Geschwindigkeitsunterschied: Rennrad vs. Triathlonrad – Ein Vergleich

Rennradfahrer fahren Rennrad - Triathleten Triathlonrad! Ganz eindeutig? Denn die Zuspitzung „Triathlonrad vs. Rennrad“ bedeutet nicht nur „Aerodynamik vs. Gewicht“. Es gibt noch viele weitere Aspekte, die dabei eine Rolle spielen, mit welchem Sportgerät Du besser zurecht kommst bzw. womit Du mehr Tempo machen kannst.

Noch eins vorab: Dieser Beitrag ist keine Kaufberatung. Dennoch gibt es hier einige Anhaltspunkte, die Dir bei der Entscheidung „Triathlonrad vs. Rennrad“ weiterhelfen können.

Triathlonrad vs. Rennrad - Unterschiede zwischen beiden Radtypen

  1. Sitzposition oder: Komfort vs. Aerodynamik
  2. Aspekte der Radgeometrie + Kraftübertragung
  3. Anbauteile und Gewicht
  4. Übersetzung
  5. Handling
    • Gewichtsverteilung und daraus resultierende Probleme
    • Lenken, Bremsen, Schalten
    • Allgemeine Fahrsicherheit

Triathlonrad vs. Rennrad - externe Variablen

1. Sitzposition oder: Komfort vs. Aerodynamik

Zunächst natürlich der Lenker. Dagegen gibt es beim Triathlonrad nur die Möglichkeit in der Aeroposition zu liegen oder aber - halbwegs aufrecht - die Bremsen am Basislenker zu greifen. Aus diesen 5 Varianten ergeben sich wiederum unterschiedliche Sitzpositionen, die mehr oder weniger aerodynamisch, andersherum aber auch unterschiedlich komfortabel sind. Eine aufrechte Haltung mit geradem Rücken auf dem Rennrad gilt als deutlich angenehmer als die aggressivere Variante im Unterlenker bzw. Welche Auswirkungen die unterschiedlichen Positionen auf die Geschwindigkeit haben, lässt sich ganz klar beziffern bzw. berechnen.

2. Aspekte der Radgeometrie + Kraftübertragung

Dieser wird von einer imaginären, parallel zu Boden befindlichen Line aus bis zum Sitzrohr gemessen und beträgt beim Rennrad meistens nur ca. 73°, beim Triathlonrad dagegen ca. Daher ist ergänzendes Krafttraining für Triathleten, vor allem auch im Bauch- und Rückenbereich, Pflicht.

3. Anbauteile und Gewicht

Die Möglichkeiten Verpflegung am Rennrad zu platzieren, sind begrenzt bzw. Die Rohrprofile unterscheiden sich insofern, als sie beim Triathlonrad flacher und breiter sind, um aerodynamische Vorteile zu erzeugen. In der Regel achten Rennradfahrer sehr auf das Gewicht. Sowohl der Rahmen als auch die zusätzlichen Bauteile sollen kein Gramm zuviel wiegen, da zusätzliche Pfunde sich am Berg negativ bemerkbar machen. Hier kommt es vor allem auf das Verhältnis von Leistung und Masse an, kurz zusammengefasst in der Kenngröße Watt pro Kilogramm.

In der Ebene fallen 1-2 Kilo, die das Triathlonrad mitbringt, allerdings kaum ins Gewicht. Denn wenn es einmal rollt, hat auf einer geraden Strecke genug Schwung und muss keine weitere Energie für eventuelles Zusatzgepäck investieren. Lediglich beim Abbremsen und wieder Anfahren spielt das Gewicht eine Rolle. In puncto Masse kommt im Vergleich Triathlonrad vs.

4. Übersetzung

Auch im Größenverhältnis zwischen den Kettenblättern (vorn) und den Ritzeln (hinten) bestehen mehr oder weniger große Unterschiede bei der Gegenüberstellung Triathlonrad vs. Selbstverständlich variieren die Bauteile von Hersteller zu Hersteller. Doch in der Regel sind Rennräder so beschaffen, dass man damit auch Berge recht gut erklimmen kann. Die Kassetten sind in den Größen 11-25 bis 11-36 verfügbar. In den jeweiligen Einsatzgebieten (eher hügelig/bergig vs. komplett flach) bringt das jeweils die größten Vorteile mit sich.

