Der professionelle Radsport fasziniert mit spannenden Rennen und beeindruckenden Leistungen. Doch viele fragen sich, wie gut diese Sportler tatsächlich verdienen. Was verdient ein Radprofi in den verschiedenen Kategorien? Die Gehälter unterscheiden sich je nach Leistung und Niveau der Fahrer erheblich. In diesem Artikel analysieren wir die durchschnittlichen Einkommen in den wichtigsten Kategorien - von ProTeam bis WorldTour. Außerdem werfen wir einen Blick auf die bestbezahlten Radfahrer im Jahr 2024 und zeigen, welche Faktoren ihre Einnahmen beeinflussen.
Gehälter im Profi-Radsport
Ok, es ist sicherlich noch lange nicht so verrückt und maßlos wie im Fußball, aber die Verdienstmöglichkeiten für Berufsradfahrer sind in den vergangenen drei bis fünf Jahren mächtig in die Höhe geschnellt. Der Radsport scheint sich in den letzten drei bis fünf Jahren endgültig vom Doping-Kollaps der späten 90er und Mitte 2000er erholt zu haben. Wie dem auch sei, mit dem Großereignis Tour de France deckt der Radsport das medial drittgrößte Sportevent weltweit ab (hinter Olympia und der Fußball WM) und wird damit zwangsläufig für Sponsoren aus aller Welt immer attraktiver.
ProTeam-Radfahrer: Gehalt und Wettbewerbsniveau
Die Kategorie ProTeam bildet die zweithöchste Ebene im professionellen Radsport. Sie gilt als Sprungbrett zum prestigeträchtigen WorldTour-Circuit, in dem die besten Teams und Fahrer weltweit antreten. Aktuelle Daten zeigen, dass das Mindestgehalt in der Kategorie ProTeam bei 32.000 Euro pro Jahr liegt. Dieser Betrag deckt die Grundkosten für ein Leben als Profi, reicht jedoch oft nicht aus, um finanziellen Spielraum zu schaffen. Deshalb sind Siegprämien, Preisgelder und Sponsorenverträge entscheidend, um die Einnahmen zu steigern. Viele Fahrer kombinieren ihr Grundgehalt mit zusätzlichen Boni, die sie während der Rennen verdienen. Deutschland spielt eine wichtige Rolle in dieser Kategorie. Teams wie Bike Aid, Alpecin-Deceuninck und Lotto-Kern-Haus fördern aktiv junge Talente und dienen als Sprungbrett in die internationale Elite.
WorldTour-Radfahrer: Gehälter in der Elite des Radsports
Die Kategorie WorldTour bildet die höchste Liga im professionellen Radsport, in der die weltbesten Teams und Fahrer antreten. Hier erzielen die Athleten die höchsten Gehälter und die lukrativsten Sponsorenverträge. Das Mindestgehalt für WorldTour-Fahrer liegt aktuell bei 44.000 Euro jährlich und übersteigt damit deutlich die 32.000 Euro der ProTeam-Kategorie. Spitzenfahrer verdienen jedoch oft mehrere Millionen Euro pro Jahr - dank Boni, Preisgeldern und Werbeverträgen. Ein herausragendes Beispiel ist das deutsche Team Bora-Hansgrohe, das international für seine Erfolge bekannt ist und einige der besten Fahrer der Welt unter Vertrag hat. Weitere renommierte Teams dieser Kategorie sind Movistar Team, Team Ineos und Astana. Diese Teams dominieren die wichtigsten Wettbewerbe und ziehen die einflussreichsten Sponsoren an, die nicht nur hohe Gehälter, sondern auch modernste Technologien und Ausrüstungen ermöglichen.
