Spanngurt Motorrad Ratgeber: Sicherer Transport für Ihr Bike

Ob auf dem Weg zum Urlaubsziel, zum Training oder zum nächsten Motorradtreffen - der richtige Transport Ihres Motorrads ist für Ihr sicheres Ankommen entscheidend. Ohne ordnungsgemäße Sicherung kann das Motorrad während der Fahrt umkippen, schwere Schäden erleiden und Sie und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.

Grundlagen der Motorradsicherung

Beim Transport eines Motorrads wirken verschiedene Kräfte wie Verzögerungs-, Vertikal-, Beschleunigungs- und Fliehkräfte. Diese können nicht verändert, aber durch geeignete Sicherungsmaßnahmen kompensiert werden. Ohne eine ausreichende Sicherung durch Spanngurte kann das Motorrad seine Balance verlieren, umkippen und das Fahrzeug und das Transportmittel erheblich beschädigen.

Spanngurte sind essenzielle Hilfsmittel für die Ladesicherung. Sie sind äußerst robust, einfach zu handhaben und bieten eine zuverlässige Methode, um sicherzustellen, dass Ihr Motorrad während der Fahrt fest an Ort und Stelle bleibt.

Die richtigen Spanngurte auswählen

Spanngurte, auch Zurrgurte genannt, sollten aus abriebfesten und langlebigen Materialien bestehen und über stabile Spitz- oder S-Haken, Schlaufen und eine zuverlässige Ratschenmechanik verfügen. Für die sichere Befestigung eines Motorrads sind in der Regel vier Spanngurte erforderlich. Diese Anzahl gewährleistet eine stabile Fixierung sowohl vorne als auch hinten am Motorrad.

Normen und Kennzahlen

Zurrgurte sollten nach der Norm EN 12195-2 gefertigt sein, die die Anforderungen an Ladungssicherungsmittel definiert. Mit der Lashing Capacity (LC) ist die Zurrkraft gemeint. Sie gibt die maximale Belastbarkeit eines Spanngurts an. Unterschieden wird dabei die zulässige Zurrkraft beim Direktzurren (LC direkt) und beim Niederzurren bzw. Zurren in der Umreifung (LC i. d. Umr.). Empfohlen wird die ein- bis zweifache Lashing Capacity des Motorradgewichts je Zurrgurt bei einer Verwendung von 4 Zurrgurten für die Transportsicherung. Schwerere Motorräder benötigen stärkere Spanngurte.

Arten von Spanngurten

Es gibt verschiedene Arten von Spanngurten, die jeweils spezifische Vorteile und Anwendungsbereiche haben:

  • Automatik-Spanngurte: Diese verfügen über eine Aufrollautomatik, die die Handhabung besonders einfach und schnell macht. Nach Gebrauch rollen sie sich automatisch auf und verhindern so Verknotungen. Beim Motorradtransport eignen sie sich vor allem für leichte bis mittelschwere Maschinen.
  • Ratschengurte: Diese Gurte sind mit einer Ratschenmechanik ausgestattet, die eine manuelle Einstellung der Spannung ermöglicht. Sie sind besonders robust und bieten eine hohe Zurrkraft, was sie ideal für schwere Motorräder macht.
  • Klemmschloss-Spanngurte: Diese nutzen ein einfaches Klemmschloss zur Fixierung und sind leicht zu bedienen. Sie bieten eine schnelle und einfache Möglichkeit, ein Motorrad zu sichern, eignen sich aber eher für leichtere Lasten.

Praktisches Zubehör für den Motorradtransport

Neben den üblichen Gurt-Sets gibt es auch spezielle Spanngurt-Systeme für die Sicherung des Motorrads beim Transport. Sie enthalten neben den Gurten zusätzlich weiteres praktisches Zubehör.

