Tennisarm durch Radfahren: Ursachen und Behandlung

Ein Tennisarm, auch Tennisellenbogen genannt, ist eine unangenehme Entzündung im Unterarm, die sich durch Schmerzen am Ellenbogen äußert. Die typischen Symptome sind Schmerzen um den Ellenbogen herum, genauer gesagt am Epicondylus radialis, einem kleinen Knochenvorsprung am Ellenbogen. Dort entspringen alle Hand- und Fingerstreckmuskeln.

Ursachen des Tennisarms

Es gibt eine große Bandbreite an Möglichkeiten, die einen Tennisarm auslösen können. Und es kann jeden Menschen treffen, nicht nur Tennisspieler. Eine Epicondylitis wird in der Regel durch Überlastung oder wiederholte Bewegungen der Muskeln und Sehnen im Ellenbogen verursacht. Die Hauptursache für einen Tennisarm ist die Überbeanspruchung der Streckmuskeln des Unterarms durch einseitige oder sich wiederholende Bewegungen. Oft entsteht diese Erkrankung beim Spielen von Schlägersportarten mit falscher Technik, wie beispielsweise Tennis. Heutzutage lösen intensives Heimwerken wie z. B.

Bei mir war der Auslöser zum Beispiel eine falsche Handhaltung beim Fahrradfahren. Ich habe das Handgelenk nicht neutral, also gerade gehalten, sondern es immer wieder mal durchhängen lassen. Das hat zu einer großen Spannung in der Muskulatur geführt. Ähnliches kann bei Menschen passieren, die viel mit einer Tastatur schreiben und dabei eine falsche Handhaltung haben. Auch Flugzeugpiloten oder E-Sportler, die mit einem Joystick arbeiten, können einen Tennisellenbogen bekommen. Denn eine der beiden Ursachen ist eine dauerhafte Belastung der Muskulatur, womöglich in Verbindung mit einer falschen Technik.

Eine Untersuchung hat vor einiger Zeit ergeben, dass alle Profis schon mal einen Tennisellenbogen hatten. Eine falsche Technik können wir hier in der Regel ausschließen. Auslöser für den Tennisarm ist in dem Fall die hohe Intensität ohne ausreichende Regeneration und Entspannung. Das führt auch bei anderen Sportarten zu Problemen oder Erkrankungen.

Wer zum Beispiel viel mit der Computermaus arbeitet, viel tippt oder mit schwerem Gerät wie Bohrmaschine oder Presslufthammer zu tun hat, kann sehr schnell in eine mechanische Überlastung kommen. Wenn dann die Greifbelastung plus Vibrationen auf dem Rad dazu kommen, können Probleme am Ellenbogen auftreten.

Symptome und Diagnose

Anfangs ist es eher ein Druckgefühl, das bei Belastung zunimmt. Zum Beispiel beim Tragen einer Tasche oder beim Ausstrecken der Finger. Wird es akuter, lösen schon kleine Bewegungen einen stechenden Schmerz aus. Beim beginnenden Tennisarm treten stechende Schmerzen im Bereich des äußeren Ellenbogens auf, meist nach belastenden Tätigkeiten wie dem Anheben von Lasten, dem Einsatz schwerer Werkzeuge oder längerer Arbeit an Tastatur und Maus.

Schon jetzt werden die Muskelansätze am äußeren Ellenbogen jedoch druckschmerzhaft - ein wichtiger Hinweis darauf, dass sich ein Tennisarm bildet. Im weiteren Verlauf nehmen Schmerzen und Missempfindungen zu, sodass die auslösenden Bewegungen nicht mehr schmerzfrei ausgeführt werden können. Beim Anheben der auf der Tischplatte liegenden Hand oder des Mittelfingers gegen einen Widerstand kommt es zu den typischen Tennisarm-Schmerzen.

