St. Pöltner Hütte: Mountainbike-Strecken in den Hohen Tauern

Der Großvenediger, ein 3657 Meter hoher Gletschergipfel in den Hohen Tauern, wird von Bergsteigern ehrfürchtig als „weltalte Majestät“ bezeichnet. Eine Trail-haltige Runde rundherum zu erfahren, ist ein Traum vieler Mountainbiker.

Die Herausforderung

Drei hohe Pässe - Krimmler Tauern, Ochsenlenke und Felbertauern - stellen eine besondere Herausforderung dar. Typische Wärmegewitter am Nachmittag können die Tour zusätzlich erschweren.

Die Etappen

Die Runde um den Großvenediger lässt sich mit Bustransfer zu einer Drei-Tagestour straffen. Insgesamt hat die Tour 99,5 Kilometer, 4129 Höhenmeter und 30 Prozent Trail-Anteil.

Etappe 1: Krimml - Prettau

  • Länge: 33,7 Kilometer
  • Bergauf: 1603 Höhenmeter
  • Bergab: 1191 Tiefenmeter
  • Trail-Anteil: 33 Prozent
  • Schwierigkeit: S2-S3

Vom Start in Krimml folgt man kurz der Hauptstraße, bevor man sich in Sicht- und Hörweite der Krimmler Wasserfälle das weite Hochtal hinaufkämpft. Am Krimmler Tauernhaus (1631 m) vorbei, geht es auf einem Fahrweg immer weiter in den Talschluss zur Windbachalm (1882 m). Hier beginnt die lange und schwere Schiebepassage bis zur Passhöhe an den Krimmler Tauern (2633 m). Die Abfahrt beginnt mit einem unangenehmen Plattenweg und unendlich vielen querliegenden Stolpersteinen. Ab der Oberen Tauernalm (2018 m) hat man den härtesten Teil der Abfahrt hinter sich. Danach rollt man auf Asphalt das Ahrntal hinunter bis nach Kasern oder Prettau.

Schlüsselstellen: Ab der Windbachalm muss man 750 Höhenmeter schieben. Bergab erfordern die unzähligen Steinplatten höchste Konzentration und gute Unterarme.

Etappe 2: Prettau - Zollwirt

  • Länge: 37,2 Kilometer
  • Bergauf: 1507 Höhenmeter
  • Bergab: 1575 Tiefenmeter
  • Trail-Anteil: 22 Prozent
  • Schwierigkeit: S1-S2

Von Prettau (1467 m) rollt man drei Kilometer talauswärts, umfährt rechts den Straßentunnel und hält sich links bergauf Richtung Hofer. Ab dem Bauernhof geht es auf Schotter ins Hasental. Die Auffahrt ist kehrenreich und steil. Kurz nach der Hasentalalm (2165 m) beginnt die Schiebestrecke zur schon sichtbaren Ochsenlenke (2585 m). Von der einsamen Passhöhe leitet ein flowiger Trail hinab ins Knuttental. Auf etwa 2030 Metern Höhe endet der Trail an einem Fahrweg. Dieser führt zum Klammljoch (2288 m). Von dort geht es bergab - erst ins Arvental und dann ins Defereggental.

Schlüsselstellen: Die Schiebestrecke ab der Hasentalalm zur Ochsenlenke führt über einen angenehmen Grasweg, der Downhill vom Pass ist traumhaft flowig. Achtung: Wer mit dem E-MTB unterwegs ist, muss gutes Akku-Management betreiben!

