Elektroroller 80 km/h: Tests, Erfahrungen und alles, was Sie wissen müssen

Elektroroller aller Geschwindigkeitsklassen sind weiter im Trend. Wer emissionsfrei unterwegs sein will, trifft speziell im Rollerbereich auf ein stetig wachsendes Angebot an leisen und sauberen Modellen. Der ADAC stellt die wichtigsten Neuheiten des Modelljahres 2025 vor - mit Bildern, Infos, Daten und Preisen.

Neue Modelle und Konzepte

Der ADAC stellt die wichtigsten Neuheiten des Modelljahres 2025 vor. Zu den wenigen, die die Hürde zur Marktreife genommen haben, gehört heute Sol Motors aus Böblingen mit dem auffällig gestylten E-Moped Pocket Rocket. Inzwischen technisch ausgereift, kann es als Kleinkraftrad oder Leichtkraftrad bestellt werden. Ende 2024 sind die ersten Exemplare in Kundenhand gegangen.

Honda plant ebenfalls die Einführung neuer Modelle. Der futuristisch gestylte Stadtflitzer kombiniert einen 6 kW/8 PS starken Seitenmotor mit ein oder zwei jeweils 1,3 kWh großen Akkus. Die herausnehmbaren 48-Volt-Batterien erlauben zusammen eine Reichweite von gut 70 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Honda mit 83 km/h an. Der Fahrer kann zwischen den drei Fahrmodi Econ, Standard und Sport wählen.

Dank der herausnehmbaren Akkus sind die Nutzer oder Nutzerinnen des CUV e: (CUV steht für Clean Urban Vehicle) nicht unbedingt auf einen Garagenstellplatz angewiesen. Die jeweils 10 Kilogramm schweren Batterien lassen sich problemlos in einer Etagenwohnung an der Haushaltssteckdose laden. Honda veranschlagt rund sechs Stunden für das Aufladen eines leeren Akkus, dessen Zellchemie auf 2500 Ladezyklen ausgelegt wurde.

Für das Cockpit bietet Honda zwei Display-Optionen. Serienmäßig ist ein 5-Zoll-TFT-Screen verbaut. Gegen Aufpreis ist der CUV e: mit einem 7 Zoll großen TFT-RoadSync-Duo-Display lieferbar, das EV-spezifische Infos sowie eine Navigations- und eine Konnektivitätsfunktion bietet. Außerdem an Bord: Ein Rückfahr-Assistent, Smartkey-Bedienung, LED-Lichttechnik, eine USB-C-Buchse zum Laden von Mobilgeräten sowie Stauraum unter dem Sitz. Der CUV e: wird in drei verschiedenen Farben verfügbar sein: Pearl Jubilee White, Matte Gunpowder Black Metallic und Premium Silver Metallic. Einen Preis und den Termin zur Markteinführung verrät Honda noch nicht.

Die Besonderheit des Rollerkonzepts ist seine Modularität. Es gibt ihn mit zwei oder drei Rädern sowie das Dreirad optional mit einer Dachkonstruktion, die sogar ohne Helm gefahren werden darf. Um sie in Deutschland zu fahren, reicht ein Pkw-Führerschein.

Sol Motors Pocket Rocket

Das Herzstück der Pocket Rocket bildet ein horizontales Rohr, auf dessen Oberseite sich ein Einzelsitz befindet, während in die vorderen und hinteren Enden jeweils der Scheinwerfer bzw. die Rückleuchte integriert ist. Mittig unter dem Oberrohr verläuft in V-Form ein dünneres Rohr, das die Fußrasten beherbergt und als Anlenkpunkt für die Hinterradführung dient. Diese besteht aus einer Zweiarmschwinge und zwei Federbeinen. Das Vorderrad wird durch eine Teleskopgabel geführt. Das Gewicht der Pocket Rocket ist von ursprünglich 55 auf 71 Kilogramm gestiegen. Eine Person, die auf dem E-Scooter Platz findet, sollte nicht mehr als 150 Kilogramm wiegen. Für die Verzögerung sorgen zwei hydraulische Scheibenbremsen, die Sol Motors mit einem CBS-Bremssystem aufgerüstet hat.