5. Handling

Einen wichtigen Punkt bei der Gegenüberstellung „Triathlonrad vs. Das Fahrgefühl unterscheidet sich spürbar - schon kleine Bewegungen, Wind von der Seite o.ä. Viele Triathletinnen und Triathleten haben allerdings auch Mühe, die Position über einen längeren Zeitraum zu halten. Ein weiterer Knackpunkt beim Thema Triathlonrad vs. Rennrad ist die Frage, wie oft Du umgreifen musst bzw. wie schnell Du Dich daran gewöhnst.

Das Rennrad lässt es zu, zumindest in zwei Positionen die Bremsen und Schalthebel zu erreichen. Somit musst Du Dich zum Bremsen jedes Mal aufrichten. Abgesehen davon gibt es starke Unterschiede im Lenkverhalten. Der Winkel, in dem Du Dein Vorderrad bewegen kannst, beträgt ca. 90 °, was Dir vor allem in scharfen Kurven zugute kommt. Dementsprechend bist Du auf dem Rennrad viel agiler und kannst Serpentinen, steile Abfahrten etc. Schließlich musst Du zum Bremsen in der Oberlenkerposition fahren - und stehst voll im Wind.

Neben all den technischen Besonderheiten solltest Du eins nicht vergessen: Die Gewohnheit und das Selbstvertrauen, das Du an den Tag legst, wirkt sich ebenfalls auf Deine Skills beim Fahren auf dem Triathlonrad vs. Rennrad aus. Je länger Du bereits im Sattel sitzt, umso leichter wird es Dir vermutlich fallen, auf das Triathlonrad umzusteigen. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass es unmöglich wäre. Übung macht den Meister - spezielle Fahrtechnik-Workshops oder auch ganz viel Ausprobieren und Fahren auf unterschiedlichsten Strecken kann hier viel bewirken.

Triathlonrad vs. Rennrad - Externe Variablen

Fährst Du meist nach Lust und Laune und kommt es Dir nicht so sehr aufs Tempo an? Dann reicht ein Rennrad völlig aus. Geht es Dir um die wöchentliche Ausfahrt mit den Jungs/Mädels? Dann ist das Rennrad ebenfalls praxistauglicher, da du schneller auf abruptes Bremsen, Abbiegen etc. reagieren und generell sicherer in der Gruppe fahren kannst.

Hast Du vor, einen Triathlon-Wettkampf zu absolvieren? Dann gilt es zu klären, wie lang die Strecke ist, welche technischen Voraussetzungen und welches Höhenprofil Dich erwarten. Wenn Du bei einer Mitteldistanz die Hälfte der Zeit nicht in Aero-Position fährst, nützt Dir das schönste Triathlonrad herzlich wenig. Andersherum lohnt sich vielleicht die Anschaffung, wenn Du ohnehin Extensions an Deinem Rennrad montiert hast. Solltest Du ohnehin bereits beide Räder besitzen, und nur herausfinden wollen, in welchem Wettkampf Du sie jeweils einsetzen solltest, lohnt sich ggf. eine Testfahrt auf vergleichbaren Strecken.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Thema Triathlonrad vs. Rennrad

1. Was ist der Hauptunterschied zwischen einem Triathlonrad und einem Rennrad?

2. Welche baulichen Unterschiede bestehen zwischen einem Triathlonrad und einem Rennrad?

Es gibt diverse Unterschiede, dazu zählen die Geometrie und daraus resultierend die Sitzposition, der Lenker, die Rahmenform sowie die Schaltmechanik. Triathlonräder haben in der Regel einen steileren Sitzrohrwinkel und ein längeres Oberrohr, wodurch eine gestreckte, aerodynamische Haltung begünstigt wird. Zudem ermöglichen spezielle Auflieger (Aerobars) sowie Trinksysteme die Zeitfahrposition. Die Rahmen sind meist windschnittiger gebaut als bei herkömmlichen Rennrädern.

