Hallo zusammen! Ich möchte gerne ein paar Meinungen hinsichtlich der unterschiedlichen Zeiten in den Superbike-WM (WSBK) und MotoGP einholen.
Seit einiger Zeit vergleiche ich die Rundenzeiten in diesen Wettbewerben, was nicht so einfach ist, da es nur wenige Strecken gibt, auf denen während der letzten 1-2 Jahre alle drei, oder zumindest zwei der drei Meisterschaften stattgefunden haben.
Interessanterweise hat sich hier ergeben, dass sich die Bestzeiten der Superbike-WM und MotoGP eigentlich auf allen Strecken so ungefähr um 2-3% unterscheiden. Beispiele:
- Phillip Island: Márquez vs. Guintoli; 1:27,899 vs. 1:30,038 (2.4%)
- Aragón: Márquez vs. Haslam: 2.3%
- Jerez: Lorenzo vs. (nicht spezifiziert)
Schwieriger wird es, die Differenz zwischen MotoGP und IDM zu errechnen, da es hier kaum Vergleichsmöglichkeiten gibt - und wenn, dann sind die Vergleichszeiträume zu groß bzw. die Bedingungen zu unterschiedlich.
Das alles dient übrigens dazu, auf weltweit über 100 Rennstrecken jeweils eine absolute Bestzeit zu errechnen, die dann alle miteinander vergleichbar sind. Das bedeutet, dass auf den Strecken, auf denen in letzter Zeit keine MotoGP Rennen stattgefunden haben, die sonstigen, z.B. WSBK-Zeiten oder IDM-Zeiten entsprechend umzurechnen sind.
Nehmen wir mal an, pi mal Daumen stimmen die 2% - jedenfalls scheint sich bei den Vergleichen zwischen den MotoGP Rundenrekorden und den in der WSBK gefahrenen sich der Unterschied auf diesen Wert einzupendeln, wobei die IDM ziemlich nah an den WSBK Zeiten sind, wie hier ja bereits geschrieben wurde.
Hier eine Tabelle mit Rundenzeiten als weitere Beispiele:
| Rennen | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| MotoGP 2015 in Jerez | J. (nicht spezifiziert) | (nicht spezifiziert) |
| WSBK 2015 in Portimao | D. Gugliano | 1:41,764 |
| Sepang (neulich von Marc#7 genannt) | M. (nicht spezifiziert) | 1:58,867 |
Beim finalen Vorsaisontest der Superbike-WM auf europäischem Boden lieferten sich die Spitzenfahrer einen harten Schlagabtausch. Weltmeister Alvaro Bautista (Ducati) beendete das Kräftemessen mit der Bestzeit und war 0,009 Sekunden schneller als Rekord-Champion Jonathna Rea (Kawasaki). Der Polerekord wurde regelrecht pulverisiert.
Zoom Nur etwas mehr als drei Zehntelsekunden verlor Bautista bei seiner Rekordrunde auf die bisher schnellste Rundenzeit der MotoGP, die im Herbst 2021 von Ducati-Werkspilot Francesco Bagnaia gefahren wurde. Besonders beachtlich: Bautista verwendete für seine Rekordrunde die weiche Rennoption und keinen Qualifying-Reifen, weil es zu kalt war, um das Potenzial des SCQ-Reifens zu nutzen.
Es liegt also nahe, zu fragen, warum in der MotoGP Unsummen investiert werden, wenn die Superbikes kaum langsamer sind.
Doch der Vergleich hinkt, denn auch wenn Bautista auf eine Runde sehr nah an die MotoGP-Zeiten herankam, so verlieren die WSBK-Bikes auf eine Renndistanz deutlich den Anschluss. Und auch das Fahrgefühl ist laut Alvaro Bautista sehr unterschiedlich.
Der Spanier fuhr in der MotoGP mit Material von Suzuki, Honda, Aprilia und Ducati. In der Superbike-WM pilotiert Bautista die Ducati Panigale V4R.
WSBK vs. MotoGP: Unterschiede bei Leistung, Bremsen und Fahrgefühl
"Der Unterschied ist schon ziemlich groß", so Bautista. "Beim ersten Test mit dem Superbike spürte ich, dass weniger Leistung vorhanden ist. Es wirkt, als würde das Motorrad wie auf Schienen fahren. Es ist sehr fahrstabil, während ein Superbike arbeiten lassen muss. Wenn man versucht, es wie ein MotoGP-Bike zu fahren, dann wird es nur schlimmer", erklärt der Ducati-Pilot.
