Stevens hat sich schon länger mit E-Bikes einen Namen gemacht. Obwohl die Hamburger eigentlich im sportlichen Segment mit Rennlenker zu Hause sind, konnten auch die motorisierten Räder schon diverse Testsiege einfahren. Hier werden verschiedene Modelle und ihre Besonderheiten betrachtet.
Stevens E-Simeto HT
Mit dem E-Simeto wagt Stevens nun den Spagat. Mit Bosch Light Motor Performance SX ist das Rad leichter als klassische E-Bikes, soll aber mehr Komfort und eine deutlich unkompliziertere Handhabung bieten als das minimalistische E-Strada. Wir testen, ob das Konzept auch in der Praxis aufgeht.
Überblick
- Preis: 3999 Euro
- Antrieb: Bosch SX, Purion 200, 400 Wh
- Schaltung: Enviolo Urban (stufenlos)
- Übersetzung: 256 Prozent
- Bremsen: Tektro Volans (Zweikolben)
- Reifen: Continental Urban Contact, 55 mm
- Lichtanlage: v. / h. Supernova Mini 3, 125 Lux / Supernova TL3
- Gepäckträger: Racktime Frontträger
- Rahmengrößen: S, M, L, XL
- Rahmenformen: Diamant, Trapez
- Gabel: Stevens S-Lite Aluminium
- Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg
- Garantie: lebenslang
- Besonderes: Enviolo und Riemen, LED-Stütze, Rahmenschloss
- Gewicht: 23,9 kg (MYBIKE-Messung)
Herzstück des E-Simeto ist der Bosch Performance SX Motor, den man sonst vor allem von sportlichen Light-E-Mountainbikes kennt. Die Leistung des Bosch SX reicht dabei für den urbanen Einsatz locker aus. 55 Newtonmeter sind maximal drin, kurzzeitig reicht die Spitzenleistung aber bis zu üppigen 600 Watt.
Viele Hersteller setzen außerdem auf eine fest verbaute Batterie für noch weniger Gewicht. Stevens entscheidet sich dagegen für die schwere Lösung mit entnehmbarem Akku. Die richtige Wahl, denn beim E-Simeto steht Benutzerfreundlichkeit ohnehin über Leichtbau. Mit knapp 24 Kilo ist das Rad nicht schwer für ein robustes City-E-Bike mit Rahmenschloss, aber auch kein echtes Leichtgewicht. Leichte E-SUVs wie das Diamant Zing Trip Plus bringen teils ähnlich viel auf die Waage - trotz größerem Motor und Akku.
Der Antriebsriemen von Gates macht das E-Simeto auch auf lange Sicht wartungsarm. Mit der Enviolo-Urban-Schaltung lässt sich die Übersetzung maximal intuitiv per Drehgriff anpassen und das sogar stufenlos. Im Stadtverkehr von 10 bis 30 km/h tritt man locker mit, für steile Anstiege oder längere Abfahrten würde man sich von der Enviolo-Nabe noch etwas mehr Bandbreite wünschen.
Das Cockpit gefällt mit komfortablem Lenker mit viel Rückbiegung und guten Flügelgriffen. So sitzt man aufrecht und komfortabel. Der Rahmen wirkt aber steif. Wichtig ist also ein angepasster Reifendruck um dem ungefederten Rad etwas Komfort zu entlocken. Die Schutzbleche über den breiten Urban-Reifen sorgen für zuverlässigen Wetterschutz. Dank Frontträger und optionalem Heckträger kann man dem Stevens leicht größere Lasten zumuten. Das Rad ist bis 140 Kilo Gesamtgewicht (Fahrer, Rad und Gepäck) zugelassen. Auch einen Hauptständer gibt’s im Zubehör.
Für lange Touren ist es eher nicht gebaut. Zwar gefallen die agilen Fahreigenschaften. Die Übersetzung und auch der eher kleine Akku mit 400 Wattstunden limitieren aber auf langen Ausfahrten. Der 400er Bosch-Akku liefert zwar eine gute Reichweite bei schnellen und leichten SX-Bikes mit Kettenschaltung. Sie rollen oft schon im Eco-Modus zügig voran. Das Stevens mit Enviolo-Nabe und höherem Gewicht fährt man dagegen lieber mit höherer Unterstützung. Hier sind Reichweiten um 50 Kilometer ohne optionalen Power-More-Range-Extender realistisch.
