Shimano Schaltungen gelten bei MTB-Sportlern seit Jahren als ausgereifte und stets verlässliche Schaltgruppen mit Top-Performance. Im Fokus dieses Artikels steht die Shimano XTR 11-fach Kassette, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich ist und speziell auf die Bedürfnisse von Mountainbikern zugeschnitten wurde. Hier werden die verschiedenen Modelle im Detail betrachtet und auf ihre Performance hin untersucht.
Shimano XTR M9000: Die mechanische Ausführung
In der mechanischen Ausführung ist die Shimano XTR noch günstiger als ihre elektronische Schwestergruppe mit Di2-Technik zu haben. Die M9000 ist als Zweifach-Gruppe entwickelt, alle 2x11-Varianten kommen mit speziell verstärkten Schaltwerk, welches mit Shadow Plus Technologie Kettenschlagen verhindern soll. Die M9100 wurde gegen Ende der Produktion von Shimano auch als 1x11-Gruppe angeboten. Alle Kurbeln sind aus hohlgeschmiedeten Aluminium - preislich ist die ehmalige Topgruppe seit Einführung der neuen M9100-XTR im Jahre 2018 sehr akttaktiv geworden. Unseren Dauertest über tausende Kilometer überstand sie nahezu fehlerfrei.
Shimano XTR M9000 Di2: Die elektronische Schaltung
2014 präsentierte Shimano die erste elektronische Schaltung fürs Mountainbike. Die Gänge werden von einem elektronische Stellmotor am Schaltwerk gewechselt, der seine Befehle vom Schalthebel per Kabel übermittelt bekommt. Verschiedene Konfigurationen der Di2 sind verfügbar, besonders an den Highend-Bikes wurde die Di2 ab 2014 oft verbaut. Wir haben die Gruppe in einem ausgiebigen Dauertest auf ihre Alttagstauglichkeit getestet.
Shimano XTR M9100: Die 1x12-Mountainbike-Schaltung
Mit der M9100 stellten die Japaner 2018 ihre erste 1x12-Mountainbike-Schaltung vor. Die Kassette übertrumpft durch ihre enorme Bandbreite von 10-51 Zähne knapp die Übersetzungsrange von Sram Eagle-Gruppen. Weiterhin bietet Shimano die Topgruppe mit Umwerfer an, die 2x12 Antriebe kommen mit einer speziellen Kassette, deren Spektrum 10-45 umfasst. Typisch XTR fällt das Gewicht der Topgrupe angenehm gering aus.
Die neue 11-fach MTB Kassette mit 11-46 Zähnen
Shimano kündigte heute eine neue 11-fach MTB Kassette mit 11-46 Zähnen an. Damit zieht man nun bei der Bandbreite mit US-Konkurrent SRAM gleich. Die Bandbreite liegt damit ziemlich genau bei derjenigen, die auch die Konkurrenz aus dem Hause SRAM mit 10-42 erreicht - jedoch benötigt man für die SRAM Kassette den speziellen XD-Freilauf, wohingegen die Shimano-Kassette auf jeden herkömmlichen 10-fach Freilauf passt. Ebenfalls neu für das Produktjahr 2017 sind 1×11 Kettenblätter für XT und XTR, die durch die neu entwickelte Dynamic Chain Engagement-Technologie eine bessere Kettenführung gewährleisten und damit Klemmer und Abwürfe verhindern sollen. Zudem verspricht Shimano mit den neuen Kettenblättern einen wesentlich leiseren Antrieb.
Details und Innovationen der XTR M9100 Kassette
Ausgangspunkt für die Neuentwicklung im An-triebsbereich war das Ziel, möglichst geringe Schaltschritte zu realisieren, damit die Trittfrequenzsprünge beim Schalten möglichst klein bleiben, Rhythmus und Vortrieb aufrecht erhalten werden und damit letztlich die Geschwindigkeit hoch gehalten wird. Daraus resultierte am Ende das große 51-Zähne-Ritzel, das gerade in den kleinen Gängen die einheitliche Differenz von 6 Zähnen pro Gang aufrecht erhält (10-12-14-16-18-21-24-28-33-39-45-51Z). Darüber hinaus kommt die XTR aber auch mit einer 10-45Z 12-fach-Kassette (10-12-14-16-18-21-24-28-32-36-40-45Z), die auf schnelle-ren oder weniger steilen Rennkursen eine noch feinere bzw. engere Abstufung zwischen den Gängen ermöglicht. Beide Kassetten zeichnen sich durch den Einsatz verschiedener Materialien für die einzelnen Ritzel aus, wodurch ein ausgewogenes Verhältnis von Gewicht und Haltbarkeit gewährleistet wird.
