Triathlonrad vs. Rennrad: Die Unterschiede

Rennräder und Triathlonräder sind für schnelle Fahrten konzipiert, weisen jedoch deutliche Unterschiede auf. Beide Radtypen sind leistungsstarke Werkzeuge, wenn es darum geht, den Kampf gegen die Uhr aufzunehmen. Dieser Artikel beleuchtet die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Radtypen und hilft Ihnen bei der Entscheidung, welches Rad für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist.

Was ist ein Triathlonrad?

Triathlonräder sind spezialisierte Rennräder und schnelle Zeitfahrmaschinen. Sie sind nicht an das Reglement des Weltradsportverbands UCI gebunden sind und deswegen (noch) ausladendere Rahmenformen aufweisen können. Triathlon Räder unterliegen nicht den UCI Anforderungen, daher können die Hersteller seitens der Gestaltung und individuellen Lösungen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Das betrifft neben aerodynamischen Elementen vor allem Möglichkeiten zur Aufbewahrung von Verpflegung und Ersatzmaterial.

Bei den meisten Herstellern gibt es nur ein Modell, das optional auch als Triathlon-Rennrad ausgestattet werden kann. Meist sind zusätzliche Stauboxen und Trinkbehälter vorgesehen, die in das aerodynamische Gesamtkonzept integriert werden. Selten gibt es zwei unterschiedliche Modelle, dann fällt meist auch die Sitzposition auf dem Triathlon-Modell etwas komfortabler aus.

Besonderheiten von Triathlonrädern

  • Aerodynamik: Die Carbonrahmen sind bis ins Detail auf beste Aerodynamik optimiert, Gewicht oder Federkomfort sind nachrangig.
  • Sitzposition: Untrennbar mit dem Zeitfahrrad verbunden ist der charakteristische Liegelenker, der eine sehr geduckte und damit schnelle Sitzhaltung ermöglicht.
  • Anpassung: Wegen der geringen Stückzahlen gibt es oftmals nur drei bis vier verschiedene Größen, die mit umfangreichen Verstellmöglichkeiten an Lenker und Sattel passend gemacht werden.

Was ist ein Rennrad?

Rennräder sind leichte und schnelle Sportgeräte mit einem breiten Einsatzgebiet. Je nach Ausrichtung kannst du sie mit unterschiedlichen Schwerpunkten wählen. In den Kategorien Aero, Race, Endurance und Allroad findest du vom robusten Trainingsrad bis zum wettkampftauglichen High-End Renner alles, was deinen Anforderungen und Wünschen entspricht.

Im Alltag eignen sich Rennräder hervorragend für Trainingsfahrten aller Art - von langen und ruhigen Grundlageneinheiten, über schnelle Belastungen im Entwicklungsbereich bis hin zu kletterintensiven Pässefahrten.

Das klassische Rennrad ist universell einsetzbar und kann ab einer entsprechenden Qualitätsstufe ohne weitere Maßnahmen in Wettkämpfen eingesetzt werden - auch in Triathlon Wettkämpfen.

Triathlonrad vs. Rennrad: Unterschiede im Detail

1. Sitzposition oder: Komfort vs. Aerodynamik

Zunächst natürlich der Lenker. Aus diesen 5 Varianten ergeben sich wiederum unterschiedliche Sitzpositionen, die mehr oder weniger aerodynamisch, andersherum aber auch unterschiedlich komfortabel sind. Eine aufrechte Haltung mit geradem Rücken auf dem Rennrad gilt als deutlich angenehmer als die aggressivere Variante im Unterlenker bzw. Dagegen gibt es beim Triathlonrad nur die Möglichkeit in der Aeroposition zu liegen oder aber - halbwegs aufrecht - die Bremsen am Basislenker zu greifen.

Welche Auswirkungen die unterschiedlichen Positionen auf die Geschwindigkeit haben, lässt sich ganz klar beziffern bzw. berechnen.