Stärken und Schwächen
- Stärken:
- Wartungsarm mit Riemen und Nabenschaltung
- Vielseitig im Urbanen Einsatz
- Gute Sichtbarkeit und cleane Optik
- Fairer Preis
- Schwächen:
- Reichweite und Übersetzungsbandbreite könnten besser sein
- Recht steifer, wenig komfortabler Rahmen
Fazit zum Stevens E-Simeto
Das Stevens E-Simeto ist ein unkompliziertes und benutzerfreundliches Urban-E-Bike mit stylischem Look und fairem Preis-Leistungsverhältnis. Der Bosch-SX-Motor macht das Rad etwas leichter und reicht für den City-Einsatz völlig aus. Die Übersetzung kann auf Touren limitieren, sinnvolles Zubehör wie Gepäckträger und Hauptständer muss man noch zusätzlich erwerben.
Stevens E-Strada
Das leichte Urban-Bike E-Strada FEQ sicherte sich den Sport-Tipp in unserem letzten Test leichter E-Bikes. Das E-Strada liegt mit 17,5 Kilogramm relativ deutlich unter der 20 Kilo-Marke und funktioniert entsprechend mit und ohne Unterstützung - wenn auch Letzteres mit etwas mehr Krafteinsatz. Sportlich die Geometrie: wendig, aber mit sehr sicherem Handling. Knackig geht’s in die Kurven. Eher langgestreckt, aber noch sportlich-komfortabel ist die Sitzposition am fast geraden Lenker.
Ebenso bequem, dabei aber auch einzigartig exakt ist auch das Schalten: Pinions Neunganggetriebe macht es zum wartungsfreien Vergnügen. Und auch der Antrieb läuft dank Gates-Riemen lautlos und im Sorgenfrei-Modus.
Durch die G-One-Bereifung von Schwalbe ist das E-Bike auf vielen Untergründen gut beherrschbar, auch wenn es sicher kein Rad für den schlammigen Trampelpfad ist. Damit der Pilot nicht zu viel Schmutz abbekommt, sind stabile, aber leichte Bleche montiert. Kleines bis mittleres Gepäck (20 Kilogramm) passt auf den unauffälligen Racktime-System-Träger, der auch Aufnahmen für Ortliebs QL-System aufweist. Mit 140 Kilogramm Systemgewicht darf hier trotz der sportlich-leichten Anmutung des Rads auch der Fahrer etwas kräftiger sein.
Der Alu-Rahmen des Stevens E Strada ist sehr sauber gearbeitet und überzeugt nicht nur in Sachen Steifigkeit in der Praxis, sondern auch optisch. Vor allem der Hinterbau mit eingearbeiteter Öffnung für den Riemenantrieb ist ein sehr fein gestaltetes Detail.
Wegen des fehlenden Drehmomentsensors braucht der Mahle-x35-Plus-Motor mehr als eine ganze Kurbelumdrehung, um anzusprechen. Dann macht er das angenehm zügig, recht leise und mit 40 Nm am Hinterrad kräftig genug. Durch diesen nötigen Anlauf ist das Stevens eher kein Bike fürs Stop-and-Go in der City, mehr für die flotte Fitness- oder Feierabendrunde mit den Rennradfreunden. Beim Beschleunigen hilft er zügig mit, und um den Zeiger auf 25 Stundenkilometer zu halten, muss dann nur wenig Kraft aufgewandt werden.
An Reichweite darf man mit dem Stevens E Strada ebene 50 Kilometer erwarten. Allerdings ist der Motor über die Mahle-My-Smart-Bike-App sehr individuell einstellbar, außerdem bietet sie viele weitere Funktionen. Eingeschaltet wird der Mahle x35 über einen Knopf am Oberrohr mit je nach Unterstützungsmodus wechselndem Farbring. Die Einstellungen sind optisch leider nicht leicht auseinanderzuhalten.
Details zum Stevens E Strada
- Preis: 4299 Euro
- Rahmengrößen: 53, 56, 59, 62 cm
- Gewicht Testrad: 17,3 kg
- Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg
- Rahmen: Aluminium
- Gabel: Aluminium
- Schaltung: Pinion Getriebeschaltung 9-fach, 39 Z. /30 Z.
Fazit zum E-Bike
Das Stevens E Strada verführt zum Pendeln mit leichtem Bürogepäck wie zum Wochenendausflug. Wer gern etwas Druck aufs Pedal gibt, bekommt noch eine fast lautlose, unauffällige Hilfe im Hinterrad hinzu. Dank Pinion-Getriebe und Riemen ein Sorglos-E-Bike.
