Motorrad-Headsets sind längst nicht mehr nur reine Kommunikationsmittel für Biker. Sie bieten Radio, Navi, Musik-Player und sogar Actioncam-Funktionen. Hier finden Sie die derzeit besten Motorrad-Headsets, die von Käufern gut bewertet wurden und Testsieger sowie Preis-Leistungs-Tipps aus Magazinen beinhalten. Wir arbeiten unabhängig und neutral.
Wer zu zweit mit dem Motorrad unterwegs ist, muss sich ab und an zwangsweise absprechen - und sei es nur, um den weiteren Routenverlauf zu klären. Doch Zeichensprache ist in dieser Hinsicht nicht immer eindeutig und für komplexere Erklärungen nun wahrlich ungeeignet, von der Ablenkungsgefahr einmal ganz abgesehen. Eine Gegensprechanlage kann hier wertvolle Dienste leisten. Deren Verkabelung kann aber auch ganz schön lästig sein, weshalb Bluetooth-Systeme auf dem Vormarsch sind.
Worauf sollte man beim Kauf eines Motorrad-Headsets achten?
Beim Kauf eines Motorrad-Headsets sollte man auf einige wichtige Faktoren achten, um das passende Modell für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
Akkulaufzeit und Nutzungskomfort
Wichtig ist es, auf die Akkulaufzeit und den Nutzungskomfort zu achten. Denn was bringt es, wenn das Headset eine hervorragende Sprachqualität bietet, aber bereits nach drei Stunden den Geist aufgibt? Gute Systeme schaffen derzeit neun bis zwölf Stunden Nutzungszeit. Zudem sind sie möglichst flach gebaut und können teils sogar in Helme integriert werden, was ein Abreißen des Headsets beim Abnehmen des Helms verhindert.
Reichweite
Bei der Reichweite können aktuell rund 250 bis 300 Meter erwartet werden, die von Herstellern oft beworbenen 500 Meter sind dagegen reine Illusion, selbst bei Topmodellen.
Sprachqualität
Dabei sollte allerdings nicht allzu mit dem Geld geknausert werden, denn gerade Bluetooth-Gegensprechanlagen unterscheiden sich gravierend hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und ihrem Bedienkomfort. Zwar gibt es bereits Modelle für Preise um 30 Euro herum, doch die ermöglichen selten mehr als eine schlichte Sprachverbindung von ausgesprochen fragwürdiger Qualität. Wer bei Produkten jenseits von 100 Euro sucht, dürfte dagegen eine fast perfekte Sprachqualität erwarten, denn in diesem Preissegment sind Rausch- und Störgeräuschefilter mittlerweile Standard.
Dynamische Filteranpassung
Dabei passen sich die Filter teils sogar dynamisch dem Fahrtwind an. Das hat zum Vorteil, dass die Sprache ebenfalls weniger stark unter dem Filter leidet und damit klarer und emotionaler klingt. So können bei langsamer Fahrt selbst Stimmungsnuancen verstanden werden, wohingegen bei schneller Fahrt der Filter aggressiver agiert und damit die Sprachverständlichkeit aufrecht erhält - aber eben auf Kosten von übertragenen Emotionen.
Luxusmerkmale
Wer sich bei Modellen in der Region jenseits von 200 Euro umsieht, wird zudem mit Luxusmerkmalen wie beispielsweise einer Sprachsteuerung belohnt.
Motorrad-Headset Test & Vergleich
Hier ist eine Übersicht bestimmter Modelle:
- Cardo Freecom 2X: Geeignet für bis zu zwei Personen, wasserdicht, hohe Akkulaufzeit von bis zu 13 Stunden, einfache Bedienung.
- Sena 30K: Hohe Reichweite von bis zu 1.600 Metern, Konferenzen mit bis zu 16 Gesprächsteilnehmern möglich, Advanced-Noise-Control-Technologie.
- Cardo Spirit HD: Kompatibel mit Smartphones, wind- und wetterfest, benutzerfreundliche Steuerelemente, klare und hochwertige Klangqualität.
- Lexin B4FM: Verknüpfung von bis zu zehn Teilnehmern, Reichweite von 1.600 Metern, lange Akkulaufzeit von 15 Stunden.
- Sena 20S EVO: Reichweite von 2.000 Metern, Akku-Laufzeit von 12 Stunden, wetterfest, Kommunikation mit bis zu acht Teilnehmern möglich.
- Cardo Spirit Single: Reichweite 400 Meter, Musikhören möglich.
- Sena 10S: Reichweite von bis zu 1.600 Metern, unterstützt bis zu vier Fahrer, Anpassung von Einstellungen über die hauseigene App.
- Lexin G2 2X: 6-Wege-Kommunikation für Gruppen bis zu sechs Personen, Reichweite von bis zu 1.000 Metern, integriertes FM-Radio.
