Als begeisterter Radfahrer lassen Sie sich von nichts aufhalten - und erst recht nicht von Wind, Wetter und Dreck! Gerade, wenn Sie mit Ihrem Fahrrad gerne auch mal im Winter oder auf unwegsamem Gelände „im Dreck“ unterwegs sind, lohnt sich also definitiv die Anschaffung eines guten Fahrrad-Schutzblechs.
Der Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Arten von Fahrrad Schutzblechen, insbesondere für Mountainbikes und Rennräder. Er behandelt Materialien, Befestigungsmethoden und gibt Empfehlungen für den Kauf.
Warum ein Fahrrad Schutzblech?
Schutzbleche montiert man für sich selbst, als Schutz. Sie absorbieren Schmutz und Wasser und schützen den Fahrradfahrer vor Verschmutzung und den Fahrradrahmen vor z.B. Steinschlägen und ebenfalls vor Verschmutzungen.
Bei feuchtem Wetter, Regen oder auf unbefestigten Wegen wird Dreck und Schmutz über das Reifenprofil aufgenommen und über die Rotation der Räder dank der Gravitationskräfte wieder abgegeben. Dieser Punkt ist am Vorderrad senkrecht zur Lauffläche. Schnell wird klar, Dreck und Schmutz fliegt genau vor dem Fahrer in die Luft. Getroffen werden ebenfalls die Füße, der Rahmen und unter Umständen die Tretkurbel.
Am Hinterrad ist es ebenfalls die senkrechte Achse zur Lauffläche, ebenfalls entgegengesetzt zur Fahrtrichtung. Am Hinterrad spritzen das Wasser und der Dreck also hinter dem Fahrrad hoch. Da wir uns nicht im Labor aufhalten und das Fahrrad sich in einer Vorwärtsbewegung befindet, der Schmutz auch leicht am Mantel klebt, kann der Abspritzpunkt durchaus variieren und gerade am Hinterrad kann es dazu kommen, dass man bei schneller Fahrweise das Spritzwasser so vom Mantel löst, dass dies direkt auf den Rücken des Radfahrers landet oder unter Umständen auf dem Fahrradrucksack.
Ein gutes Schutzblech verhindert die Verschmutzung des Fahrers, als auch die Verschmutzung des Fahrradrahmens. Gerade beim Vorderrad ist es wichtig, dass kleine Steine und Dreck nicht gegen den Fahrradfahrer und den Rahmen geschleudert werden. Hier würden Lackschäden dauerhaft einen Schaden am Rad hervorrufen.
Die Richtige Breite Wählen
Damit ein Schutzblech auch optimal seiner Funktion nachkommen kann, sollte es breiter sein als der Mantel bzw. das Rad über dem es montiert ist. Ein ca. 55 mm Schutzblech sollte man bis maximal 50 mm Fahrradreifen einsetzen.
Mit einem leichten U-Profil kann das Schutzblech dicht an der Lauffläche montiert werden. Durch das U-Profil stehen die Seiten über und legen sich wie ein Schutz am Mantel entlang. Mit dieser Form kann man sich bei der Breite ein paar Millimeter sparen und hat dennoch den optimalen Schutz.
Ist das Schutzblech zu schmal oder gar schmaler als der Reifen, können Wasser und Verunreinigungen am Blech vorbei. Es gilt also darauf zu achten, dass das Blech auf jeder Seite 2-3 mm breiter ist als der Reifen bzw.
Materialien und Befestigung
Wie bei vielen anderen Zubehörteilen kann man die Schutzbleche in verschiedenen Materialien bekommen. Metall / Aluminium oder Kunststoff ist die große Frage.
Schutzbleche aus Kunststoff sind oftmals einfacher und schneller zu montieren und dazu noch leichter. Nicht selten reicht beim Vorderrad eine einfache Aufschiebungskonstruktion aus, um das Schutzblech stabil zu fixieren. Hierbei handelt es sich im Regelfall um Steckschutzbleche.
Wer wich ein neues Fahrrad kaufen möchte, der sollte direkt auf eine hochwertige Verarbeitung der Halterungen achten.
Länge der Schutzbleche
Im Hinterradbereich wird neben einer Aufschiebkonstruktion meistens noch mit einem Kunststoffclip gearbeitet. Hierbei wird das Schutzblech am unteren Ende, zum Rahmen zeigend, mit einem Clip oder einem Gummi an der Rahmenstange befestigt.
Der das Hinterradschutzblech oftmals länger ist als das Vorderradschutzblech, ist hier eine Zweipunktbefestigung notwendig. Möchte man die Kunststoffschutzbleche dauerhaft montiert lassen, so kann man am Hinterradschutzblech zusätzlich noch mit einem Kabelbinder eine Verbindung zum Gepäckträger herstellen. So entsteht im Handumdrehen eine Dreipunktverbindung.