Etappe 3: St. Jakob - Krimml

  • Länge: 28,7 Kilometer
  • Bergauf: 1019 Höhenmeter
  • Bergab: 1740 Tiefenmeter
  • Trail-Anteil: 34 Prozent
  • Schwierigkeit: S3-S4

Frühmorgens kurbelt man 25 Kilometer das Defereggental nach Huben. Hier nimmt man den Linienbus zum Matreier Tauernhaus (1512 m). Von dort leitet ein neuer Fahrweg zum „Venedigerblick“ (1982 m). Der Fahrweg wendet sich gen Nordosten und endet an einem Wendeplatz (ca. 2360 m). Ab hier trägt man sein Bike steil und unangenehm zur St. Pöltner Hütte (2841 m) am Tauernkreuz. Runter zum Hintersee geht es auf dem Weg 917. Ab hier führt ein asphaltierter Weg zur Felbertauernstraße B 108 und der folgt man nach Mittersill. Achtung: viel Verkehr und Tunnels - Licht!

Schlüsselstellen: Die letzten 80 Meter zur St. Pöltner Hütte sind speziell für E-Mountainbiker unangenehm. Die Abfahrt auf dem Weg 917 ist sehr anspruchsvoll (meist S3, stellenweise sogar S4). Keinesfalls den Weg 917A nehmen!

Weitere Informationen

Die Schützhütte steht nahe dem nördlichsten Punkt Osttirols unterhalb des nördlichsten Gipfels, dem Tauernkogel (2989m) auf Salzburger Seite. Sie steht am Tauernpass und ist ein historischer Übergang nach Salzburg.

Die Hütte ist der Mittelpunkt zwischen St. Pöltener Westweg und St. Pöltener Ostweg.

Gipfelziele:

  • Die steile Gipfelpyramide Tauernkogel (2989m) 1,5h
  • Messelingkogel (2694m) 1,5h

Zustieg: Über St. Pöltener Westweg und St. Pöltener Ostweg, bzw. vom Tal aus vom Matreier Tauernhaus (Kürzester Anstieg)

Nächste Hütte: Der St. Pöltener Ostweg zum Hotel Rudolfshütte (2311m) ist ein Gletscherübergang (Steigeisen notwendig) - Granatscharte - 10-11h.

Erlebnisse und Anekdoten

Eine persönliche Erfahrung beschreibt den Aufstieg zur St. Pöltner Hütte als persönlichen Alptraum, insbesondere für Menschen mit Höhenangst. Schneesturm und schlechte Sicht machten den Weg beschwerlich, und das Schieben und Tragen der Bikes durch den Schnee schien endlos. Die anschließende Abfahrt war aufgrund der widrigen Umstände ebenfalls schwierig, mit teilweisem Schieben, Tragen oder Rollen.

Die Vielfalt der Landschaft

Die Besonderheit dieser Region liegt vor allem in der Vielfalt ihrer Landschaft. Von sanften Hügeln bis hin zu steilen Bergpfaden findet man hier alles, was das Herz eines jeden Mountainbike-Enthusiasten höher schlagen lässt. Die majestätischen Gipfel der umliegenden Berge bieten eine beeindruckende Kulisse und sorgen für unvergessliche Erlebnisse während der Touren.

Touristisch relevante Sehenswürdigkeiten

Entlang der MTB-Strecken gibt es zahlreiche touristisch relevante Sehenswürdigkeiten. Auf dem Weg zur Essener-Rostocker-Hütte kann man einen Zwischenstopp am Umbalfall machen. Auch das Großglockner Resort Kals-Matrei bietet spektakuläre Aussichten und anspruchsvolle Trails.

Beste Jahreszeiten

Die besten Jahreszeiten zum Mountainbiken sind Frühling und Sommer. In diesen Monaten ist das Wetter angenehm mild und die Natur erstrahlt in voller Pracht. Im Herbst verwandelt sich die Landschaft mit ihren bunten Blättern in ein wahres Farbenmeer.

MTB-Trails und Bikeparks

Einige der beliebtesten MTB-Trails sind die Strecke zur Sudetendeutschen Hütte und die Route zum Zunigalm Schutzhaus. Für Adrenalinjunkies bietet Matrei in Osttirol auch Bikeparks an, wie den Bikepark Großglockner Resort Kals-Matrei.

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