2. Aspekte der Radgeometrie + Kraftübertragung

Dieser wird von einer imaginären, parallel zu Boden befindlichen Line aus bis zum Sitzrohr gemessen und beträgt beim Rennrad meistens nur ca. 73°, beim Triathlonrad dagegen ca.

Daher ist ergänzendes Krafttraining für Triathleten, vor allem auch im Bauch- und Rückenbereich, Pflicht. Die Rohrprofile unterscheiden sich insofern, als sie beim Triathlonrad flacher und breiter sind, um aerodynamische Vorteile zu erzeugen.

In der Regel achten Rennradfahrer sehr auf das Gewicht. Sowohl der Rahmen als auch die zusätzlichen Bauteile sollen kein Gramm zuviel wiegen, da zusätzliche Pfunde sich am Berg negativ bemerkbar machen. Hier kommt es vor allem auf das Verhältnis von Leistung und Masse an, kurz zusammengefasst in der Kenngröße Watt pro Kilogramm.

In der Ebene fallen 1-2 Kilo, die das Triathlonrad mitbringt, allerdings kaum ins Gewicht. Denn wenn es einmal rollt, hat auf einer geraden Strecke genug Schwung und muss keine weitere Energie für eventuelles Zusatzgepäck investieren. Lediglich beim Abbremsen und wieder Anfahren spielt das Gewicht eine Rolle.

3. Anbauteile und Gewicht

Die Möglichkeiten Verpflegung am Rennrad zu platzieren, sind begrenzt bzw.

In puncto Masse kommt im Vergleich Triathlonrad vs.

4. Übersetzung

Auch im Größenverhältnis zwischen den Kettenblättern (vorn) und den Ritzeln (hinten) bestehen mehr oder weniger große Unterschiede bei der Gegenüberstellung Triathlonrad vs.

Selbstverständlich variieren die Bauteile von Hersteller zu Hersteller. Doch in der Regel sind Rennräder so beschaffen, dass man damit auch Berge recht gut erklimmen kann. Die Kassetten sind in den Größen 11-25 bis 11-36 verfügbar. In den jeweiligen Einsatzgebieten (eher hügelig/bergig vs. komplett flach) bringt das jeweils die größten Vorteile mit sich.

5. Handling

Einen wichtigen Punkt bei der Gegenüberstellung „Triathlonrad vs. Das Fahrgefühl unterscheidet sich spürbar - schon kleine Bewegungen, Wind von der Seite o.ä.

Viele Triathletinnen und Triathleten haben allerdings auch Mühe, die Position über einen längeren Zeitraum zu halten. Ein weiterer Knackpunkt beim Thema Triathlonrad vs. Rennrad ist die Frage, wie oft Du umgreifen musst bzw. wie schnell Du Dich daran gewöhnst. Das Rennrad lässt es zu, zumindest in zwei Positionen die Bremsen und Schalthebel zu erreichen.

Somit musst Du Dich zum Bremsen jedes Mal aufrichten. Abgesehen davon gibt es starke Unterschiede im Lenkverhalten. Der Winkel, in dem Du Dein Vorderrad bewegen kannst, beträgt ca. 90 °, was Dir vor allem in scharfen Kurven zugute kommt. Dementsprechend bist Du auf dem Rennrad viel agiler und kannst Serpentinen, steile Abfahrten etc.

Schließlich musst Du zum Bremsen in der Oberlenkerposition fahren - und stehst voll im Wind. Neben all den technischen Besonderheiten solltest Du eins nicht vergessen: Die Gewohnheit und das Selbstvertrauen, das Du an den Tag legst, wirkt sich ebenfalls auf Deine Skills beim Fahren auf dem Triathlonrad vs. Rennrad aus.

Je länger Du bereits im Sattel sitzt, umso leichter wird es Dir vermutlich fallen, auf das Triathlonrad umzusteigen. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass es unmöglich wäre. Übung macht den Meister - spezielle Fahrtechnik-Workshops oder auch ganz viel Ausprobieren und Fahren auf unterschiedlichsten Strecken kann hier viel bewirken.

