Simson Moped und Motorrad Geschichte

Die Geschichte der Simson-Produktion begann im Jahr 1856 mit der Gründung des Unternehmens Suhl, das später in Simson umbenannt wurde. Ursprünglich war das Unternehmen als Waffenhersteller tätig, aber es begann auch mit der Herstellung von Fahrrädern und Motorrädern.

Die Anfänge: Von Waffen zu Zweirädern

Die Gebrüder Simson erwarben am 7.4.1856 einen Anteil am alten Stahlhammer und gründeten darauf aufbauend die Firma „Gebrüder SIMSON“. Andreas Bauer wandelt 1740 eine Schneidemühle in Suhl mit kurfürstlicher Konzession zu einem Stahlhammer um, in dem das regionale Eisenerz zu wertvollem Stahl verarbeitet wurde.

Die Einführung der ersten Dampfmaschine im Jahr 1871 markierte einen Wendepunkt. Simson erhielt Staatsaufträge zur Waffenproduktion und wurde zu einem wichtigen Akteur in der Industrie. Die Produktion von Militärgewehren und später von Jagdwaffen festigte Simsons Position. Bald darauf entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten Fahrradproduzenten. Während des Ersten Weltkrieges erlebte Simson ein beachtliches Wachstum auf knapp 3.500 Beschäftigte und fertigte eine Vielzahl von Kriegsgütern. Nach dem Krieg 1918 wurde die Waffenproduktion eingestellt, doch das Unternehmen sicherte sich einen Monopolvertrag mit der Reichswehr für die Lieferung von Waffen und Geräten. Auch die Automobilbranche beschert Simson Erfolge: als „Spitzenerzeugnis“ ging 1924 der Simson Supra in die Serienproduktion über.

Die Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten initiierte der thüringische Gauleiter Fritz Sauckel ein Untersuchungsverfahren gegen das jüdische Unternehmen Simson & Co KG, das zu einem Schauprozess in Meiningen gegen Arthur Simson und andere Führungskräfte wegen vermeintlicher "Übervorteilung des Reiches" führte. Ein Jahr später wurden die Inhaftierten mangels Beweise in allen Anklagepunkten freigesprochen. Doch schon im September 1933 hatte Simson das Unternehmen verpachtet, um den jüdischen Familiennamen aus dem Firmennamen zu tilgen. Ab dem 1. September 1934 wurde die Automobilproduktion zugunsten der Rüstungsproduktion eingestellt.

Unter Zwang mussten Julius und Arthur Simson auf das Werk verzichten, das daraufhin am 28. November 1935 auf Fritz Sauckel übertragen wurde. Die Familie Simson floh 1936 in die Schweiz und emigrierte schließlich in die USA. Das übertragene Vermögen bildete den Grundstock für die 1936 gegründete „Wilhelm-Gustloff-Stiftung“.

Doch mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Produktion von Fahrrädern, Kinderwagen und Motorrädern zugunsten der Waffenproduktion eingestellt. Unter dem Namen „Gustloff-Werke - Waffenwerk Suhl“ fertigten 6.000 Mitarbeiter in mehreren Produktionsstätten. Nach dem Zweiten Weltkrieg nannte sich das Suhler Werk erneut in „Simson & Co.“ um und wurde von den Alliierten als Rüstungsbetrieb klassifiziert. Im Jahr 1945 wurde Simson einem Sequester unterstellt und im folgenden Jahr größtenteils demontiert. Die verbleibenden knapp 900 Anlagen wurden für die Produktion von Jagdwaffen, Kinderwagen und ersten Nachkriegsfahrrädern genutzt. Auch diese gingen größtenteils als Reparationsleistungen in die Sowjetunion.

