Die teuersten Motorräder der Welt: Eine Übersicht

Motorradfahren ist mehr als nur Fortbewegung. Es ist Hobby und Leidenschaft. Dafür gibt man auch gerne mal etwas mehr Geld aus. Auch bei Motorrädern gilt der alte Spruch: "Nach oben hin gibt es kein Limit". Exklusive Umbauten und limitierte Sonderserien können Preise explodieren lassen.

Für die Hersteller sind die Entwicklungskosten solcher Eisen oft kaum einspielbar. Und für die meisten Kunden sie diese exklusiven Technologieträger kaum bezahlbar. Sinnbefreite, wirtschaftliche Unvernunft aller Beteiligten? Denn ist die Kreation entsprechend exklusiv, lockt sie auch entsprechend zahlungskräftige Kundschaft an.

Zudem sollen Top-End Projekte die Kreativität und den Ehrgeiz junger Ingenieure in den Entwicklungsabteilungen zu innovativen Höchstleistungen anstacheln und die Grenzen des Machbaren neu definieren. Und nicht zuletzt dient die extreme Performance und Präzision solcher Technologieträger als "Visitkarte" der globalen Imagepflege der Produzenten. Die enormen Kosten kann man in einigen Fällen zu einem guten Teil als Marketingausgabe betrachten.

Und für den erlauchten Kundenkreis bieten diese exklusiven „On the Edge“ Monumente im technischen Grenzbereich nicht nur irre Fahrdynamik und enormen Besitzerstolz, sie sind fast immer auch hochprofitable Anlageobjekte.

Wir wollen wissen, welches das teuerste Motorrad eines Mainstream-Herstellers ist, das man als normaler Mensch beim Händler des Vertrauens kaufen kann.

Aktuelle Modelle und ihre Besonderheiten

Obwohl die Triumph Rocket 3 GT Storm den größten Motorradmotor der Welt besitzt, ist sie vergleichsweise günstig. Mit einem 2.458 cm³ Dreizylinder-Reihenmotor, der 182 PS bei 7.000 U/min und ein Drehmoment von 225 Nm bei 4.000 U/min liefert, bringt das Power Bike massiv Leistung auf die Straße. Optisch zeichnet sie sich durch einen "Blackout"-Stil mit schwarz lackierten oder eloxierten Komponenten wie Rahmenheck, Schwinge und Gabel aus.

Die Kawasaki Ninja H2 SX SE kombiniert einen 200 PS starken, kompressorgeladenen 998 cm³ Reihenvierzylindermotor mit modernster Elektronik. Erstmals in Kawasakis Modellpalette kommt ein Bosch-Radarsystem zum Einsatz, das adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC), Kollisionswarnung (FCW) und Totwinkelassistent (BSD) ermöglicht. Weitere Highlights sind das semi-aktive elektronische Fahrwerk (KECS), ein 6,5-Zoll-Farb-TFT-Display mit Smartphone-Integration über das SPIN-System und zahlreiche Assistenzsysteme wie Launch Control, Berganfahrhilfe (VHA) und schräglagenabhängige Traktionskontrolle. Diese umfangreiche Ausstattung macht die Ninja H2 SX SE zu einem der fortschrittlichsten Sporttourer auf dem Markt.

Die Yamaha R1 GYTR 2025 ist ein reines Rennstreckenmotorrad, das auf der R1 Race basiert und mit speziellen GYTR-Komponenten (Genuine Yamaha Technology Racing) ausgestattet ist, um Leistung und Handling zu optimieren. Zu den Highlights gehören eine leichte, aerodynamisch optimierte Rennverkleidung aus kohlenstoffverstärktem Fiberglas, ein Akrapovič-Rennauspuff zur Leistungssteigerung und Gewichtsreduktion sowie eine spezielle GYTR-ECU für präzise Motorsteuerung und individuelle Anpassungen.

