Toblach Cortina Radweg: Informationen für Ihre Tour durch die Dolomiten

Der Toblach Cortina Radweg, auch bekannt als "Langer Weg der Dolomiten" (La Lunga Via delle Dolomiti), ist ein rund 66 Kilometer langer Radweg, der auf der Trasse der ehemaligen Schmalspurbahn von Toblach nach Calalzo di Cadore verläuft. Die Strecke verbindet die Regionen Südtirol und Venetien und führt durch die einzigartige Gebirgslandschaft der Dolomiten.

Streckenverlauf und Highlights

Die Tour führt von Toblach im Hochpustertal durch das Höhlensteintal nach Cortina d’Ampezzo. Landschaftlich sind die 30,5 km des ersten Abschnittes vom Radweg ein absoluter Höhepunkt, er wird flankiert von zwei Naturparks, jenem der Drei Zinnen und dem von Fanes-Sennes-Prags. Der Weg verläuft durch schönste Dolomitenlandschaft, an türkisfarbenen Seen vorbei, unter schroffen Felswänden und zwischen engen Talsperren hindurch, am Ende unserer Etappe liegt als Ziel die quirlige Stadt Cortina d’Ampezzo.

Die Route führt in südlicher Richtung immer leicht bergauf, am Toblacher See, am Kriegerfriedhof, am Drei-Zinnen-Blick/Landro und am Dürrensee vorbei, bis zum höchsten Punkt, den Gemärk-Pass. Abwärts führt der Radweg durch einen Tunnel und der anschließenden hohen Brücke mit einem Blick auf Cortina. Nun öffnet sich der Talkessel von Cortina d'Ampezzo, dem Zielort der Radtour Toblach-Cortina.

  • Toblacher See: Ein idyllischer See, der zum Verweilen einlädt.
  • Drei Zinnen Blick: Ein atemberaubender Ausblick auf die berühmten Drei Zinnen.
  • Dürrensee: Ein idyllischer See im Höhlensteintal auf 1406 m Meereshöhe.
  • Gemärk-Pass: Der höchste Punkt der Strecke auf 1.530 m Meereshöhe.
  • Cortina d'Ampezzo: Ein mondäner Ferienort, der zum Bummeln einlädt.

Der Radweg folgt der Trasse einer Schmalspurbahn, die einst Toblach im Pustertal mit Calalzo di Cadore in Belluno verband. Eine letzte Renaissance erlebte die Bahn anlässlich der Olympischen Winterspiele von Cortina im Jahre 1956, als noch viele Sportler und Zuschauer per Zug anreisten.

Detaillierte Streckenbeschreibung

Die Beschreibung der Strecke erfolgt von Calalzo nach Toblach, also in südost-nordwestlicher Richtung. Wer die schöne Abfahrt ab Cimabanche genießen will, sollte in Gegenrichtung fahren, also beginnend in Toblach oder Cimabanche.

Stationen entlang der Strecke:

Calalzo di Cadore (740 m ü.NN.) - Pieve di Cadore (od. Sottocastello) - Tai di Cadore - Nebbiù - Valle di Cadore - Vallesina - Venas - Peaio - Vodo di Cadore - Borca di Cadore - San Vito die Cadore - Chiapuzza - Dogana Vecchia - Zuel - Cortina d'Ampezzo - Fiames - Ospitale - Cimabanche (1530 m ü.NN) - Schluderbach - Höhlenstein - Nasswand - Toblach (See) - Toblach (1200 m ü.NN)

