Strom erzeugen mit Fahrradgenerator: Eine umweltfreundliche Alternative

Der Ruf nach erneuerbaren Energiequellen ist so laut wie nie zuvor. Angesichts steigender Strompreise denken viele Verbraucherinnen und Verbraucher darüber nach, sich selbst mit Strom zu versorgen. Statt klimaschädlichen Kohlestrom oder umstrittene Atomenergie zu nutzen, tun sie der Umwelt etwas Gutes, indem sie grünen Strom erzeugen und nutzen - CO2-Emissionen werden reduziert und zusätzlich Ressourcen gespart.

Eine besonders kreative Idee kommt nun aus Litauen. Dort hat ein Start-up einen Heimtrainer mit Energiespeicher entwickelt, der Bewegungsenergie in Strom umwandelt. Zu Hause auf dem Heimtrainer strampeln und währenddessen Strom erzeugen? Genau diese Vision hatte das aus Litauen stammende Unternehmen Tukas EV. Das Start-up entwickelte kurzerhand ein Indoor-Rad mit integriertem Energiespeicher, das durch Treten in die Pedale Strom erzeugen und speichern kann.

Wie funktionieren Fahrradgeneratoren?

Pedalgeneratoren, auch als Fahrradgeneratoren oder Pedalkraftgeneratoren bezeichnet, wandeln mechanische Energie in elektrische Energie um. Die mechanische Energie entsteht durch die Rotation der Kurbel. Je kräftiger getreten wird, desto höher ist die Energieausbeute. Pedalgeneratoren produzieren Strom völlig emissionsfrei, sind also umweltfreundlich und nachhaltig.

Bestandteile eines Fahrradgenerators sind ein Pedalsystem (ähnlich einem Fahrrad), ein Generator und eventuell ein Energiespeicher. Wenn der Radler in die Pedale tritt, wird die mechanische Energie über ein Getriebe an den Generator übertragen. Der wandelt die Energie in elektrischen Strom um. Dieser Strom kann direkt verwendet oder in einem Akku gespeichert werden.

Die Leistung eines Pedalgenerators hängt von der Effizienz des Generators sowie der Stärke und der Dauer des Tretens ab. Im Durchschnitt kann ein Erwachsener bei kontinuierlichem Treten etwa 50-100 Watt erzeugen. Das reicht aus, um ein Handy zu laden, Radio zu hören oder eine LED-Leuchte zu betreiben.

Beispielrechnung

Angenommen dein E-Bike-Akku hat 250 Wh und du erzeugst per Pedalgenerator 100 W Leistung. Teile 250 Wh durch 100 W und du siehst, dass es 2,5 h dauert, um den Akku von 0 auf 100 % zu laden. Allerdings treten beim Laden Energieverluste auf, so dass mit einer Effizienz von etwa 80 % zu rechnen ist.

Der "HR Bank" Heimtrainer: Grüne Energie für den Notfall

Mit dem "HR Bank" getauften Heimtrainer verfolgt das Start-up gleich mehrere Ziele. So soll das Indoor-Rad vor allem die Nutzung erneuerbarer Energien steigern und somit die Energiewende vorantreiben. Gleichzeitig diene das Gerät als eine zuverlässige Stromquelle in Notfallsituationen. Die Idee entstand laut Firmenchef Jonas Navickas durch den Krieg in der Ukraine. Dort war für viele Menschen eine zuverlässige Stromversorgung plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr. Mit der HR Bank habe das Unternehmen nun eine Möglichkeit geschaffen, auch unabhängig vom Stromnetz Energie erzeugen und nutzen zu können.

Auf den ersten Blick ähnelt die HR Bank einem klassischen Heimtrainer. Der große Unterschied liegt jedoch im Batteriespeicher, den das Unternehmen in das Indoor-Rad integriert hat. Dieser verfügt über eine Leistung von 2 Kilowattstunden (kWh). Aufladen lässt sich der Energiespeicher ganz einfach durch das Treten in die Pedale. Gleichzeitig betonte Navickas, dass sich der Speicher theoretisch auch über andere Quellen wie das öffentliche Stromnetz oder eine Solaranlage aufladen ließe.

Die HR Bank eignet sich laut Hersteller sowohl für den normalen Gebrauch im Alltag als auch für den Einsatz in extremen Situationen. So sei nicht nur die Nutzung in Kriegsgebieten denkbar, sondern auch während anderer Ereignisse, die das Stromnetz über längere Zeit lahmlegen. Hierfür habe man sichergestellt, dass der Heimtrainer leicht zu transportieren und flexibel aufstellbar ist.

Darüber hinaus hat Tukas EV das Gerät so konzipiert, dass es sich bezüglich Sitzhöhe und Neigungswinkel individuell anpassen lässt. Selbst Kinder und ältere Menschen können so mit dem Heimtrainer problemlos Strom erzeugen.

DIY-Fahrradgeneratoren: Kreative Lösungen für die Stromerzeugung

Einige Ideen, die Tretenergie auch anderweitig zu nutzen, zeigen zahlreiche Erfindungen aus der Vergangenheit. Das schweizerische Unternehmen Stromvelo warb beispielsweise mit erlebbarer Energieerzeugung für Messen und Events, das One Bike-Elektrofaltrad lud sich schon vor über zehn Jahren im Heimtrainer-Modus auf. Und das Green Microcycle bringt dich mit einem 350-W-Antrieb zügig auf der Straße voran und erzeugt indoor abzapfbare Energie.

