Shimano Scheibenbremse: Anleitung zur Fehlerbehebung und Wartung

Mehrere Gründe können dafür sorgen, dass sich eine Scheibenbremse akustisch bemerkbar macht. Der häufigste Grund ist Feuchtigkeit. Bei Regen oder niedrigeren Temperaturen quietscht so gut wie jede Scheibenbremse. In diesem Fall musst du dir keine Sorgen machen. Sollte deine Bremse auch im trockenen Zustand quietschen oder auf eine andere Art Probleme machen, liegt höchstwahrscheinlich einer der folgenden Fälle vor.

Scheibenbremse Workshop Übersicht:

  • 3 Die Scheibenbremse quietscht beim Bremsen und hat eine schlechte Bremsleistung

    Wenn deine Bremse auch nach einem wiederholten Einbremsen quietschen oder nicht richtig bremsen sollte, solltest du die Bremsbeläge prüfen und ggf. reinigen. Es gibt grundsätzlich zwei Fälle von „Defekten“ bei Bremsbelägen.

    1. Fall 1: Bremsbeläge sind verglast
      Das „Verglasen“ lässt sich bei Bremsbelägen an einer glänzenden, Glas-ähnlichen Oberfläche erkennen. Je nach Intensität lässt sich die Oberfläche der Beläge aber noch mit Schleifpapier anrauen und der Bremsbelag lässt sich als Notlösung weiter benutzen. Alle Bremsenhersteller empfehlen jedoch einen verglasten Bremsbelag auszutauschen, da dieser nicht mehr die volle Bremsleistung bieten kann.
    2. Fall 2: Bremsbeläge (-und Scheibe!) sind kontaminiert
      Bei einer Scheibenbremse reicht oft schon ein winziger Tropfen Öl oder Fett zur Kontamination. In den meisten Fällen ist Kettenöl der Verursacher. Es kann aber auch ein Defekt an der Hydraulik vorliegen. Prüfe daher genau, ob sich an den Anschlüssen oder innerhalb des Bremssattel Ölspuren befinden. Die schlechte Nachricht: Die Bremsbeläge lassen sich leider nicht mehr weiterverwenden. Die gute Nachricht: Die Bremsscheibe kann in den meisten Fällen nach einer gründlichen Reinigung weiterverwendet werden.

    Hinweis: Achte darauf nur wenig Kettenöl zu verwenden und richte Sprühöl immer nur in Richtung des Tretlagers nach vorne. Verölte Bremsbeläge und -scheiben lassen sich an ihrem schmierigen Gefühl erkennen. Tausche den Bremsbelag aus (siehe Methode 3) und reinige den Bremssattel und die Bremsscheibe. Hierzu kannst du entweder Bremsenreiniger, Reinigungsbenzin oder warmes Wasser mit Spülmittel verwenden. Kontaminierte Bremsbeläge können nicht gereinigt werden und müssen ausgetauscht werden.

    Wie reinigt man eine quietschende Scheibenbremse am besten?

    Die größte Erfolgschance auf eine ölfreie Bremse hast du, wenn du dir möglichst viel Zeit nimmst und auf mehrere der beschriebenen Mittel und Produkte zurückgreifst. Nimm dir einen sauberen Schwamm oder ein Spültuch und heißes Wasser mit Spülmittel und reinige die Bremsscheibe damit oder lege sie gleich darin ein. Im Anschluss kannst du diese dann nochmal Entfetten (z.B. mit Bremsenreiniger) und Papiertüchern „abtrocknen“. Erst dann solltest du die neuen Bremsbeläge einbauen.

    Tipp: Für eine anfänglich bessere Bremsleistung lohnt es sich, nach jeder Instandsetzung einer quietschenden Bremse auch die Bremsscheibe mit Schleifpapier anzurauen.

    BREMSE ENTLÜFTEN

    Die Bremse ist ihr Rettungsanker am Bike. Deshalb sollten Sie sie in regelmäßigen Abständen warten. Bei wanderndem Druckpunkt oder Luft im System müssen Sie die Bremse entlüften.

    VERSCHLISSENE BELÄGE WECHSELN, BREMSLEISTUNG VERBESSERN, GERÄUSCHE ELIMINIEREN

    Am Beispiel der Shimano-XT-Bremse erklärt BIKE Laborleiter Hans-Peter Ettenberger, wie Sie sich selbst helfen. Dafür brauchen Sie diese Werkzeuge: einen 5-mm-Inbus für den Bremssattel; einen 3-mm-Inbus für die Bremsbelagschraube; einen kleinen, festen Pinsel; einen flachen Schraubendreher oder Kunststoff-Reifenheber; Hydraulik-Öl und Bremsenreiniger; etwas feines Schleifpapier und einen sauberen Lappen; eine Flachzange hilft, den Sicherungs-Splint einzusetzen.

    Transportsicherung für Scheibenbremsen

    Eine Transportsicherung dient als Hilfsmittel beim Transport eines Fahrrads mit hydraulischen Scheibenbremsen, wenn dabei eines der Räder ausgebaut ist. Die Transportsicherung, welche auch Belagspreizer genannt wird, hält die Bremsbeläge auseinander. Würde man ohne die Sicherung an die Bremshebel kommen, so fahren die Kolben aus und verkleinern den Spalt zwischen den Belägen. Würde der Bremshebel öfters oder sehr stark betätigt, könnten sogar die Bremskolben so weit ausfahren, dass diese aus dem Bremssattel herausgedrückt werden. Transportsicherungen werden eingesetzt, um den späteren Radeinbau zu erleichtern. Der Spalt zwischen den Belägen bleibt damit groß genug, um die Bremsscheibe später ohne Probleme wieder dazwischen einführen zu können. Solche Transportsicherungen, meist aus Kunststoff, sind für bestimmte Bremsenmodelle ausgelegt, da sie der Form des Bremssattels nachempfunden sind. Sie werden beim Kauf der Bremse bzw. eines Fahrrads vom Hersteller den Unterlagen beigelegt, entweder einzeln oder als Paar. Sollte dies nicht der Fall gewesen sein, könne diese beim Hersteller bzw. der Distributoren oft nachgekauft werden. Sie kommen preislich meist auf wenige Euro. Sparfüchse funktionieren oft andere Sachen als Transportsicherung um, wobei hier die Gefahr besteht, dass dieser sich aufgrund der ungenauen Passung beim Bewegen des Fahrrads löst.

    Um die Bremse zu sichern, wird der Belagspreizer nach dem Radausbau von unten (Hinterrad) bzw. vorne (Vorderrad) in den Bremssattel gesteckt. Ein leises Klickgeräusch beim Einstecken verrät, dass die Sicherung fest sitzt.

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