Im Jahr 1948 wurden insgesamt 45.787 Fahrräder, 14.979 Jagdgewehre, 1.942 Kinderwagen, 4.620 Kindersportwagen und 1.943 Kinderdreiräder produziert. Die Produktion begann bereits 1950 und bis 1961 wurden etwa 210.000 Stück der neuen AWO 425 hergestellt. Am 1. Mai 1952 wurde der Betrieb als „VEB Fahrzeug- und Gerätewerk Simson Suhl“ Teil des späteren IFA - Industrieverband Fahrzeugbau der DDR. Die AWO 425 wurde nun Simson 425 (im Volksmund “Dampfhammer”) genannt.

Die Ära der Kleinkrafträder

Das erste Kleinkraftrad, das Simson Moped SR 1 wird entwickelt (50cm³-Rheinmetall-Motor; Leistung: 1,1 kW (1,5 PS) bei 5000 U/min). Innerhalb der nächsten zwei Jahre fanden über 150.000 SR 1 ihren Weg auf die Straße, sowohl im In- als auch im Ausland. Gleichzeitig dazu rollte ab 1956 auch das neue Sportmodell der Simson 425, die Simson-Sport 425 S, von den Suhler Fertigungsbändern. 1957 kam der SR 2 auf den Markt. Dicht gefolgt, nur ein Jahr später, vom ersten Kleinroller, dem KR 50. Mitte 1959 feiert der Suhler Hersteller einen bedeutenden Meilenstein: das 500.000.

1960 markierte den Start des Modells SR 2E. In diesem Jahr erreichte die Produktionsstätte mit insgesamt 184.254 Fahrzeugen, darunter 23.100 Motorräder, einen bisherigen Höhepunkt in der Zweiradproduktion. Dabei führte der SR 2E mit 139.000 gefertigten Fahrzeugen die Rangliste an. Zusätzlich wurde das Plansoll von 7.000 Jagdgewehren erfüllt. Zur gleichen Zeit befand sich die vielversprechende Vogelserie noch voll in der Entwicklungsphase. Diese eher schmale Prognose veranlasste zwar einige qualifizierte Fachkräfte, das Simson Werk zu verlassen, doch bereits im September 1962 verließ das einmillionste Kleinkraftrad die Produktionsstätte.

Die legendäre "Vogelserie"

Im Februar 1964 läutete die KR 51 „Simson Schwalbe“ als erster zweisitziger Kleinroller mit einem brandneuen Simson-Motor und Dreigangschaltung die Ära der erfolgreichen Vogelserie ein. Der kraftvolle 50ccm-Zweitakter, gebläsegekühlt und mit einer Leistung von 3,4 PS, ließ die Schwalbe auf bis zu 60 km/h beschleunigen. Auch die Sportabteilung war fleißig: 1964 gewannen die Simson GS 50 und die GS 75 die Silbervase bei der 39. Internationalen Sechstagefahrt im Thüringer Wald. Bei den Modellen handelte es sich um „entfesselte“ Kleinkrafträder, die jedoch entsprechend der Höchstgeschwindigkeit trotz des Hubraums von 50-ccm in der DDR als Motorrad eingestuft wurden. Auch 1966 ging es leistungsstark weiter: der Sperber SR 4-3 war ausgestattet mit einem kraftvollen fahrtwindgekühlten 4,6 PS-Motor mit fußgeschaltetem Vierganggetriebe und einer Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h.

Ab 1964 wurde bei Simson in Suhl die legendäre "Vogelserie" gefertigt. Grundlage war anfangs ein Rheinmetall-Motor mit 2 PS und später der Einzylinder-Zweitaktmotor M53 von Simson mit einer Motorleistung zwischen 2,3 und 4,6 PS. Hier ein "Spatz" SR 4-1. Der "Spatz" hatte einen Motor mit 49,6 cm³ Hubraum, 2,3 PS Leistung und zwei Gängen.