Der amerikanische Hersteller bietet tatsächlich noch teurere Fahrzeuge an, doch diese entstammen entweder der limitierten CVO-Collection oder kommen auf drei Rädern. Die Harley-Davidson Street Glide Ultra 2025 kombiniert Komfort und Performance mit dem Milwaukee-Eight 117 Motor, der 105 PS und 176 Nm Drehmoment liefert. Dank neuer SHOWA-Dämpfer, verbesserter Aerodynamik und einer Gewichtsreduktion von 22,2 kg bietet sie ein optimiertes Fahrgefühl.

Die Ducati Panigale V4 S 2025 präsentiert sich mit einer neuen Zweiarmschwinge, die die bisherige Einarmschwinge ersetzt, und bietet eine Leistung von 216 PS bei 13.500 U/min. Die Maschine verfügt über ein semi-aktives Öhlins-Fahrwerk, das elektronisch angepasst werden kann, sowie über eine verbesserte Aerodynamik und fortschrittliche Elektroniksysteme, die das Fahrerlebnis optimieren. Diese Neuerungen zielen darauf ab, die Performance auf der Rennstrecke zu maximieren und gleichzeitig die Handhabung zu verbessern. Rennsport pur - der auch bezahlt werden möchte.

Die BMW M 1000 RR 2025 wurde umfassend überarbeitet und bietet nun eine gesteigerte Leistung von 218 PS bei 14.500 U/min. Diese Verbesserung wurde durch technische Anpassungen wie neu gestaltete Titanventile, ein erhöhtes Verdichtungsverhältnis von 14,5:1 und größere Drosselklappen erreicht. Aerodynamisch profitiert das Modell von neu entwickelten M Winglets 3.0 aus Carbon, die bei 300 km/h einen Abtrieb von 30 kg erzeugen, ohne die Höchstgeschwindigkeit von 314 km/h zu beeinträchtigen.

Die Indian Roadmaster PowerPlus Dark Horse ist ein Touring-Motorrad, das mit dem neuen 1.768 cm³ großen, flüssigkeitsgekühlten PowerPlus-Motor ausgestattet ist, der 126 PS und 181,4 Nm Drehmoment liefert. Das Modell bietet eine komfortable Sitzposition, großzügigen Stauraum und moderne Technologie, die auf Langstreckenfahrten ausgelegt ist. Zu den Funktionen gehören Toter-Winkel-Warnung, Rückfahrwarnleuchten und Bike Hold Control, die Sicherheit und Fahrkomfort erhöhen.

Die MV Agusta Brutale 1000 RR ist ein High-Performance-Naked-Bike, das sich durch kraftvolles Design, modernste Technologie und beeindruckende Leistung auszeichnet. Angetrieben von einem 998 cm³ Reihenvierzylinder-Motor mit über 200 PS, bietet sie eine aggressive Fahrdynamik und präzises Handling. Die hochwertige Ausstattung umfasst eine Brembo-Bremsanlage, ein elektronisches Öhlins-Fahrwerk sowie fortschrittliche Fahrassistenzsysteme.

Wer an ein Reisemotorrad denkt, kommt nicht an der Honda Gold Wing vorbei. Die Honda GL1800 Gold Wing Tour DCT ist das Flaggschiff unter den Touring-Motorrädern und kombiniert luxuriösen Komfort mit beeindruckender Technik. Angetrieben von einem kraftvollen 1.833 cm³ Sechszylinder-Boxermotor, bietet sie eine geschmeidige Leistungsentfaltung und ein einzigartiges Fahrerlebnis. Die Doppelkupplungstechnologie (DCT) ermöglicht nahtlose Gangwechsel und macht das Fahren noch entspannter, besonders auf langen Touren.

Damit die Ninja H2 R in unsere Kriterien passen, muss man vielleicht ein Auge zudrücken. Zwar ist diese Kawasaki theoretisch nicht limitiert, doch wird sie nur auf Bestellung gebaut. Die Kawasaki Ninja H2R ist ein kompromissloses Supersportmotorrad, das ausschließlich für die Rennstrecke entwickelt wurde. Mit ihrem 999 cm³ Reihenvierzylindermotor und einem integrierten Kompressor erreicht sie beeindruckende 310 PS, die durch den RAM-Air-Effekt auf bis zu 326 PS gesteigert werden können.