"Es sind komplett unterschiedliche Motorräder", stellt Bautista fest. "Ein Superbike muss auf der Straße genau so gut funktionieren wie auf der Rennstrecke. Ein MotoGP-Bike wurde nur für die Rennstrecke entwickelt und deshalb hat es eine viel bessere Fahrstabilität."
Serien-Superbikes kaum langsamer als die WSBK-Versionen
Während die Motorräder aus der MotoGP und der Superbike-WM sehr unterschiedlich sind, so gibt es zwischen der Serienversion und der Rennversion der Ducati Panigale V4R viele Gemeinsamkeiten, meint Bautista.
Ich bin mit dem Straßenmotorrad gefahren. Die Bremsen sind ähnlich, die Motorleistung ist ähnlich. Es gibt keinen großen Unterschied", schildert der Superbike-Weltmeister. "Der größte Unterschied für mich ist die Sitzposition. Das Serien-Motorrad ist zu groß für mich. Doch der Rest ist sehr ähnlich", vergleicht Bautista, der in der WSBK-Saison 2023 mit der Startnummer 1 antreten wird.
Am Dienstag erhielt Alvaro Bautista erstmals seit dem Nachsaisontest 2018 in Jerez die Chance, ein MotoGP-Bike zu pilotieren. Ducati belohnt Bautista mit einem zweitägigen MotoGP-Test für den Gewinn der Superbike-WM 2022.
"Ich bin richtig happy, wieder dieses Motorrad fahren zu können", freut sich Bautista und staunt: "Der Unterschied zwischen dem Superbike und der MotoGP-Maschine ist beeindruckend und betrifft beinahe alle Bereiche: die Beschleunigung, das Bremsen, die Aerodynamik, die Leistung und das Getriebe. Der Unterschied ist unglaublich.""Ich freue mich sehr, denn ich hatte ab der ersten Runde ein gutes Gefühl. Ich konnte ein sehr gutes Verständnis für das Motorrad aufbauen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht", berichtet der Spanier, der Ende 2018 von der MotoGP in die Superbike-WM wechselte.
Keine Umstellungsprobleme von der Panigale zur Desmosedici"Die Anpassung an dieses Motorrad lief sehr gut, vermutlich sogar besser als erwartet. 2018 fuhr ich zum letzten Mal damit", bemerkt Bautista. Seit seiner finalen MotoGP-Saison haben sich die MotoGP-Bikes grundlegend verändert. Die Aerodynamik und die Ride-Height-Devices haben das Fahrverhalten der Motorräder stark verändert.
"Die Motorräder sind jetzt ganz anders", bestätigt Bautista. "Ich hatte keine frischen Erinnerungen, doch selbst wenn ich welche gehabt hätte, so wäre das Motorrad dennoch ganz anders gewesen, vor allem bei der Aerodynamik. Durch die vielen Jahre in der Superbike-WM fühlte sich der Unterschied noch größer an, denn das Motorrad ist steifer und alles ist anders."
Perfekt harmonierte Bautista noch nicht mit der Desmosedici. "Aus ergonomischer Sicht können wir meine Position auf dem Motorrad sicher noch verbessern. Das Motorrad ist ein bisschen groß für mich, vor allem im Bereich des Sitzes und des Tanks. Wir haben ein paar Teile, die wir probieren können, wenn wir die Zeit finden", erklärt er.
Doch ohnehin ist es nicht das vorrangige Ziel, beim Test auf Zeitenjagd zu gehen. "Es ist nicht unser Ziel, eine gute Rundenzeit zu erreichen. "Es gibt keinen Grund, ein Risiko einzugehen", bemerkt der Gesamtführende der Superbike-WM, der sich voll bewusst ist, dass er in eineinhalb Wochen fit für das nächste WSBK-Event nach Donington reisen muss.
Der MotoGP-Test heizt die Gerüchteküche an und befeuert Spekulationen über einen Gastart am Saisonende. Davon will Bautista nichts wissen: "Ich habe nichts im Kopf. Es ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich einen richtigen Test mit einem richtigen Werksmotorrad und Werksteam absolviere. Das ist wirklich fantastisch. Ich hatte diese Chance noch nie in meinem Leben."