Um die Mopedproduktion zu steigern, wurde zeitweise die Waffenproduktion in das "VEB Ernst-Thälmann-Werk Suhl" verlagert. Da sich dieser doch lange Name schlecht auf die Motoren prägen ließ, entschied sich Gestalter Karl Clauss Dietel für den ihm noch bekannten Namen „Simson“ in englischer Schreibschrift. Eine Tradition, die sich bis heute wacker auf Merchandise und den Fahrzeugen selbst hält. Fluch und Segen waren die Kombinate, Zusammenschlüsse mehrerer Betriebe in einem bestimmten Industriezweig, die 1970 in großer Häufigkeit zur wirtschaftlichen Organisation in der DDR genutzt wurden. Auch Simson war betroffen und formierte sich zusammen mit MZ und dem Mifa Werk Sangerhausen zum „IFA-Kombinat Zweiradfahrzeuge“.

Bei dieser Zusammenlegung sollten die Produktionskapazitäten, das Fachwissen und die Ressourcen der verschiedenen Unternehmen gebündelt werden. Anders als beim Vorgänger Sperber reichte hier wieder ein Mopedführerschein, um den gedrosselten Motor mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h zu fahren. Bei diesem Kleinkraftrad im Motorrad-Design lag der Fokus hauptsächlich auf dem westlichen Markt, so dass er die Export-Bezeichnung „Star de Luxe“ erhielt. Nicht ganz so gut kam das erste Simson Mofa SL 1 aus dem Jahr 1970 an. Bis 1972 wurden lediglich 60.233 Mofas verkauft, was den zentralen Entscheidungsträgern in Berlin als zu gering erschien. Hintergrund war, dass alle Bauteile so miteinander verbunden sein sollten, dass sie bei Verschleiß oder technischer Innovation austauschbar sind - ein Plädoyer für Langlebigkeit.

Die Simson S51 Ära

In den 1950er Jahren entwickelte Simson das Modell S 51, das zu einem der bekanntesten und meistverkauften Motorräder der DDR wurde. Es hatte einen Zweitaktmotor und war in verschiedenen Versionen erhältlich, einschließlich der S 51 B, S 51 C und S 51 E. Das Modell wurde in großen Stückzahlen produziert und erfreute sich großer Beliebtheit bei jungen Menschen in der DDR.

Im Jahr 1980 ging die S51 in Serie, gefolgt vom neuen Schwalbe-Modell KR 51/2. Diese Modelle verfügten über das komplett neu entwickelte Triebwerk M 531/541 mit optional 3- oder 4-Gang-Ziehkeilgetriebe, Tellerfederkupplung und verbesserten Verbrauchs-, Geräusch- und Abgaswerten. Das 1981 vorgestellte Enduro-Modell S 51 E bestach durch ein Vierganggetriebe, eine elektronische Zündung, einen hochgelegten Schalldämpfer mit Wärmeschutzgitter, einen Sportlenker und verstellbare Federbeine.

Im Januar 1983 startete die Serienproduktion. Später im Jahr erfolgte der Produktionsbeginn der S 70, die wiederum als Leichtkraftrad eingestuft wurde. Zack auf Zack ging es 1985 mit der Entwicklung der neuen Roller-Generation als technische Ablöse für die Simson Schwalbe weiter. 1986 startete der SR50 in Serie, nur ein Jahr später ergänzt durch ein Modell mit Elektrostarter. Im Jahr 1989 folgte die Serienüberleitung der /1 Modelle. Simson stellte alle Simson-Mokicks und Roller auf ein 12-Volt-Bordnetz um und rüstete sie größtenteils mit plastpulverbeschichteten Teilen aus.

Das Ende der DDR und die Nachwendezeit

Während der Wende 1989/1990 wurde das volkseigene Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ Simson Suhl unter die Treuhandverwaltung gestellt. Es wurde formal in zwei Gesellschaften, die Simson Fahrzeug GmbH und die Jagd- und Sportwaffen GmbH, überführt. 1991 erscheint die S 53 CX mit Rädern aus Aluminiumguss und Scheibenbremse.