Die 9 teuersten Motorräder in Deutschland

Nicht alles wird immer teurer. Manches war schon immer teuer. So wie diese Serienmotorräder mit Zulassung, die die teuersten in Deutschland sind.

Ohne Limit, dafür mit Straßenzulassung, in Serie und natürlich die teuersten. Das sind die Eckpunkte. Klar, irgendwo wird es sicherlich eine limitierte Kleinserie eines exotischen Herstellers geben, die nochmal teurer ist. Ebenso sind die meisten edlen Custombikes um ein Vielfaches kostspieliger, aber eben nicht "beim Händler um die Ecke" zu haben.

Wir starten bei knapp 30.000 Euro, enden um die 50.000 Euro und schauen gelegentlich etwas über den Tellerrand. Interessant: Vom Supersportler über Naked Bike bis zum Cruiser sind fast alle Gattungen vertreten.

Top 9 der teuersten Motorräder in Deutschland

  1. Platz 9: Honda CBR 1000 RR-R Fireblade SP2 ab 29.699 Euro

    Wer hätte das gedacht: Die Top-Honda, die CBR 1000 RR-R Fireblade hat nicht nur den längsten Modellnamen, sondern ist das günstigste der teuersten Kräder in Deutschland. Die Supersportlerin mit Öhlins-Fahrwerk und Rennbremse, wiegt 201 Kilo vollgetankt und leistet 218 PS. Stärker und leichter ist nur die deutlich teurere BMW auf Platz 6.

  2. Platz 8: Kawasaki Ninja ZX-10 RR ab 29.995 Euro

    Mit fast 30.000 Euro mit das günstigste der teuersten Motorräder in Deutschland: Kawasaki Ninja ZX-10 RR. Die vormalige Homologationsbasis für die WSBK von Kawasaki und technische Basis für die aktuelle Bimota KB998 in der WSBK. Bis zu 214 PS bei fahrfertigen 207 Kilo sind Supersport in Reinform. Übrigens: Teurer ist aus diesem Hause nur die nicht straßenzugelassene Kawasaki Ninja H2R.

  3. Platz 6: BMW M 1000 RR ab 36.300 Euro

    Die teuerste Basis-BMW ist die leichteste und stärkste BMW überhaupt. Ab 36.300 Euro kostet die BMW M 1000 RR, wobei auch hier im Konfigurator mit Carbon und Extras die 45.000 Euro keine Ausnahme, sondern die Regel sein dürften. Die technische Basis für die Superbike-WM leistet 218 PS bei nur 194 fahrfertigen Kilogramm Gewicht.

  4. Platz 5: Honda GL 1800 Gold Wing Tour ab 39.900 Euro

    Vom leichtesten Krad auf Platz 6 zum schwersten auf Platz 5: Honda verlangt für die Gold Wing Tour mit DCT und dem weiter einzigartigen Airbag ab 39.900 Euro. Dafür boxen allerdings auch 6 Zylinder auf über 1.800 Kubik verteilt, geschaltet wird automatisch, und der Fahrkomfort ist unerreicht.

  5. Platz 4: Indian Roadmaster Elite ab 44.990 Euro

    Noch schwerer und noch teurer als die Gold Wing ist der Platz 4, die Indian Roadmaster Elite. Luftgekühlter V2 mit 92 PS, der 417 Kilo beschleunigen muss. Das dürfte mit 171 Nm allerdings souverän möglich sein. Übrigens: das einzige Modell mit einer kühlenden Sitzbank ab Werk.

  6. Platz 2: Harley-Davidson CVO Road Glide ST ab 50.150 Euro

    Endlich eine Harley in der Liste der teuersten Bikes des Jahres. Und was für eine. Sportlicher und stärker war bisher keine Big-Twin-Harley: 128 PS und 193 Nm, dazu ein voll einstellbares Fahrwerk, das kostet nicht nur Geld, sondern trifft auch auf 380 fahrfertige Kilogramm Gewicht. Und limitiert, nur in den USA und für über 100.000 Dollar, in der CVO Road Glide RR noch heftiger.