"Auf Phillip Island fuhr ich vor fünf Jahren, doch ich war damals nicht vorbereitet", verweist er auf den Einsatz für das Ducati-Werksteam. "Dieser Test hier ist sehr wichtig für mich.
Der Vergleich von Einzelrundenzeiten ist nicht der zielführendste, da normalerweise so viele Variablen ins Spiel kommen, dass es fast unmöglich ist, dies mehr oder weniger fair zu tun. Vielleicht erinnert ihr euch zum Beispiel daran, wie Jonathan Rea auf der Kawasaki ZX-10RR schneller als Valentino Rossi auf der M1 am Jerez-Ángel Nieto Circuit fuhr.
Es ist jedoch eine simple und interessante Kuriosität, die uns hilft, den unglaublichen Fortschritt der Technologie einzuschätzen, der heutzutage in Serienmotorrädern steckt. Die Zeit des Britens lag bei 1'34,5, wie Ducati CEO Claudio Domenicali stolz veröffentlichte. In der Tat ist 1.34.5 eine Zeit, auf die man stolz sein kann, besonders wenn man es auf einer Maschine ohne besonderer Vorbereitungen macht.
Das letzte Mal, dass die von Serienmotorrädern abgeleitete Meisterschaft die spanische Runde in Valencia organisierte, war im Jahr 2010, als Max Biaggi auf der Aprilia RSV4 zum Weltmeister gekürt wurde. Das Tempo im Rennen ist eine andere Geschichte, denn die schnellste Runde, die damals gefahren wurde, war die von Noriyuki Haga im Jahr 2009 mit einer Zeit von 1,34,618 . Das heißt, in etwas mehr als einem Jahrzehnt ist es einem Serienmotorrad gelungen, gleich schnell, bzw. schneller zu sein.
Die MotoGP ist hingegen eine Welt für sich und das zeigt die Bestzeit des Jahres 2019, die Fabio Quartararo auf der Yamaha M1 aufgestellt hat. Mit einer 1.29.978 fuhr er vor einigen Monaten in Valencia auf die Pole Position, während Valentino Rossi mit 1'30.954 die langsamste Zeit des Q2 war.
Der Unterschied ist, wie erwartet, sehr groß, aber wir müssen bedenken, dass es sich um ein praktisch serienmäßiges Motorrad handelt, das von Redding gefahren wurde, während die MotoGP-Honda nicht nur das fortschrittlichste Bike des japanischen Herstellers ist, sondern auch von einem der größten Talente der MotoGP-Geschichte bewegt wird.
Im Jahr 2010 holte Casey Stoner mit 1'31.799 die Pole Position, während Álvaro Bautista auf Suzuki mit 1'33.515 die letzte Punktewertung erhielt. Im Rennen ging das Tempo erwartungsgemäß deutlich zurück und die schnellste Runde fuhr Dani Pedrosa mit einer 1'32.914.
Wenn wir uns die unteren Stufen der Wettkampfpyramide ansehen, werden wir sehen, dass Maxi Scheib, jetzt WSBK-Fahrer, die Pole in der ESBK mit einer 1.34.245 eroberte.
Abschließend muss gesagt werden, dass im vergangenen Jahr der Unterschied zwischen der von der SBK zugelassenen Ducati V4 R und der S-Version größer war. Im Jahr 2020 hat sich Ducati einige Elemente der R ausgeliehen mach schließt so die Lücke. Äußerlich ist die erste offensichtliche Änderung der Anbau des Aerodynamik-Kits, mit dem eine aerodynamische Last von 37 kg bei 300 km/h erreicht werden kann.
Performance-Vergleich MotoGP gegen Superbike :MotoGP-Raketen sind die schärfsten und teuersten Zweirad-Geräte aller Zeiten. Warum fahren sie kaum schneller als Superbikes?
Der Deutsche Harald Eckl, als Chef des Kawasaki Racing Teams 2003 von der Superbike-WM zu MotoGP umgestiegen, sieht den Vergleich eher als Theorie: »Mit der Nähe von MotoGP und Super- bikes wäre es in einem gemeinsamen Rennen schnell vorbei. Die Superbikes könnten ihre Vorteile an Fahrbarkeit bei Teillast nicht ausspielen.
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