SKS Rennrad Schutzbleche im Test: Trocken durch jedes Wetter

Der Sommer war für Rennradfahrer eine Herausforderung. Häufige Regenfälle machten Schutzbleche zu einem Muss für ausgedehnte Touren. Nun beginnt die Saison für Fahrten bei schlechtem Wetter, daher ist es Zeit für einen Test von Modellen zur Fest- und Schnellmontage.

Schutzbleche am Rennrad: Stabilität durch Streben

Das wichtigste Kriterium bleibt der Schutz vor Spritzwasser. Ein langes Schutzblech ist hierfür ideal. Festmontierte Modelle sind im Vorteil, da sie länger sind und dank stabiler Befestigung auch auf unebenem Gelände halten. "Ein Schutzblech, das ständig klappert, will ich nach fünf Minuten wieder abmontieren", sagt Sven Kordes, Chefentwickler bei SKS Germany.

Specializeds Dry-Tech Fender und die Mudhugger Steckbleche markieren die Extreme im Test bezüglich der Länge. Die Specialized-Schützer umgreifen die Räder weitläufig, während die Mudhugger nur als kurzfristige Lösung dienen.

Wichtig für beide Arten ist die einfache Montage. Steckbleche, die lange dauern, bleiben eher in der Garage. Fest montierte Bleche erfordern zwar mehr Zeit, können aber frustrierend sein, wenn Teile nicht passen. Auch moderne Marathonräder oder Gravelbikes sind davor nicht gefeit. Improvisation ist gefragt.

Kunststoff ist das bevorzugte Material. Nur Specialized verwendet wärmebehandeltes Aluminium bei seinem Testsieger-Set. Carbon-Modelle sind teuer und selten.

Optik der Schutzbleche

Viele Rennradler sehen Schutzbleche kritisch. "Der Rennradfahrer möchte sein meist teures Rad auf ein Minimum reduziert haben. Das Schutzblech darf deshalb eigentlich gar nicht auffallen", sagt SKS-Entwicklungsleiter Kordes. "Ein Porsche-Fahrer montiert ja auch keinen Dachträger an sein Auto."

Test-Fazit zu den Rennrad-Schutzblechen

Steckbleche sind schnell montiert und leicht, aber eher für gelegentlichen Einsatz geeignet. Wer wetterunabhängig fahren will, sollte fest montierte Bleche wählen. Mit den Besten bleiben Rücken und Füße auch bei längeren Regenfahrten trocken. Die Montage kann jedoch Geduld erfordern. Vor dem Kauf: Befestigungspunkte am Rad prüfen!

Kategorie 1: Schutzbleche mit fester Montage

Alle vier Modelle bieten guten Nässeschutz, jedoch ist die Montage aufwendig und erfordert Geschick.

Die Specialized Dry-Tech Fender bieten den besten Nässeschutz, da sie die Laufräder am weitesten umschließen. Sie schützen nicht nur den Fahrer, sondern auch den Hintermann. Die robusten Aluminium-Bleche sind jedoch die teuersten im Test. Das Set ist in drei Größen erhältlich und eignet sich auch für Gravelbikes.

Die Bontrager NCS reihen sich knapp dahinter ein und sind ebenfalls in drei Varianten erhältlich. Mit mehr als 600 Gramm sind sie das schwerste Set, was jedoch nicht so wichtig ist, da sie in der Regel nicht dauerhaft am Rad bleiben.

Die Procraft Rainbow erhielten die schlechteste Gesamtnote, da die Montage am meisten Geduld erforderte. Die Kanten der Schützer sind kaum gerundet, und der Kunststoff ist sehr weich. Die SKS Bluemels Shiny 35 sind tadellos verarbeitet.

In Sachen Sicherheit bieten die Schützer von Procraft und SKS einen Auslösemechanismus, der sich bei Verkeilungen löst. Diese Lösung fehlt bei den US-amerikanischen Herstellern.

