Ducati Monster SP: Ein Fahrbericht

Mit feinster Ausstattung, einem spritzigen Motor und agilem Handling verspricht die Ducati Monster SP viel Fahrspaß auf verwinkelten Strecken. Wie breit das Grinsen im Sattel der Italienerin wirklich wird, haben wir auf der Costa Brava, Spaniens bester Küstenstraße, überprüft.

Die Costa Brava: Ein Paradies für Motorradfahrer

Zumindest für mich ist die Costa Brava die beste Küstensstraße, die ich bisher erfahren durfte. Auf ca. halbem Wege zwischen Barcelona und Girona warten hier 20 Kilometer feinster Asphalt, mit herrlich eng gezogenen Kurven, die sich dicht an dicht reihen und nebenbei Ausblicke auf Klippen, Sandstrände und das weite Meer bieten. Obendrein herrscht hier abseits der Hauptsaison so gut wie kein Verkehr, was die Costa Brava nahezu perfekt macht.

Falls ihr diese traumhafte Straße eines Tages selbst nachfahren und genießen wollt, dann findet ihr hier die Calimoto-Route zur Costa Brava mit der Ducati Monster SP.

Die Ducati Monster SP im Detail

Bevor wir mit der Monster SP jedoch in die geschwungenen Radien der Costa Brava eintauchen, gilt es die Merkmale der Monster SP zu erläutern.

Fahrwerk und Bremsen

  • Öhlins Fahrwerk: NIX 30 Upside-Down Telegabel mit 43 mm Durchmesser und 140 mm Federweg und Federbein mit 150 mm Federweg.
  • Brembo Stylema Bremssättel auf der 320 mm Doppelscheibenanlage vorne. Hinten bleibt die 245 mm Einzelscheibenanlage von Brembo.
  • Innere Bremsscheibenringe an der Front aus Aluminium. Spart 0,5 kg.
  • Gewichtsersparnis durch neues Fahrwerk, Bremsen und Batterie liegt insgesamt bei 2 kg.

Die Monster SP im Stadtverkehr

Doch bevor ich die Monster SP auf meiner geliebten Costa Brava entfesseln kann, gilt es den verrückten Stadtverkehr Barcelonas zu bewältigen. Hier drängen sich dicht an dicht die Bürgerkäfige, während sich Zweiräder aller Arten und Formen dazwischendrängen und jede Lücke ausnutzen. Es gilt das Recht des Flinkeren. Mit ihrer schmalen Bauform und sportlichen Antritt eignet sich auch die Monster SP zum flotten Stadtflitzer. Als Alltagsgerät kann ich sie dennoch nicht empfehlen.

Das liegt keineswegs an der Ergonomie, welche für meine 1,85 m Körpergröße gut gelungen ist. Der breite Lenker ist genau auf der Höhe positioniert, dass kaum Druck auf den Handgelenken lastet und entspanntes Fahren problemlos möglich ist, gleichzeitig aber schnell die Angriffshaltung eingenommen werden kann. Was die Monster SP aber etwas anstrengend im Großstadtdschungel macht, ist die unglückliche Kombination aus unrundem Motorlauf bei niedrigen Drehzahlen und einer schwergängigen Kupplung. Unter 3000 Touren ist der 937 cc V2-Motor außerhalb seines Wohlfühlbereichs und kommt nur sehr ruckelnd und unrund in die Gänge. Mit der Kupplung ist sich hier schnell geholfen, doch braucht diese dermaßen viel Handkraft am Hebel, dass zumindest meine zarten Journalistenhände schnell nach Erholung schreien. Auch die Abwärme des Motors macht sich im Stadtbetrieb bemerkbar.

In Summe ist die Monster SP nicht sehr gemütlich im dichten, urbanen Verkehr zu bewegen, was wenig überrascht. Denn sie ist schließlich beinahe gänzlich auf Angriff auf der Landstraße getrimmt.

Fahrwerk und Bremsen im sportlichen Einsatz

Im sportlichen Fahrbetrieb machen den größten Unterschied zur Standard-Monster das Fahrwerk und die Bremsen aus. Die güldene Farbe zeigt auf den ersten Blick, dass Ducati die Monster SP mit ganz feiner Ware ausgestattet hat.