Die bestbezahlten Radfahrer im Jahr 2024
Die Einnahmen professioneller Radfahrer hängen nicht nur von ihrem Grundgehalt ab. Faktoren wie Boni für Siege, Preisgelder bei Wettbewerben und Sponsorverträge sind entscheidend, um ihre jährlichen Einnahmen zu erhöhen.
| Position | Fahrer | Team | Jahresgehalt (€) |
|---|---|---|---|
| 1 | Tadej Pogačar | UAE Team Emirates | 8.000.000 |
| 2 | Remco Evenepoel | Soudal Quick-Step | 5.000.000 |
| 3 | Primož Roglič | Bora-Hansgrohe | 4.500.000 |
| 4 | Jonas Vingegaard | Team Visma-Lease a Bike | 4.000.000 |
| 5 | Mathieu van der Poel | Alpecin-Deceuninck | 4.000.000 |
| 6 | Wout van Aert | Team Visma-Lease a Bike | 3.500.000 |
| 7 | Tom Pidcock | INEOS Grenadiers | 2.700.000 |
| 8 | Adam Yates | UAE Team Emirates | 2.700.000 |
| 9 | Egan Bernal | INEOS Grenadiers | 2.500.000 |
| 10 | Carlos Rodríguez | INEOS Grenadiers | 2.500.000 |
Tadej Pogačar: Der bestbezahlte Radfahrer im Jahr 2024
Tadej Pogačar, Star des Teams UAE Emirates, führt das Ranking der bestbezahlten Radfahrer 2024 mit einem Gehalt von 8 Millionen Euro jährlich an. Seine Ausstiegsklausel wird auf beeindruckende 200 Millionen Euro geschätzt - ein Beweis für seinen Status als einer der wertvollsten Fahrer der Welt. Pogačar hat die Tour de France in den Jahren 2020 und 2021 gewonnen und war 2022 und 2023 Zweiter. 2024 holte er erneut den Titel und sicherte sich damit ein historisches Double mit Siegen bei der Giro d’Italia und der Tour de France. Neben seinem Grundgehalt profitiert Pogačar erheblich von Sponsorverträgen mit Marken wie Colnago, Castelli, Met Helmets, TAG Heuer und Kometa. Diese Einnahmen stärken nicht nur seine Finanzen, sondern unterstreichen seinen Einfluss als Werbeikone im internationalen Radsport.
Prämien für Siege bei großen Wettbewerben
Abgesehen vom Grundgehalt können Prämien bei großen Wettbewerben das Einkommen eines Profi-Radfahrers erheblich steigern. Diese zusätzlichen Einnahmen machen den Unterschied zwischen einem soliden Gehalt und einem Millionenverdienst aus. Die drei wichtigsten Rundfahrten bieten beeindruckende Preisgelder für die Sieger:
- Tour de France: 500.000 € für den Gesamtsieger.
- Giro d’Italia: 265.000 € für den Gesamtsieger.
- Vuelta a España: 150.000 € für den Gesamtsieger.
Zusätzlich zu diesen Beträgen erhalten Fahrer Boni für Etappensiege, Bergwertungen und Sprintwertungen. Diese können das Jahreseinkommen erheblich erhöhen und hängen oft von individuellen Sponsorenvereinbarungen ab. Auch in Deutschland gibt es prestigeträchtige Rennen wie die Deutschland Tour und das Eschborn-Frankfurt, die Preisgelder bieten und Talente aus der Region anziehen.
Sponsoring im professionellen Radsport
Sponsoring ist eine der wichtigsten Einnahmequellen für Profi-Radfahrer und Teams. Neben der Aufstockung von Gehältern ermöglicht es auch technologische Entwicklungen, bessere Ausrüstung und optimierte Trainingsmethoden. Viele Top-Teams, darunter das deutsche BORA-Hansgrohe und Alpecin-Deceuninck, werden von Marken wie BORA (Küchentechnologie), Alpecin (Haarpflege) und Canyon (Fahrradhersteller) unterstützt. Diese Sponsoren spielen eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung des Profisports und der Förderung neuer Talente. Statistiken zeigen, dass über 50 % der Einnahmen vieler Profi-Teams aus Sponsoringverträgen stammen. Dies unterstreicht, wie wichtig starke Partnerschaften sind, um auf höchstem Niveau konkurrenzfähig zu bleiben. Zusätzlich schließen Top-Fahrer individuelle Verträge mit Marken aus den Bereichen Sportbekleidung, Uhren und Ernährung ab. Diese Einnahmen übertreffen oft das Grundgehalt und machen den Radsport zu einer hochprofitablen Werbeplattform.