Der Sekundärantrieb entfällt, denn für den Vortrieb sorgt ein Nabenmotor, der zentral im Hinterrad sitzt und damit auch für die Energierückgewinnung geeignet ist. Die auf 45 km/h begrenzte Variante leistet 4 kW/6 PS und 120 Newtonmeter Drehmoment. Die Pocket Rocket S genannte Leichtkraftradversion bringt es auf 6 kW/8,5 PS und 160 Newtonmeter. Dank neuer Batteriezellen von LG soll die Pocket Rocket S echte 85 km/h erreichen. 108 beziehungsweise 68 Kilometer Reichweite verspricht der Hersteller. Mit einem Schnelllader dauert das Tanken rund zwei Stunden. Die Akkus sollen auch nach 1200 Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität bieten.

Die Preise für eine Pocket Rocket beginnen bei rund 6000 Euro für die 50er-Version, das 125er-Pendant kostet 7000 Euro. Wer eine Sonderlackierung wünscht - der Online-Konfigurator bietet hier eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten -, muss noch einmal einige hundert Euro drauflegen. Bei einer Online-Bestellung kommen noch die Versandkosten hinzu. Die Technik für die Pocket Rocket kommt vornehmlich aus Europa. Den Rahmen fertigt die österreichische Firma Remus, die für ihre Auspuffanlagen bekannt ist.

Testberichte und Erfahrungen

Der ADAC hat Elektroroller der Führerscheinklasse A1 (Leichtkrafträder) zwischen 3700 und 7000 Euro getestet. Am Ende lag kein etablierter Hersteller vorn, sondern ein Newcomer aus Spanien.

Testsieger mit innovativem Akku-Konzept

Platz eins geht an den spanischen Hersteller Silence und sein Modell S01. Der futuristisch gestylte Roller löst den Konflikt zwischen großer Batterie, die für eine entsprechend gute Reichweite (90 Kilometer) sorgt, und der Transportfähigkeit des schweren Akkus. Und das mit einer simplen, aber genialen Idee: Der Akku wird nach dem Entnehmen schlicht zum Trolley und bietet dem Fahrer damit die Möglichkeit, die 40 Kilo schwere Batterie in die Wohnung zu ziehen und dort zu laden.

Zusätzlich lässt sich der Akku des Silence auch als Powerbank für Laptops, Handys oder Elektrogrills betreiben. Da der S01 auch das mit Abstand größte Staufach unter der Sitzbank hat und mit einem kurzen Bremsweg überzeugt, sichert er sich den Sieg in der Gesamtwertung.

Futura Robo-S

Die Roller kamen erst mit mehrmonatiger Verspätung in Deutschland an, inzwischen hat aber auch der Futura Robo-S einen separaten Einzeltest unter den gleichen Bedingungen wie die Konkurrenten absolviert.

Dabei hat der Robo-S insgesamt die Test-Note 2,7 erreicht. Positiv überrascht hat die Tester nicht nur der im Vergleich günstigste Anschaffungspreis von 3.699 Euro, sondern dass der Robo-S in punkto Verarbeitung oder Reichweite auch mit etablierten Konkurrenten wie dem NIU NQI GT mithalten kann. In Deutschland vertreibt die Firma Dr. Ferrari GmbH den E-Roller als Futura Robo-S.

Der Roller überzeugt mit cleveren Details wie einem Fingerabdruckscanner, einer Rückenlehne für Mitfahrer/innen und der Möglichkeit, Wartungen und Reparaturen auch zuhause durchführen zu lassen. Insgesamt macht der E-Roller einen durchdachten Eindruck: Er bietet praktische Ablagemöglichkeiten, ist angenehm leicht und ordentlich verarbeitet.