Ein Arzt kann eine Tennisarm-Diagnose stellen, indem er den betroffenen Bereich untersucht und den Schmerz auf Druck testet. Ihr behandelnder Arzt untersucht die entsprechenden Muskel- und Sehnenpartien auf Druckempfindlichkeit. Eventuell führt er weitere Tests zur Funktionsweise Ihrer Unterarmmuskeln durch. Sie werden dabei zum Beispiel aufgefordert, einen Stuhl anzuheben oder den Mittelfinger gegen einen Widerstand zu strecken. Um die Diagnose zu sichern, können zusätzlich bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, Magnetresonanztomographie - kurz MRT - oder Ultraschall zum Einsatz kommen.

Behandlung des Tennisarms

Wir müssen die Spannung aus der Muskulatur nehmen. Bei beginnenden leichten Symptomen bieten sich Dehnübungen an: dreißig Sekunden dehnen, eine Minute pausieren. Das dreimal wiederholen. Zusätzlich kann eine kleine Faszienrolle helfen. Sie löst Verspannung durch Druck. Wichtig ist, nur über die Muskeln zu rollen. Also nicht über den Epicondylus radialis, die Knochen oder die Sehnen des betroffenen Arms.

Merken Sie nach spätestens zwei Wochen keine Besserung oder werden die Beschwerden schlimmer, sollten Sie zum Arzt gehen. Der stellt eine genaue Diagnose und empfiehlt die weitere Therapie. Ein wichtiger Punkt ist auch, die Ursache für das Problem zu erkennen und sein Verhalten zu ändern. In meinem Fall also auf eine korrekte Handhaltung beim Fahrradfahren zu achten. Oder eine ergonomische Tastatur zu nutzen. Auch Ruhepausen sind wie gesagt wichtig - nicht nur für Profisportler.

Die Behandlung einer Epicondylitis bei Sportlern besteht in der Regel aus einer Kombination aus Ruhe, Physiotherapie und Medikamenten, die Schmerzen und Entzündungen lindern. Die Behandlung der Epicondylitis umfasst in der Regel eine Kombination aus Ruhe, Physiotherapie und Medikamenten, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern. Die Therapie des akuten Tennisarms erfolgt zunächst konservativ und ist bei 9 von 10 Patienten erfolgreich. Dabei sollte der Patient seinen Arm ruhigstellen.

Anfangs können Schmerzmittel helfen, die Beschwerden zu lindern, in dem Fall sogenannte nicht steroidale Antirheumatika als Tabletten oder lokale Salbenverbände. Gleichzeitig empfiehlt es sich, die Arm- und Handgelenksmuskulatur durch spezielle Bewegungs- oder Ergotherapie zu dehnen und zu stärken. Bei Bedarf können Ellenbogenbandagen oder spezielle Verbände die Muskulatur stabilisieren und entlasten. Bessern sich die Beschwerden nicht, kann im akuten Entzündungsschub eine sogenannte Infiltrationstherapie mit Lokalanästhetika oder Kortison erfolgen.

Die folgenden Übungen zeigen Ihnen Möglichkeiten, wie Sie selber gezielt gegen einen Tennisarm vorgehen können. Allerdings sollten die Beschwerden des Tennisarms nicht nur auf den Ellenbogen zurückgeführt werden. Die Entstehung kann mit schadhaften Bewegungsmustern zusammenhängen, welche sich über den gesamten Arm-Schulter-Nacken-Bereich erstrecken können.

Beispiele für Übungen bei Tennisarm

  • Exzentrisches Training: Ausgangsstellung: Sitz auf einem Stuhl neben einem Tisch. Legen Sie den Unterarm so auf dem Tisch ab, dass die Hand über die Tischkante herunterhängt. Durchführung: Die nicht betroffene, freie Hand führt nun die Bewegung der betroffenen Hand mit dem Gewicht nach oben. Der betroffene Arm hilft bei dieser Bewegung nicht mit. Nehmen Sie nun die freie Hand weg. Lassen Sie mit dem betroffenen Arm das Gewicht langsam und kontrolliert in die Ausgangsposition zurücksinken. Wiederholen Sie die Bewegung 10-mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2-3 Sätze mit jeweils circa 60 Sekunden Pause zwischen den Sätzen durch.
  • Dehnung der Handgelenksbeuger: Ausgangsstellung: Strecken Sie Ihren betroffenen Arm vor dem Körper aus. Achten Sie darauf, dass der Ellenbogen gestreckt ist. Durchführung: Mit der anderen Hand ziehen Sie Ihr Handgelenk sanft in eine gebeugte Position. Spüren Sie dabei den Zug in Ihrem Ellenbogen. Ein leichter Dehnschmerz ist normal. Halten Sie diese Position. Halten Sie diese Dehnung für mindestens 30 Sekunden und wiederholen sie die Übung 2-3 mal.
  • Faszienbehandlung: Rollen Sie mit dem Faszienball oder der -rolle langsam und sanft die schmerzhafte Muskulatur an der Außenseite Ihres Unterarms entlang. Ein leichter Schmerz ist normal. Sie können die Anwendung mehrmals durchführen, bis Sie eine Verringerung der Schmerzen verspüren.