Doch infolge der politischen Veränderungen brach der Exportmarkt für Simson abrupt zusammen und auch die Inlandsnachfrage sank drastisch. Die Mehrheit der mittlerweile 4.000 Mitarbeiter wurde entlassen. Im März desselben Jahres wurde die Liquidation durch den Vorstand der Treuhandanstalt eingeleitet, was dazu führte, dass die Produktion zum 31. Ende 1991 schlossen sich ehemalige Mitarbeiter zur „Suhler Fahrzeugwerk GmbH“ zusammen und nahmen Anfang 1992 die Produktion unter dem bekannten Markennamen Simson wieder auf. Zu Beginn wurden die bekannten Typen mit geringfügigen Modifikationen weiterproduziert. Die beliebte 60-km/h-Version fiel weg, da die entsprechende DDR-Regelung, die Kleinkrafträder bis zu 60 km/h erlaubte, nicht im bundesdeutschen Recht übernommen wurde. Dennoch gelang es, eine begrenzte Produktion aufzubauen.

Die Simson-Modelle nach der Wiedervereinigung

1992 bekam die S53 OR ihre Chance und es wurde das Lastendreirad SD 50 in die Produktion aufgenommen, um eine spezifische Marktnische zu bedienen. Ab 1993 wurden optische und technische Änderungen vorgenommen, die Modelle dem Zeitgeist angepasst und griechische Buchstaben als Modellbezeichnungen eingeführt, um die neuen Simson-Fahrzeuge von den Gebrauchtfahrzeugen abzuheben.

Neuheiten waren die Einführung des SR 50 X im Jahr 1993 und Kooperation mit der Hotzenblitz Mobile GmbH & Co. KG. Zeitgleich wurde der Roller SR 50/1 optisch überholt und als SR 50/1 gamma produziert. 1994 folgten die Mokick-Modelle S 53 alpha und S 53 beta. Im gleichen Jahr ging der Elektroroller SR 50 E in Serie. Obwohl er technologisch seiner Zeit voraus war, konnte er aufgrund der ungleichen Qualität der verfügbaren Akkus nicht die gewünschten Erfolge erzielen. Aufgrund seines hohen Verkaufspreises von über 5.000 DM wurde er auch nur in geringen Stückzahlen verkauft.

Der Star SRA 50, eine vollständig neue Entwicklung mit Triebwerks-Schwinge und Zentralfederbein, sollte zum neuen Verkaufsschlager auch in den westlichen Bundesländern werden. Auch der S 53 Habicht wurde als modernisierte Variante des S 53 in die Produktion aufgenommen. Die Einführung des Mofa-Rollers SR 50/1 MXG und des Mofa-Mokicks S 53 M alpha führte zu einer bedeutenden Belebung des Marktes. Allerdings verkauften sich die neu entwickelten Fahrzeuge schlecht. Sie wiesen verschiedene konstruktive Mängel auf und konnten nicht mit den bewährten DDR-Modellen konkurrieren. Zudem durften Jugendliche nun durch eine Änderung des Fahrschulrechts bereits ab 16 Jahren Motorräder bis 125 ccm mit begrenzter Leistung (15 PS) fahren. Dadurch brach der Markt für die Kleinkrafträder mit 70 ccm vollständig weg.

Die letzten Jahre der Simson-Produktion

1997 wurde die "Simson Zweirad GmbH" mit Hilfe der TIB (Thüringer Industrie Beteiligungsgesellschaft) gegründet. Künftig ist diese verantwortlich für Marketing und Vertrieb sowie Neuentwicklung von Simson-Produkten. 1998 wagte Simson mit einer neuen Motorradentwicklung den Sprung in die 125er-Klasse. Ihr neues Modell Schikra MS 125 vor, doch es traten erhebliche Probleme aufgrund zahlreicher Qualitätsmängel auf. Im Jahr 1999 wurde mit dem Fun Bike MSA 50 Spatz ein völlig neuer Marktsektor betreten. Dieses Fahrzeug erwies sich als äußerst vielseitig und passte perfekt für Freizeitaktivitäten, Caravaning, Campingausflüge, als zuverlässiges Fahrschulfahrzeug sowie als praktisches Gefährt für den Stadtverkehr. Eine besondere Anerkennung erhielt der Spatz durch den Gewinn des Designpreises Thüringen im Jahr 1999. Als reiner Einsitzer konzipiert wurde er allerdings nicht den erhofften Erwartungen gerecht.