Beim Antrieb herrscht Licht und Schatten: Der Robo-S punktet mit einem niedrigen Stromverbrauch, kurzen Ladezeiten und der Möglichkeit, die beiden Akkus zum Laden zu entnehmen. Negativ fielen neben einer fehlenden Reichweitenanzeige und der mit abnehmendem Akkustand abfallenden Höchstgeschwindigkeit vor allem die sehr schlechte Dosierbarkeit des Elektromotors auf. Dem Hersteller ist dieser Kritikpunkt inzwischen bekannt, seit November 2020 wird beim Robo-S ein neuer Gasgriff mit besserer Dosiermöglichkeit verbaut.

Wer öfter zu zweit unterwegs ist, sollte die Zuladung im Auge behalten. Diese fällt mit insgesamt 147 Kilogramm eher gering aus, das zulässige Gesamtgewicht wird dadurch schnell überschritten.

Vespa Elettrica 70

Während die Schwalbe gegenüber ihrer auf 45 km/h begrenzten Version (Kleinkraftrad) deutlich stärker ist (8 statt 4 kWh), bekam die Vespa Elettrica 70 lediglich eine längere Antriebsübersetzung spendiert, um die höhere Endgeschwindigkeit zu erreichen.

Diese beträgt allerdings nur 67 km/h, obwohl Piaggio selbst von der Vespa Elettrica 70 (km/h) spricht. Die „Wespe“ ist formschön, aber etwas flügellahm. Weitere Minuspunkte der kultigen Italienerin sind die allenfalls durchschnittliche Reichweite von 68 Kilometern und der fest im Fahrzeug verbaute Akku, was das Laden der Batterie im Haus oder in der Wohnung unmöglich macht. Abgesehen davon überzeugt die Vespa mit guten Fahreigenschaften, tollem Fahrkomfort und einer Ladezeit des 4,2 kWh großen Akkus von nur 4 Stunden.

Elektrische Schwalbe von Govecs

Die optisch eng an den DDR-Roller Simson KR51 angelehnte Neuauflage Schwalbe von Govecs überzeugt mit dem kraftvollsten Motor im Feld, kurzen Ladezeiten, guter Verarbeitung und ausgewogenen Fahreigenschaften. Sie ist mit knapp 7000 Euro jedoch der teuerste Roller im Test. Negativ fiel den Testern der mangelnde Stauraum, der fest mit dem Fahrzeug verbundene Akku und das hohe Gewicht auf.

Damit wird das Rangieren des Rollers zur Schwerstarbeit. Auch die Bremse dürfte besser zupacken, denn die der Govecs-Roller hat den längsten Bremsweg im Vergleich. Immerhin ist für die Schwalbe als einziges Leichtkraftrad im Test gegen Aufpreis ein Antiblockiersystem (ABS) erhältlich.

NIU NQi GT

Platz vier geht an Deutschlands meistverkauften E-Roller, den NIU NQi GT. Die Beliebtheit des Leichtkraftrads aus China ist schnell erklärt: Der NIU ist hat ein attraktives Design und punktet darüber hinaus mit der besten Konnektivität, einem ausgewogenen Fahrwerk, guter Reichweite und einem attraktiven Preis. Kritikwürdig sind die unbequeme Sitzposition für größere Fahrer, die lange Ladedauer sowie der geringe Stauraum.

Trinity Uranus R

Der geringe Grundpreis des Trinity schlägt sich jedoch im LED-Scheinwerfer mit der schwächsten Ausleuchtung im Vergleich nieder, die Ladezeiten (für beide Akkus) sind die längsten im Test. Da der Uranus R auch ein unterdämpftes Fahrwerk hat und für großgewachsene Fahrer wenig Platz bietet, landet er auf dem letzten Platz. Positiv fiel der in China produzierte E-Roller im Vespa-Look dagegen durch sein geringes Fahrzeuggewicht, die hohe Zuladung und den niedrigsten Stromverbrauch im Test auf.