Triathlonrad vs. Rennrad - externe Variablen

Fährst Du meist nach Lust und Laune und kommt es Dir nicht so sehr aufs Tempo an? Dann reicht ein Rennrad völlig aus. Geht es Dir um die wöchentliche Ausfahrt mit den Jungs/Mädels? Dann ist das Rennrad ebenfalls praxistauglicher, da du schneller auf abruptes Bremsen, Abbiegen etc. reagieren und generell sicherer in der Gruppe fahren kannst.

Hast Du vor, einen Triathlon-Wettkampf zu absolvieren? Dann gilt es zu klären, wie lang die Strecke ist, welche technischen Voraussetzungen und welches Höhenprofil Dich erwarten. Wenn Du bei einer Mitteldistanz die Hälfte der Zeit nicht in Aero-Position fährst, nützt Dir das schönste Triathlonrad herzlich wenig. Andersherum lohnt sich vielleicht die Anschaffung, wenn Du ohnehin Extensions an Deinem Rennrad montiert hast.

Solltest Du ohnehin bereits beide Räder besitzen, und nur herausfinden wollen, in welchem Wettkampf Du sie jeweils einsetzen solltest, lohnt sich ggf. eine Testfahrt auf vergleichbaren Strecken.

Die Geometrie im Detail

Triathlon Fahrräder haben einen weitaus steileren Sitzrohrwinkel, der in der Regel zwischen 74° und 80° liegt. Aber es geht noch mehr: Das neue Cervelo P5X kommt beispielsweise mit 81° Sitzrohrwinkel. Doch was bringt das? Die stark nach vorne geschobene Sitzposition aktiviert beim Pedalieren andere Muskelgruppen wie die z.B. hintere Oberschenkelmuskulatur, um den Quadrizeps, der beim anschließenden Laufen gebraucht wird, zu schonen. Weiterhin ist die Position aerodynamischer, da weniger Körperfläche dem Wind ausgesetzt ist.

Diese sehr aggressive Sitzhaltung erhöht zwar deine Performance, doch der geringe Komfort macht sich schnell bemerkbar und es wird mit jedem Kilometer schwerer, diese Position zu halten, besonders bei Athleten mit weniger Flexibilität in den Hüften und dem unteren Rücken. Um dem entgegenzuwirken haben viele Triathlon-spezifische Fahrräder eine kürzere Kurbellänge und werden mit einem speziellen Sattel ausgerüstet, dessen Neigung besser zu der gebeugten Sitzposition passt. Mit diesen kleinen Änderungen wird die Hüfte spürbar entlastet und der Fahrer kann auch längere Strecken mit ausreichend Komfort zurücklegen.

Das verlängerte Oberrohr und der damit verbundene längere Reach (horizontaler Abstand zwischen Tretlagermitte und Steuerrohr) hilft ebenso bei der gestreckten, flacheren Sitzposition und führt zu einer besseren Aerodynamik auf dem Fahrrad. Außerdem wird so das Fahrergewicht ausgeglichen auf die beiden Räder verteilt.

Aerodynamik als Schlüsselfaktor

Die Aerodynamik ist ein Schlüsselfaktor beim Triathlon: Jede Verbesserung in diesem Bereich summiert sich mit jedem Kilometer im Sattel und führt zu deutlichen Zeiteinsparungen. Und da Triathlon-Strecken eher flach und mit wenigen Anstiegen versehen sind, ist das Gewicht des Fahrrads weniger entscheidend als die Aerodynamik. Wie bereits angesprochen: Triathlonräder unterliegen keiner Regulierung durch die UCI, sodass die Entwickler immer wieder aufs Neue mit innovativen Lösungen aufwarten können.

Allerdings benötigen Triathleten aufgrund der hohen Beanspruchung und der großen Distanzen mehr Möglichkeiten, um Equipment unterzubringen., was natürlich neue Anforderungen an das aerodynamische Konzept des Fahrrads stellt. Triathlonräder werden deswegen genauso wie Rennräder mit modernen Technologien wie Computational Fluid Dynamics und Windtunnel-Tests auf ihre Windschnittigkeit geprüft, und zwar "Race Ready" wie man so schön sagt, also mit vollständigem Equipment.