  7. Platz 1: Bimota Tesi H2 ab 63.466 Euro

    Zwar widerspricht die Bimota Tesi H2 auf Platz 1 etwas mit Anspruch: unlimitiertes Sondermodell. Doch die 250 Stück versucht Bimota seit einigen Jahren an Mann oder Frau zu bringen. Hier limitiert sich eher die Nachfrage als das Angebot.

Die teuersten Oldtimer-Motorräder

MOTORRAD zeigt die aktuell 10 teuersten Oldtimer-Motorräder. Interessant: Die meisten kamen im amerikanischen Auktionshaus Mecum unter den Hammer.

Die Marke mit den meisten Top-10-Plätzen gab es nur 10 Jahre, und die baute die stärksten US-Bikes der 1930er-Jahre.

  1. Platz 10: Henderson Four von 1912

    Die Henderson Four mit ihrem ikonischen, längs eingebauten Vierzylinder sollte der Grundstein für eine bis 1942 vorherrschende Motorenbauweise sein, die mit dem Namen Henderson verknüpft war. Die Four von 1912 kam 2017 original und unrestauriert für 539.000 Dollar unter den Hammer.

  2. Platz 9: Crocker 61-108 von 1939

    Crocker ist einer der unzähligen Motorradhersteller aus den USA aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Von 1932 bis 1942 baute Al Crocker, ein ehemaliger Indian-Manager, eigene Motorräder. Und mit bis zu 60 PS die stärksten Motorräder ihrer Zeit. Diese Crocker stammt aus dem Jahr 1939 und wurde in Deutschland restauriert. 2019 wechselte sie für 704.000 Dollar den Eigner.

  3. Platz 8: Harley-Davidson Strap Tank von 1907

    Aktuell gelten unter Kennern nur 3 Strap-Tank-Harleys als echt, beziehungsweise haben nur 3 eine nachvollziehbare Historie. Nur 2 sind in privater Hand und entsprechend teuer. Eine davon kam 2015 bei Mecum zur Auktion und erbrachte damals schwindelige 715.000 Dollar. Übrigens: Strap Tank kommt von den Haltebändern (Straps), die den Tank am Rohr halten.

  4. Platz 7: Crocker 61-24 von 1937

    Im Prinzip sind alle Crocker der Top 10 das gleiche Modell, mit V2, gut 1.000 Kubik und um die 60 PS. Der Unterschied liegt im Alter und dem Zustand. Platz 5 geht an ein 1937er-Modell, restauriert 2013 und 2019 versteigert für 715.000 Dollar.

  5. Platz 6: Crocker 61-12 von 1936

    Die in den vergangenen Jahren älteste Crocker ist die 61-12 von 1936. Sie gilt als eines von 14 Exemplaren, welches von den Firmengründern Crocker und Bigsby handmontiert wurde und als die einzige Crocker im unrestaurierten Originalzustand. Der Preis 2019: 825.000 Dollar.

  6. Platz 5: Cyclone Board Tracker von 1915

    Platz 5 nimmt eine von wohl nur 6 existierenden Maschinen ein, und die trägt einen berühmten Petrolhead in der Ahnenreihe der Eigner: Diese Cyclone von 1915 gehörte einst Steve McQueen. Die Cyclone Board Tracker selbst galten als die Schnellsten der Welt. Dieses Modell wurde mit Indian-Teilen restauriert und brachte 852.500 Dollar ein.

  7. Platz 4: Crocker 61-46 von 1938

    Nach einigen Jahren ohne Crocker im Katalog, stand 2025 eine von 1938 bei Mecum auf der Bühne. Und die sollte direkt die bisher teuerste Crocker der Geschichte werden. Mit einer klaren Historie, toller Patina und in hervorragendem Zustand brachte diese Crocker 880.000 Dollar im Januar 2025.