E-Roller-Kauf: Tipps für Verbraucher

Bislang durften Leichtkrafträder nur mit dem Führerschein der Klasse A1 (bzw. ehemals 1b) oder dem Pkw-Führerschein der Klasse 3 gefahren werden, sofern dieser vor dem 1. 4. 1980 ausgestellt wurde. Seit 2020 ermöglicht auch die Erweiterung der Klasse mit der Schlüsselziffer 196 zum Führen eines Leichtkraftrads, zumindest in Deutschland (der Führerschein gilt nicht im Ausland). Dafür muss der Fahrer in der Fahrschule mindestens vier theoretische und fünf praktische Unterrichtseinheiten zu jeweils 90 Minuten nehmen, die Klasse B seit mindestens fünf Jahren besitzen und mindestens 25 Jahre alt sein. Hier finden Sie alle Infos zum Thema A1-Zweiräder mit Autoführerschein fahren.

Wer sich für einen E-Roller interessiert, sollte vor dem Kauf unbedingt eine Probefahrt machen. Die Roller fallen unterschiedlich groß aus; wer lange Beine hat, behindert womöglich mit seinen Knien den Lenkeinschlag. Bei großen Rollern wiederum kommen kleinere Menschen nicht mit beiden Füßen auf den Boden.

Einige Roller sind nur im Internet bestellbar. Diese Scooter werden geliefert, die Endmontage (z.B. Montage der Spiegel) ist Sache des Kunden. Heißt: Eine Probefahrt ist hier nicht möglich. Servicepartner findet man oftmals nur in Großstädten.

Unbedingt überprüfen, wo der E-Roller aufgeladen werden kann: Modelle mit fest verbautem Akku lassen sich nur per Kabel an der Steckdose oder an Ladestationen aufladen. Dagegen können herausnehmbare Akkus bequem in der Wohnung Strom tanken und bieten so mehr Flexibilität.

Gut überlegen, welche Fahrstrecken tatsächlich anfallen: Wer mit der Reichweite in der Basisversion auskommt, kann auf Zusatzakkus verzichten und so eventuell viel Geld sparen.

Einige Städte bieten eine finanzielle Förderung beim Kauf eines E-Rollers an. Interessenten sollten sich vor dem Kauf bei ihrer Stadt informieren.

Man sollte die Wartungs- und Stilllegungshinweise der Hersteller befolgen, da der Akku bei mehrwöchiger Nichtnutzung (etwa über den Winter) und falscher Behandlung Schaden nehmen kann, was den Kauf eines teuren Ersatzakkus zur Folge haben kann. Bei einigen Herstellern erlöschen bei Nichteinhaltung zudem die Garantie bzw. Gewährleistung.

Hat der Roller eine eingetragene Höchstgeschwindigkeit von mindestens 60 km/h, darf man damit auch die Autobahn befahren. Allerdings sollte man dies nur in Ausnahmefällen machen, da die meisten Roller weniger als 90 km/h erreichen und man mit ihnen schnell zum Verkehrshindernis wird.

Bei der Alltagstauglichkeit wurden die Abmessungen und das Gewicht der jeweiligen Fahrzeuge ermittelt. Die Verarbeitung (Ausführung von Innen- und Außenverkleidung, Bremsleitungen und Kabel) wurde subjektiv beurteilt. Bezüglich ihrer Dichtigkeit wurden die Roller auch einem Beregnungstest unterzogen, bei dem die Roller 20 Minuten lang mithilfe eines Fahrtwindgebläses beregnet wurden. Somit wurde eine Fahrt bei Regen simuliert. Beim Kriterium Handhabung stand das Rangieren des Rollers im Vordergrund, sowie die Abstellmöglichkeiten mittels Seiten- und/oder Hauptständer. Beim Punkt Gepäckunterbringung wurde die Größe und Nutzbarkeit der Staufächer in der Verkleidung und unter der Sitzbank subjektiv beurteilt.

Die Bewertung im Bereich Wartung erfolgte subjektiv. Bewertet wurde, wie verständlich und umfangreich die Bedienungsanleitung ist und ob sie in Papierform dem Roller beiliegt oder lediglich in digitaler Form verfügbar ist. Des Weiteren wurde geprüft, welche Wartungsarbeiten der Kunde selbst durchführen kann. Auch das mitgelieferte Bordwerkzeug, eine genaue Beschreibung sowie der Aufwand zur Stilllegung des Rollers wurde bewertet.