Viele Hersteller nutzen übergroße Rohrprofile, um in Sachen Aerodynamik nachzubessern. Marken wie Specialized und Felt nutzen diesen Ansatz schon seit langem, um Wind ohne Verwirbelungen am Triathlonrad vorbeizulenken. Dieses Konzept wird vor allem an der Gabel, dem Unterrohr und dem Sitzrohr angewandt.

Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Verkleidung bzw. Integration von Anbauteilen wie zum Beispiel Bremsen oder Kabelzügen. Die Bremsen bei Triathlonrädern befinden sich in der Regel hinter der Gabel bzw. in der Gabel integriert oder hinter einer Abdeckung vor der Gabel. Am Heck findet man die Bremsen unter dem Bereich des Tretlagers oder vor dem Wind versteckt in Aussparungen an den Sitzstreben. Die interne Verlegung der Züge ist mittlerweile der Standard im gehobenen Preissegment und bietet neben dem Beitrag zur besseren Aerodynamik auch eine Schutzfunktion vor äußeren Einflüssen.

Die komplette Überarbeitung der Rahmenform ist ein weiterer Ansatz einiger Marken, um dem Triathlonrad weniger Windwiderstand auszusetzen. Etablierte Marken wie Cervelo sind hier besonders aktiv und haben Modelle im Programm, welche komplett auf ein Sitzrohr oder Sitzstreben verzichten.

Zum Abschluss noch ein Wort zu den Laufrädern von Triathlon Bikes. Diese verfügen in der Regel über eine deutlich höhere Felge als Rennräder und sind so gleichzeitig aerodynamischer, aber auch anfälliger für Seitenwinde. Die Felgen sind außerdem aufgrund des zusätzlichen Materials steifer und nicht so nachgiebig, was zu einem etwas härteren Fahrgefühl führt. Auch hier wird deutlich: Auf massig Komfort sollte man bei einem waschechten Triathlon Fahrrad nicht hoffen - hier dreht sich alles um die Funktionalität und Geschwindigkeit.

Integration und Aufbewahrung

Die Integration von Aufbewahrungsmöglichkeiten ist sowohl aerodynamisch als auch funktionell ein wichtiger Teil des Triathlonrads. Während früher häufig noch zusätzliches Zubehör wie Flaschenhalter und Satteltaschen an das Bike geklatscht wurden, bieten moderne Modelle von Haus aus intelligente Lösungen und integrieren diese elegant in das Rahmendesign.

Giant hat hier beispielsweise das AeroVault System entwickelt, ein Flüssigkeitssystem, das es erlaubt, die gleiche Menge an Wasser wie eine Trinkflasche mitzuführen und dabei gleichzeitig die Aerodynamik des Bikes noch zu verbessern. Cervelos P5X verfügt dagegen über ein Storage System für Werkzeug zwischen dem Vorder- und Hinterrad, während Trek mit seiner Draft Box hinter dem Sitzrohr ein verbessertes Strömungsverhalten erzeugt und gleichzeitig wertvollen Platz für Schläuche, Werkzeuge etc. bietet. Specialized hat ebenfalls ein Flüssigkeitssystem, das in das Unterrohr integriert wird und ebenfalls den Flaschenhalter obsolet macht.

Natürlich haben diese innovativen Features ihren Preis. Je mehr Integration ein Triathlonrad aufweist, desto unschöner liest sich in der Regel auch das Preisschild. Dies lässt sich bereits an der Front des Bikes erkennen. Einsteigermodelle verfügen häufig über ein einfaches Cockpit mit Gabel, Vorbau, Steuerrohr und Lenker, ohne integrierte Storage Systeme oder aerodynamische Abdeckungen. Dies ist auf der anderen Seite bei der Wartung und Pflege ein Vorteil, da die Teile einfacher nachjustiert und getauscht werden können.