  8. Platz 3: Vincent Black Lightning von 1951

    Ausnahmsweise bei Bonhams, aber in Las Vegas, wurde das bisher zweitteuerste Auktionsergebnis von alten Serien-Motorrädern erzielt. 929.000 Dollar brachte diese Vincent Black Lightning von 1951. Nur 4 Vorbesitzer sind verbrieft, darunter Jack Ehret, der 1953 einen australischen Geschwindigkeitsrekord aufstellte: 228 km/h wurde die Vincent mit gut 70 PS schnell.

  9. Platz 2: Harley-Davidson Strap Tank von 1908

    Die derzeit teuerste je versteigerte Harley wurde 1908 gebaut. Die Strap Tank, technisch ein Model 4, hat 2,72 PS und wurde einst 64 km/h schnell. Sie gilt dank ihrer recht klaren Historie als die authentischste der 3 als original geltenden Strap Tanks. Für 935.000 Dollar ging sie weg.

  10. Platz 1: Cyclone V-Twin von 1915

    Seit Januar 2025 auf Platz 1 der teuersten Oldtimer-Motorräder, die in einer Auktion versteigert wurden, steht ein V-Twin-Modell von Cyclone. Von einem anerkannten Spezialisten restauriert, bekam ein Bieter den Zuschlag bei 1,32 Millionen US-Dollar, was 1,3 Millionen Euro entspricht.

Weitere bemerkenswerte Modelle

Ein weiteres exklusives Beispiel ist die Harley-Davidson Blue Edition, die in Zusammenarbeit mit Carl F. Bucherer entstand. Dieses Custom-Bike, gefertigt von Bündnerbike, kostete 1,888 Millionen Schweizer Franken und gilt als eines der teuersten Motorräder der Welt. Die Basis bildet eine Harley-Davidson Softail Slim S von 2017, die komplett neu aufgebaut und mit handgefertigten Teilen veredelt wurde. Besonderheiten sind der beleuchtete Motorblock mit Goldteilen, Diamanten in den Griffen und eine integrierte Bucherer-Uhr im Tank.

Weitere teure Motorräder und ihre Besonderheiten:

  • Ecosse ES1 Superbike: Dieses Bike der kleinen US-Motorrad-Schmiede aus Denver bietet eine Leistung von 200 PS und ist fast 400 km/h schnell. Formel-1-Technik trägt dazu bei.
  • Lauge Jensen Goldfinger: Dieser Chopper aus Dänemark ist vergoldet und mit 250 Diamanten versehen.
  • Cosmic Starship Harley Davidson: Dieses Bike wurde vom US-Künstler Jack Armstrong lackiert und ist eine Million Dollar wert.
  • Dodge Tomahawk V10 Superbike: Dieses Motorrad-ähnliche Zweispurfahrzeug bietet eine Leistung von 506 PS und eine Spitzengeschwindigkeit von fast 500 km/h. Im Alltag ist die Maschine kaum fahrbar und nicht für öffentliche Straßen zugelassen.
  • AJS E95 "Porcupine": Dieses Modell des britischen Herstellers AJS erlöste 2011 bei einer Auktion 675.000 Dollar.

Limitierte Serien und ihre Besonderheiten

Honda RC 213 V-S

Keine Honda ist technisch näher an den HRC Werksmaschinen in der MotoGP als die in einer Kleinserie von nur 250 Stück hergestellte Honda RC 213 V-S. Der 999ccm V4 liefert inklusive der mitgelieferten Tuningteile 215PS, in der zugelassenen Version für den Straßenbetrieb werden vergleichsweise milde 160PS ans Hinterrad geschickt. Die Fahrwerksgeometrie ist kompromisslos sportlich ausgelegt. Rahmen und Schwinge sind extrem dimensioniert, die Nähe zur MotoGP ist allein schon optisch nicht zu übersehen. Gabel und Stoßdämpfer sind Topware von Öhlins. Die Honda RC 213 V-S konnte nur online direkt bei Honda bestellt werden, alle 250 Stück waren bereits vor der Produktion ausverkauft.