Der Beleuchtungstest wurde in einer dunklen Halle sowie im Rahmen einer Nachtfahrt auf öffentlichen Straßen durchgeführt. Die Bewertung der Ausleuchtung, Leuchtweite und Helligkeit von Abblend- und Fernlicht erfolgten subjektiv.

Im Hauptkriterium Ergonomie ist der Sitzkomfort des Fahrers von zentraler Bedeutung. In die subjektive Bewertung flossen der Komfort der Sitzbank, die Beinhaltung, die Form des Lenkers, der Sitzkomfort mit Sozius sowie die Gestaltung der Rückspiegel ein. In puncto Sitzkomfort Beifahrer wurden der Komfort der Sitzbank für den Sozius, die Position der Fußrasten, die Haltemöglichkeiten sowie das Auf- und Absteigen bewertet.

Bei der Beurteilung des Cockpits wurden die Ablesbarkeit der Instrumente bzw. des Instrumentendisplays bewertet.

Zudem wurde beurteilt, wie einfach sich der E-Roller starten lässt sowie der Umfang des Bordcomputers. Eine Abwertung erfolgte bei nicht vorhandenen Anzeigen für die Restreichweite und die Restladezeit. Als Letztes wurde die Genauigkeit des Tachos bewertet. Als Grundlage diente die Abweichung der Tachoanzeige, von der auf dem geeichten Fahrleistungsprüfstand ermittelten Fahrzeuggeschwindigkeit. Das Kriterium Windschutz wurde subjektiv im Fahrbetrieb bewertet.

Im Hauptkapitel Antrieb wurden die Dosierbarkeit des Gasgriffs, das Ansprechverhalten des Motors sowie das Motorgeräusch subjektiv bewertet. Einen Bonus gab es für das Vorhandensein verschiedener Fahrmodi sowie eines Rangiermodus.

Im Kapitel Fahrleistungen wurde die Beschleunigung aus dem Stand auf 60 km/h gemessen. Besaß ein Fahrzeug verschiedene Fahrmodi, wurde der Modus mit der größten Motorleistung verwendet.

Es wurden jeweils zehn Messungen pro Fahrzeug durchgeführt. Die Messung erfolgte mittels einer V-Box von Racelogic. Die Steigfähigkeit der Roller wurde an einer 16-prozentigen Steigung durchgeführt. Der mit 135 Kilo beladene Roller stand hierbei am Hang und musste eine Strecke von 10 Metern schnellstmöglich zurücklegen.

Konnte ein Roller die Höchstgeschwindigkeit nicht bis zum SOC 25 Prozent halten, gab es dafür einen Malus.

Die Reichweite wurde auf dem Testgelände in Penzing ermittelt. Die vollgeladenen E-Roller befuhren einen acht Kilometer langen Kurs mit acht definierten Haltepunkten so lange, bis der Akku so weit geleert war, dass die Geschwindigkeit unter 30 km/h fiel. Die zurückgelegte Strecke wurde mittels GPS-Messsystem aufgezeichnet. Der Roller wurde mit einer Person (80 Kilo) an Bord gefahren, Gewichtsunterschiede zwischen den Fahrern wurden mit Sandsäcken ausgeglichen.

Verfügte ein Roller über mehrere Fahrmodi mit unterschiedlichen Endgeschwindigkeiten, wurde der Modus mit der geringsten Motorleistung gewählt, mit dem das Fahrzeug die maximale Geschwindigkeit von 70 km/h erreichte.

Nach dem Reichweitentest erfolgte bei jedem Fahrzeug die Vollladung an einer haushaltsüblichen Steckdose. Die nachgeladene Strommenge sowie die Dauer für die Vollladung wurden mit einem Strommessgerät aufgezeichnet. Bewertet wurden die durchschnittliche Ladeleistung sowie die Ladedauer für eine Kilowattstunde.

