Die Frage nach geeigneten Walkie-Talkies für Radfahrer, die während der Fahrt gefahrlos über größere Distanzen miteinander kommunizieren möchten, ist nicht einfach zu beantworten. Dabei sollen die Geräte einhändig bedient und am Lenker befestigt werden können. Externe Mikrofon- und Lautsprecherkombinationen sollen zum Einsatz kommen und sowohl regenwasser- als auch staubdicht sein.
Geeignete Funkgeräte für Radfahrer
Prinzipiell eignen sich PMR-Funkgeräte (Private Mobile Radio) für die Kommunikation zwischen Radfahrern. Hierbei handelt es sich um lizenzfreie Funkgeräte, die im Frequenzbereich um 446 MHz arbeiten. Es gibt verschiedene Modelle auf dem Markt, die für den Einsatz beim Radfahren geeignet sind. Einige Beispiele:
- Ultrasport 4er-Set: Ein einfaches Set, das mit 3xAAA-Akkus pro Gerät betrieben wird und über einen Kopfhöreranschluss verfügt.
- DeTeWe 4er-Set: Ein hochwertigeres Set, das mit Ladegeräten, Headsets und Clips geliefert wird.
- Midland G5: Dieses Funkgerät kann mit Headset verwendet werden, oder per Voice Control, oder man nimmt die Hand zum auf den Knopf drücken.
Ein universell einsatzbares Bluetooth-Intercom-System ist das PI, das deinen Lieblings-Outdoor-Sporthelm in einen Sena-Smart-Helm mit 2-Wege-Bluetooth-Intercom verwandelt. PI ist ein kompaktes Headset, das sich dank seines Designs leicht an den meisten Fahrrad- oder Skaterhelmen oder jedem anderen Helm mit einer Riemenbreite von bis zu 18 mm (0,7 Zoll) befestigen lässt. Die Bedienung des Geräts erfolgt über zwei Tasten, die sich am linken Lautsprecher befinden. Es hat eine effektive Reichweite bis zu 400 m und eine Sprechzeit bis zu 6 Stunden.
Anforderungen an die Geräte
Für den Einsatz auf längeren Radtouren sollten die Funkgeräte folgende Anforderungen erfüllen:
- Einhändige Bedienbarkeit: Die Bedienung der Geräte sollte während der Fahrt mit einer Hand möglich sein, ohne den Lenker loslassen zu müssen.
- Befestigung am Lenker: Die Geräte sollten sicher am Lenker befestigt werden können, um eine einfache Bedienung und Ablesbarkeit zu gewährleisten.
- Externe Mikrofon-/Lautsprecherkombination: Für eine optimale Verständigung und Bedienbarkeit sollten externe Mikrofone und Lautsprecher verwendet werden.
- Regenwasser- und Staubdichtigkeit: Die Geräte und die externen Komponenten sollten sowohl regenwasser- als auch staubdicht sein, um den Umwelteinflüssen standzuhalten.
- Aufnahmefunktion: Ideal wäre eine Aufnahmefunktion, um die Kommunikation für eine spätere Videodokumentation aufzeichnen zu können.
Rechtliche Aspekte
Die Nutzung von Funkgeräten im Straßenverkehr ist durch die Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt. Seit Kurzem gelten neue Regelungen, die auch die Nutzung von Telekommunikationsgeräten in Fahrzeugen betreffen.
Privatpersonen ist es bei laufendem Motor nicht erlaubt, das Mobiltelefon zu benutzen, wenn es dafür in die Hand genommen werden muss. Telekommunikationsgeräte dürfen nur noch genutzt werden, wenn eine Sprachsteuerung und Vorlesefunktion genutzt wird. Zur Bedienung und Nutzung des Gerätes darf nur eine kurze Blickzuwendung zum Gerät bei gleichzeitiger Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen notwendig sein. Die Ablenkung darf den Zeitraum von einer Sekunde nicht überschreiten.
Die neue Bestimmung betrifft auch den Funkbetrieb im Kfz, wie Amateur- und CB-Funk. Für die Nutzung von Funkgeräten gilt eine Übergangsfrist bis 1. Juli 2020. Dann müssen auch hier Freisprecheinrichtung und Kfz-Halterungen genutzt werden. Während der Fahrt dürfen das Gehör und die Sicht des Fahrzeugführers nicht beeinträchtigt sein.
§ 23 StVO (1a) besagt:
Wer ein Fahrzeug führt, darf ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient oder zu dienen bestimmt ist, nur benutzen, wenn
- hierfür das Gerät weder aufgenommen noch gehalten wird und
- entweder
- nur eine Sprachsteuerung und Vorlesefunktion genutzt wird oder
- zur Bedienung und Nutzung des Gerätes nur eine kurze, den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen angepasste Blickzuwendung zum Gerät bei gleichzeitig entsprechender Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen erfolgt oder erforderlich ist.
Daher ist es wichtig, dass Radfahrer, die Funkgeräte nutzen, diese Bestimmungen beachten und die Geräte entsprechend ausstatten (z.B. mit Freisprecheinrichtung und Halterung).
Internationale Bestimmungen
Wenn die Radtour durch verschiedene Länder führt, sollte man sich vorab über die dort geltenden Bestimmungen für die Nutzung von Funkgeräten informieren. Die CEPT-Harmonisierung erleichtert zwar die Nutzung in Europa, aber es gibt auch Ausnahmen, wie z.B. die Schweiz. In einigen Ländern außerhalb Europas kann die Nutzung von Funkgeräten eingeschränkt oder sogar verboten sein.
Weitere Aspekte
- Wasserdichtigkeit: Es gibt zwar wasserdichte Taschen für Funkgeräte, aber es ist wichtig, auf das Problem des Schwitzwassers und der eingeschränkten Bedienbarkeit zu achten.
- Akkulaufzeit: Die Akkulaufzeit der Funkgeräte sollte für die geplanten Touren ausreichend sein.
- Reichweite: Die Reichweite der Funkgeräte sollte den Bedürfnissen der Radfahrer entsprechen. In bebauten Gebieten ist die Reichweite oft geringer als auf freiem Feld.
Fazit
Die Wahl des richtigen Funkgeräts für Radfahrer hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. den Anforderungen an die Bedienbarkeit, die Robustheit, die Akkulaufzeit und die Reichweite. Es ist wichtig, sich vor dem Kauf über die rechtlichen Bestimmungen zu informieren und die Geräte entsprechend auszustatten. Mit der richtigen Ausrüstung steht einer sicheren und komfortablen Kommunikation während der Radtour nichts mehr im Wege.
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