Zusätzliche Stabilität durch Streben
Möchte man mehr Stabilität bei dem Fahrrad Schutzblech erreichen, kann man hierfür Schutzblechstreben einsetzen. Schutzblechstreben geben dem Ganzen einen stabilen Halt. Merkt man während der Fahrt, dass das Blech zu sehr wackelt, sind die Schutzblechstreben des Rätsels Lösung.
Die Streben lassen sich je nach Modell auch nachrüsten. Im Normalfall finden diese jedoch ihren Einsatz vermehrt bei Schutzblechen aus Metall. Metallschutzbleche wiegen mehr als Schutzbleche aus Kunststoff, und so benötigen Sie einer zusätzlichen Stabilisierung durch Schutzblechstreben.
Mit diesen Schutzblechstreben wird das Schutzblech am Fahrradrahmen zusätzlich fixiert. Dabei befinden sich im Normalfall an der hinteren Achse zusätzliche Befestigungslöcher am Fahrradrahmen. Von hier aus führt ein Profil zum Schutzblech.
Solche Streben werden meist dann eingesetzt, wenn das schützende Blech dauerhaft am Fahrrad montiert bleibt. Möchte man sich die Flexibilität eines abnehmbaren Blechs nicht nehmen lassen, so verzichtet man auf diese Schutzblechstreben.
Abnehmbare Schutzbleche
Kennt man seine Fahrstrecke und weiß man, dass dort wenig Unrat auf der Straße liegt, kann man die Kunststoffschutzbleche auch vor der Fahrt abmontieren. Man spart Gewicht und das Fahrrad sieht sportlicher aus. Muss das Fahrrad einmal transportiert werden und steht kein Fahrradträger zu Verfügung, ist der Kunststoffschutz schnell abgenommen und separat verstaut.
Worauf man vor dem Kauf achten sollte
Schutzbleche sollten in jedem Fall lang genug für den eingesetzten Fahrradreifen sein. Ebenfalls sollten sie, wie bereits erwähnt immer ein wenig breiter sein als der Reifen selbst. Hierbei bietet sich ein Blick auf den Mantel an. Dort steht im Regelfall die Breite in mm angegeben. Bei der Wahl der Schutzbleche kann dies nun als Referenzwert herangezogen werden.
Vernünftiges Fahrradwerkzeug für die Montage nutzen.
Verschiedene Schutzbleche zum Nachrüsten
Hier ist eine Tabelle mit einigen Schutzblechen zum Nachrüsten:
| Bild | Marke/Modell | Material | Preis ab | Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| Velmia SET MTB Empfehlung | Kunststoff | 27,99 € | Amazon | |
| SKS Spritzschutzset | Kunststoff | 13,99 € | Amazon | |
| Steckblech-Set SKS | Kunststoff | N/A | Amazon | |
| SKS Velo 55 Cross | Kunststoff | 14,94 € | Amazon | |
| SKS Radschutz Mud X | Kunststoff | 5,89 € | Amazon | |
| XLC Mudguard HR | Kunststoff | 15,11 € | Amazon | |
| XLC Mudguard VR | Kunststoff | 12,58 € | Amazon |
Stand der Daten in den Tabellen: 29. August 2025 9:34
Testfahrt nicht vergessen
Egal welche Veränderung man am Schutzblech durchführt, am Ende sollte man immer eine Testfahrt machen. Ein Schutzblech aus Metall, dass am Mantel schleift, führt über kurz oder lang zu Problemen. Modelle die nur mit einer 1-Punkt-Befestigung ausgestattet sind, wackeln oft sehr und wenn das Blech die falsche Größe hat, passt es unter Umständen gar nicht.
Es gibt Zubehör, dass steht sich gegenseitig im Weg. Eine neue Sattelbag für die nächste Bikepacking Tour mag evtl. den Platz für ein Schutzblech für die Sattelstange belegen. Auch können bestimmte Fahrradgepäckträger mehr Platz einnehmen, als gedacht.
Wir empfehlen entweder mit dem Rad zum Fachhändler zu fahren oder ein Schutzblech zu kaufen, dass von den technischen Daten passt und dies nach der Lieferung mit den Gegebenheit am Rad selbst abzugleichen.
Schutzblech-Sets für Rennräder zur festen Montage
Alle fest zu montierenden Schutzbleche aus unserem Test schützen gut bis sehr gut vor Nässe. Am besten gelingt das den Specialized Dry-Tech Fender - kein Schutzblech-Set umschließt die Laufräder auf größerem Umfang als das der US-Amerikaner. Dadurch schützt man nicht nur die eigenen Füße und den Rücken zuverlässig, beim Windschattenfahren behält auch der Hintermann den nötigen Durchblick.