Am Bahnhof von Calalzo Di Cadore beginnt die Fahrt, die Strecke ist gut ausgeschildert, wenn auch nicht ganz einheitlich! Zunächst unterhalb der Staatsstraße "Di Alemagna" führt der Radweg über Brücken und durch Tunnel. Die Flanke ist stark befestigt, der bauliche Aufwand für die Strecke war enorm! Durch eine moderne Röhre geht es weiter bergauf und unter dem Ort durch. In Tai Di Cadore wird die Straße auf einem Viadukt überquert. Am Ortsanfang muss die Via Cortina überquert werden. Dann führt der Weg über eine alte Brücke und weiter zum alten Bahnhof von Valle Di Cadore. Durch einen kurzen Tunnel biegt die Strecke in eine große Schleife oberhalb des Lago di Valle die Cadore in Richtung Vallesina. Eine Brücke führt über den Rio Vallesina. Die gut erhaltene Inschrift erinnert an die Erbauer der Trasse (1919). Durch einen fast 200m langen Tunnel erreicht man den Ortsrand von Venas Di Cadore, und ein weiterer Tunnel wartet schon auf uns! Richtung Vodo Di Cadore folgen wir der Bahntrasse. Der folgende Abschnitt des Radwegs wurde neu gebaut. Aufwändige Befestigungen des Hangs wurden erforderlich. Eine eindrucksvolle Brückenkonstruktion führt über das Wildwasser. In diesem Abschnitt sind einige kleine Steigungen zu überwinden, da die Originaltrasse wohl zerstört ist. Hier muss wieder die "Alemagna" unterquert werden. Der Bahnhof von Vodo wird restauriert! Kerzengerade typisch Bahntrasse. Wir nähern uns Borca Di Cadore. Ankunft in San Vito Di Cadore, 990 m ü. NN. Weiter geht es durch den Ort. Hier fehlt noch ein kurzes Stück Radweg. Eine neu gestaltete Auffahrt führt wieder auf die Trasse. Abseits der Straße bringt uns der gut ausgebaute Radweg durch einen kurzen Tunnel nach Chiapuzza. Die Staatsstraße wird unterquert. Dann geht es nochmal aufwärts durch den Wald. Die ehemalige Grenze zwischen Östereich-Ungarn und Italien ist erreicht. Hier endet auch das Gebiet des ladinischen Sprachraums.

Leider endet hier, am alten Zollhaus "Dogana Vecchia" auch die asphaltierte Strecke. Eine schotterige Piste führt hinab ins Tal. Wer keine Lust auf Schotter und weiteres Auf und Ab hat, muss hier die vielbefahrene Straße benutzen. Vor Acquabona wird wieder die SS51 erreicht. Entlang der SS51 führt der Radweg nun nach Zuel. Der Radweg Richtung Cortina d'Ampezzo ist eine Schlaglochpiste, wenig gepflegt! Hinter Zuel di Sopra wird es wieder ein echter Radweg, schön asphaltiert bis Cortina. Ortseinfahrt über den Rio Bigontina: Das Viadukt kommt in Sicht. Gleich dahinter liegt der Bahnhof von Cortina d'Ampezzo, heute Busbahnhof.

Am Bahnhof von Cortina beginnt der nächste Abschnitt der Strecke. Hier halten die Busse für die Verbindungen in die Region. Die Strecke ist zunächst schön asphaltiert. Noch vor Fiammes, schon am Randgebiet von Cortina, endet der Asphaltbelag. Der alte Bahnhof von Fiammes - wie so oft in traurigem Zustand. Die Strecke ist auch ohne Asphalt gut befahrbar. Die Landschaft am Fuße des Monte Cristallo (Blick zurück ins Tal) hat durch das weiße Gestein etwas mondartiges. Schon taucht die Gallerie vor dem nächsten Tunnel auf. Nur der linke, beleuchtete Tunnel ist befahrbar! Eine abenteurliche Passage erwartet uns. Die Form der in die Felsen gehauenen Röhre erinnert an einen Schornstein, die Beleuchtung funktioniert zum Glück! Vorsicht auf Gegenverkehr. Erst von der anderen Seite, die man durch einen weiteren kurzen Tunnel erreicht, erkennt man die wagemutige Konstruktion über die schmale Schlucht. Entlang der stark befestigten Bergflanken geht es weiter Richtung Passhöhe. Noch ein Viadukt (Blick zurück), dann erreicht man den Bahnhof von Ospitale mit seinem markanten Gebäude. Eine Infotafel informiert über die Hintergründe der Entstehung der "Caselli della Ferrovia". Die Kirche von San Nicoló und San Biagio aus dem 13. Jahrhundert. Eine weitere Brücke folgt auf dem Weg zur Passhöhe. Dann ist die Passhöhe erreicht! 1530,16 m über dem Meer.

Am alten Bahnhof ist auch die Provinzgrenze erreicht. Der folgende Abschnitt gehört zu Südtirol. Zunächst geht es in flotter Fahrt auf der Trasse bergab. Wir sind im Nationalpark der Dolomiten von Ampezzo: Bitte die Wege nicht verlassen! Auch ohne Asphalt ist die Strecke ein Genuss! Weiter abwärts muss eine fehlende Brücke umfahren werden. Dann erreicht man die Straße zum Misurina-See. Am Bach entlang abwärts! Der Dürrensee (Lago di Landro) ist erreicht. Eine Informationstafel erinnert an den 1. Weltkrieg (Hinweis zum Freilichtmuseum Monte Piana). Vorbei am Bergheim Landro geht die Fahrt auf der Trasse (hier Blick Richtung Süden). Dann kreuzt der Radweg die Staatsstraße. Es geht am Kriegerfriedhof aus dem ersten Weltkrieg (Nasswand) vorbei. Kerzengerade Strecke! Wir sind nun kurz vor Toblach: Der Toblacher See. Etwas weiter talwärts erreicht man den Ortsrand von Neu-Toblach. Ab hier ist die Strecke asphaltiert. Blick zurück in die Berge der Dolomiten (Höhlensteintal). Am Bahnhof Toblach ist der Radweg markiert.