3. Brauche ich als Triathlet unbedingt ein Triathlonrad?

Nicht zwangsläufig. Gerade als Einsteiger oder bei kürzeren Distanzen (wie Sprint- oder olympischer Triathlon) reicht ein gut angepasstes Rennrad völlig aus - eventuell ergänzt mit einem Auflieger. Ein Triathlonrad lohnt sich vor allem, wenn Du ambitioniert unterwegs bist, regelmäßig Wettkämpfe bestreitest und auf längeren Distanzen (z. B.

4. Was sind die Vorteile eines Rennrads gegenüber einem Triathlonrad?

Rennräder sind leichter, wendiger und bieten eine aufrechtere Sitzposition, was sie ideal für verschiedene Terrains und längere Fahrten macht. Sie sind auch besser für Gruppenfahrten und den Alltagseinsatz geeignet. Zudem kommt die typische Übersetzung Dir bei steilen Anstiegen entgegen.

Was kann ein Triathlonrad?

Denn selbst bei absoluter Windstille gehen ca. Wo der Rennradfahrer bei Gegenwind für 40 km/h fast 600 Watt aufbringen muss, benötigt der Triathlet nur etwas mehr als 300 Watt.

Die größte Schraube an der Du beim Radfahren drehen kannst, abgesehen von Deiner Kraft, ist nun einmal die Sitzposition.

Die Unterschiede zwischen Rennrad und Triathlonrad

Im Wesentlichen gibt es zwei Unterschiede zwischen Renn- und Triathlonrad:

  1. Die Geometrie: Das Triathlonrad hat einen steileren Sitzwinkel. Heißt: Das Oberrohr ist kürzer, das Sitzrohr steiler. Bei Rennrädern beträgt dieser Winkel meist 73 oder 76 Grad. Bei Tri-Bikes hingegen 78 Grad und mehr.
  2. Der Aerolenker: Statt des gebogenen Rennradlenker hat ein Tri-Bike eine Liegeaufsatz (Aerobar) und einen Hornlenker.

Wunderbar - aber was bringen nun diese Unterschiede dem Triathleten?

Vorteile beim Triathlonrad - Der Rahmen

Zuallererst ist da natürlich die Aerodynamik. Der (nicht optimierte) Radfahrer gibt bis 90 Prozent seiner Leistung an die Überwindung des Luftwiderstands ab. Eindeutig ein Sparpotenzial. Die liegende Haltung auf dem Triathlon-Rad senkt den Luftwiderstand. Bei einem Test haben die Mitarbeiter des Rennradmagazin Tour (Ausg. 1/2007) immerhin 172 Watt Leistungunterschied bei gleicher Geschwindigkeit gemessen zwischen Oberlenkerhaltung Rennrad und optimaler Zeitfahrrad-Einstellung. Immerhin: Diesen Vorteil kann der Triathlet eben noch durch einen Lenkeraufsatz etwas imitieren.

Aber eben nur imitieren! Denn die Geometrie des Rennrads verändert sich dadurch ja nicht. Hier greift der zweite Vorteil: Durch den steileren Sitzwinkel des Triathlonrahmens vergrößert sich der offene Winkel im Bauchbereich. Das ist nicht nur angenehmer - schließlich muss man im Wettkampf verdauen und atmen. Es hat auch noch Vorteile beim anschließenden Laufen.

2006 zeigte eine Studie, die die Auswirkung eines steileren Sitzrohrs (getestet wurden 82 Grad gegen 72 Grad) auf die Muskeln untersuchte, dass der Biceps Femoris (deutsch: Schenkelbeuger, sitzt hinten im Oberschenkel) wesentlich langsamer ermüdet, dass die Triathleten nach dem Wechsel weiter ausgreifende Schritte machen können und nicht so gedrungen laufen. Im Schnitt waren die Probanden auf der olympischen Distanz 4:44 Minuten schneller. Nun waren das Spitzenathleten und die Studie fand im Labor statt. Es reicht allerdings allemal als Hinweis auf die Vorteile der Geometrie des Triathlonrahmens in Zusammenhang mit dem Aerolenker. Erst recht, wenn man sich diese Vorteile auf eine Langdistanz hoch rechnet.