- Betowey BT-S3: Fortschrittliche DSP-Rauschunterdrückungstechnologie, Bluetooth-Verbindung zum Smartphone mit einer Reichweite von bis zu 1.000 m.
- Ejeas VNETPHONE V6: Reichweite von 1.200 m, bis zu sechs Fahrer miteinander verbinden, DSP-Rauschunterdrückungstechnologie.
- Fodsports FX6: Akkulaufzeit von bis zu zehn Stunden, IP65-Zertifizierung, kompatibel mit den Sprachassistenten Siri und S-Voice.
Bluetooth-Kommunikationssysteme im Test
Der Trend weist in Richtung Gruppenkommunikation. In den letzten Jahren bieten die Geräte hier immer bessere Lösungen, wodurch selbst 8 und mehr Motorradfahrer während der Fahrt miteinander sprechen können. Wir testen 4 Bluetooth-Kommunikationssysteme.
Jedes einzelne Gerät fungiert in diesem Netz als Relais-Station, sodass auch größere Entfernungen zwischen erstem und letztem Gesprächspartner überbrückt werden können. In der Praxis liegt die Reichweite zwar weit unter den Idealwerten der Hersteller, 300 Meter zwischen zwei Motorrädern sind meist aber kein Problem.
Sena nahm mit dem 50S teil, das eine merkliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Flaggschiff 30K darstellt, welches wir parallel in den Tests mitlaufen ließen. Cardo trat mit dem bewährten Packtalk Bold und Lautsprechern von JBL an, und UClear schickte das mit Features vollgepumpte Motion Infinity ins Rennen.
Die getesteten Modelle im Detail
Hier eine detaillierte Übersicht der getesteten Modelle:
| Modell | Gewicht (solo/komplett) | Akkulaufzeit (Sprechzeit) | Reichweite (Herstellerangabe) | Bluetooth-Version | Maximale Teilnehmerzahl | Besondere Funktionen | Preis (single/Doppelset) | MOTORRAD-Urteil |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Cardo Packtalk Bold | 59 g/147 g | Bis zu 13 Stunden | Bis zu 8 Kilometer | 4.1 | 15 | Radio, Sprachsteuerung, Musik teilen | 331,38/584,83 Euro | Gut |
| Midland BTX2 Pro S | 54 g/115 g | Bis zu 20 Stunden | Bis zu 1,2 Kilometer | 4.2 | 8 | Radio, Musik teilen | 229,00/419,00 Euro | Befriedigend |
| Sena 50S | 73 g/162 g | Bis zu 14 Stunden | Bis zu 8 Kilometer | 5.0 | 24 in privater Gruppe, unbeschränkt im Open-Mesh-Modus | Radio, Sprachsteuerung, Musik teilen, AUX-Anschluss, Ambient-Mikrofon | 358,99/628,99 Euro | Sehr gut (Testsieger) |
| UClear Motion Infinity | 33 g/74 g | Bis zu 18 Stunden | Bis zu 1,2 km pro Person | 5.0 | Unbeschränkt | Gestensteuerung, Sprachsteuerung, Musik teilen, Unfallsensor, SOS-Funktion, App für iOS und Android | 292,39/526,34 Euro | Gut |
Gesetzliche Bestimmungen
Zunächst gelten in Deutschland ähnliche Regeln wie für Fahrradfahrer: Das Fahren mit Kopfhörern ist nicht grundsätzlich verboten, allerdings tragen Sie als Fahrer laut § 23 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) die Verantwortung dafür, dass Ihr Gehör nicht zu stark beeinträchtigt ist. Österreich und die Schweiz halten es ähnlich. Bei Fahrten nach Frankreich und Spanien müssen Sie jedoch auf das Headset verzichten, dort ist Auto-, Fahrrad- und Motorrad-Fahrern das Tragen von Kopfhörern nämlich untersagt. In Portugal dürfen Sie einen Knopf im Ohr tragen - aber eben nur einen und nicht zwei.
Weitere Alternativen
Die von uns getesteten Bluetooth-Kommunikationssysteme bieten allen erdenklichen Komfort. Doch nicht jeder braucht das volle Programm, schließlich kosten die Geräte auch entsprechend. Manch einem reicht es hingegen, nur die Ansagen des Navigationsgeräts oder ein bisschen Musik hören zu können, anderen reicht eine kabelgebundene Lösung, wenn sie dafür auf das Laden von Akkus verzichten können. Auf dieser Seite stellen wir einige Alternativen vor, die genau für diese Zwecke gemacht sind.
- Albrecht SHS 300 B: Stereo-Ohrhörer für Musik oder Navi-Ansagen per Kabel.
- Avantree Apico: Kleiner Bluetooth-Ohrhörer für unauffällige Nutzung.
- Bluebike XL: System für Fahrer und Sozius mit Teamtalk-Funktion.
