Thomas Dekker, einst als zukünftiger Tour-de-France-Sieger gehandelt, erlebte einen kometenhaften Aufstieg im Radsport. Seine Karriere war jedoch von Doping überschattet, was ihn zu einer umstrittenen Figur machte.
Frühe Karriere und Erfolge
Bereits im Jugend- und Juniorenbereich dominierte Thomas Dekker die Rennen seiner Altersklasse. Er gewann die Tour de Romandie 2007 und Tirreno Adriatico 2006. In den Nachwuchsklassen gewann er alles.
Der Weg zum Profi
Dekker stammte aus einfachen Verhältnissen und trainierte schon sehr jung sehr viel und hart. Mit 20 Jahren wurde er Gesamtvierter der Algarve-Rundfahrt, einen Platz vor Lance Armstrong, und unterschrieb einen Vertrag bei Rabobank.
Doping und die Folgen
Als es im Profibereich nicht mehr ganz so problemlos lief, war für Dekker klar: Das kann bei seinem Talent nur daran liegen, dass die anderen illegal nachhelfen. Er überlegte nicht lange und schnell kam er zu einem folgenschweren Entschluss. Neben seinem immer tieferen Einstieg in die Welt der illegalen Leistungssteigerung, von Cortison, EPO und irgendwann konspirativen Treffen mit Dr. Fuentes und heimlichen Flügen nach Madrid, erzählt er auch kurzweilig von anderen Aspekten seines Profilebens. Sexeskapaden, Bordellbesuche, ausschweifender Luxus, Parties mit sehr viel Alkohol und Ecstasy.
Dekker beschreibt, wie er zum Doping sozialisiert wurde. Im Team wurde das Thema ignoriert, die Sportler suchten sich ihre Ärzte und Quellen selbst. Er berichtet von Teamkollegen, etwa Michael Boogert, die vor und sogar während Etappenrennen einen so hohen Hämatokritwert hatten, dass sie sich jeden Morgen Salzlösung injizierten, um den Wert zu senken. Dekker traf den Dopingarzt Eufemiano Fuentes in einem Hotel in der Nähe des Madrider Flughafens. Er berichtet von den Blutdopingmethoden - und davon, wie viele Profis, sich vor und während einer Rundfahrt zuvor abgenommenes Blut wieder injizierten.
Bei einer Nachkontrolle wurde er jedoch positiv auf Dynepo getestet. Eine Dopingsperre später war Dekker ein beinahe gebrochener Mann. Er säuft, er nimmt zu, er verprasst tausende Euro in einer Nacht für Alkohol und Prostituierte. Er hat keine Perspektive.
Das Geständnis von Rasmussen
Der ehemalige Radprofi Michael Rasmussen erhob schwere Vorwürfe: 2007 bei der Tour de France sei seine Rabobank-Mannschaft komplett dopingverseucht gewesen. Mit "100 Prozent" bezifferte er die Dopingrate in seinem niederländischen Team. Seine pauschale Anklage betraf die Profis Dennis Menchow, Michael Boogerd, Thomas Dekker, Juan Antonio Flecha, Pieter Weening, den dreifachen Weltmeister Oscar Freire und Grischa Niermann aus Hannover.
Hinterher relativierte Rasmussen seine Anschuldigungen allerdings und sagte der spanischen Nachrichtenagentur EFE, er habe niemals persönlich gesehen, dass seine damaligen Teamkollegen Freire oder Flecha gedopt hätten.
Das Comeback und das Karriereende
Nach langem Suchen und Bitten bekam er 2011 wieder einen Vertrag - für den Mindestlohn. Seine ersten Rennen fährt er für das Nachwuchsteam von Garmin-Sharp. Er fährt nur noch mit - ohne Chance auf einen großen Sieg.
2014 war klar: Sein Vertrag wird nicht verlängert. Er greift den Stundenweltrekord an - und scheitert knapp. Vier Wochen später, im März 2015, erklärt er seinen Rücktritt. Der Mann, der die Tour de France gewinnen sollte, war einmal bei der Tour am Start, 2007.
Autobiografie "Unter Profis"
In seiner Autobiografie "Unter Profis" schildert Dekker schonungslos seine Erfahrungen im Radsport, einschließlich seiner Dopingvergangenheit. Der renommierte Radsport-Journalist Daniel Friebe nennt es „die schockierendste Biographie, die der Profiradsport jemals produziert hat“.
Dekker berichtet von routiniertem Blutdoping in anonymen Flughafenhotels, von zwielichtigen Treffen mit Dealern, von Partys mit Prostituierten bei der Tour de France.
Reaktionen auf die Autobiografie
Thomas Dekker droht nach den jüngsten Veröffentlichungen aus seiner Autobiografie "Thomas Dekker, mijn gevecht" juristischer Ärger. So droht sein ehemaliger Manager Jacques Hanegraaf, der zeitweise auch Jan Ullrich vertrat, dem früheren Rabobank-Profi mit einer Klage und steht damit nach eigenen Angaben nicht allein. Zu den ehemaligen Kollegen, die auf den mittlerweile 32 Jahre alten Dekker gar nicht gut zu sprechen sind, gehört auch Michael Boogerd.
Ähnlich pikiert reagierte Steven de Jongh, der von 200 bis 2005 für Rabobank fuhr, auf Dekkers Behauptungen, in seiner frühen Rabobank-Zeit gemeinsam mit ihm Pornos angeschaut zu haben.
| Ereignis | Jahr |
|---|---|
| Gewinn der Tour de Romandie | 2007 |
| Gewinn von Tirreno Adriatico | 2006 |
| Dopingsperre | 2009-2011 |
| Rücktritt vom Radsport | 2015 |
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