Geschwindigkeitsunterschied: Rennrad vs. Mountainbike

Hast du dich jemals gefragt, wie viel schneller ein Rennrad im Vergleich zu einem Mountainbike ist? Ein Rennrad ist auf glatten, asphaltierten Straßen mit der gleichen Leistungsausgabe 10 bis 30% schneller als ein Mountainbike und im Durchschnitt 15% schneller.

Faktoren, die die Geschwindigkeit beeinflussen

Verschiedene Faktoren tragen zu diesem Geschwindigkeitsunterschied bei.

Fahrposition und Aerodynamik

Der größte bestimmende Faktor für die Geschwindigkeit über 8 km/h ist die Fahrposition. Das Radfahren in einer aufrechten Haltung, wie man es auf einem Mountainbike tun würde, kann doppelt so langsam sein, wie wenn man sich herunterbeugt und in den Drops fährt. Die Rahmengeometrie beeinflusst die Leistung des Gesamtgerätes insofern, als einerseits die Geometrie eine optimale Kraftübertragung des menschlichen Motors ermöglichen soll und andererseits durch eine möglichst aerodynamische Position wenig Luftwiderstand verursachen soll. Letzteres ist vorallem eine Folge der Höhendifferenz zwischen Lenker und Sattel (Sattelüberstand). Hier braucht sich ein MTB von einem Rennrad nicht viel zu schenken!

Rollwiderstand

Die Interaktion zwischen dem Reifen und dem Gelände ist bekannt als Rollwiderstand. Beim Rollwiderstand geht es primär darum, welchen Widerstand (Watt) das Walken der Reifen verursacht. Dieses ist bei gleichem Druck primär von der Karkassenkonstruktion abhängig und nicht von der Reifenbreite oder dem Reifenprofil. Ein geringerer Druck erhöht den Kontakt mit dem Boden und macht das Pedalieren schwerer (langsamer). Rennradreifen können durch ihr geringeres Volumen mit grösserem Luftdruck aufgepumpt werden und haben daher einen geringeren Rollwiderstand. Bei gleichem Luftdruck hat der voluminösere Reifen den geringeren Rollwiderstand, da er weniger walkt. Das gilt auch bei grösseren Rädern, wie es regelmässig bei Rennrädern der Fall ist.

Zum Rollwiderstand kann man auch die aerodynamischen Effekte am drehenden Rad hinzu zählen. Einerseits ist das der Stirnwiderstand, welcher bei dicken MTB-Reifen naturgemäss grösser als bei dünnen Rennradreifen ist. Bei gewöhnlichen Kastenfelgen, welche sowohl bei Rennrädern als auch MTB verwendet werden, können wohl keine aerodynamische Effekte für oder gegen eine Fahrradart ausgemacht werden. Dagegen fallen die Luftwiderstände an den Speichen bei einem 26" Rad geringer aus, als bei einem 28" Rennrad, da beim grösseren Rad eine grössere Winkelgeschwindigkeit der Speichen auch einen höheren Luftwiderstand an den Speichen zur Folge hat. Daher machen dort Flachspeichen auch wesentlich mehr Sinn als beim MTB.

Gewicht

Das Gesamtgewicht von Rad und Reiter spielen beim beschleunigungslosen Rollen in der Ebene nur eine untergeordnete Rolle. Prozentual spielt es in der Ebene (ohne Beschleunigung) daher eine vernachlässigbare Rolle, ob das Gesamtgewicht 77 kg (65 kg Reiter und 12 kg MTB) oder 73 kg (65 kg Reiter und 8 kg Rennrad) ist. Für jeden Gewinn oder Verlust von etwa 5,5 Kilogramm gibt es eine Geschwindigkeitsdifferenz von etwa 1,6 km/h. Beim Bergfahren dagegen spielt jedes Kilogramm weniger natürlich eine grosse Rolle.

Rahmengeometrie und Kraftübertragung

Renn- und Mountainbikes haben stark unterschiedliche Rahmengeometrien, die sowohl die Aerodynamik als auch die Pedaleffizienz beeinflussen. Mountainbikes sind so konzipiert, dass sie robust sind und gleichzeitig Bodenfreiheit und Kontrolle maximieren. Die meisten Mountainbikes, insbesondere Trailbikes, sind für das Klettern und Offroad-Fahren ausgelegt, weshalb sie große Gänge fehlen. Rennräder sind mit einer breiteren Palette von Gangkombinationen ausgelegt. Subjektive oder pauschale Meinungen sind ja ganz nett, aber Aussagen, wie "dass das Rennrad durch die Geometrie eine bessere Kraftübertragung hergibt und man meistens grössere Übersetzungen hat. Das "direktere Ansprechen" des Rennrades auf "Krafteinsatz" folgt primär aufgrund des grösseren Übersetzungsverhältnisses zwischen Kettenrad und Ritzel: eine kleine Winkeländerung des Kettenrades bewirkt eine grosse Winkeländerung des Ritzels.

Durchschnittsgeschwindigkeiten

Es kommt auf die Anzahl der Kilometer an, aber ein Untrainerter fährt normalerweise im Durchschnitt so zwischen 15 und 22 km/h. Auf dem E-Bike oder Pedelec sind das natürlich als Untrainierter im Durchschnit mehr: Dort fährt man mit dem Rad zwischen 20 und 25 km/h. E-Bikes sind in Europa auf 25 km/h gedrosselt. Mit einem Rennrad fährt man auch als Untrainierter seine Minimum 20-30 km/h in der Ebene (Durcschnittsgeschwindigkeit). Ein Gravelrad ist etwas schwerer und dazu fährt man vielleicht auf Schotter etwas langsamer.

Fahrradtyp Geschwindigkeit (Untrainiert)
Trekkingrad 15-22 km/h
E-Bike/Pedelec 20-25 km/h
Rennrad 20-30 km/h

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