MTT Y2K

Wer darf in diesem Ranking mitspielen? Serienmotorräder mit Straßenzulassung. Na dann, festhalten, denn die Y2K von MTT wird seit 20 Jahren in Kleinserie von 5-10 Stück/Jahr produziert und trägt in den USA ganz normal ein Kennzeichen. Was daran so besonders ist? Die 320PS und vor allem die 576Nm bei 52.000 (!) Revs der Gasturbine die die 2YK mit milden 402kmh bzw. 250 Meilen zum derzeit schnellsten Serienmotorrad des Planeten mit Straßenzulassung machen. Tourengeeignet ist sie allerdings eher nicht, da das Verhältnis Verbrauch zu Tankinhalt (78/100km und 34 Liter Tank) relativ ungünstig ist. So wie der Preis von 220.000 € wenn man unsere Steuern dazu addiert. Wer lieber auf Privatgrund fährt wählt besser gleich die MTT 420 RR mit 420PS und 678Nm. Ist zwar ohne Zulassung aber immer noch ein Serienmotorrad. Als Topspeed gibt der Hersteller „Schneller als sie sich je trauen werden“ an. Die Mutigsten sahen bisher 440kmh am Tacho.

Ducati Superleggera V4

Ihr Name ist Programm, die Superleggera ist tatsächlich superleicht. Und auf 500 Stück limitiert. Um ihre unglaublichen 152,2 kg Trockengewicht (mit Racekit) zu erreichen, hat Ducati quasi den Rotstift abgeschafft und die gleichen Technologien und Materialien, die sonst nur den Prototypen in der MotoGP vorbehalten sind, verwendet. Chassis, Felgen, Verkleidung, Biplane-Winglets und sogar die Einarmschwinge sind aus Carbon gefertigt und werden wie in der MotoGP thermographisch, tomographisch und mit Ultraschall geprüft bevor sie verbaut werden. Mit gewaltigen 234PS bietet die Superleggera ein superfittes Leistungsgewicht von 1,54 PS pro kg (entspricht einem VW Golf mit 1850PS!) und bleibt dabei dank dem extrem umfangreichen Elektronikpaket gut kontrollierbar.

MV Agusta F4 1000 CC

2006, als MV Boss Claudio Castiglioni die edle F4 1000 CC auf der EICMA enthüllte, waren ihre 200PS und 125NM aus 1078ccm eine sehr ernste Ansage. Und am Edeleisen, dass seine Initialen trug, durfte nur feinste Ware verbaut werden. Gitterrohrrahmen mit Magnesiumbrücken, Magnesium Einarmschwinge und jede Menge Magnesium auch am Motor. Die Titanventile und Titanpleuel im Motor waren 2006 auch noch Avantgarde im Serienbau. Die Fußrastenanlage, Gabelbrücken und alle Hebel sind CNC-gefräst, die Verkleidung und diverse Anbauteile wurden aus Carbon gefertigt und die geschmiedeten Marchesini-Felgen sind superleichte Eye-Catcher. Zusammen reicht das eigentlich für „über 315km/h“, man setzte aber bei 312km/h einen Limiter. Weil damals kein Reifenhersteller einen Reifen mit einer Homologation jenseits von 315km/h anbieten konnte. Die auf 100 Stück limitierte „CC“ war trotz selbstbewusst aufgerufener 118.000 Euro blitzartig vergriffen.

Münch Mammut 2000

Schon in den 60igern hat Friedel Münch die Untermotorisierung bekämpft indem er ganz einfach einen Automotor in ein Eigenbau-Fahrwerk hängte und mit der „Mammut“ nicht weniger als das damals stärkste, schnellste und teuerste Serienmotorrad der Welt schuf. Die „Mammut 2000“ entwickelte Münch Ende der 90er und begann kurz nach der Jahrtausendwende die Produktion einer Kleinserie. Und wieder erschütterte er mit den Eckdaten der „Mammut 2000“ die Motorradwelt. 1998ccm Turbomotor, 260PS, 380Nm und 380kg voll.