Die robusten Aluminium-Bleche sind mit 80 Euro aber auch die mit Abstand teuersten Modelle im Test. Das in drei Größen erhältliche Set bietet Platz für bis zu 55 Millimeter breite Reifen - damit eignet es sich auch für Gravelbikes. Knapp dahinter reihen sich die ebenfalls in drei Varianten erhältlichen Bontrager NCS ein. Mit mehr als 600 Gramm sind diese zwar das schwerste Set im Test, doch darauf sollte man bei Schutzblechen nicht allzu großen Wert legen, sie bleiben ja in der Regel nicht dauerhaft am Rad.
Die schlechteste Gesamtnote bei den festen Schutzblechen geht an die Procraft Rainbow. Sie haben uns bei der Montage am meisten Geduld abverlangt. Zwar mussten wir auch bei den Schmutzfängern von Bontrager und SKS zum Bolzenschneider greifen, um die Streben zu kürzen, bei Procraft erwiesen sie sich allerdings als besonders widerspenstig. Außerdem sind die Kanten der Schützer kaum gerundet, der Kunststoff ist insgesamt sehr weich. Hier punkten die tadellos verarbeiteten SKS Bluemels Shiny 35. In Sachen Sicherheit bieten die Schützer von Procraft und SKS einen Auslösemechanismus: Verfängt sich ein Zweig zwischen Schutzblech und Rad, entkoppeln sich die Streben, damit das Rad nicht blockiert. Den Schmutzfängern der beiden US-amerikanischen Hersteller fehlt diese Lösung.
Alle getesteten Rennrad-Schutzbleche zur Festmontage
- Bontrager: NCS
- 50-60 Euro
- 25, 35, 45 Millimeter
- 617 Gramm
- Fazit: Die glänzenden Kunststoff-Bleche lassen sich relativ schnell montieren, die Streben können einfach angepasst werden. Schwerstes Set im Test.
- Procraft: Rainbow
- 36 Euro
- 35, 45, 50 Millimeter
- 454 Gramm
- Fazit: Bei der Montage ist auch wegen der knapp gehaltenen Anleitung Geduld gefragt. Ist das glänzende Kunststoff-Set dann aber am Rad angebracht, erfüllt es seinen Zweck und schützt vor Spritzwasser.
- SKS: Bluemels Shiny 35 Black Set
- 26 Euro
- 28 Millimeter
- 474 Gramm
- Fazit: Tadellos verarbeitet, mit Sicherheits-Clip zum Lösen der Streben. Kritikpunkt: Die Strebenlänge am hinteren Schützer war bei der Montage am Testrad weitgehend ausgereizt.
- Specialized: Dry-Tech Fender
- 80 Euro
- 35, 42, 55 Millimeter
- 595 Gramm
- Fazit: Der Testsieger schmiegt sich weit um den Reifen und bietet einen exzellenten Spritzschutz. hochwertig verarbeitet. Vergleichsweise schwer und relativ teuer.
Rennrad-Schutzbleche zur schnellen Montage
Im Gegensatz zu den festmontierten Schutzblechen muss man bei den Schnellmontage-Modellen kleinere Abstriche beim Nässeschutz in Kauf nehmen. Am besten schneiden hier die SKS Speedrocker ab, die Reifen bis zu 42 Millimeter umschließen und laut Herstellerangaben speziell für Gravelbikes entwickelt wurden. Auch die BBB SlimGuard halten einen trocken - allerdings mit Einschränkungen. Der Grund: Die Schmutzfänger passen ausschließlich an Felgenbremsen-Räder mit einfachem Bremsbolzen, sind nur für Reifen bis maximal 28 Millimeter geeignet und benötigen genügend Freiraum zwischen Sitzrohr und Reifen.
Bei unserem Testmodell, einem älteren Scott Foil, war das nicht der Fall. Aus diesem Grund mussten wir auf das steckbare Teilstück zwischen Sitzstreben und Sitzrohr verzichten - und wurden entsprechend an den Füßen nass. Nur bedingt empfehlenswert sind die - nur einzeln erhältlichen - Gravelhugger von Mudhugger. Das hintere Blech schützt aufgrund der Befestigung an den Sitzstreben nur Po und Rücken. Füße und Antrieb bekommen ordentlich Spritzwasser und Dreck ab - außer man ist zum Improvisieren bereit und verlängert das Schutzblech selbst.
Die Befestigung mit Gummiringen und Kabelbindern ist simpel, dafür geht sie am schnellsten. Besser gefiel uns die Befestigung der Crud Roadracer MK3. Dank eines äußerst stabilen und klebbaren Klettverschlusssystems lässt sich das Schutzblech-Set an nahezu jeder Rahmenform anbringen und mühelos ausrichten. Leider wirkt der Kunststoff billig und ist vergleichsweise weich. Mit 248 Gramm sind die Roadracer dafür das leichteste Set im Test.
