Tagfahrleuchten (TFL) dienen der besseren Erkennbarkeit von Kraftfahrzeugen bei Tageslicht bei möglichst geringem Energieverbrauch. Der Anbau an Krafträdern (Zweiräder über 45 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit oder über 50 cm3 Hubraum) ist zulässig, aber nicht vorgeschrieben.
Aufgrund einer Änderung von § 17 StVO darf ab dem 1.4.2013 bei Motorrädern am Tag anstelle des Abblendlichtes auch mit eingeschalteten Tagfahrleuchten gefahren werden.
Gesetzliche Bestimmungen und Vorschriften
Tagfahrleuchten müssen gemäß ECE-R 87 genehmigt und mit einem Prüfzeichen versehen sein. Dieses kann auf dem Glas, Reflektor oder Gehäuse angebracht sein. Außerdem müssen Tagfahrleuchten automatisch mit Anstellen der „Zündung“ eingeschaltet werden. Um eine Blendung anderer Verkehrsteilnehmer zu vermeiden, müssen Tagfahrleuchten automatisch erlöschen, wenn das Abblendlicht eingeschaltet wird. Dies gilt nicht bei Betätigung der Lichthupe.
Hinweis: Beträgt der Abstand von Fahrtrichtungsanzeiger und Tagfahrleuchte weniger als 40 mm, darf bei eingeschaltetem Fahrtrichtungsanzeiger die TFL der betreffenden Seite automatisch gedimmt oder ausgeschaltet sein.
Allgemeine Tipps zum An- und Umbau von Lampen
Egal ob Scheinwerfer, Blinker oder Rückleuchten - bei jedem An- und Umbau gibt es einiges zu beachten, damit es nicht nur wunschgemäß strahlt, sondern die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden. Der An- oder Umbau von Lampen und Leuchten erfordert zumindest rudimentäre Elektrik-Grundkenntnisse. Neben diesem eigentlich unverzichtbaren Vorwissen gibt es ein paar wichtige Regeln, die man beachten sollte.
Im Rahmen von Umbauten (zum Beispiel wenn die serienmäßig montierten Stecker nicht passen) keinesfalls den Kabelbaum zerschneiden, sondern besser Adapter besorgen beziehungsweise selber machen und verbauen. Die entsprechenden Stecker kann man im Zubehör (etwa Japan-Stecker) besorgen und mit einer passenden Crimpzange sorgfältig festpressen. Wenn es der Platz erlaubt, arbeite ich gern mit den soliden und wasserdichten AMP-Steckern. So lassen sich Fehlerquellen vermeiden, und das Ganze bleibt auch rückbaufähig.
Beim Verlegen zusätzlicher Kabel auf eine vernünftige Führung achten (Scheuerstellen vermeiden!) sowie Kontakte ordentlich isolieren. Im Lenkerbereich dürfen die Kabel auch bei vollem Lenkeinschlag nicht gespannt oder eingeklemmt werden. Zusätzliche Verbraucher schließt man weder direkt an der Batterie an noch an vorhandene stromführende Kabel, sondern schaltet sie möglichst über ein zusätzliches Relais und eine passende Sicherung.
Zugelassene Bauteile mit E-Zeichen müssen nicht eingetragen werden, sofern man die ursprüngliche Anbaulage beibehält beziehungsweise die Anbauvorschriften (EU- bzw. StVO-Zulassung) erfüllt. Bei der Auswahl der neuen Komponenten auf Qualität achten und Foren als Informationsquelle nutzen.
Schritte zur Nachrüstung von Tagfahrlicht
- ABE Bausatz überprüfen: Vor der Montage der Lichtquelle ist es unbedingt notwendig, die „ABE“ (die Betriebserlaubnis) des Scheinwerfer-Bausatzes zu überprüfen.
- ECE-Richtlinien beachten: Tagfahrleuchten haben die Funktion, eine optimale Signalwirkung zu gewährleisten.
- Scheinwerfer austauschen: Zuerst sind die Scheinwerfer auszutauschen. Soll das Licht an der Stoßstange befestigt werden, gilt es die Stange entsprechend zuzuschneiden.
- Lichtquelle fixieren: Der nächste Schritt besteht darin, die Lichtquelle zu fixieren. Die Leuchte ist so zu montieren, dass der Abstand zum Boden mindestens 50 cm beträgt.
- Kabel installieren: Anschließend wird das Kabel im Inneren des Fahrzeuges installiert. Der genaue Installationsvorgang ist in der Regel der Anleitung des Lichtsets zu entnehmen.
- Elektrische Verbindung herstellen: Mit Hilfe einer Steckverbindung wird eine elektrische Verbindung hergestellt.
- Kabel anschließen: Die Kabel zu Masse (Klemme 31), Standlicht (Klemme 30) und Zündungspuls (Klemme 51) sind jetzt bereit zum Anschluss.
Wichtige Hinweise zur Montage
- Die Leuchte ist so zu montieren, dass der Abstand zum Boden mindestens 50 cm beträgt.
- Der Abstand zwischen den Innenrändern beträgt in Richtung der Bezugsachsen mindestens 600 mm, 400 mm bei einer Fahrzeugbreite von unter 1.300 mm.
- Das Tagfahrlicht muss automatisch mit der Zündung an- und ausgehen.
- Die Tagfahrleuchten müssen bei Betätigung des Abblendlichts automatisch abschalten.
- Das Tagfahrlicht darf nicht gemeinsam mit aktiviertem Fernlicht oder Nebelscheinwerfer aufleuchten.