Vorbeugung

Wir Menschen sind so vielseitig und beweglich, wir können gehen, stehen, rennen, tanzen, hüpfen, liegen und so weiter. Was wir nicht gut können, beziehungsweise was uns nicht guttut, sind monotone Tätigkeiten. Die führen zu muskulären Dysfunktionen, also Funktionsstörungen oder Fehlfunktionen.

Die beste Vorbeugung ist daher, sich erstens möglichst vielseitig zu bewegen. Mal intensiver, mal relaxt. Mal die Ausdauer trainieren, mal die Kraft. Ich bin ein großer Freund davon, jeden Tag Sport zu machen. Und zwar so, dass ich es wirklich jeden Tag tun kann. Ohne Muskelkater oder Überlastung. Entspannung und Ruhe, sowohl körperlich wie geistig. Wir müssen einfach mal runterkommen. Bei der Arbeit: Gehen Sie in der Mittagspause eine Runde spazieren. Beim Sport: Geben Sie Ihrem Körper genug Zeit, sich zu regenerieren.

Und schließlich müssen wir bewusst darauf achten, unsere Muskulatur zu mobilisieren. Tiere machen das automatisch: Wenn Hunde oder Katzen aufstehen, strecken sie sich, bevor es weitergeht. Und wir? Wir putzen nach dem Aufstehen die Zähne und frühstücken, aber wir mobilisieren unseren Körper nicht. Das geht zum Beispiel über Dehnübungen oder Yoga.

Auch wenn Sie Ihren Tennisellenbogen gut auskuriert haben, können die Beschwerden wiederkommen. Schließlich wollen Sie aber nicht für immer auf Ihren Sport verzichten beziehungsweise wieder wie gewohnt Ihrer Arbeit nachgehen. Erfahren Sie im Folgenden, wie Sie erneuten Entzündungen vorbeugen können:

  • Holen Sie sich Rat bei erfahrenen Sportmedizinern, Physiotherapeuten oder Sportwissenschaftlern. Sie können mit Ihnen videogestützte Bewegungsanalysen durchführen und, wenn nötig, Bewegungsmuster korrigieren, also Sie zum Beispiel zur korrekten Schlagtechnik beim Tennis beraten.
  • Für Sportgeräte können sie etwa dämpfende Schlägerbespannung und Griffband in der passenden Stärke empfehlen sowie Tipps für einen ergonomischen Arbeitsplatz geben.
  • Legen Sie regelmäßig Pausen ein, um Ihre Arme zu entspannen.
  • Tragen Sie eventuell eine sogenannte Epicondylitis-Spange. Dies ist eine spezielle Druckbandage, die den Muskelansatz am Ellenbogen entlastet.

Was man vermeiden sollte

Was ich nicht machen würde: unkritisch Schmerzmittel nehmen. Erstens haben die Nebenwirkungen, zweitens helfen sie in solchen Fällen nicht. Sie maskieren nur die Symptome. Aber Schmerz ist ein guter Trainer: Er zeigt uns, dass wir etwas falsch machen.

Zusammenfassung

Der Tennisarm ist ein schmerzhafter Zustand, der durch Überlastung der Muskeln und Sehnen im Ellenbogen verursacht wird. Durch rechtzeitige Diagnose, geeignete Behandlung und vorbeugende Maßnahmen können die Beschwerden gelindert und ein chronischer Verlauf vermieden werden.

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