Kurz gesagt: Ein Triathlon-Rad ergibt durchaus einen Sinn für Triathleten.

Nachteile beim Triathlon-Rad

Die Vorteile des Zeitfahrrades für den Triathlon erkauft man sich jedoch mit einigen Nachteilen. Denn die Geometrie des Triathlonrahmens verschiebt den Schwerpunkt des Fahrers auf dem Rahmen. Bei einem Rennrad verteilt sich das Gewicht ungefähr 50 hinten, 50 vorne auf dem Rahmen. Der steilere Sitzrohrwinkel hebt den Triathleten nun nach vorne über das Tretlager. Die Maschine wird kopflastiger - Verhältnis nun etwa 30 hinten, 70 vorne.

Heißt: Ein Zeitrad lässt sich deutlich unruhiger lenken, mehr Athletik und mehr Übung gehören dazu, es zu beherrschen. Und genau das bringt in bestimmten Situationen eine Menge Nachteile:

Befindet man sich auf kurvigen Strecken, verliert man so unter Umständen viel Zeit in den Kurven, und auch beim Herausbeschleunigen. Dasselbe gilt für Berge: Hier ist die Geometrie eher hinderlich - zum Beispiel, wenn man aus dem Sattel muss. Und einen aerodymischen Vorteil hat man am Berg dann eh nicht. Auch für das Fahren in der Gruppe eignet sich das Tri-Bike kaum - denn hier muss man oft schnell reagieren können und ruhig und sicher fahren. Wenn die Gruppe mal einen kleinen Sprint austrägt - das Zeitfahrrad kann da eher schlecht mithalten.

Fazit: Triathlonrad nur für Triathlon-Vielstarter

Für den ersten Triathlon ist es sicherlich egal, welches Rad man fährt - bei Schnuppertris oder auf Volksdistanzen sieht man Mountainbikes ebenso wie Hollandräder.

Triathlonrad vs. Zeitfahrrad vs. Rennrad - die Unterschiede kurz erklärt

Bevor du dich auf die Suche nach dem passenden Fahrrad für deinen nächsten Triathlon machst, wollen wir uns kurz die unterschiedlichen Optionen anschauen. Denn natürlich muss nicht jeder Athlet unbedingt ein ausgezeichnetes Triathlonrad besitzen, um an den Start gehen zu können. Die drei Fahrradtypen, die sich am besten für den Dreikampf eignen, sind das spezielle Triathlon-Fahrrad, das Zeitfahrrad und das klassische Rennrad.

Vor allem der Unterschied zwischen Triathlonrädern und Zeitfahrrädern ist für viele nicht gleich ersichtlich, da sie sich optisch stark ähneln. Der Lenkeraufsatz am Zeitfahrlenker darf nur maximal 75cm vom Tretlager (in vertikaler Linie) weg reichen (Ausnahmen für besonders kleine / große Fahrer müssen bei der UCI beantragt werden)

Da Triathlon-Rennen nicht diesen UCI-Richtlinien unterliegen, können Hersteller bei ihren Triathlon-Fahrrädern kreativ werden und diese in den Bereichen Aerodynamik und Gewicht noch weiter verbessern. Deswegen findet man häufig Modelle mit noch weiter nach vorne gerichtetem Sattel und Lenkeraufsatz, Verkleidungen am Rahmen, welche die Aerodynamik verbessern sowie teilweise sogar Modelle ohne Sitzrohr und -streben, sprich mit einem komplett futuristischen Rahmendesign, was auch nicht mehr der 3:1 Regel entspricht.