- Headwave TĀG 2: Nutzt den Helm als Klangschale durch Vibrationen.
- Sena +Mesh: Ermöglicht älteren Sena-Headsets die Kommunikation mit Mesh-2.0-Geräten.
- Sena 10C Evo: Action Cam und Kommunikationssystem in einem Gerät.
Das neue SENA 60S
Das 60S ist das neue Flaggschiff der Kommunikationssysteme von SENA. Es soll im Vergleich zum 50S in allen Bereichen besser performen und bietet revolutionäre Technologien, wie eine Kommunikation mit unbegrenzter Reichweite.
Montage und Bedienung
Wie bei vielen aktuellen Kommunikationssystemen, kann die Halterung entweder per Klebepads außen am Helm festgeklebt oder mit einer Klemme an der Helmschale fixiert werden. Besonders hervorzuheben ist, dass gleich zwei verschiedene Helmhalterungen im Lieferumfang enthalten sind.
Das 60S lässt sich dank einer neuen magnetischen Arretierung blitzschnell von einer Halterung zur anderen übertragen ein kurzer Handgriff genügt, und schon sitzt das Kommunikationssystem sicher am neuen Helm.
Beim Bedienkonzept des 60S bleibt sich Sena treu und setzt auf das mittlerweile bekannte Steuerungsprinzip: Ein großes Drehrad, mit dem sich unter anderem die Lautstärke regeln oder Musik skippen lässt, sowie drei zusätzliche Tasten eine für die Intercom-Funktionen (meist Mesh), eine für das Smartphone und eine für Sonderfunktionen.
Soundqualität
Wenn man alleine auf dem Motorrad unterwegs ist, wird man sein Kommunikationssystem vermutlich zu 90 % der Zeit für zwei Dinge nutzen: Zum Musikhören und zum Telefonieren. In genau diesem Einsatzbereich schlägt auch die Sternstunde der neuen Harman Kardon Lautsprecher.
KI-gestützte Geräuschunterdrückung
Künstliche Intelligenz ist aktuell in aller Munde auch im Sena 60S soll sie eine zentrale Rolle spielen. Der KI-gestützte Algorithmus im System hat die Aufgabe, störende Nebengeräusche wie Wind und Motorenlärm von der menschlichen Stimme zu trennen, diese zu optimieren und dann möglichst klar weiterzugeben sowohl bei Sprachbefehlen als auch bei der Intercom-Kommunikation.
Mesh 3.0
Im Vergleich zu Mesh 2.0 bietet das Mesh 3.0 eine Reihe an Verbesserungen, die vor allem auf höhere Stabilität, bessere Sprachqualität und eine optimierte Reichweite abzielen. Ein zentrales Merkmal ist die Rückwärtskompatibilität: Mesh 3.0 bleibt mit allen bisherigen SENA-Geräten, die Mesh 2.0 unterstützen, voll kompatibel.
Wave Intercom
Mit der neuen Wave Intercom-Technologie führt SENA beim 60S eine zusätzliche Kommunikationsmöglichkeit ein, die über das Mobilfunknetz funktioniert. Besonders praktisch: Die zugehörige Wave Intercom App bietet zusätzlich ein Feature zur Live-Standortverfolgung.
Bluetooth 5.3
Im Vergleich zum Vorgängermodell 50S setzt das Sena 60S auf den neueren Bluetooth-Standard 5.3. Ein zentrales Feature ist die sogenannte Kanalklassifizierung.
Motorrad-Headsets im Test (AUTO BILD)
AUTO BILD hat fünf aktuelle Modelle aus verschiedenen Preisklassen getestet. Alle Geräte lassen sich problemlos mit dem Smartphone koppeln - auch für Technik-Laien kein Problem. Im Alltagstest funktionierten alle Modelle zuverlässig, Navigation, Musik und Anrufe liefen reibungslos.
Testsieger: Sena 50R
Bereits beim Design macht das 50R deutlich, dass es zu den Topmodellen zählt. Beeindruckend: Die Harmann-Kardon-Lautsprecher begeistern auch bei hoher Lautstärke mit einem ausgewogenen Verhältnis von Höhen und Tiefen. Besonders wirkungsvoll reduziert die Advanced Noise Control sämtliche Hintergrundgeräusche während der Intercom-Kommunikation.
Preis-Leistungs-Sieger: Albrecht BPA 600
Das BPA 600 des deutschen Herstellers Albrecht sieht schick aus, bietet alle wesentlichen Funktionen - und es ist günstig. Das Gerät verfügt über ein integriertes, zentral zu steuerndes FM-Radio, es unterstützt Smartphones mit Sprachsteuerung (Siri/Ok Google) und baut bis zu zwei parallele Verbindungen gleichzeitig auf, etwa Navi und Telefon.
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