Stevens E-Strada 7.4.3 im Test
Der hanseatische Fahrrad- und E-Bikehersteller Stevens baut mit dem E-Strada 7.4.3 einen agilen Flitzer mit dem Mahle X35 im Heck. Für ein vollausgestattetes Pedelec erweist sich das Stevens E-Strada 7.4.3 als echtes Leichtgewicht: Die Waage bleibt beim Testrad in Rahmenhöhe 53 bereits bei 17,3 kg inklusive Pedalen stehen.
"Schuld" daran ist nicht zuletzt das ungefederte leichte Rahmenset mit der Carbongabel, auch das Antriebssystem aus dem Hause Mahle ist enorm schlank. Gerade mal 3,5 kg wiegt der Hecknabenantrieb mitsamt Akku. Wow. Der Energiespeicher ist dafür komplett im Rahmen integriert und kann lediglich zu Reparaturzwecken von der Werkstatt entnommen werden. Ein kleiner Nachteil, wenn's darum geht, dass der Antrieb geladen werden muss: Das ganze Rad muss an die Dose. Dennoch, das wirklich leichte Rad lässt sich nicht nur im Ausnahmefall auch mal behände eine Treppe hochtragen.
Die Kombination aus dem Mahle Hecknabenmotor und dem Pinion-Getriebe, verbunden mit einem Gates-Riemen funktioniert nicht nur sehr leise, sondern auch harmonisch und vor allem weitgehend wartungsfrei. Klar, eine Schlammpackung muss dann schon gereinigt werden, aber der schmierfreie Gates hinterlässt halt keine schwarzen Streifen am Hosenbein.
Die von uns konservativ kalkulierten Reichweiten können in der Realität locker getoppt werden: So versorgte uns auf hügeliger Strecke im permanenten Wechsel der Modi der Akku erst nach mehr als 65 km nicht mehr mit Energie. Was aber dank der überzeugenden Freilaufeigenschaften kein Problem ist: Das Rad fährt sich auch ohne Unterstützung prima.
Fazit
Mit dem Stevens E-Strada 7.4.3 ist den Hamburgern ein sportliches Pedelec mit viel Fahrradcharakter und breiten Einsatzmöglichkeiten gelungen. Das robuste und extra wartungsarme Rad begeistert mit agilen Fahreigenschaften auf ruppigen und glatten Untergründen in flacher und welliger Umgebung.
Ergebnis des Tests
- Punkte: 773
- Note: sehr gut
Vorteile und Nachteile
- Vorteile:
- Gefälliges elegantes schlichtes Design mit Vollausstattung
- Geringes Gewicht
- Leichtes Pedalieren auch ohne Unterstützung
- Super helles Licht im Dunkeln
- Wartungsarm
- Nachteile:
- Akku zum Laden nicht herausnehmbar
- Umschalten der Unterstützungsstufen und Beleuchtung Aktivieren nicht intuitiv
- einzelne Farben des Tasters für Farbschwache schwer zu unterscheiden
Stevens E-11
Für Einsteiger, die bei Radtouren in einfachem Gelände unkomplizierte Handhabung genießen möchten, ist das Stevens E-11 eine gute Wahl. Stevens hat dieses E-Tourenrad mit einer automatischen Nabenschaltung von Shimano und einem wartungsarmen Riemenantrieb ausgestattet. Die Alfine-Schaltung wechselt die Gänge je nach Trittfrequenz und Pedalkraft. Das ist gut für alle, die sich nicht mit dem Finden des optimalen Gangs beschäftigen möchten.
Die Schaltung ist mit dem Motor synchronisiert, das erlaubt geschmeidige Gangwechsel ohne Last auf dem Antrieb. Die 11-Gang-Nabenschaltung von Shimano wechselt die Gänge automatisch. Eine Bergziege ist das E-11 nicht, Unterstützungsfaktor und Motorleistung sind mittelmäßig. Dafür ist die Reichweite top.
Bewertung
| Kriterium | Wertung |
|---|---|
| Motorleistung | ★★½☆☆ |
| Reichweite | ★★★★½ |
| U-Faktor | ★★½☆☆ |
| Motor-Stresstest | ★★★½☆ |
| Ohne Unterstützung | ★★★½☆ |
| Bremsfunktion | ★★★☆☆ |
| Design | ★★★½☆ |
| Summe | 23 |
| Mittelwert | 3,3 |
| Gesamt | Befriedigend |
Beim E-11 konnte uns die Automatik-Schaltung überzeugen, das größte Plus ist der Akku, der viel Reichweite für lange Touren liefert.
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