Einen Bonus gab es für herausnehmbare Akkus, das Vorhandensein von mehr als einem Akku und für einen Ladeanschluss außen am Fahrzeug. Ein Malus wurde vergeben, wenn bei herausgenommenen Akkus diese nicht gleichzeitig, sondern nur nacheinander geladen werden konnten. Ebenfalls einen Malus gab es für ein Ladegerät mit deutlich hörbarem Lüftergeräusch, für ein Ladekabel, das kürzer als 3,5 Meter war, sowie für den Fall, dass im Staufach kein Platz für das Ladegerät vorhanden war.

Im Kapitel Fahreigenschaften wurde die Fahrstabilität subjektiv beurteilt. Hier flossen neben der Spurstabilität auch die dynamische Stabilität beim Bremsen und Beschleunigen ein.

Das Handling der Roller wurde beim Durchfahren eines Slalomparcours sowie beim Befahren eines Handlingkurses subjektiv bewertet. Beim Kriterium Kurvenfahrt wurde das Lenkverhalten in Schräglage sowie die Lenkpräzision subjektiv bewertet.

Ein Malus wurde für einen in Kurven frühzeitig aufsetzenden Seiten- oder Hauptständer vergeben.

Der Bremsweg wurde mittels GPS-Messsystem ermittelt, die Bremsung erfolgte aus 50 km/h. Es wurden je zehn Messungen in beide Fahrtrichtungen durchgeführt.

Einen Bonus gab es bei serienmäßigem oder optionalem CBS und ABS. Einen Malus gab es für die E-Roller, bei denen beim Betätigen der Bremse und gleichzeitigem Gasgeben der Vortrieb nicht gekappt wird.

Die Bewertung des Federungskomforts erfolgte subjektiv auf öffentlichen Straßen. Es wurde sowohl der Komfort nur mit dem Fahrer als auch mit Fahrer und Sozius subjektiv bewertet.

Ausgewählte Elektroroller Modelle und ihre Eigenschaften

Im Folgenden werden einige ausgewählte Elektroroller Modelle vorgestellt, die eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h erreichen oder in dieser Kategorie relevant sind:

Futura Angry Hawk

Der Futura Angry Hawk bietet mit 4000 Watt eine ausreichende Motorleistung, Beschleunigung und Steigfähigkeit. Die Reichweite von 100 Km ist klasse. Das deutsche Unternehmen ist in Sachen Elektrofahrzeuge schon länger breit aufgestellt und bietet ebenfalls Elektro Minicars an. Der Angry Haw ist also nicht nur laufstark sondern auch gut ausgestattet, mit allem was ein E Roller so braucht: Sichere Bremsen, gute Stoßdämpfer, Digitaldisplay, Alarmanlage, Bluetoothradio, Fingerabdrucksensor und vieles mehr. Und es gibt bei Futura einen guten Service aus über 300 angeschlossenen Partnerwerkstätten.

Technische Daten des Futura Angry Hawk:

  • Straßenzulassung: ja
  • Geschwindigkeit: 80 km/h
  • Motorleistung: max.: 4000 Watt
  • Reichweite: bis zu 100 km
  • Gewicht: 97 kg
  • Traglast: max. 200 kg
  • Akkus: 2 herausnehmbare 9 kg-schwere Lithium-Ionen-Akkus (2 x 72V/20Ah Akku)
  • Ladedauer: 2 Stunden je Akku
  • Ausstattung: Inklusive Smartphone-App (Android und Apple)

Wenn Ihr den Angry Hawk bestellt, dann erlaubt Futura eine 5 tägige Probefahrt und ihr könnt den E Roller bei Nicht Gefallen wieder zurück schicken.

E.F.O ET5000

Der E.F.O ET5000 ist ein weiterer Elektroroller, der mit seiner Leistung, Höchstgeschwindigkeit und Reichweite auf sich aufmerksam machen will. Herzstück des E.F.O ET5000 ist sein bürstenloser Elektromotor, der an der Schwinge verbaut ist. Mit einer Leistung von 5000 Watt, bzw. 5,2 kW (7 PS) steht er im Äquivalent zu einem 125er Roller, sorgt aber dank des Elektroantriebs für eine kräftige Beschleunigung und vor allem schnelle Ampelstarts. Zudem fällt die Gasannahme sehr sanft aus, was auch unerfahrenen Rollerfahrern zugute kommt.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 101 km/h laut Tacho lässt es sich aber somit auch auf Landstraßen und Stadtautobahnen entspannt im Verkehr mitfließen. Wer es beim Rangieren leicht haben möchte, kann sogar in einen Retourgang schalten. Damit rollt der 116 kg schwere E.F.O (gemessen, lt. Hersteller: 114 kg) mit einer Höchstgeschwindigkeit von 4 km/h auch in die gegengesetzte Richtung.