Bimota Tesi H2

Mit einer Einarmschwinge am Hinterrad fällt man heute nicht mehr auf, mit einer Achsschenkellenkung vorne allerdings schon. Die bei Bimota schon traditionelle, und patentierte Radnabenlenkung ist ein extremer Eye-Catcher, der aber auch technisch Sinn macht: kein eintauchen beim Bremsen, und das fördert den perfekten Strich durch die Ecke. Durch die 49% Beteiligung von Kawasaki an Bimota haben die Italiener Zugang zur Kawasaki Motorpalette. Und für die Tesi kommt nat. nur das derzeit PS-stärkste straßenzugelassene Serientriebwerk der Welt, der 231PS Kompressor Motor der H2 in Frage. Die Tesi wiegt damit volle 31kg weniger als die Kawasaki H2 mit gleichem Motor! Es wird nur 250 Tesi H2 geben, von der Tesi H2 Carbon Edition sogar nur 10 Exemplare!

Horex VR6 Black Edition

Extrem Hochwertig im Detail (Red Dot Award Gewinner!), trumpft die Horex VR6 Black Edition mit einigen Alleinstellungsmerkmalen auf. Einziges Serienmotorrad der Welt mit V6 Motor. Erstes Motorrad überhaupt mit einem Lenkkopf aus Karbon. Das leichteste 6 Zylinder Motorrad das je in Serie gebaut wurde. Da gehen die 168PS und 138 Nm des Triebwerks bei nur 217kg fast schon unter. Beim Preistaferl der limitierten Black Edition wird man aber schnell wieder hellhörig: 79000!

Ducati Desmosedici RR

2007 überraschte Ducati die Welt mit einer MotoGP Replika für die Straße. Die Motorkonfiguration, also 989ccm, 90°-V4 mit 70° Hubzapfenversatz, das Bohrungs/Hub Verhältnis, die zahnradgesteuerte Desmodromik, alles ist vom 2006er MotoGP-Bike übernommen. Gleiches Spiel beim Fahrwerk, die Geometrie und die meisten Baugruppen sind weitgehend identisch. Mit Racekit hat die Desmosedici RR über 200PS und schafft mehr als 300km/h Topspeed. Nur 1500 Stück wurden produziert, und trotz heftigen 70.000 Listenpreis war sie schnell vergriffen. Die mit der Nummer 0001/1500 auf der Gabelbrücke, hat sich angeblich Tom Cruise gekrallt.

Norton V4SV Carbon

Mit der Norton V4SV Carbon bewegen wir uns (noch) ein wenig im spekulativen Bereich. Offiziell noch ein Prototyp ist aber zu hören, dass die Serienproduktion bereits angelaufen ist. Norton ist Britischer Spezialist für handgefertigte Luxusmotorräder die durch extrem hochwertige, innovative Lösungen auffallen. Ein Under-seat Carbontank, eine Rückblickkamera mit Bild am großen Farbdisplay oder eine handgefertigte Einarmschwinge findet man sonst an keinem Serienmotorrad. Jede Menge Carbon (Felgen, Verkleidung), CNC Teile und Top-End Fahrwerks- und Bremskomponenten von Öhlins und Brembo machen auch ohne offizielle Preisangabe klar dass die V4SV kein Schnäppchen sein wird. Unsere Spione melden dass man von 59.000.- Listenpreis ausgehen darf.

Honda NR 750

Die Ovalkolbentechnologie der Honda NR 750 ist bis heute das spektakulärste Motorkonzept aller Verbrennungsmotoren des Planeten! Der V4 verfügt über ovale Kolben mit je 2 Pleuel und 8 Ventilen! Mit astralen Drehzahlen über 22.000 Revs versuchte Honda in den 80igern (!) mit diesem Viertakter die Zweitakter der damaligen MotoGP zu schlagen. Als das Konzept nach vielen Rückschlägen ausgereift war, wurden Ovalkolben in allen Motorsportkategorien weltweit verboten. Der Vorsprung von Honda wäre für die Konkurrenz über Jahrzehnte uneinholbar gewesen. Mit der NR750, von der nur 322 Exemplare produziert wurden, setzte Honda der Ovalkolbentechnologie ein Serien-Denkmal, dass bis heute den heiligen Gral der Motortechnologie repräsentiert.

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