Die Montage fester Schutzbleche am Rennrad braucht Zeit, da oft individuelle Anpassungen erforderlich sind. Aber auch der Anbau von Steckblechen zur gelegentlichen Nutzung will vorbereitet sein.

Tabelle: Getestete Rennrad-Schutzbleche zur Festmontage

Modell Preis Breite Gewicht Fazit
Bontrager NCS 50-60 Euro 25, 35, 45 Millimeter 617 Gramm Relativ schnell zu montieren, Streben einfach anpassbar, schwerstes Set.
Procraft Rainbow 36 Euro 35, 45, 50 Millimeter 454 Gramm Geduld bei der Montage gefragt, erfüllt seinen Zweck, schützt vor Spritzwasser.
SKS Bluemels Shiny 35 Black Set 26 Euro 28 Millimeter 474 Gramm Tadellos verarbeitet, mit Sicherheits-Clip zum Lösen der Streben, Strebenlänge am hinteren Schützer war bei der Montage am Testrad weitgehend ausgereizt.
Specialized Dry-Tech Fender 80 Euro 35, 42, 55 Millimeter 595 Gramm Testsieger, exzellenter Spritzschutz, hochwertig verarbeitet, vergleichsweise schwer und teuer.

Kategorie 2: Rennrad-Schutzbleche zur schnellen Montage

Nicht alle Modelle schützen ausreichend vor Nässe und Schmutz, aber die Anbringung ist unkompliziert und schnell.

Schnellmontage-Modelle bieten weniger Nässeschutz. Die SKS Speedrocker sind hier am besten, da sie Reifen bis zu 42 Millimeter umschließen und speziell für Gravelbikes entwickelt wurden. Auch die BBB SlimGuard halten trocken, jedoch nur mit Einschränkungen. Die Schmutzfänger passen ausschließlich an Felgenbremsen-Räder mit einfachem Bremsbolzen, sind nur für Reifen bis maximal 28 Millimeter geeignet und benötigen genügend Freiraum zwischen Sitzrohr und Reifen.

Die Gravelhugger von Mudhugger sind nur bedingt empfehlenswert, da das hintere Blech nur Po und Rücken schützt. Füße und Antrieb bekommen Spritzwasser und Dreck ab. Die Befestigung mit Gummiringen und Kabelbindern ist simpel. Die Crud Roadracer MK3 lassen sich dank Klettverschlusssystems an nahezu jeder Rahmenform anbringen und mühelos ausrichten. Leider wirkt der Kunststoff billig und ist vergleichsweise weich. Mit 248 Gramm sind die Roadracer dafür das leichteste Set im Test.

Tabelle: Getestete Rennrad-Schutzbleche zur Schnellmontage

Modell Preis Breite Gewicht Fazit
BBB SlimGuard 50 Euro 28 Millimeter 365 Gramm Nur an Bremsbolzen und Schnellspannachse anbringbar, bei Aero-Rennern muss man auf das Steckblech zwischen Sitzstrebe und Sitzrohr wegen des fehlenden Freiraums verzichten.
Crud Roadracer MK3 40 Euro 38 Millimeter 248 Gramm Langes vordere Schutzblech schützt gut vor Nässe, assymetrisches hinteres hält den Antrieb relativ trocken und sauber. Abzüge gibt es wegen des Materials, der Kunststoff wirkt billig und ist vergleichsweise weich.
Mudhugger Gravelhugger Front & Rear 56 Euro 50 Millimeter 262 Gramm Bis zu 50 Millimeter breite Schlappen haben unter den Kunststoff-Blechen Platz; wenig Nässeschutz, vor allem hinten, weil das Schutzblech nur bis zu den Sitzstreben reicht. Sehr einfach zu montieren.
SKS Speedrocker 50 Euro 42 Millimeter 415 Gramm Empfehlung vor allem für Gravelbikes. Vielfältig einstellbar, guter Spritzschutz. Vergleichsweise schwer.