Als Alternative zu beiden ist für viele Triathleten natürlich noch das Rennrad erste Wahl. Im Zusammenspiel mit nachrüstbarem Lenkeraufsatz lässt sich auch hier eine ähnlich nach vorne gestreckte "Aero"-Position wie beim Triathlonrad erreichen, ohne sich gleich ein komplett neues Bike kaufen zu müssen (vorausgesetzt natürlich, man besitzt bereits ein Rennrad). Was dir allerdings fehlt sind die bereits angesprochene spezielle Rahmengeometrie, die verbesserte Aerodynamik und die Integration von Aufbewahrungssystemen.

Mehr Informationen zum Rennrad-Kauf findest du in unserem Road Bike Guide.

Geometrie

Jedes Fahrrad hat eine dem Einsatzzweck angepasste Rahmengeometrie. Das Triathlonrad macht da natürlich keine Ausnahme. Triathleten müssen lange Streckenabschnitte in einer stark gestreckten Sitzposition zurücklegen und benötigen deshalb ausreichend Komfort. Daraus ergeben sich in der Geometrie zwei große Unterschiede zum klassischen Rennrad - der Sitzrohrwinkel und die Länge des Oberrohrs.

Triathlon Fahrräder haben einen weitaus steileren Sitzrohrwinkel, der in der Regel zwischen 74° und 80° liegt. Aber es geht noch mehr: Das neue Cervelo P5X kommt beispielsweise mit 81° Sitzrohrwinkel. Doch was bringt das? Die stark nach vorne geschobene Sitzposition aktiviert beim Pedalieren andere Muskelgruppen wie die z.B. hintere Oberschenkelmuskulatur, um den Quadrizeps, der beim anschließenden Laufen gebraucht wird, zu schonen. Weiterhin ist die Position aerodynamischer, da weniger Körperfläche dem Wind ausgesetzt ist.

Diese sehr aggressive Sitzhaltung erhöht zwar deine Performance, doch der geringe Komfort macht sich schnell bemerkbar und es wird mit jedem Kilometer schwerer, diese Position zu halten, besonders bei Athleten mit weniger Flexibilität in den Hüften und dem unteren Rücken. Um dem entgegenzuwirken haben viele Triathlon-spezifische Fahrräder eine kürzere Kurbellänge und werden mit einem speziellen Sattel ausgerüstet, dessen Neigung besser zu der gebeugten Sitzposition passt. Mit diesen kleinen Änderungen wird die Hüfte spürbar entlastet und der Fahrer kann auch längere Strecken mit ausreichend Komfort zurücklegen.

Das verlängerte Oberrohr und der damit verbundene längere Reach (horizontaler Abstand zwischen Tretlagermitte und Steuerrohr) hilft ebenso bei der gestreckten, flacheren Sitzposition und führt zu einer besseren Aerodynamik auf dem Fahrrad. Außerdem wird so das Fahrergewicht ausgeglichen auf die beiden Räder verteilt.

Aerodynamik

Die Aerodynamik ist ein Schlüsselfaktor beim Triathlon: Jede Verbesserung in diesem Bereich summiert sich mit jedem Kilometer im Sattel und führt zu deutlichen Zeiteinsparungen. Und da Triathlon-Strecken eher flach und mit wenigen Anstiegen versehen sind, ist das Gewicht des Fahrrads weniger entscheidend als die Aerodynamik. Wie bereits angesprochen: Triathlonräder unterliegen keiner Regulierung durch die UCI, sodass die Entwickler immer wieder aufs Neue mit innovativen Lösungen aufwarten können.

Allerdings benötigen Triathleten aufgrund der hohen Beanspruchung und der großen Distanzen mehr Möglichkeiten, um Equipment unterzubringen., was natürlich neue Anforderungen an das aerodynamische Konzept des Fahrrads stellt. Triathlonräder werden deswegen genauso wie Rennräder mit modernen Technologien wie Computational Fluid Dynamics und Windtunnel-Tests auf ihre Windschnittigkeit geprüft, und zwar "Race Ready" wie man so schön sagt, also mit vollständigem Equipment.