Komfort als entscheidendes Kriterium

Der Komfort beim Radfahren ist auf jedem Fahrradtyp ein wichtiges Kriterium, doch beim Triathlon ist er nahezu überlebenswichtig. Schließlich bist du auf einigen Strecken mehr als 90km auf dem Bike unterwegs, was auch mal bis zu 6 Stunden (Ironman) dauern kann. Außerdem ist nach dem Radfahren noch das Laufen an der Reihe, weswegen eine komfortable Fahrt auch die Muskeln schonend sollte.

Die Geometrie eines Triathlon Fahrrads hilft dir schon mal dabei, doch diese drei Komponenten sollten bei deinem Kauf ebenfalls eine wichtige Rolle spielen:

  • Anpassbares Cockpit: Jeder Athlet verfügt über einen einzigartigen Körperbau. Die Möglichkeit, dass Bike auf diesen abzustimmen, ist also äußerst wichtig, um die maximale Performance zu erreichen. Die richtige Rahmenhöhe zu finden ist dabei der erste Schritt, danach solltest du in der Lage sein, die Sitzposition auf dem Rad deinen Vorstellungen anpassen zu können. Deswegen solltest du nach einem Modell Ausschau halten, bei dem du das Cockpit nach Belieben einstellen kannst. Sie sind in der Regel kürzer als normale Sättel und besitzen eine Aussparung in der Mitte, um Druck von den empfindlichen Stellen zu nehmen.
  • Form des Triathlonlenkers: Die Form des Lenkeraufsatzs ist unterschiedlich und sollte vor dem Kauf ausgiebig getestet werden. Auf dem Markt finden sich gerade, gekrümmte oder leicht angehobene Anbauten. Dein Ziel muss es sein, in der gestreckten Sitzhaltung dein Handgelenk in eine neutrale Position zu bekommen und mit den Ellbogen einen rechten Winkel zur Schulter zu bilden. So wird dein Oberkörper optimal unterstützt und es gibt keine Einschränkungen in der Blutzirkulation.

Schaltung & Antrieb

An dieser Stelle diskutieren wir in der Regel über das Übersetzungsverhältnis und die optimale Gangzahl, doch bei Triathlonrädern steht für uns die Wahl zwischen mechanischer und elektrischer Schaltung im Vordergrund.

Elektronische Schaltungen sind wie gemacht für den Triathlon-Einsatz, da sie zum einen den Schaltprozess verkürzen und zum anderen das lästige umgreifen zum Lenker eliminieren, wenn geschalten werden muss. Shimano, Campagnolo und SRAM ermöglichen es dir, auch von den Lenkeranbauten zu schalten. Shimano geht mit der Synchro Shift Technologie sogar noch einen Schritt weiter und ermöglicht automatisches Schalten beim vorderen Kettenblatt basierend auf der Kettenposition auf der hinteren Kassette.

Was die Übersetzungsbandbreite angeht unterscheiden sich Triathlon Bikes kaum von Rennrädern. Auch hier gilt: Je länger die Strecke, desto mehr Gänge und eine höhere Bandbreite willst du haben.

Vor dem Kauf - Informiere dich ausführlich!

Um deinen Traumbike ein Stück näher zu kommen, solltest du dich ausführlich informieren. Erstelle dazu eine Liste deiner 5 Lieblingsbikes in deinen Preisbereich und gehe auf die Jagd nach mehr Infos. Hier bieten sich an: YouTube Videos, Testportale, Beschreibung vom Hersteller, Blogs, Foren und andere radaffine Communities. Wer Freunde im Radsport-Bereich hat, ist hier natürlich am besten aufgehoben.

Nicht vergessen: Probefahrt

Wenn immer möglich solltest du eine Probefahrt mit den zur Wahl stehenden Triathlonrad machen. Je nach Preisklasse und Zeit musst du dann selber abschätzen, wie lange du es testen möchtest. Für ein Einsteiger-Bike reichen ein paar Runden um den Block, um das Gefühl für das Bike zu bekommen und einzuschätzen, ob Größe und Geometrie für dich angenehm ist.

