Sinnlos im Weltraum Moped Review

Nachdem sie um die Jahrtausendwende unter dem Namen ACID GROOVE firmierten und Bands wie u.a. die H-BLOCKX supporteten, sind die Ulmer seit 2015 nun unter dem Banner RAMBOMESSER unterwegs. Eine Auszeichnung für das selbstbetitelte Demo bekam das Quartett bereits im Metal Hammer. Es folgten Gigs in und um Ulm herum, sowie einige im nahegelegenen Österreich und der Schweiz. Das übliche Prozedere eben.

Mit „Krawall am Kiosk“ legen die Jungs nun nach. Mit fünf neuen Songs starten RAMBOMESSER nun in ihre EP (die anderen fünf Stücke sind die des Demos) und legen die Messlatte dabei gleich hoch an. Der Opener „Action Star“ überzeugt durch einen zwingenden Groove und sägende Riffs. Hinzu kommen ironisch angehauchte Lyrics (die sich über die ganze Platte ziehen), die der Musik ein wenig die Ernsthaftigkeit nehmen ohne dabei in Kalauerregionen abzudriften.

RAMBOMESSER sind hörbar darauf bedacht Abwechslung in die Rille zu bringen. Das gelingt ihnen über weite Strecken auch sehr gut. So kann „7 Jahre Moabit“ beispielsweise mit einem unüberhörbaren SEPULTURA-Einschlag zu „Chaos A.D.“-Zeiten punkten. Dazu schaffen es RAMBOMESSER ihren Songs teilweise richtig packende Grooves an die Hand zu geben, wie es auch in „Reih dich ein“ der Fall ist. Das haben die Jungs echt gut drauf. Als Zuhörer kann man kaum die Füße still halten bei den Songs der Band.

Ein kleines Manko ist allerdings die mitunter fehlende Ohrwurmdichte auf dem Album. Zwar schaffen es RAMBOMESSER nicht auf komplette Albumdistanz den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, aber das ist nur ein kleiner Wermutstropfen. Denn im Prinzip machen die Songs mächtig Spaß und das ist letztlich das was zählt. Natürlich gewinnen RAMBOMESSER keinen Blumenstrauß für Originalität, aber ich kann mir vorstellen, dass die Musik live echt gut daher kommt.

"Evil Dead" Remake

Die "Kinofesttage" gehen weiter. Gestern Abend habe ich mich an das Remake zu "Evil Dead" oder Tanz der Teufel ran gewagt. Was mich von Anfang an ansprach, war die Tatsache, dass die Produzenten des Films komplett auf CGI Effekte verzichtet haben. Sie nahmen Masken, Schminke, Prothesen und was weiß ich noch.

Horrorfilme haben bei mir schon immer Angst ausgelöst. Ich mag das Adrenalin was bei mir im Körper ausgeschüttet wird, mag es im Sessel zu sitzen und den Film teilweise durch zwei Finger zu schauen. Und so war es auch hier. Mia ist drogensüchtig und will einen kalten Entzug machen. Dazu fährt sie mit drei Freunden und ihrem Bruder Eric in eine Hütte im Wald. Unter einer Kellerlucke finden sie ein Buch, welches Bilder und eine Art Zaubersprüche, die das Böse rufen, beinhaltet.

Natürlich werden ein paar Zaubersprüche ausgesprochen und schon kommt das Böse zur Hütte und setzt sich erst mal in Mia fest, obwohl natürlich alle Glauben, dass der Drogenentzug ihr so zu schaffen macht. Dann nimmt alles seinen Lauf. Das Teilnehmerfeld wird nach und nach kleiner, wobei auf kreative Art und Weise gestorben werden darf. Alles ist dabei und erlaubt, von der klassischen Kettensäge über eine Nagelpistole bis hin zum einfachen Cuttermesser. Gott sei dank gab es auch kein Drecks Hollywood Ende, was man kurz befürchten musste. Der Film geht straight seinen Weg. Und das ist auch gut so. Ist bei solchen Filmen nicht so wichtig.

Auffällig ist sicher Mia, gespielt von Jane Levy, die das alles in allem sehr gut macht. Die Panik in ihren Augen, als sie vom Bösen auf recht eklige Weise gefangen genommen wird, kommt sehr gut rüber. Auch der Wechsel zwischen ihrem selbst und dem Bösen macht sie sehr gut. Alle anderen liefern das ab, was für einen Horrorfilm nötig ist. Nicht mehr und nicht weniger. Hat alles gepasst. Auch finde ich es sehr gut, dass Regisseur Fede Alvarez ausschließlich auf junge, recht unbekannte Schauspieler setzt. Hätte man einen Etablierten genommen, wäre zu viel von ihm/ ihr abhängig gewesen und sicherlich hätte man sich dann auch nicht so entfalten können.

