppe von Shimano. Eine Shimano 105-Gruppe kann hinten 11 Kränze haben und vorne bekommt man zwei Kettenblätter. Also insgesamt 22 Gänge. Darüber hinaus wurde die Shimano 105-Gruppe 2018 umfassend überarbeitet. Jetzt kannst du dich auch für hydraulische Scheibenbremsen entscheiden.
- Shimano Ultegra: Mit der Shimano Ultegra-Schaltgruppe erhältst du eine echt professionelle Schaltgruppe für dein Rennrad. Alles ist aus leichten und sehr langlebigen Materialien gefertigt. Das Schalten funktioniert wie es sich gehört, leise und praktisch reibungslos. Hier kannst du auch kein Dreifachschaltwerk mehr nehmen. Natürlich gibt es bei Shimano Ultegra auch eine Variante mit hydraulischen Scheibenbremsen. Eine sehr schöne Option ist, dass du dich ab Ultegra für eine Gruppe mit elektronischer Schaltung entscheiden kannst. Dies hat den Vorteil, dass du dich nie wieder mit einer schleifenden Kette rumschlagen musst. Das elektronische Schalten mit einer Shimano Ultegra Di2 11-fach-Schaltgruppe ist nicht kabellos. Du musst also immer noch kleine elektronische Kabel durch deinen Fahrradrahmen verlegen. Natürlich benötigst du auch einen Ultegra-Akku, um die ganze Elektronik mit Strom zu versorgen.
- Shimano Dura Ace: Hier bekommst du wirklich das Beste vom Besten. Die gesamte Dura Ace-Gruppe ist so optimiert, dass du wirklich jedes bisschen Kraft, das du in sie steckst, in Geschwindigkeit umwandelst. Und natürlich ist die Schaltung sehr präzise und super zuverlässig. Entscheidest du dich für die Version mit hydraulischen Scheibenbremsen? Hole dir dann auch sofort die Dura Ace-Bremsscheiben. Wenn die normale Dura Ace noch nicht gut genug ist, kannst du dich auch für Shimano Dura Ace Di2 entscheiden. Der Vorteil ist, dass beim Schalten keine Probleme mehr entstehen durch ein ausgeleiertes Kabel.
- Shimano Ultegra R8100 Di2 und Dura Ace R9200 Di2: Die neuesten und fortschrittlichsten Ergänzungen der Shimano-Gruppen. Abgesehen davon, dass es sich bei diesen Schaltgruppen um 12-fach-Gruppen handelt und nicht, wie bei ihren Vorgängern, um 11-fach-Gruppen, wurden die Schaltgeschwindigkeit und die Qualität der Ultegra und Dura Ace Di2 12-fach erheblich verbessert. Daher bieten diese Gruppen ein unvergleichliches Schalterlebnis bei jeder Belastung.
Der Shimano Sora ST-R3000/ST-R3030 im Detail
Der Shimano Sora ST-R3000/ST-R3030 Schalt-/Bremshebel ist eine beliebte Wahl für Einsteiger-Rennräder und Fahrräder im Fitness- und Urbanbereich. Er bietet eine solide und zuverlässige Schalt- und Bremsleistung für 9-fach Antriebssysteme.
- Ergonomischer Griffhebel
- Material: Kunststoff-Körper, Aluminium-Hebel
- Inkl. Brems-/ Schaltzüge (Optislick-Schaltzüge) und Außenhüllen
Kundenbewertungen
Einige Kunden loben die gute und günstige Alternative, um den Kabelsalat der alten 9-fach Bremsschaltgriffe am Lenker loszuwerden. Andere bemängeln die "Plastikoptik" im Vergleich zu älteren 105er Modellen. Einige Nutzer haben den Sora ST-R3000/ST-R3030 erfolgreich verwendet, um ältere Mountainbikes in Gravelbikes zu verwandeln.
Shimano Sora im Vergleich: Ein Testbericht
Für einen Radtest wurde fachfremde Hilfe hinzugezogen. Ob das Rad eine 105er oder eine Sora besitzt, war dem Testfahrer erst mal egal. Die Farbe hatte es ihm angetan. Und uns wurde ein wichtiges erstes Entscheidungsmerkmal wieder einmal vor Augen geführt. Der optische Auftritt spielt gerade in den unteren Preisklassen eine wichtige Rolle.
Der Knüller ist, dass unser Testfahrer wider Erwarten mit der Schalteinheit Sora von Shimano deutlich besser zurechtkam als mit dem teureren großen Bruder, der 105er. Der Schaltvorgang mit einem Knopf und einem Hebel wie bei der Sora, war für ihn schnell zu begreifen und einfacher zu handhaben.
Die große Zahl der Übersetzungsmöglichkeiten, die ein drittes Kettenblatt ermöglicht, leuchteten unserem Tester rasch ein, allein an der Umsetzung haperte es. Häufig lag die Kette viel zu schräg. Entweder entschied er sich für das große Kettenblatt in Kombination mit einem ganz großen Ritzel im Heck oder für das kleine Kettenblatt mit einem der kleinsten Ritzel des Zahnkranzes.
Wenngleich das dritte Kettenblatt überfordert, muss man der Sora an dieser Stelle allerdings einmal ganz allgemein ein Kompliment in Sachen Funktionalität machen. Die Schaltwege sind leichtgängig und exakt und stehen der 105er in Sachen Funktionalität eigentlich in nichts nach.
Ein nicht zu unterschätzender Nachteil war allerdings bei Author, Schwinn und Wheeler die verhältnismäßig schwache Bremsleistung der Verbindung zwischen Tektro-Bremsen und Sora-Hebeln.
Fazit: Die einsteigergerechte Rahmengeometrie hat sowohl für uns als auch für unseren externen Testfahrer den Ausschlag gegeben. Vor allem dank des kurzen Oberrohrs kommt es zu einer aufrechten Sitzposition, die dem Fahrer selbst in der Unterlenkerposition genügend Übersicht verschafft, ohne dabei den Kopf zu stark in den Nacken legen zu müssen.
Kompatibilität mit V-Brakes
Bei der Ankündigung der neue Sora STIs ST-3500/3503 wurde davon geschrieben, dass die neuen Sora STIs neben Mini V-Brakes auch für normale V-Brakes geeignet sein sollen. In den deutschen Produktbeschreibungen ist davon leider keine Rede mehr.
Es gibt derzeit KEINEN Bremsschalthebel für Rennlenker von Shimano, der mit V-Brakes (auch Mini V-Brakes) kompatibel ist. Wir wissen zwar, dass Mini V-Brakes (85 mm) mit den alten Bremshebeln (Super SLR) zumindest leidlich funktionierten und wir haben prakisch erfahren, dass mit dem NEW Super SLR System die Mini-V-Brakes ganz passabel angesteuert werden können: ABER legen wir beim NEW Super SLR System den dicksten Spacer ein, um die Hebel für kleine Hände möglichst dicht an den Lenker zu bekommen, so wird es doch wieder ziemlich knapp mit der Bedienbarkeit, die Bremsbeläge müssen ziemlich dicht an die Felge, viel dichter als es mit kompatiblen Bremshebeln und Bremsen nötig ist.
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