Im Jahr 2000 wurde die Schikra 125 Sport auf den Markt gebracht. Ein neuer Investor, das Engineering-Unternehmen KONTEC unter Geschäftsführer Klaus Bänsch, setzte die Produktion ab Juni 2000 unter dem Namen „Simson Motorrad GmbH & Co KG“ mit deutlich weniger Mitarbeitern fort. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wurden weiterhin innovative Modelle wie der Insect, Schwalbe II, das Kick-Board Raven und ein Superbike Simson Hyper-Bike entwickelt. Nennenswerte Umsätze wurden mit den ambitionierten Entwürfen jedoch nicht erzielt. Im Gegenteil, Raven und Insect schafften es nicht über die Entwicklungsstufe der Funktionsmuster hinaus. Die Entwürfe zeigten eine klare Fehleinschätzung der tatsächlichen Marktnachfrage und der Möglichkeiten des Produktionsstandorts in Suhl. Fehler im Management führten zu ständigen Lieferproblemen. Auch das Image der Traditionsmarke litt durch den Vertrieb von billigen Importfahrzeugen unter dem Namen Simson. Mit überarbeitetem Design präsentierte sich Simson 2001 noch einmal auf den deutschen Leitmessen.

Die Modelle SC und TS wurden durch die besten Komponenten aus Habicht, Sperber und Fighter entwickelt (die damit aus dem Sortiment gingen). Infolgedessen wurde auch der Roller Simson Star aus dem Programm genommen. Zur Erweiterung des Angebots an sportlichen Motorrädern wurden Importmodelle wie das 125 SM und 125 GS von der französischen Firma "HRD" eingeführt.

Am 01. Oktober 2002 wurde das Insolvenzverfahren über die Firma Simson Motorrad GmbH eröffnet. Die letzte Produktionsschicht endete am 27. Im Februar 2003 erwarb die seit 1993 bestehende MZA (Meyer-Zweiradtechnik-Ahnatal) GmbH im Zuge der Zwangsvollstreckung den Großteil der Vermögenswerte von Simson, einschließlich Waren- und Lagerbestände, Produktionsvorrichtungen, Zeichnungs- und Urheberrechte sowie die Nutzung des Markennamens Simson.

Die Simson S51 - der Klassiker

Das Modell S51 war eines der bekanntesten und meistverkauften Motorräder, das von Simson produziert wurde. Es wurde erstmals 1980 auf den Markt gebracht und wurde bis zur Einstellung der Produktion im Jahr 2002 hergestellt. Die S51 wurde als Nachfolger des Modells S50 entwickelt und war in verschiedenen Versionen erhältlich, einschließlich der S51 B, S51 C, S51 E, S51 N und S51 Enduro.

Die S51 hatte einen luftgekühlten Zweitaktmotor mit einem Hubraum von 50ccm. Die Leistung variierte je nach Version und lag zwischen 2,5 und 4,4 kW. Die Höchstgeschwindigkeit betrug etwa 60-80 km/h, je nach Version und Zustand des Fahrzeugs.Das Modell hatte eine robuste Konstruktion und war für den Einsatz auf unebenem Gelände geeignet. Es hatte eine Federgabel und eine Federung am Hinterrad, die für eine gute Stoßdämpfung sorgte. Die S51 hatte auch ein zuverlässiges Bremssystem mit Trommelbremsen an beiden Rädern.

Ein weiteres Merkmal der S51 war ihre vielseitige Konfiguration. Es gab verschiedene Ausstattungsvarianten, einschließlich der Basisversion, die für den täglichen Gebrauch konzipiert war, sowie der Enduro-Version, die für den Einsatz im Gelände geeignet war. Es gab auch eine "N" Version, die speziell für den Einsatz auf Straßen konzipiert war und mit einem stärkeren Motor ausgestattet war.