Im Vergleich zum Original machen die fünf Leute ihre Sache sehr viel besser als der Cast aus dem Original. Es wird nicht so viel "sinnlos" rumgeschrien, dadurch wirkt es nicht so gekünstelt und unecht. Wie schon oben erwähnt, verzichtet das Duo Alvarez/ Ramini weitestgehend auf CGI Effekte, was dem Film sehr gut tut. Man sieht an einigen Stellen, dass das echte Effekte sind und nix am Computer nachbearbeitet oder eingefügt wurde. Knackende Knochen, eingerissenes Fleisch, abfallende Arme, all das sah ganz gut aus. Durch das Verwenden von klassischen Spezialeffekten behält der Film auch seinen dreckigen Look, den man aus dem Original kennt.

Natürlich kann man durch die heutigen Mittel einige Sache sehr viel genauer darstellen. So finde ich die Schlingpflanzenszene deutlich gelungener als im Original, was sicher dem höheren Budget (Teil 1 hatte damals keine halbe Millionen Dollar zur verfügung) und der besseren Technik zu verdanken ist. Vieles wirkt auch nicht so albern und lächerlich wie im Original, z. B. die Lachszene von Linda, die man ja nicht wirklich ernst nehmen kann. Im Remake bekommt man deutlich mehr zu sehen. Egal ob es sich um Masken, Splattereffekte, Blut, Körperabscheideszenen oder sonst was handelt.

Grundstorymäßig wurde der Drogenentzug von Mia mit reingenommen, welchen es im Original nicht gibt. Dies ist meiner Meinung nach auch nur Mittel zum Zweck und bereichert die Story ein wenig. Im Original wird das Böse durch ein Tonbandgerät heraufbeschworen, im Remake durch das zufällige Aussprechen einiger Worte aus dem Buch. Auch bekommt man das Buch intensiver und öfter zu sehen, sowie mehrere Bilder aus dem Buch, was im 81er Film nicht der Fall ist. Ein paar Tötungsszenen sind anders, aber das ist sicher okay. Es wird niemand mit nem Bleistift gepiekst. Ein Eins-zu-Eins Remake will ja auch niemand sehen (wie bei Funny Games).

Im Original gibt es die Beziehungsgeschichte zwischen Ashley und Linda. Hier ist es die Geschwisterbeziehung zwischen Mia und Eric. Gut finde ich auch, dass beide männlichen Hauptdarsteller ihrem weiblichen Gegenstück eine Kette schenken. Vor allem am Schluss wurde viel zu verändert. Da erinnert nicht mehr viel ans Orginal (8-mm Film im Keller, Grabauferstehungsgeschichte, letzte Schlacht, der Tod vom Bösen). Cool gemacht ist auch, dass im Abspann die Tonbandansage aus dem Original noch mal erzählt wird und nach dem Abspann kurz Bruce Cambell zu sehen ist. Gibt sicher noch ein paar mehr Unterschiede, für mich waren das die auffälligsten und wichtigsten.

Auf jeden Fall handelt es sich hier um ein Remake der deutlich besseren Art. Kurzweilig, straight, recht brutal. Sinnvoll finde ich auch, dass sie die Figur "Ash" komplett rausgenommen haben. Ich glaube, dass hätte dem Film nicht wirklich gut getan.

LEGO Sets im Jahr 2019 zu teuer?

Sind LEGO Sets im Jahre 2019 zu teuer? Reizt LEGO das Limit aus? Oder gibt es nur einige Ausreißer? Habt ihr in diesem Jahr ein Set nicht gekauft, weil es euch zu teuer ist? Wartet ihr auf Rabatte? Äußert euch wie immer in den Kommentaren.

Immer wieder wurden in diesem Jahr die Preise bei LEGO Sets kritisiert. Auch wir haben in Reviews stets darauf hingewiesen, wenn uns ein Preis zu hoch erschien. Alle exklusiven Sets der letzten Jahre findet ihr in unserer Datenbank. In der Kritik, bezüglich der Preisstruktur, standen zuletzt vor allem die LEGO Creator Expert Eckgarage 10264, das Ideas Steamboat Willie 21317, die Jurassic Park T. Rex‘ Verwüstung 75936 (au weia, das Review steht noch aus… kommt!) und aktuell der LEGO Disney Zug und Bahnhof 71044.

Zum Allrad Xtreme-Geländewagen 42099 ist zu sagen: Hier haben die kritischen Stimmen binnen weniger Tage extrem zugenommen. André sitzt fleißig am Zusammengebaut-Review, das bald online geht. Und womöglich hat von euch ja auch schon jemand das Set gekauft. Es gibt noch viele weitere Bausätze, die aufgrund der UVP (unverbindliche Preisempfehlung) in der Kritik standen.