An der Front federt eine Öhlins NIX 30 Upside-Down Telegabel mit 43 mm Durchmesser und 150 mm Federweg. Am Heck federt ein Öhlins Federbein mit 150 mm Federweg und vollen Einstellungsmöglichkeiten, wie auch auf der Gabel. Die Bremserei ist am Heck mit der 245 mm Einzelscheibe gleich geblieben, vorne werden die zwei 320 mm Bremsscheiben jedoch von potenten Brembo Stylema Bremssätteln in die Zange genommen. Diese Kombination schafft ein Vertrauen in die sportlichen Fähigkeiten der Monster SP. Denn nur wenn beim Bremsen und in Schräglage ein sicheres Gefühl da ist, öffnet sich der Gashahn ohne Zurückhaltung.

Mit der Monster SP lässt es sich sehr scharf auf den Radius zufahren. Mit kaum Kraft am Hebel und einem klaren Druckpunkt verzögert die Italienerin präzise und gleichzeitig vehement. Die knackig abgestimmte Gabel taucht dabei nur wenig und sehr berechenbar ein und lässt die Duc sauber in Schräglage kippen. Dort zieht sie stabil durch den Radius und lässt sich auch bei Bodenunebenheiten kaum aus der Ruhe bringen. Diese Stabilität ist ein richtiger Freundenspender auf stark verwinkelten Strecken, wie der Costa Brava.

Permanent wird die Monster SP von einer Seite auf die andere geworfen und begeistert dabei mit ihrer extremen Agilität und gleichzeitiger Stabilität. Beim Rausbeschleunigen geht sie auch nicht in die Knie, sondern hängt, begleitet vom zornigen Knurren aus dem Termognoni Auspuff, präzise am Gas und liefert bauchig die Leistung. Mit 93 Nm Drehmoment bei 6.500 U/min und 111 PS bei 9.250 U/min bei nur 186 kg Fahrzeuggewicht kommt man schnell auf Tempo und muss nur allzu bald den Gasgriff wieder schließen, um Portemonnaie und Führerschein zu schützen.

Im Winkelwerk erreicht man die Maximalleistung häufig aber gar nicht, sondern bewegt sich im Sweet Spot des Motors zwischen 4.000 und 9.000 Touren. Hier dreht der V2 quirlig hoch und macht richtig Spaß. Durch den serienmäßigen Quickshifter ballert man auch sportlich und knackig durch die Gänge, und das überraschenderweise nicht nur im sportlichen Betrieb. Auf der Multistrada V2 S im letzten Jahr war es noch so, dass außerhalb des Wohlfühlbereichs des Motors in den niedrigen Drehzahlen auch der Quickshifter rumzickte. Doch auf der Monster SP gelingen unabhängig von der Fahrsituation alle Schaltvorgänge sauber und schnell, außer zwischen dem ersten und zweiten Gang. Dieses ebenfalls von anderen Ducati-Modellen bekannte Problem tritt vor allem beim sportlichen Anfahren von Kurven auf. Selbst mit Nachdruck lässt der Quickshifter manchmal nicht das Zurückschalten in den ersten Gang zu.

Elektronik und Assistenzsysteme

Abgesehen von dieser einen Unregelmäßigkeit funktionieren die zahlreichen elektronischen Assistenzsysteme auf der Monster SP aber einwandfrei. Der Fahrmodus Sport liefert die giftigste, direkteste Gasannahme und am meisten Fahrspaß bei guten Bedingungen. Für entspanntere Anfahrten oder bei wechselnden Straßenbedingungen empfiehlt sich der sanftere Road-Modus, wo sich das Gas sanfter entfaltet und die Traktionskontrolle empfindlicher eingestellt ist. Der eigene Fahrmodus der SP, der "Wet"-Modus, ist sehr vorsichtig und findet bei schlechten Bedingungen seinen Einsatz. Aber auch im Detail lässt sich die elektronische Regelung verstellen, von der Traktionskontrolle, bis zur Gasannahme, Launch Control und Wheelie Control. Das Bedienkonzept funktioniert dabei recht intuitiv und einfach. Wie bei anderen Ducati-Modellen wird über den Blinker-Schalter und einen Auf-Ab-Kippschalter gesteuert. Die Informationen werden auf dem 4,3-Zoll TFT-Display gut ablesbar angezeigt.

Fazit

Die Ducati Monster SP ist ein scharfes Naked Bike, das auf der richtigen Strecke maximalen Fahrspaß bieten kann. Vor allem Landstraßenräuber, die in engen Winkelwerken und auf verschlungenen Strecken auf die Jagd gehen, werden die extreme Agilität und die tolle sportliche Performance von Motor, Fahrwerk und Bremsen genießen. Abseits der sportlichen Gangart ist die Monster SP aber weniger zufrieden und zeigt das auch dem Fahrer. Seltene Schaltprobleme mit Quickshifter beim sportlichen Herunterschalten in den 1.