Die S51 ist auch für ihre einfache Wartung und Reparatur bekannt. Viele Besitzer können kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten selbst durchführen. Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist auch ein großer Vorteil für Besitzer von Simson-Motorrädern. Insgesamt war die S51 ein zuverlässiges und vielseitiges Motorrad, das in der DDR und in anderen Ländern sehr beliebt war. Heute hat die S51 unter Simson-Enthusiasten einen Kultstatus erreicht und wird von vielen als Symbol der Ostdeutschen Kultur und Geschichte angesehen.

Erich Übelacker - Chef-Designer der Simson-Modelle

Der Chef-Designer der Simson-Modelle war Erich Übelacker. Er war ein erfahrener Ingenieur und Designer, der während seiner Karriere viele bekannte Fahrzeugmodelle entworfen hat. Übelacker war in den 1960er und 1970er Jahren bei Simson tätig und war maßgeblich an der Gestaltung vieler Modelle beteiligt, darunter die Schwalbe und die S50- und S51-Modelle.

Einer der bekanntesten Entwürfe von Übelacker war die Simson Schwalbe, die 1964 auf den Markt gebracht wurde. Die Schwalbe war ein echtes Kultmotorrad und wurde zu einem der bekanntesten Symbole der DDR. Übelacker war auch an der Gestaltung der S50- und S51-Modelle beteiligt, die ebenfalls sehr erfolgreich waren und bis heute bei vielen Simson-Enthusiasten beliebt sind.Übelacker hatte auch einen großen Einfluss auf das Design von anderen Fahrzeugen, darunter das Trabant-Auto, das ebenfalls in der DDR produziert wurde. Er war bekannt für seine klaren, funktionalen Designs und seine Fähigkeit, einfache und effektive Lösungen zu finden, um komplexe Probleme zu lösen.Obwohl die Produktion von Simson-Motorrädern bereits vor einiger Zeit eingestellt wurde, ist der Einfluss von Erich Übelacker und seinen Designs auf die Motorradindustrie und die Fahrzeugkultur weiterhin spürbar.

Innovationen der Simson-Modelle

Die Simson-Motorräder waren für ihre fortschrittliche Technologie und ihre innovativen Funktionen bekannt. Hier sind einige Beispiele für die Innovationen, die die Simson-Modelle im Laufe der Jahre hervorgebracht haben:

  • Zweitaktmotoren: Simson war einer der ersten Motorradhersteller, der Zweitaktmotoren in seinen Motorrädern einsetzte. Diese Motoren waren leistungsfähiger und effizienter als die zu dieser Zeit üblichen Viertaktmotoren.
  • Elektronische Zündung: Simson war einer der ersten Motorradhersteller, der elektronische Zündungen in seinen Modellen einsetzte. Diese Technologie verbesserte die Leistung und Zuverlässigkeit der Motorräder.
  • Scheibenbremsen: Die Simson-Modelle waren einige der ersten Motorräder, die mit Scheibenbremsen ausgestattet wurden. Dies verbesserte die Bremsleistung und erhöhte die Sicherheit für den Fahrer.
  • Gabel- und Federungssysteme: Die Simson-Motorräder waren mit fortschrittlichen Gabel- und Federungssystemen ausgestattet, die für eine reibungslose Fahrt auf unebenem Gelände sorgten.
  • Vielseitige Konfiguration: Viele Simson-Modelle, einschließlich der S51 und der Schwalbe, waren in verschiedenen Konfigurationen erhältlich, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten waren. Zum Beispiel gab es Versionen für den täglichen Gebrauch, für das Gelände und für die Straße.
  • Einfache Wartung: Simson-Modelle waren bekannt für ihre einfache Wartung und Reparatur. Viele Besitzer konnten kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten selbst durchführen, was dazu beitrug, die Betriebskosten niedrig zu halten.

Insgesamt waren die Simson-Modelle aufgrund ihrer fortschrittlichen Technologie und ihrer innovativen Funktionen bei den Kunden sehr beliebt. Viele dieser Technologien und Funktionen wurden später von anderen Motorradherstellern übernommen und sind heute immer noch in vielen modernen Motorrädern zu finden.