Viele Hersteller nutzen übergroße Rohrprofile, um in Sachen Aerodynamik nachzubessern. Marken wie Specialized und Felt nutzen diesen Ansatz schon seit langem, um Wind ohne Verwirbelungen am Triathlonrad vorbeizulenken. Dieses Konzept wird vor allem an der Gabel, dem Unterrohr und dem Sitzrohr angewandt.

Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Verkleidung bzw. Integration von Anbauteilen wie zum Beispiel Bremsen oder Kabelzügen. Die Bremsen bei Triathlonrädern befinden sich in der Regel hinter der Gabel bzw. in der Gabel integriert oder hinter einer Abdeckung vor der Gabel. Am Heck findet man die Bremsen unter dem Bereich des Tretlagers oder vor dem Wind versteckt in Aussparungen an den Sitzstreben. Die interne Verlegung der Züge ist mittlerweile der Standard im gehobenen Preissegment und bietet neben dem Beitrag zur besseren Aerodynamik auch eine Schutzfunktion vor äußeren Einflüssen.

Die komplette Überarbeitung der Rahmenform ist ein weiterer Ansatz einiger Marken, um dem Triathlonrad weniger Windwiderstand auszusetzen. Etablierte Marken wie Cervelo sind hier besonders aktiv und haben Modelle im Programm, welche komplett auf ein Sitzrohr oder Sitzstreben verzichten.

Zum Abschluss noch ein Wort zu den Laufrädern von Triathlon Bikes. Diese verfügen in der Regel über eine deutlich höhere Felge als Rennräder und sind so gleichzeitig aerodynamischer, aber auch anfälliger für Seitenwinde. Die Felgen sind außerdem aufgrund des zusätzlichen Materials steifer und nicht so nachgiebig, was zu einem etwas härteren Fahrgefühl führt. Auch hier wird deutlich: Auf massig Komfort sollte man bei einem waschechten Triathlon Fahrrad nicht hoffen - hier dreht sich alles um die Funktionalität und Geschwindigkeit.

Integration und Aufbewahrung

Die Integration von Aufbewahrungsmöglichkeiten ist sowohl aerodynamisch als auch funktionell ein wichtiger Teil des Triathlonrads. Während früher häufig noch zusätzliches Zubehör wie Flaschenhalter und Satteltaschen an das Bike geklatscht wurden, bieten moderne Modelle von Haus aus intelligente Lösungen und integrieren diese elegant in das Rahmendesign.

Giant hat hier beispielsweise das AeroVault System entwickelt, ein Flüssigkeitssystem, das es erlaubt, die gleiche Menge an Wasser wie eine Trinkflasche mitzuführen und dabei gleichzeitig die Aerodynamik des Bikes noch zu verbessern. Cervelos P5X verfügt dagegen über ein Storage System für Werkzeug zwischen dem Vorder- und Hinterrad, während Trek mit seiner Draft Box hinter dem Sitzrohr ein verbessertes Strömungsverhalten erzeugt und gleichzeitig wertvollen Platz für Schläuche, Werkzeuge etc. bietet. Specialized hat ebenfalls ein Flüssigkeitssystem, das in das Unterrohr integriert wird und ebenfalls den Flaschenhalter obsolet macht.

Natürlich haben diese innovativen Features ihren Preis. Je mehr Integration ein Triathlonrad aufweist, desto unschöner liest sich in der Regel auch das Preisschild. Dies lässt sich bereits an der Front des Bikes erkennen. Einsteigermodelle verfügen häufig über ein einfaches Cockpit mit Gabel, Vorbau, Steuerrohr und Lenker, ohne integrierte Storage Systeme oder aerodynamische Abdeckungen. Dies ist auf der anderen Seite bei der Wartung und Pflege ein Vorteil, da die Teile einfacher nachjustiert und getauscht werden können.