Gehaltsunterschiede im Profi-Radsport
Die finanzielle Landschaft des Profiradsports entwickelt sich weiter, wobei die Spitzengehälter in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Cyclingnews hat das genauer unter die Lupe genommen und im April 2025 ein Gehaltsranking aufgestellt. An der Spitze der Verdienstliste steht demnach Tadej Pogačar vom Team UAE Emirates - XRG mit einem jährlichen Basisgehalt von 8,2 Millionen Euro. Diese Summe übersteigt die Gesamtbudgets von sieben World-Tour-Teams für ihre kompletten Kader im Jahr 2024. Eine wachsende finanzielle Kluft im Peloton ist die Folge.
Steigende Gehälter und Millionenverträge im Profi-Radsport
Die Gesamteinnahmen der 35 professionellen Männer-Radsportteams im Jahr 2025 belaufen sich auf über 730 Millionen Euro, wovon schätzungsweise 45 Prozent - etwa 330 Millionen Euro - für Fahrergehälter aufgewendet werden. Das durchschnittliche Gehalt eines WorldTour-Profis liegt bei rund 250.000 Euro, wobei mehr als 60 Fahrer Verträge im Wert von mindestens einer Million Euro haben. Etwa die Hälfte dieser Topverdiener erhält sogar 2 Millionen Euro oder mehr pro Jahr. Diese Entwicklung spiegelt die wachsende Kommerzialisierung und Professionalisierung des Sports wider.
Geschlechterspezifische Gehaltsunterschiede
Trotz der positiven Entwicklung bei den Spitzengehältern bleibt die Gehaltslücke zwischen männlichen und weiblichen Radsportprofis bestehen. Unter den 60 Fahrern mit Millionenverträgen findet sich keine einzige Frau. Auch bei den Mindestgehältern zeigen sich deutliche Unterschiede: Bei angestellten Fahrerinnen beträgt das Mindestgehalt 38.000 Euro im Vergleich zu 44.150 Euro bei den Männern. Dennoch gibt es Anzeichen für Verbesserungen im Frauenradsport. Einige Spitzenfahrerinnen nähern sich der Millionengrenze an, was auf eine positive Entwicklung hindeutet. Demi Vollering, eine der erfolgreichsten Fahrerinnen der letzten Saison, soll bei ihrem Wechsel zu FDJ-Suez ein Gehalt von knapp unter einer Million Euro ausgehandelt haben. Ihre ehemalige Teamkollegin Lotte Kopecky und Elisa Longo Borghini von UAE Team ADQ verdienen Schätzungen zufolge um die 900.000 Euro jährlich. Diese Entwicklung zeigt, dass der Frauenradsport zwar Fortschritte in Bezug auf die Vergütung macht, aber immer noch deutlich hinter den Männern zurückliegt. Expertinnen und Experten sehen jedoch eine positive Tendenz und erwarten, dass die Gehälter im Frauenradsport in den kommenden Jahren weiter steigen werden.
Die Gehälter der 10 Top-Verdiener im Profi-Radsport 2025
- Tadej Pogačar - 8,2 Millionen Euro
- Remco Evenepoel - 5 Millionen Euro
- Mathieu van der Poel - 4,8-5 Millionen Euro
- Jonas Vingegaard - 4,5 Millionen Euro
- Primož Roglič - 4,5 Millionen Euro
- Thomas Pidcock - 4,5 Millionen Euro
- Wout van Aert - 3,8 Millionen Euro
- Jasper Philipsen - 3,2 Millionen Euro
- Chris Froome - 3 Millionen Euro
- Mads Pedersen - 2,8 Millionen Euro
Neben Pogačar gehören zu den bestbezahlten Fahrern des Pelotons Remco Evenepoel von Soudal Quick-Step mit einem Jahresgehalt von 5 Millionen Euro und Mathieu van der Poel von Alpecin-Deceuninck, der zwischen 4,8 und 5 Millionen Euro verdient. Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike) und Primož Roglič (Red Bull - BORA - hansgrohe) folgen mit jeweils 4,5 Millionen Euro.