Star Trek: Discovery

900 Jahre nach Picard: Die Discovery entdeckt Spuren der Progenitoren, der Spezies, die laut “Next Generation” für alles Leben im Universum verantwortlich sind. Man kann und muss “Discovery” viel vorwerfen: Schlechte Drehbücher, Plotholes so groß wie eine Subraumspalte und eine unerträglich overactende Hauptdarstellerin, die immer so aussieht, als ob sie gleich anfängt zu heulen.

Als die Serie 2017 startete, war sie vor allem ein radikaler Bruch mit bisherigen Star-Trek-Gewohnheiten. “Monster of the Week”-Folgen gab es nur noch in Ausnahmefällen, stattdessen konzentrierte sich “Discovery” auf einen Handlungsbogen über eine gesamte Season, wie ein 13 Stunden langer Spielfilm. Dabei fokussierte man nicht mehr auf ein klassisches Ensemble um eine Brückcrew, sondern auf eine Person, die dann leider oft wie Space-Jesus wirkte.

All das führte dazu, das ein ordentlicher Teil der Hardcore-Trekker “Discovery” bis heute inbrünstig hasst. Aber: Gerade WEIL Discovery ganz anders war und sehr mutig alles über Bord beamte, was klassisches “Trek” war, hat es das Franchise grundlegend erneuert.

Wäre “Strange New Worlds”, eine klassische Raumschiff Enterprise-Serie, als erstes an den Start gegangen, hätten viele gegähnt und gesagt: “Ach guck, sie machen GENAU das selbe wie in den letzten 50 Jahren, laaaangweilig!” Erst durch das radikale Anderssein hat Discovery Serien wie SNW (das ein Spin-Off von Discovery ist) überhaupt ermöglicht.

Ich persönlich hatte einen gemischten Start mit Discovery. Ich mochte die Prämisse der Show nicht zeitlich VOR Kirk angesiedelt zu sein, denn ich wollte endlich wissen wie es NACH “Next Generation” weiterging. Die erste Staffel krankte zudem an schlechten Designs (diese Klingonen!), seltsamen Ideen (ein Warpantrieb auf Basis von PILZEN?!) und holperiger Erzählung.

Staffel zwei machte dann ein spannendes Mysterium auf und ballerte am Ende die Discovery 900 Jahre in die Zukunft, und damit nicht nur in eine Zeit nach TNG, sondern auch nach dem Ende der Sternenflotte. Spätestens jetzt war ich hooked und verfolgte jede neue Episode. Die waren mal besser, mal schlechter, aber in Summe kam auf jedes schlechte Drehbuch drei gute.

Nun also die fünfte und letzte Season, und die ist wirklich sehr gut geschrieben und umgesetzt. Die anderen Charaktere bekommen etwas mehr Raum, die neue “Nummer 1” ist ein hervorragender Knurrhahn mit einer echten Entwicklung, und das Ende ist befriedigender als manche der vorherigen Staffeln. Ich hatte viel Freude mit “Discovery”. Die BluRay-Box mit der ganzen Serie bietet exzellentes Bild und tollen Ton, leider ist die “Short Treks”-Anthologie nicht dabei. Schade, zeigt doch der Kurzfilm “Calypso”, wie es nach dem Ende der Show mit der Discovery weiter ging.

Weitere Film- und Serienbesprechungen

  • Section 31: Michelle Yeoh ist die Ex-Imperatorin des Spiegluniversums von “Discovery” und gestrandet in unserem Universum. Als eine seltsame Waffe auftaucht, wird Yeoh von Section 31 rekrutiert, jener geheimen Organisation, die immer dann tätig wird, wenn die Sternenflotte sich nicht die Hände schmutzig machen will. Dieser Film ist Schmutz. Alles hier ist schlecht.
  • Mobland: Die Harringtons sind eine schreckliche Familie und alles andere als nett. Von ihrem Landsitz in den Cotswolds aus lenkt Patriarch Pierce Brosnan die Gangstergeschäfte in London, immer unterstützt von seiner Frau Helen Mirren und seinen ehelichen und unehelichen Kindern und Enkelkindern. Die Handlung ist für die 10 Episoden mal wieder zu dünn.
  • Dream of the Endless, the Lordshaper, Morpheus: Der Herrscher des Traumreichs hat viele Namen. Seit das erste Wesen begonnen hat zu träumen gibt es ihn, nur seine Schwester Death und sein Bruder Destiny sind älter als er. Diese und andere Fragen beantwortet die zweite und letzte Staffel von “Sandman” und nutzt dabei, genau wie die 2.000 Seiten umfassende Graphic-Novel-Vorlage, eine anthologische Erzählweise. Jede Geschichte für sich ist faszinierend, alle zusammen bilden einen übergreifenden Handlungsbogen.

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