Spiegel Ducati Monster Arten

Sichtfeld im Vergleich zum Serienspiegel: deutlich besser, da weiter außen um den Ellenbogen herumgeschaut werden kann, sprich ich muss den Ellenbogen nicht mehr anwinkeln, um nach hinten zu sehen. Vibrationen im Vergleich zum Serienspiegel: nicht störend, gleich wie bei den Originalspiegeln.

Anmerkungen / Besonderheiten: Das Gewinde bei der 796 ist M8, von vorne gesehen links Linksgewinde, rechts Rechtsgewinde. Alle Schrauben, die mir wichtig vorkommen, markiere ich mit einem Edding 8750. Die Spiegelgewindeabdeckungen sind die Evermotor M8 von Amazon (1xClockwise 1x Anticlockwise aktuell ca. 14 Euro für das Paar).

Kosten einer Ducati Monster

Hallo,ich möchte mir ganz gerne eine Ducati Monster kaufen, hätte sogar jetzt eine noch bessere gefunden als ich im anderem Thread von mir beschrieben hätte.Mit was für Folgekosten muss man jetzt nun rechnen??1.) Steuer2.) Versicherung3.) Verschleißteile4.) Ersatzteile5.) Inspektions-/Servicekosten6.) ReparaturenSind das so ziemlich alle oder kommen da noch welche hinzu??Zu 1.) Steuer: relativ günstig meiner Meinung nachZu 2.) Versicherung: die Versicherungskosten sind sogar attraktiver als bei den Japanerinnen, da eine Monster nicht allzu häufig ist, eine "geringe" PS-Zahl hat und ich bei im Landkreis der einzige mit einer Monster sein werde. :-)))Zu 3.) Verschleißteile: wie hoch sind hier die Kosten gegenüber den Japanerinnen?? Reifen sind Reifen - egal ob Japanerin oder Italienierin.Nur mach ich mir Gedanken das andere Verschleißteile teuerer sind, nur weil die was mit Ducati zu tun habenZu 4.) Ersatzteile: wie hoch sind hier die Kosten gegenüber den Japanerinnen?? Ein Spiegel oder Blinker kann schnell mal ab sein, der Tacho defekt sein. Sind Ersatzteile einer Ducati generell teuerer als bei den Japanerinnen oder kosten die in etwa gleich.Zu 5.) Inspektions-/Servicekosten: hier bin ich mir im Unklaren. Zwar heißt es immer, Ducati sei schweineteuer und wenn man sich die Preise anschaut, wird einem schon leicht schwindelig - aber ...Je neuer die Ducati desto höher werden die Inspektionsintervalle. Bei den Japanerinnen ist der Wert 6000 km fest verankert, bei BMW, Triumph oder Ducati sind wir mittlerweile bei 12000 km angelangt.Eine alter Monster hat auch noch Intervalle von, ich glaube 5000 oder 7500 km waren das - für mich nicht bezahlbar, aber bei der Monster, die ich mir kaufen möchte (Bj. 2001) müssten die Intervalle schon auf 10000 km sein.Jetzt aber meine Hauptfrage bezüglich des Themas Inspektionskosten:Kommt man mit einer Ducati auf die Dauer günstiger als mit einer Japanerin??Zu 6.) Reparaturen: ich will es eigentlich gar nicht wissen. Bei einer Ducati [DEL]sollte[/DEL] darf nichts kaputt gehen!! Aber was, wenn doch??Die Reparaturpreise sind doch dann sicherlich unbezahlbar??Bitte versteht mich jetzt nicht falsch! Eine Italinierinnen, egal ob Ducati, Cagiva oder MV Augusta sind für mich exklusive und schöne Motorräder und keine Massenware wie von drüben.Dass man sich mit einer Ducati ein heißes Eisen ins Haus holt, war mir klar, ich will aber ganze gerne wissen, wie heiß - um mir nicht am Schluß die Finger zu verbrennen.Bitte habt Verständnis dafür.P.S.: Was ich eigentlich schon mal fragen wollte, ist, warum den italienischen Fahrzeugen, egal ober Auto oder Motorrad immer Schlechtes nachgesagt wird.

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