Ich möchte gerne mit einem Fahrrad Strom erzeugen, da die Lastenhelfer Düsseldorf von der Kulturbud Wäschte 161 angefragt wurden, ob wir einen Fahrradgenerator bauen können. Vom Körper nicht benötigte und in Form von Fett meist hüftnah abgelagerte Energie kann man beim Radfahren (sinnlos) in Schweiß umwandeln oder mit dem Make-Fahrrad-Generator Strom daraus machen. Christian Kuhtz hat solche Tretgeneratoren entwickelt und gebaut. Der kennt sich durch seine Windrad-Entwicklungen ganz gut mit sowas aus. Er hat zuletzt Waschmaschinenmotoren dazu verwendet, mehr weiß ich aber auch nicht.

Ich habe mir so einen Generator aus einem alten Fahrrad und einem normalen (relativ langsam drehenden) 24V-Motor gebaut. Angeschlossen an einem zweiten Eingang eines Solar-Ladereglers. Um auf die nötige Drehzahl zu kommen, habe ich mit einer zweiten Kassette ein Getriebe improvisiert. Das hat schon funktioniert, war aber (durch den Motor) ziemlich laut.

Weitere Möglichkeiten der privaten Stromerzeugung

Neben Fahrradgeneratoren gibt es noch weitere spannende alternative Lösungen und Gadgets, die teilweise auch für Mietwohnungen umgesetzt werden können:

  • Photovoltaik auf dem Balkon: Eine Standard-Balkon-PV-Anlage mit 600 Watt Leistung kann bei optimalen Bedingungen in einem Zweipersonenhaushalt etwa 20 Prozent des jährlichen Strombedarfs decken.
  • Windzäune im Garten: Die großen Paneele lassen sich überall dort aufstellen, wo heute herkömmliche Zäune stehen. In ihrem Rahmen beherbergen sie zahlreiche drehbare Elemente, die der Wind in Rotation versetzt und dadurch kleine Generatoren antreibt.
  • Solartische im Garten und auf dem Balkon: Solartische erzeugen über Solarpaneele auf ihrer Oberfläche Ökostrom, der sich direkt in das Hausstromnetz einspeisen lässt.
  • Smarte Bodenplatten: Smarte Bodenplatten mit elektromagnetischen Spulen, die bei Druck zu rotieren anfangen und auf diese Weise Strom erzeugen.
  • Abfall aus der Küche: Stromproduktion in mikrobiellen Brennstoffzellen, auch „Bakterienbatterien“ genannt. Dabei verarbeiten Mikroorganismen organische Stoffe wie etwa kompostierbare Küchenabfälle.

Gesetzliche Vorgaben bei der privaten Stromerzeugung

Laut Stromsteuerrecht bedarf es für die Entnahme von selbst erzeugtem Strom zum Eigen- beziehungsweise Selbstverbrauch einer Erlaubnis. Diese wird auf Antrag vom örtlich zuständigen Hauptzollamt erteilt. Stromerzeugungsanlage, für die eine förmliche Einzelerlaubnis nach § 9 Abs. 4 i. V. m. § 9 Abs. 1 Nr.

Betreiber:innen von kleineren Anlagen können ihren Stromüberschuss auch ins Netz einspeisen und erhalten eine entsprechende Einspeisevergütung. Grundsätzlich gibt es in Deutschland keine gesetzliche Beschränkung für die Menge an Strom, die zur Eigennutzung erzeugt werden darf. Ab einer bestimmten Menge, die je nach Stromerzeugungsanlage variiert, sieht das Stromsteuerrecht jedoch eine entsprechende Erlaubnis vor. Wichtig: Auch kleine Anlagen zur Stromerzeugung müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden.

Lohnt es sich, Strom selbst zu erzeugen?

In den meisten Fällen lohnt es sich, Strom selbst zu erzeugen. Ein Gespräch mit Expert:innen kann schnell klären, ob und welche Stromerzeugungsanlage für die jeweilige Immobilie infrage kommt. Aktuell gibt es aber gerade für Mieter:innen einige Hürden, wenn sie beispielsweise ein Balkonkraftwerk installieren wollen und die Einwilligung der Vermieterin oder des Vermieters benötigen.

Leistungsübersicht von Fahrradgeneratoren und anderen Stromerzeugungsmethoden

Methode Leistung Anwendung
Fahrradgenerator (durchschnittlicher Erwachsener) 50-100 Watt Handy laden, Radio hören, LED-Leuchte betreiben
HR Bank Heimtrainer 50-300 Watt/h Smartphone laden, Laptop laden, Betrieb von Haushaltsgeräten
Oekotrainer Bis zu 1000 Watt (kurzfristig) Betrieb von Haushaltsgeräten, Akkuladung, visuelle Darstellung der Leistung
Balkon-PV-Anlage (600 Watt) Variabel, abhängig von Sonneneinstrahlung Deckung von ca. 20% des jährlichen Strombedarfs eines Zweipersonenhaushaltes

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