Wenn du aber zwei Monatsgehälter in dein Bike investieren möchtest, solltest du versuchen, dass Bike mal für einen ganzen Tag oder das Wochenende auszuleihen.

Triathlonrad vs. Rennrad: Welches Rad ist das Richtige für mich?

Die meisten ambitionierten Triathleten haben neben ihrem Triathlon Renner ein konventionelles Rennrad zu Trainingszwecken - andersrum benötigt aber nicht jeder Triathlet zwingend ein Triathlon Rad.

Hobbyathleten, die nur gelegentlich an kürzeren Triathlon Wettkämpfen teilnehmen und sich mehr auf das Finishen und die Verbesserung der eigenen Leistung konzentrieren, als dass sie ernsthaft Platzierungen anstreben, können mit einem in Richtung Triathlon optimierten Rennrad durchaus gute Resultate erzielen und sich die Anschaffung eines Triathlon Rades vorerst sparen.

Auch auf Strecken, die viele Richtungswechsel und Beschleunigungsphasen haben oder über viele Höhenmeter verfügen, kann das konventionelle Rennrad die bessere Wahl sein - selbst, wenn du beide Radtypen zur Auswahl haben solltest.

Je länger du die Aeroposition auf dem Triathlon Rad fahren kannst, je flacher und schneller die Strecke ist und je ambitionierter du unterwegs bist, desto eher lohnt sich ein Triathlon Rad für dich.

Wenn du dir ein Triathlon Rad zulegst, können wir dir nur wärmstens ein professionelles Bike-Fitting ans Herz legen, bzw. solltest du dich zumindest intensiv mit dem Thema Bike Fitting auseinandersetzen. Die Sitzposition auf einem Triathlon Rad ist deutlich komplexer als auf einem Rennrad und damit du nach vielen Stunden und Kilometern in der Aeroposition keine Beschwerden bekommst und in der Folgedisziplin deine maximale Leistung abrufen kannst, ist eine passende Sitzposition unerlässlich.

Um in den Triathlon reinzuschnuppern und gelegentlich an kürzeren Wettkämpfen teilzunehmen, bist du mit einem Rennrad bis zur olympischen Distanz sicherlich bestens und angemessen ausgerüstet.

Wenn du dich jedoch voll und ganz dem Triathlon verschrieben hast und deine Ambitionen höher liegen, sei es zeittechnisch oder bei einer Mittel- oder Langdistanz, führt am Triathlon Rad fast kein Weg vorbei - hier kannst du allein aufgrund des schnelleren Materials gleich mehrere wertvolle Minuten sparen und dabei deine Kraft Ressourcen schonen.

Qualität und Budget

Während du bei Rennrädern mit zunehmendem Preis ein geringeres Gewicht erwarten kannst, bekommst du beim Triathlon Rad vorwiegend effektivere Maßnahmen bei der Aerodynamik, bessere Integration von Verpflegungs- und Ersatzmaterialsystemen und eine bessere Anpassbarkeit an den Fahrer.

Preisklasse bis 1999€

Bei einem Budget unter 1999 € ist die Lösung einfach: Hier solltest du nach einem guten Rennrad Ausschau halten und es bei Bedarf mit Clip-on Extensions Richtung Triathlon optimieren. In dieser Preisklasse gibt es leider nicht wirklich brauchbare reine Triathlon Räder. Dein Fokus sollte hier auf einer soliden Schalt- und Bremsgruppe auf dem Niveau der Shimano 105 oder Ultegra liegen. Aerodynamische Anleihen beim Rahmen wären wünschenswert, die Laufräder können bei Bedarf später durch einen schnellen Aero-Laufradsatz ersetzt werden.