Montage-Tipps für Rennrad-Schutzbleche

  • Keine Eile: Die Montage fester Schutzbleche am Rennrad braucht Zeit, weil oft individuelle Anpassungen erforderlich sind.
  • Richtige Breite: Als Faustformel für die passende Breite eines Schutzbleches empfiehlt sich an beiden Rändern je ein halber Zentimeter Überstand.
  • Abstand halten: Die Schutzbleche sollten mindestens einen Zentimeter Abstand vom Reifen haben.
  • Befestigungspunkte überprüfen: Vor dem Kauf von passenden Schutzblechen sollten Sie Ihr Rennrad hinsichtlich möglicher Befestigungspunkte unter die Lupe nehmen.
  • Schutzfolie verwenden: Bei vielen Schmutzfängern zur Schnellmontage zählt eine Schutzfolie zum Lieferumfang.
  • Passendes Werkzeug: Insbesondere bei Festmontage-Schutzblechen sollten Sie daran denken, dass die Streben möglicherweise mit einem Bolzenschneider oder einer kleinen Eisensäge gekürzt werden müssen.
  • Vorsicht bei der Anpassung: Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie die Streben erst kürzen, nachdem die Schutzbleche endgültig montiert sind und Sie den Reifenfreigang überprüft haben.

Weitere Tipps zu Rennrad-Schutzblechen:

  • Schellen zum Nachrüsten: Befinden sich an Ihrem Rennrad keine Befestigungsösen, können Sie den Rahmen mit speziellen Schellen nachrüsten.
  • Spritzschutz verlängern: Um den Nässeschutz am Vorderrad zusätzlich zu erhöhen, können Sie sich selbst einen Spritzlappen basteln.

SKS Speedrocker und Raceblades im Detail

Der deutsche Hersteller SKS produziert verschiedene Tools und Anbauteile für das Fahrrad. Besonders bekannt sind Fahrradpumpen und Steckschutzbleche. Die SKS Speedrocker und Raceblades eignen sich besonders für Rennräder, Gravelbikes und Cyclocrossbikes.

SKS Speedrocker

Die SKS Speedrocker sind optimal für Gravelbikes, Cyclocrosser und Rennräder mit Scheibenbremsen. Sie bieten dank Doppelspoiler-Funktion am Vorderrad und ausziehbarem Verlängerungsprofil am Hinterrad effektiven Schutz vor Spritzwasser und Schmutz. Gefertigt aus schlagfestem Hochleistungskunststoff sind sie robust, langlebig und leicht. Die Montage erfolgt schnell und sicher mit gummierten Klett-Straps und stabilen Gummistraps.

Die Speedrocker sind kompatibel mit Reifenbreiten von bis zu 42mm. Die Montage ist flexibel und die Verbindungsstellen können beliebig an den Radstreben ausgewählt werden.

Die Speedrocker halten den Fahrer und das Fahrrad weitestgehend trocken, sind stabil und machen keine Geräusche. Die Optik ist sportlich und die Montage ist sehr flexibel. Die erste Montage kann etwas Geduld kosten.

SKS Raceblades Pro

Die SKS Raceblades sind speziell für Rennräder und sportliche Cyclocrossbikes mit schmalen Reifen konzipiert. Sie sind in zwei Fassungen erhältlich: Raceblades Pro (bis 25mm Reifenbreite) und Raceblades Pro XL (bis 32mm Reifenbreite). Die Montage ist etwas komplizierter und erfordert eine genaue Einstellung des Abstands. Die Stabilität kommt nicht an die Speedrocker heran.

Die Raceblades bieten einen guten Schutz, sind flexibel und schmiegen sich an jede Rahmengeometrie an. Sie sind optisch ansprechend und lassen sich schnell abmontieren. Sie sind jedoch nicht für Fahrräder mit breiteren Reifen geeignet.

Weitere getestete Modelle

Neben den SKS Modellen wurden auch Schutzbleche von Hebie, Ass Savers, Topeak und BBB getestet. Jedes Modell hat seine Vor- und Nachteile in Bezug auf Montage, Schutzwirkung und Kompatibilität.

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