Falsch angeschlossenes Tagfahrlicht wird als Mangel bei der Hauptuntersuchung ausgewiesen. Können Autofahrer keine entsprechende Zulassung für ihre Tagfahrlichter nachweisen oder wurde das Tagfahrlicht falsch angeschlossen, wird dies im Rahmen der Hauptuntersuchung oder einer polizeilichen Verkehrskontrolle als erheblicher Mangel angesehen.
Tagfahrlicht vs. Abblendlicht
§ 17 der Straßenverkehrsordnung (StVO) sieht vor, dass erst bei der Dämmerung oder bei Dunkelheit das Abblendlicht benutzt wird. Das Tagfahrlicht hat einen geringen Kraftstoffverbrauch von 0,01 l/km bis 0,02 l/km. Das Abblendlicht erfordert einen erhöhten Kraftstoffverbrauch.
Wichtig: Tagfahrleuchten und das Abblendlicht dürfen nicht gemeinsam verwendet werden.
Kosten für den Einbau von Tagfahrlicht
Die Preise für die entsprechenden Leuchten schwanken zwischen 80 Euro und 130 Euro. Die Kosten für den Einbau variieren je nach Hersteller und betragen im Durchschnitt zwischen 50 und 500 Euro.
LED-Technologie
Die LED-Technologie liefert nicht nur das beste Licht und wird deshalb bei immer mehr Modellen serienmäßig verwendet, sondern bietet auch vielfältige Möglichkeiten, der Maschine mit zum Beispiel einem asymmetrischen Design ein ganz eigenes Aussehen zu verleihen. LED-Nachrüstscheinwerfer - zum Teil sogar mit adaptivem Kurvenlicht - werden von der Zubehör-Industrie sowohl als Einsatz als auch als Komplettscheinwerfer angeboten.
Probleme und Lösungen beim Einbau
Beim Einbau/Umbau von Scheinwerfern gibt es aber einiges zu beachten. Im Scheinwerfergehäuse befinden sich in der Regel jede Menge Kabel, und der Platz ist extrem knapp kalkuliert. Beim Umbau unbedingt auf korrekte Verlegung achten, um keine Kurzschlüsse zu produzieren. Problematisch wird es vor allem, wenn der neue Scheinwerfer kleiner ist oder der Einsatz breiter baut, weil zum Beispiel der bei LED-Technologie notwendige Kühlkörper zusätzlichen Platz kosten. Für bestimmte Modelle (etwa solche mit Can-Bus) braucht man eventuell spezielle Adapter.
Zusatzlampen und Tagfahrleuchten
Beim Anschluss der Lampen unbedingt eine Schaltung über ein Relais bevorzugen und die Anbauvorschriften beachten. Eine relativ neue Spielart sind die Tagfahrlampen. Bei nachträglichem Einbau (nur genehmigte Produkte mit E-Zeichen + RL = Daytime Running Light verwenden) muss man nicht nur die vorgeschriebenen Abstände, sondern auch die entsprechende Schaltung beachten. Das Tagfahrlicht muss sich automatisch einschalten, sobald die Zündung aktiviert ist, und automatisch erlöschen, wenn das Abblendlicht eingeschaltet wird (Ausnahme: Lichthupe). Meist benötigt man daher bei einem nachträglichen Einbau einen speziellen Umschalter (kostet 50 bis 100 Euro), der per Lichtsensor gesteuert diese Aufgabe übernimmt.
Blinker und LED-Umbau
Zwar lässt sich prinzipiell jedes Motorrad mit 12-Volt-Elektrik auf LED-Blinker umrüsten, die ein E-Prüfzeichen haben (vorn mit einer 1, hinten mit einer 2 - die meisten tragen beide Kennzahlen). Doch so einfach der Kauf ist, so tückisch kann der Anbau sein.
Für manche neueren Modelle gibt es praktische Komplett-Sets, die besonders für nicht so versierte Schrauber eine gute Alternative sein können. Für alle anderen steht je nach Motorrad-Typ eine mehr oder weniger aufwendige Bastelei an.
Herausforderungen beim Anschluss ans Bordnetz
Das Problem liegt dabei an der geringeren Stromaufnahme der LEDs. Tauscht man die Standardblinker mit je 21 Watt gegen zwei LED-Blinker mit nur je 1,5 Watt, ändert sich nämlich die Blinkfrequenz, weil das Relais aufgrund der abweichenden Last nicht mehr korrekt funktioniert. Schnelleres Blinken beziehungsweise Dauerleuchten der Blinker sind die Folge. Die Lösung besteht entweder im Einbau eines sogenannten lastunabhängigen Relais oder spezieller Widerstände.
Am einfachsten ist es, wenn das Motorrad ein separates Blinkrelais (keine kombinierte Einheit!) für die Blinker sowie zwei getrennte Kontrollleuchten (rechts/links) und weder Blinkpiepser noch eine Warnblinkanlage hat. Dann lassen sich meist günstige Universal-Blinkgeber verwenden.
Anpassung der Blinkfrequenz
Möchte man aber sein Original-Blinkrelais behalten oder hat ein Motorrad, das gar kein separates Blinkrelais, sondern nur eine zentrale Elektronikeinheit hat, wird der Umbau komplizierter. Zur Anpassung der Blinkfrequenz muss man dann nämlich mit Widerständen (in der Regel mit 6,8 Ohm Leistungswiderstand) arbeiten, die man im Zubehör oft auch schon mit der passenden Verkabelung erwerben kann.
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