Speziell für Mountainbiker, für die besonders stabile Laufräder bei dennoch geringem Gesamtgewicht des Bikes von Bedeutung sind, hält die neue XTR zudem eine dritte Kassetten-Option (CS-M9110-11) bereit. Daher baut die CS-M9110-11 Kassette auf der regulären 10-51-Z-Kassette auf, allerdings ohne das 51er-Ritzel. Damit bietet sie nach wie vor ausreichend Bandbreite für viele Einsatzszenarien, baut aber schmaler und ist deutlich leichter. Für die neuen 12-fach-Kassetten hat SHIMANO bei der XTR M9100 das Design der Freilaufnabe überarbeitet und setzt dafür die neue MICRO SPLINE Technologie ein. Gleichzeitig verfügen die neuen Freilaufnaben über die so genannte SCYLENCE Technologie. Dabei wird die bisherige Sperrklinkenkonstruktion durch ein Ratschensystem ersetzt, das den Reibungswiderstand im Freilauf signifikant reduziert und praktisch geräuschlos arbeitet.
Kompatibilität und Montage
Für die neuen 12-fach-Kassetten hat SHIMANO bei der XTR M9100 das Design der Freilaufnabe überarbeitet und setzt dafür die neue MICRO SPLINE Technologie ein. Nachrüster aufgepasst: Es ist ein spezieller Microspline-Freilaufkörper nötig, um die XT zu verbauen.
Weitere Komponenten der Shimano XTR Gruppe
Neben einer neuen speziellen 12-fach-Kette (CN-M9100) mit entsprechend neuem 12-fach QUICK LINK Ver-schluss stattet SHIMANO die XTR M9100 auch mit neuen Kurbel-garnituren für 12-fach aus (FC-M9100/9120-1), die selbstver-ständlich über die berühmten hohlgeschmiedeten Kurbelarme verfügen. Für Enduro gibt es eine verstärkte Version mit 160 mm Länge. Das Kettenblatt ist weiterhin per Direct Mount befestigt und setzt auf Dynamic Chain Engagement. Shimano bietet es in 28 bis 38 Zähnen an - immer in Zweierschritten.
Auch bei den Bremsen gab es Neuerungen. Die 2-Kolben-Bremse bekommt ein neues Low-Viscosity-Öl, das die Performance im Grenzbereich verbessern soll - allerdings nicht rückwärtskompatibel. Die 4-Kolben-Bremse hat für mich das spannendste Upgrade: Die Leitungsanschlüsse wandern Richtung Lenker - perfekt für integrierte Züge. Die Griffweitenverstellung sitzt jetzt schick im Bremsgriff und lässt sich leicht einstellen.
Shimano XTR im Praxiseinsatz
Im Praxistest hat die Schaltung auf ganzer Linie überzeugt: schnell, präzise und spürbar schneller als die Konkurrenz. Aber: Unter Volllast wirkt das Ganze etwas filigraner als ein SRAM-Schaltwerk - es kracht mehr, wenn ich richtig reintrete. Laut Shimano soll das aber keine Probleme verursachen.
In der Praxis schaltet das Shimano-Flaggschiff präzise wie ein Laser und Trev gefällt die Möglichkeit, mit einer Hebelbewegung am langen Hebel bis zu 4 Gänge auf einmal zu schalten. Alles an Trevs Bike hat im Testzeitraum an irgendeinem Punkt Probleme gemacht - bis auf die XTR M9000. Im Herzstück des Systems, dem XTR M9000-Schaltwerk, sorgen beschichtete Buchsen für weiche Schaltvorgänge und selbst endlose Erschütterungen haben nicht zu unerwünschtem Spiel geführt. Die Kettenspannung lässt sich gut einstellen und die Schwingungen werden sehr gut gedämpft.
Die Schaltung selbst liefert genau das, wofür Shimano seit jeher steht: schnell, präzise und zuverlässig. Der integrierte Akku und die komplett geschlossenen Schaltrollen sind durchdachte Details, die die Haltbarkeit und Funktionalität noch einmal verbessern.
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