Mindestlöhne im Radsport
Seit 2020 stagnierte der Mindestlohn für Radprofis, doch zur neuen Saison geht es wieder aufwärts. Ab dem 1. Januar 2024 gelten neue Untergrenzen für alle Fahrer, die bei einem World- oder ProTeam unter Vertrag stehen. Dementsprechend bekommen Neo-Profis bei einem ProTeam ab 2024 mindestens 28.191 Euro jährlich. Für die etablierteren Fahrer sind es mindestens 33.707 Euro. In der WorldTour gelten andere Zahlen: Neos haben mindestens 34.020 Euro zu verdienen, alle anderen 42.047 Euro. Das sind die Zahlen für die bei den Teams angestellten Fahrer. Die Richtlinien der UCI sehen zudem das Modell der Selbstständigkeit vor, das nach CPA-Angaben ähnlich stark genutzt werden soll wie bei Angestellten-Verhältnissen. Für die Selbständigen sind 164 Prozent der Gehälter der Angestellten zu zahlen, also gut anderthalb Mal so viel. Das Abkommen wurde über zwei Jahre geschlossen. 2025 sollen sich alle Zahlen um fünf Prozent erhöhen.
Prämien bei der Tour de France
Unterdessen verdienen die Top-Athleten der Tour de France Millionen-Gagen bei ihren Teams. Die 111. Auflage der Tour de France der Herren ist in vollem Gange. In ihrer siebten Etappe kämpfen sich die 176 Radsportler aktuell durch die Weinregion im ostfranzösischen Burgund. Das Rennen gilt als eines der größten Sportevents der Welt - 100 Fernsehsender übertragen es derzeit in 190 Länder. Knapp 2,3 Millionen Euro verteilt die französische Amaury Sport Organisation (ASO) insgesamt als Veranstalterin des Rennens sowohl an die einzelnen Fahrer als auch an die 22 jeweils achtköpfigen Radsportteams. Welche Prämien die Teilnehmer genau erwarten, entscheidet ein ausgeklügeltes System. So winkt dem Sieger der Tour in der Gesamtwertung ein Preisgeld in Höhe von einer halben Million Euro. Auch die Zweit- und Drittplatzierten der Tour dürfen sich über 200.000 beziehungsweise 100.000 Euro freuen. Immerhin 1000 Euro gehen jeweils an die Plätze 20. Wer eine einzelne Etappe gewinnt, den belohnt die ASO hierfür mit 11.000 Euro. Die beiden Nachplatzierten erhalten 5500 und 2800.
Am Ende eines Renntages wird der Fahrer mit der geringsten Gesamtzeit mit dem Gelben Trikot ausgezeichnet. Unterwegs auf ihren Etappen legen die Radsportler außerdem Sprintphasen ein, in deren Verlauf sie Punkte sammeln. Dem Schnellsten des Tages winken das Grüne Trikot und obendrein 500 Euro. Auch wer die Berge und Hügel entlang der Route besonders gut meistert, sammelt Punkte in der sogenannten Bergwertung. Das entsprechende Bergtrikot bringt pro Tag 300 Euro ein. Prämien erwarten auch die besten Fahrer unter 25 Jahren: Für den Tagessieg gibt es 500 Euro, für die vier Gesamtbesten 25.000 bis 5000 Euro. Neben den Jüngsten honoriert eine Jury auch jenen Fahrer, der den größten Kampfgeist beweist. Täglich winken dabei 2000 und am Ende 20.000 Euro. Daneben kürt die Jury am Ende jeder Woche den Fahrer, der seinen Teamkapitän am besten unterstützt.
In der Mannschaftswertung werden pro Team die Zeiten der drei besten Fahrer addiert, wie „Eurosport“ herausstellt. Das Team gewinnt für einen Tagessieg 2800 Euro.
Die Top-Verdiener bei der Tour de France
Abgesehen von den Prämien der Tour de France beziehen die Athleten ein festes Gehalt von ihren Arbeitgebern, den Radsportteams. In gänzlich anderen Dimensionen bewegen sich die Bezüge der Top-Weltklasseradler. Der 25-jährige Slowene Tadej Pogačar, der in seiner bisherigen Karriere bereits zahlreiche erste Plätze der Tour de France belegte, gilt als Bestverdiener, wie das „Tour„-Magazin unter Berufung auf verschiedene Medien berichtet zufolge.
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