Alle getesteten Rennrad-Schutzbleche zur Schnellmontage
- BBB: SlimGuard
- 50 Euro
- 28 Millimeter
- 365 Gramm
- Fazit: Die schmalsten Schutzbleche im Test lassen sich nur an Bremsbolzen und Schnellspannachse anbringen. Bei Aero-Rennern muss man auf das Steckblech zwischen Sitzstrebe und Sitzrohr wegen des fehlenden Freiraums verzichten.
- Crud: Roadracer MK3
- 40 Euro
- 38 Millimeter
- 248 Gramm
- Fazit: Das lange vordere Schutzblech schützt gut vor Nässe, das assymetrische hintere hält den Antrieb relativ trocken und sauber. Abzüge gibt es wegen des Materials, der Kunststoff wirkt billig und ist vergleichsweise weich.
- Mudhugger: Gravelhugger Front & Rear
- 56 Euro
- 50 Millimeter
- 262 Gramm
- Fazit: Bis zu 50 Millimeter breite Schlappen haben unter den Kunststoff-Blechen Platz; wenig Nässeschutz, vor allem hinten, weil das Schutzblech nur bis zu den Sitzstreben reicht. Sehr einfach zu montieren.
- SKS: Speedrocker
- 50 Euro
- 42 Millimeter
- 415 Gramm
- Fazit: Empfehlung vor allem für Gravelbikes. Vielfältig einstellbar, guter Spritzschutz. Vergleichsweise schwer.
Montage-Tipps für Rennrad-Schutzbleche
Keine Eile, bitte: Die Montage fester Schutzbleche am Rennrad braucht Zeit, weil oft individuelle Anpassungen erforderlich sind. Aber auch der Anbau von Steckblechen zur gelegentlichen Nutzung will vorbereitet sein.
Richtige Breite der Schutzbleche
Als Faustformel für die passende Breite eines Schutzbleches empfiehlt sich an beiden Rändern je ein halber Zentimeter Überstand. Für 28-Millimeter-Pneus sollte das Schutzblech demnach rund 38 Millimeter breit sein. Gleichzeitig müssen Sie darauf achten, dass die Schmutzfänger noch durch die Streben beziehungsweise Gabel passen.
Abstand halten
Die Schutzbleche sollten mindestens einen Zentimeter Abstand vom Reifen haben, vor allem bei grobstolligem Profil, damit aufgewirbelte oder im Profil steckende Steine sich nicht verklemmen können.
Befestigungspunkte überprüfen
Vor dem Kauf von passenden Schutzblechen sollten Sie Ihr Rennrad hinsichtlich möglicher Befestigungspunkte unter die Lupe nehmen. Vor allem Gravelbikes verfügen inzwischen zwar über entsprechende Montageösen, die aber nicht zwingend an der richtigen Stelle sitzen.
Schutzfolie verwenden
Bei vielen Schmutzfängern zur Schnellmontage zählt eine Schutzfolie zum Lieferumfang. Diese sollten Sie zwischen Schutzblech und Rahmen/Gabel anbringen, um den Lack zu schonen.
Passendes Werkzeug
Insbesondere bei Festmontage-Schutzblechen sollten Sie daran denken, dass die Streben möglicherweise mit einem Bolzenschneider oder einer kleinen Eisensäge gekürzt werden müssen.
Vorsicht bei der Anpassung
Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie die Streben erst kürzen, nachdem die Schutzbleche endgültig montiert sind und Sie den Reifenfreigang überprüft haben. Andernfalls lassen sich diese möglicherweise nicht mehr am Rahmen befestigen. Um sich an den scharfen Enden nicht zu schneiden, können Sie diese mit Kunststoffkappen abdecken.
Weitere Tipps zu Rennrad-Schutzblechen:
- Schellen zum Nachrüsten: Befinden sich an Ihrem Rennrad keine Befestigungsösen, können Sie den Rahmen mit speziellen Schellen nachrüsten. Messen Sie vor dem Kauf unbedingt die Rohrdurchmesser.
- Spritzschutz verlängern: Um den Nässeschutz am Vorderrad zusätzlich zu erhöhen, können Sie sich selbst einen Spritzlappen basteln. Hierfür eignet sich beispielsweise ein alter Reifen. Markieren Sie die notwendigen Löcher, falten Sie den Reifen an der markierten Stelle über Kreuz und schneiden Sie die Ecke ab. Abschließend befestigen Sie den Lappen mit Kabelbindern am Schutzblech. Der Schützer sollte rund zehn Zentimeter über dem Boden enden.
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