Preisklasse 2000€ bis 3000€

In der beliebten Mittelklasse kannst du dich über eine deutlich aufgewertete Ausstattung freuen: Carbonrahmen mit Carbongabel drücken das Gewicht deutlich und ermöglichen Aerodynamisch angepasste Rahmenformen. Je nach Hersteller findest du die Shimano die 105er oder Ultegra Gruppe. Aus dem Hause Sram wird es die Rival oder Force Gruppe sein. Gebremst wird am Triathlon Bike hauptsächlich mit der Felgenbremse, im Rennradbereich auch schon mit einer hydraulischen Scheibenbremse. Die Laufräder werden nicht unbedingt leichter, dafür aber aerodynamischer und stabiler. Hier finden sich auch immer wieder sehr gelungenen Frauenmodelle.

Preisklasse 3000€ bis 4000€

Im Rennradsegment ist man hier schon deutlich in der Oberklasse angekommen. Hochwertige Carbonrahmen und Carbonlaufräder warten hier auf dich und machen das Rad nochmals leichter. Geschalten wird elektrisch mit Shimanos Ultegra Di2 oder mechanisch mit der Sram Force. Teilweise finden sich schon die Topgruppen Shimano Dura Ace oder Sram Red. Mechanische Felgenbremsen oder hydraulische Scheibenbremsen sind durchweg zu finden.

Im Triathlonbereich bekommst du hier schon ein ordentliches Wettkampfrad mit einigen Features geboten. Hier wird zwar immer noch mechanisch geschalten, dafür sind die Rahmen und Laufräder nochmals deutlich hochwertiger und aerodynamisch optimiert. Auflieger und Extensions sind je nach Hersteller teilweise aus Carbon. Zudem gibt es praktische Stau-, und Trinkfächer, welche aerodynamisch in das Rad integriert sind und somit bestmöglichen Komfort bieten sollen.

Preisklasse ab 4000€

Nach oben gibt es keine Grenzen. In der High-End Klasse finden sich nicht selten Räder über 10.000€. Hier bekommst du dafür das feinste vom feinsten. Shimano Ultegra Di2 oder Dura Ace Di2. Du stehts nicht auf Kabel, dann wird es die Sram Red eTap sein. Carbon wohin das Auge Blick. Die feinsten Carbonrahmen mit gewichten um die 700 Gr. zeigen was möglich ist. Carbon Lenker, Vorbauten, Laufräder, alles ist bis in das kleinste Detail optimiert. Hier finden sich immer mehr Scheibenbremsen und der Trend geht weg von der „klassischen“ Felgenbremse.

Im Triathlonbereich bekommst du genau das was du schon immer gesucht hast. Die Aero-Waffe! Hochprofil-Carbonlaufräder oder sogar ein Scheibenrad sorgen für die schnellsten Zeiten auf der Radstrecke. Gepaart mit komplett innen verlegten Zügen und weiteren aerodynamischen Features werden Rekordzeiten erzielt. Auch hier sind inzwischen Scheibenbremsen anzutreffen und zeigen wo die Entwicklung hin geht. Hier wird aufgrund der Integration in den Rahmen und das Schalten an den Bremshebeln auf elektronische Schaltungen gesetzt.

Zeitersparnis durch Triathlonrad: Eine Beispielrechnung

Wenn wir in einer vereinfachten Bespielrechnung davon ausgehen, dass du die jeweiligen Triathlon Raddistanzen auf einem Rennrad mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h fahren kannst, würdest du unter gleichen Bedingungen und gleicher Leistung mit einem Triathlon Rad etwa einen Schnitt von 33 km/h fahren können. Daraus würden sich folgende Fahrzeiten bzw. Zeitersparnisse ergeben:

Triathlon-Distanzen Rennrad 30 km/h Triathlon Rad 33 km/h Triathlon Rad 36 km/h Triathlon Rad 40 km/h Ersparnis bis zu
Sprintdistanz (20 km) 00:40:00 00:36:22 00:33:20 00:30:00 00:10:00
Olymp. Distanz (40 km) 01:20:00 01:12:44 01:06:40 01:00:00 00:20:00
Mitteldistanz (90 km) 03:00:00 02:43:38 02:30:00 02:15:00 00:45:00
Langdistanz (180 km) 06:00:00 05:27:16 05:00:00 04:30:00 01:30:00

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