Komfort

Der Komfort beim Radfahren ist auf jedem Fahrradtyp ein wichtiges Kriterium, doch beim Triathlon ist er nahezu überlebenswichtig. Schließlich bist du auf einigen Strecken mehr als 90km auf dem Bike unterwegs, was auch mal bis zu 6 Stunden (Ironman) dauern kann. Außerdem ist nach dem Radfahren noch das Laufen an der Reihe, weswegen eine komfortable Fahrt auch die Muskeln schonend sollte.

Die Geometrie eines Triathlon Fahrrads hilft dir schon mal dabei, doch diese drei Komponenten sollten bei deinem Kauf ebenfalls eine wichtige Rolle spielen:

Anpassbares Cockpit: Jeder Athlet verfügt über einen einzigartigen Körperbau. Die Möglichkeit, dass Bike auf diesen abzustimmen, ist also äußerst wichtig, um die maximale Performance zu erreichen. Die richtige Rahmenhöhe zu finden ist dabei der erste Schritt, danach solltest du in der Lage sein, die Sitzposition auf dem Rad deinen Vorstellungen anpassen zu können. Deswegen solltest du nach einem Modell Ausschau halten, bei dem du das Cockpit nach Belieben einstellen kannst. Sie sind in der Regel kürzer als normale Sättel und besitzen eine Aussparung in der Mitte, um Druck von den empfindlichen Stellen zu nehmen.

Form des Triathlonlenkers: Die Form des Lenkeraufsatzs ist unterschiedlich und sollte vor dem Kauf ausgiebig getestet werden. Auf dem Markt finden sich gerade, gekrümmte oder leicht angehobene Anbauten. Dein Ziel muss es sein, in der gestreckten Sitzhaltung dein Handgelenk in eine neutrale Position zu bekommen und mit den Ellbogen einen rechten Winkel zur Schulter zu bilden. So wird dein Oberkörper optimal unterstützt und es gibt keine Einschränkungen in der Blutzirkulation.

Schaltung & Antrieb

An dieser Stelle diskutieren wir in der Regel über das Übersetzungsverhältnis und die optimale Gangzahl, doch bei Triathlonrädern steht für uns die Wahl zwischen mechanischer und elektrischer Schaltung im Vordergrund.

Elektronische Schaltungen sind wie gemacht für den Triathlon-Einsatz, da sie zum einen den Schaltprozess verkürzen und zum anderen das lästige umgreifen zum Lenker eliminieren, wenn geschalten werden muss. Shimano, Campagnolo und SRAM ermöglichen es dir, auch von den Lenkeranbauten zu schalten. Shimano geht mit der Synchro Shift Technologie sogar noch einen Schritt weiter und ermöglicht automatisches Schalten beim vorderen Kettenblatt basierend auf der Kettenposition auf der hinteren Kassette.

Was die Übersetzungsbandbreite angeht unterscheiden sich Triathlon Bikes kaum von Rennrädern. Auch hier gilt: Je länger die Strecke, desto mehr Gänge und eine höhere Bandbreite willst du haben.

Vor dem Kauf - Informiere dich ausführlich!

Um deinen Traumbike ein Stück näher zu kommen, solltest du dich ausführlich informieren. Erstelle dazu eine Liste deiner 5 Lieblingsbikes in deinen Preisbereich und gehe auf die Jagd nach mehr Infos. Hier bieten sich an: YouTube Videos, Testportale, Beschreibung vom Hersteller, Blogs, Foren und andere radaffine Communities. Wer Freunde im Radsport-Bereich hat, ist hier natürlich am besten aufgehoben.

Wenn immer möglich solltest du eine Probefahrt mit den zur Wahl stehenden Triathlonrad machen. Je nach Preisklasse und Zeit musst du dann selber abschätzen, wie lange du es testen möchtest. Für ein Einsteiger-Bike reichen ein paar Runden um den Block, um das Gefühl für das Bike zu bekommen und einzuschätzen, ob Größe und Geometrie für dich angenehm ist.

Wenn du aber zwei Monatsgehälter in dein Bike investieren möchtest, solltest du versuchen, dass Bike mal für einen ganzen Tag oder das Wochenende auszuleihen.

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