Der Kult um Simson lebt weiter

Es gibt viele Gründe, warum der Kult um die Simson-Modelle heute noch lebt. Hier sind einige der wichtigsten Gründe:

  • Nostalgie: Für viele Menschen, insbesondere für diejenigen, die in der DDR aufgewachsen sind, sind die Simson-Motorräder ein Symbol für ihre Kindheit und Jugend. Die Erinnerungen an die Abenteuer, die sie auf ihren Simson-Motorrädern erlebt haben, haben eine starke emotionale Bindung zu diesen Motorrädern geschaffen.
  • Einzigartiges Design: Die Simson-Motorräder haben ein einzigartiges Design, das sich von anderen Motorrädern unterscheidet. Das ikonische Design der Schwalbe und der S50- und S51-Modelle ist unverwechselbar und macht diese Motorräder zu einem begehrten Sammlerstück.
  • Erschwinglichkeit: Viele Menschen schätzen die Erschwinglichkeit der Simson-Motorräder im Vergleich zu modernen Motorrädern. Da die Produktion der Simson-Motorräder bereits eingestellt wurde, sind sie auf dem Gebrauchtmarkt verfügbar und oft zu einem erschwinglichen Preis erhältlich.
  • Einfache Wartung und Reparatur: Die Simson-Motorräder sind für ihre einfache Wartung und Reparatur bekannt. Viele Besitzer können kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten selbst durchführen, was dazu beiträgt, die Betriebskosten niedrig zu halten.
  • Exklusivität: Da die Simson-Modelle nicht mehr produziert werden, sind sie zu einem exklusiven Sammlerstück geworden. Die begrenzte Verfügbarkeit dieser Motorräder hat dazu beigetragen, dass sie bei Sammlern und Enthusiasten begehrt sind.

MZA widmet sich der Herstellung von Ersatzteilen für fast alle Simson-Modelle und setzt damit die Tradition der zuverlässigen Zweitakter - ganz im Sinne des Gestalters Karl Clauss Dietel - fort. Wenn Sie gerne schrauben und basteln oder am Tuning Ihrer Simson interessiert sind, finden Sie originale MZA-Ersatzteile aber auch hochwertige Replikate bei uns im Shop. Auch an Mofa und Moped ist der technische Fortschritt nicht spurlos vorübergegangen. Das klassische Design wird nur im Rahmen einiger Retro-Modelle weitergeführt, längst wird der Markt vom relativ einheitlich wirkenden Motorroller dominiert.

In den vergangenen Jahren sind viele neue Clubs entstanden, in denen sich Fans organisieren und über ihre klassischen Mofas, Mopeds und Mokicks austauschen. Diesbezüglich ist festzustellen, dass oft ein direkter Markenbezug existiert. So sind vor allem zahlreiche Simson Fanclubs entstanden. Die meisten Fanclubs sind verständlicherweise in den neuen Bundesländern zu finden. Doch auch im Westen hat sich zuletzt eine ganze Menge getan. Die meisten Westbürger kannten die Simson Fahrzeuge zunächst nicht und schenkten ihnen daher kaum Beachtung.

Vermutlich ist es genau dieses Schicksal, das den Simson Mopeds zu ihrem Kultstatus verholfen hat. Weil es keine neuen Fahrzeuge ab Werk mehr gibt, konzentrieren sich die Fans auf die alten Modelle, die glücklicherweise immer noch leicht zu beziehen sind.

Übersicht der Simson Modelle

Modell Produktionszeitraum Besonderheiten
SR1 1955-1957 Erstes Moped von Simson
KR50 1958-1964 Erster Kleinroller von Simson
Schwalbe KR51 1964-1986 Kultroller der DDR
S50 1975-1980 Vorgänger der S51
S51 1980-1991 Meistgebautes Kleinkraftrad Deutschlands
S53 1990-1996 Modernisierte Version der S51

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