Automatik- vs. Automatik-Spanngurte sind ideal für Fahrer, die eine schnelle und intuitive Befestigung wünschen. Sie sind besonders praktisch für leichte bis mittelschwere Motorräder bis 250 kg und bieten eine einfache Handhabung. Ihre Länge lässt sich individuell einstellen. Die Gurte müssen nicht manuell eingefädelt und aufgerollt werden. Das spart Zeit und verhindert Verknotungen.

Ratschengurte eignen sich besonders für schwere Motorräder ab 300 kg, da sie eine höhere Zurrkraft bieten und somit mehr Stabilität gewährleisten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Motorradsicherung

  1. Auffahren: Motorrad mit einer Rampe auf dem Anhänger oder im Transporter verladen und das Vorderrad in einer Vorderradwippe oder gegen die Bordwand fixieren.
  2. Abspannen: Vier Spanngurte an stabilen Bauteilen wie der Gabelbrücke und dem Rahmen befestigen. Dafür zunächst den ersten Gurt auf der einen Seite leicht vorspannen, bis er nicht mehr durchhängt.
  3. Aufrichten: Anschließend die gegenüberliegende Seite anziehen, damit sich das Motorrad aufrichtet.
  4. Anziehen: Nun das Heck links und rechts sichern und alle vier Gurte noch einmal gleichmäßig anziehen, bis das Motorrad in die Federn gedrückt wird. Darauf achten, dass Spanngurte nicht zu stark angezogen sind.

Wichtige Hinweise und Tipps

  • Überprüfung der Spannung: Vor Fahrtbeginn und während der Pausen regelmäßig die Spannung der Gurte kontrollieren und wenn nötig nachziehen.
  • Keine losen Enden: Überhängende Schlaufen der Spanngurte müssen aufgerollt und befestigt werden - beispielsweise mit einem Gummiband oder Clip.
  • Spanngurte sollten an massiven Bauteilen wie dem Rahmen, der unteren Gabelbrücke oder den Fußrasten befestigt werden. Der Lenker sollte, wenn möglich, nicht belastet werden, um Beschädigungen zu vermeiden.
  • Sollte die Gabelbrücke jedoch durch eine Verkleidung nicht zugänglich sein, ist auch der Lenker ein möglicher Ansatzpunkt. Dann muss der Gurt so nah an der Gabel wie möglich angesetzt werden, um ein Verbiegen zu vermeiden.

Pflege und Wartung der Spanngurte

Überprüfen Sie die Spanngurte nach dem Motorradtransport auf Schäden und Abnutzung. Entfernen Sie eventuelle Verschmutzungen und lagern Sie die Gurte trocken und kühl, um ihre Lebensdauer zu verlängern.

Spezielle Transportmittel und Hilfsmittel

Vorderradständer

Die Ständerwippe (59,95 Euro) aus dem aktuellen Detlev Louis-Programm nimmt Vorderräder zwischen 17 und 21 Zoll auf (Reifenbreite 90 bis 130 Millimeter). Die Stabilität ist noch akzeptabel.

Auffahrrampen

Schlanke 89,95 Euro kostet diese 6,3 Kilo leichte Auffahrschiene in den Polo-Shops oder über den Versand. Die 2,16 Meter lange Alurampe ist mit 340 Kilo belastbar und lässt sich für den Transport auf kurze 1,14 Meter zusammenklappen. Mit drei Zähnen lässt sie sich auch auf Anhängern mit Standschienen auflegen. Ein Spanngurt zur Sicherung der Rampe ist beigelegt.

Hinterrad-Abspanngurt

Die perfekte Lösung bietet der Tyrefix von Acebikes (68 Euro): eine rutschfeste Auflage für den Reifen, die mit zwei stabilen Ratschengurten nach vorne abgespannt wird. Steht das Vorderrad wie hier in einer Wippe, lässt sich das Motorrad nicht schneller und effektiver transportfertig machen.