Der herausnehmbare Akku mit einer Kapazität von 4.320Wh (72 V und 60 Ah) bietet einen adäquaten Stromspeicher für diese Klasse. Mit einer Reichweite von bis zu 120 km (bei sparsamer Fahrweise) bietet er ausreichend Spielraum für den täglichen Pendelweg und das vielleicht sogar mehrfach, bevor der ET5000 an die Steckdose muss. Geladen wird per 230 V Haushaltssteckdose, was eine Ladezeit von sechs Stunden bedeutet, um den Elektroroller wieder vollständig zu laden. Mit optionalem Schnellladegerät verkürzt sich der Prozess auf vier Stunden.

Ein Feature, das in der 125er-Klasse nicht verpflichtend ist (mindestens kombiniertes Bremssystem, oder ABS auf das Vorderrad), aber mehr Kontrolle und Sicherheit bietet. Leider ist der Stauraum unter der Sitzbank nur begrenzt nutzbar, was eine Herausforderung für diejenigen darstellt, die regelmäßig größere Gegenstände transportieren möchten. Das Platzangebot ist im Vergleich zu einem Verbrennungsroller gering und eignet sich eher für kleinere Dinge - selbst ein Jethelm geht sich nicht aus.

In Österreich kostet der E.F.O ET5000 ab 4.990,- Euro, wobei noch eine Förderung in Höhe von 700 Euro möglich ist.

Weitere Modelle:

  • Robo S (konstante Motorleistung von 3.000 Watt, max. 4.000 Watt in der Spitze, herausnehmbarer Akku)
  • Uranus R (4 kW oder 5 kW Motor, herausnehmbarer Akku, Reichweite von 50 km, optional zweiter Akku)
  • Nova Motors INOA S6 Max (Motorleistung von 4.000 Watt, zwei Akkus, Reichweite bis zu 99 km)

Führerschein und Förderung

Es gibt eine Führerscheinpflicht für Leichtkrafträder, also auch E-Roller mit 80 km/h. Mit der Führerscheinklasse A1 dürft ihr sie fahren. Neben den Anschaffungskosten für den E-Roller 80 km/h kommen noch Ausgaben für eine Versicherung auf euch zu. Die Wartungskosten sowie die Stromkosten für eine Vollladung sind im Vergleich zu Benzinern eher gering.

Durch die neue THG Prämie könnt ihr eine jährliche Förderung für die E Roller beantragen. Ein Elektro Bonus in Höhe von 375 EUR pro Elektrofahrzeug ist somit möglich.

Über die sogenannte THG Quote - gemeint ist Treibhausgas Quote - bekommt der Fahrzeughalte bis zu 350,- Euro Prämie pro Jahr. Neben der Förderung für Elektro Motorräder werden auch Elektroroller mit 80 Km/h bezuschusst.

Tabellarische Übersicht ausgewählter Modelle

Modell Höchstgeschwindigkeit Motorleistung Reichweite Besonderheiten
Futura Angry Hawk 80 km/h 4000 Watt 100 km Smartphone-App, Probefahrt möglich
E.F.O ET5000 101 km/h 5000 Watt 120 km ABS, Rückwärtsgang, herausnehmbarer Akku
Robo S 80 km/h 4000 Watt (Spitze) - Herausnehmbarer Akku
Uranus R 80 km/h 5000 Watt (optional) 50 km Optional zweiter Akku
Nova Motors INOA S6 Max 75 km/h 4000 Watt 99 km Zwei Akkus, Retro-Design

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