Geschichte der Dolomitenbahn

Die Dolomitenbahn (Ferrovia delle Dolomiti) entstand im 1. Weltkrieg. Ab 1915 als Schmalspurbahn gebaut, wurde sie 1917 das erste Mal umgespurt. 1919 bis 1921 folgte eine erneute Umspurung, nun auf 950 Millimeter (italienische Meterspur). 1921 begann der Zugverkehr auf der Strecke im Dampflokbetrieb. Von 1927 bis 1929 erfolgte die Elektrifizierung. Für die Olympischen Winterspiele in Cortina (1956) wurden an der Strecke einige Verbesserungen durchgeführt und die Fahrzeuge modernisiert. Wenig später, 1962 und 1964, wurde der Zugverkehr abschnittsweise eingestellt.

Praktische Informationen

  • Anreise nach Toblach: Mit PKW oder Bahn.
  • Anreise nach Calalzo di Cadore: Mit PKW oder Bahn Richtung Belluno und Venedig.
  • Rücktransport: Auf der Strecke zwischen Toblach und Calalzo di Cadore verkehren regelmäßig Busse, Züge und Taxis. Busfahrplan für Rückfahrt nach Toblach beachten, letzte Fahrt 19.05. Ab 11.
  • Fahrradverleih: Ein Leihrad, auch E-Bikes, Helm, Gepäcktasche, Routenskizze, Fahrplan für die Busrückfahrt bekommen Sie bei Papin Sport, am Bahnhof in Toblach. Das Rad können Sie in Cortina zurück geben. 04 74 91 34 50.
  • Schwierigkeitsgrad: Für den Anstieg auf den Cimabanche Pass ist eine gute Grundkonditon erforderlich. Sicheres Fahren mit dem MTB, E-MTB oder Gravel Bike ist vorausgesetzt.
  • Beste Reisezeit: Frühjahr bis Herbst.
  • Wegbeschaffenheit: Die Strecke ist leider nicht durchgängig asphaltiert.

Wegbeschaffenheit im Detail:

  • Calalzo bis zur Grenze am alten Zoll (Dogana vecchia, rund 30 km): durchgängig guter Asphaltbelag, teils neu.
  • Ab der Grenze Venetien/Cortina: verfestigter Splitt/Schotter, für MTB/ATB gut fahrbar, nicht für Rennräder.
  • Ab Acquabona/Zuel: wieder Asphalt bis Cortina, teils Schlaglöcher in Zuel.
  • Cortina - Fiammes: Teilstück Asphalt.
  • Fiammes - Toblach: verfestigter Spltt, im Höhlensteintal teils schlechte Wegstrecke, Schotter/Steine (teils Bauarbeiten 2009).
  • Jenseits des Toblacher Sees kurz vor Toblach: wieder Asphalt.

Unterkünfte entlang des Radwegs

Die ideale Unterkunft ist dort, wo du dich wohl fühlst. Sie dient zum Rückzug, zur Erholung, zum Abschalten. Im perfekten Radurlaub ist sie essenzieller Bestandteil. Wähle eine, die zu dir passt. Velontour Destinationen in Österreich, Italien, Deutschland, Schweiz, Slowenien und Liechtenstein Entspannen& genießen Unsere Radhotels sind ideale Ausgangspunkte, um die vielseitigen Regionen ringsum auf sportliche Weise kulturell, landschaftlich und kulinarisch zu entdecken. Vom gemütlichen Gasthof bis zum 4-Sterne-Hotel, das alle Annehmlichkeiten bereitstellt, die sich das Radfahrer-Herz wünscht: In unseren ideal gelegenen, fahrrad­freundlichen Unterkünften ist alles auf die Bedürfnisse im Radurlaub ausgerichtet.

Zusammenfassung der wichtigsten Daten

Kategorie Information
Länge Ca. 66 km (Toblach - Calalzo di Cadore)
Höhenmeter Ca. 649 m (Anstieg)
Höchster Punkt Gemärk-Pass (1.530 m ü.NN)
Schwierigkeitsgrad Mittel
Wegbeschaffenheit Asphalt, Schotter, Splitt
Empfohlene Räder MTB, E-MTB, Gravel Bike
Beste Reisezeit Frühjahr bis Herbst

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