Motorradtransport auf der Fähre

Wenn ein Fährtransfer auf der Motorradtour bevorsteht, sollte man sich entsprechend vorbereiten, um unangenehme Überraschungen und Verzögerungen zu vermeiden. Alle Infos, wie ein Motorrad auf der Fähre am besten gesichert wird und was noch wichtig ist.

Vorbereitungen auf die Fährfahrt

Einige Fährbetreiber stellen den Motorradreisenden Spanngurte und Schutzmaterial zur Verfügung, andere nicht. Im Zweifel vorher bei der Fährgesellschaft anfragen - besser ist es, mindestens zwei eigene Zurrgurte und Schutzmaterial als Gurtunterlage mitzuführen.

Vor der Fährfahrt sollte man sich mit den eigenen Spanngurten vertraut machen, diese auf Beschädigungen prüfen und geeignete Abspannpunkte am eigenen Motorrad prüfen.

Tipps für eine entspannte Auffahrt

Es ist ratsam, möglichst nicht mit einem bis zur Oberkante gefüllten Tank auf die Fähre zu fahren. Bei Seegang können, wenn auch kleine Mengen, Benzin auslaufen. Außerdem lässt sich ein leichteres Motorrad einfacher sichern.

Beim Beladen großer Seefähren werden Motorradfahrer meist gleich zu Anfang des Ladevorgangs oder erst an dessen Ende in die Fähre eingewiesen. Oft herrscht bei der Beladung enormer Zeitdruck für das Personal, weshalb es manchmal hektisch zugehen kann. Hier gilt: Nicht hetzen lassen!

Tipps zur Sicherung vom Motorrad

Nicht blind darauf verlassen, dass die Besatzung das Motorrad sichert. Sicherheitshalber nachfragen, ob man selbst Hand anlegen kann, soll oder muss. Wer sich nicht zutraut, das Motorrad selbst zu verzurren und zu sichern, wendet sich an das Bordpersonal, das in der Regel gerne hilft und Fragen beantwortet.

  • Das Abstellen auf dem Seitenständer ist generell besser als auf dem Hauptständer. Dadurch hat das Fahrzeug drei feste Auflagepunkte und kann nicht ins Wackeln kommen.
  • Ersten Gang einlegen. Selbstständig einklappende Seitenständer mit einem z.B. durch das Vorderrad gefädelten Gurt nach vorne sichern.
  • Die Vorderradbremse kann zusätzlich mit einem Kabelbinder oder Ähnlichem angezogen werden. Weil es beim Verlassen der Fähre wieder zügig gehen muss, ggf. Seitenschneider im Tankrucksack parat legen.

Produktübersicht: Spanngurte und Zubehör

Hier eine Übersicht verschiedener Spanngurte und Zubehörprodukte, die für den Motorradtransport geeignet sind:

Produkt Beschreibung Preis (ca.)
ABUS Zurrgurte (Viererset mit Klemmschlössern) Besonders reichhaltiges Sortiment von ABUS-Zurrgurten 19,99 Euro
Racefoxx Ratschen- und Abspanngurte Paketlösung mit gepolsterten Schlaufen und Automatik-Ratschengurten 19,90 Euro/Paar (Ratschengurte), 9,90 Euro (Schlaufen)
Touratech Ratschen-Spanngurt Ratschen-Spanngurt mit Klettende fürs Verstauen 14,90 Euro
Ratioparts Ratschengurt mit Aufrollmechanismus Ratsche mit Aufrollmechanismus, belastbar bis 250 daN 19,95 Euro
Joubert Zurrgurtset Sechserpack Spanngurte mit Ratsche, geprüft nach EN 12195-2 29,95 Euro (Aktionspreis)
Zurrschienen.com Motorradständer MS-2 Hochwertiger Motorradständer mit leichtgängiger Wippmechanik 209 Euro

Mit diesen Informationen und Hilfsmitteln steht einem sicheren Motorradtransport nichts mehr im Wege. Gute Fahrt!

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