Die Frage, welches Fahrrad am besten zu Ihnen passt, ist nicht einfach zu beantworten. Im Fachhandel gibt es eine große Auswahl an Fahrradgrößen und -typen. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, die optimale Wahl zu treffen und die richtige Fahrradgröße zu ermitteln.
Die wichtigsten Informationen im Überblick
In diesem Ratgeber erfahren Sie:
- Welche Arten von Fahrrädern es gibt
- Wie Sie Ihre ideale Fahrradgröße bestimmen können
- Wie Sie herausfinden, welches Fahrrad wirklich zu Ihnen passt
Beliebte Fahrradtypen und ihr Einsatzbereich
Bevor Sie sich für ein Fahrrad entscheiden, sollten Sie überlegen, wo Sie hauptsächlich damit fahren werden. Je nach Einsatzbereich kommen unterschiedliche Fahrradtypen in Frage. Beliebte Modelle sind beispielsweise Citybikes, Mountainbikes, Trekkingräder, Crossbikes und Rennräder.
Die Unterschiede in der Ausstattung dieser Fahrräder sind deutlich. Überlegen Sie sich daher frühzeitig, wo und wie Sie Ihr Fahrrad nutzen möchten, um die passende Fahrradgröße und den richtigen Typ auszuwählen.
Alle Modelle bieten spezifische Vor- und Nachteile, die im Folgenden erläutert werden.
Citybike
Ein Citybike ist ideal für befestigte Wege und kurze Strecken, insbesondere für Alltagstätigkeiten wie den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder eine gemütliche Radrunde durch den Park.
Citybikes verfügen meist über eine Ausstattung gemäß der StVZO, eine 3- oder 7-Gang-Schaltung und eine Rücktrittbremse. Sie besitzen flexible Federungssysteme und überzeugende Bremsen. Für längere Touren ist der Sattel möglicherweise nicht so bequem, kann aber ausgetauscht werden.
Mountainbike
Beachten Sie, dass ein Mountainbike in der Regel nicht gemäß der StVZO ausgestattet ist, was die Nutzung im Alltag problematisch machen kann. Viele schwören auf das Mountainbike, da es Offroad mehr Komfort bzw. Sicherheit bringt und bei vielen ein cooleres Image besitzt. Wer aber mehr auf der Straße unterwegs ist oder längere Touren mit dem Fahrrad plant, sollte sich eher für das Trekkingbike entscheiden, da es durch die meist schmaleren und weniger profilierten Reifen wesentlich besser rollt.
Ein MTB hat stärkere Stoßdämpfer und breitere Reifen. Es ist für Gelände gebaut. Ein Citybike hat dünnere Reifen und schwächere Stoßdämpfer. Es ist für Stadt und Überland auf Straße und Feldwegen gemacht.
Trekkingrad
Das Trekkingrad ist besonders für längere Fahrrad-Touren konzipiert, bei denen Sie mehrere Tage oder Wochen unterwegs sind. Bikepacking, Alpenüberquerungen und vieles mehr sind mit dem Trekkingrad möglich. Durch seine breiten Reifen lassen sich auch leichte Geländepassagen abseits von Asphaltstraßen bewältigen.
Anders als ein Mountainbike ist es aber nicht für schwieriges Gelände geeignet. Die oft fehlende Federung stellt einen Grund dafür dar, ebenso wie die schwächeren Bremssysteme. Das Trekkingrad ist ein Allrounder. Es muss alles können, vom Einkauf über die Fahrt zur Arbeit und die Wochenendtour.
Crossbike
Im Gegensatz dazu ist das Crossbike als einer der beiden Fahrradtypen für gemütliche längere Touren eine ideale Wahl. Der geringere Rollwiderstand ist hierbei besonders praktisch, und so fährt sich das Crossbike ideal sowohl auf Landstraßen als auch im Wald. Ein Crossrad ist in der Regel ein abgespecktes Trekkingrad.
Rennrad
Ein Rennrad ist insbesondere für alle gedacht, die das Fahrradfahren als Sport betreiben möchten. Durch sein geringes Gewicht und seine Bauweise können Sie mit dem Rennrad hohe Geschwindigkeiten erreichen und lange Tagestouren bis 200 Kilometern absolvieren.
Die Fahrradgröße mit der Körpergröße errechnen
Messen Sie Ihre Körpergröße von Kopf bis Fuß und wählen Sie anschließend die passende Fahrradgröße, die sich auf den Rahmen bezieht. Beachten Sie, dass die vorgestellten Fahrradgrößen für erwachsene Personen gelten.
Hier ist eine Tabelle zur Orientierung:
| Körpergröße | Empfohlene Rahmengröße |
|---|---|
| 150 - 160 cm | 33 - 38 cm |
| 160 - 170 cm | 38 - 43 cm |
| 170 - 180 cm | 43 - 48 cm |
| Über 190 cm | Ab 58 cm |
Pro zehn Zentimeter Körpergröße vergrößert sich der Rahmen um bis zu fünf Zentimeter. Personen über 190 cm sollten also auf einen Rahmen ab 58 cm zurückgreifen. Darüber hinaus können Sie die ideale Fahrradgröße auch anhand Ihrer Schrittlänge berechnen.
Die ideale Fahrradgröße mithilfe Ihrer Schrittlänge errechnen
Um die optimale Fahrradgröße zu finden, können Sie Ihre Körpergröße rechnerisch an den Rahmen anpassen und mithilfe Ihrer Schrittlänge errechnen. Ziehen Sie hierfür zunächst Ihre Schuhe und Hose aus. Stellen Sie Ihre Füße anschließend schulterbreit auf den Boden. Vom Fußboden bis zu Ihrem Schritt messen Sie nun die Höhe mit einem Maßband.
Dann müssen Sie die spezifischen Daten Ihrer gewünschten Fahrradtypen hinzuziehen. Multiplizieren Sie Ihre Schritthöhe beim Cityrad mit dem Faktor 0,66, um die optimale Fahrradgröße zu finden. Beim Mountainbike ist der Faktor 0,571 (Fully) bzw. 0,574 (Hardtail) gefragt. Im Gegensatz dazu multiplizieren Sie die Schritthöhe beim Rennrad mit 0,665.
Ein Beispiel: Ihre Schritthöhe misst 60 cm. Diese multiplizieren Sie mit 0,66, da Sie ein Cityrad kaufen möchten. Als ideale Rahmengröße ergeben sich aufgrund Ihrer Berechnung 39,6 cm.
Hier sind die verschiedenen Faktoren zum Multiplizieren:
| Fahrrad-Art | Faktor |
|---|---|
| Citybike | 0,66 |
| Mountainbike | 0,571 (Fully); 0,574 (Hardtail) |
| Trekkingrad | 0,66 |
| Crossbike | 0,66 |
| Rennrad | 0,665 |
So finden Sie das passende Fahrrad
Die Suche nach einem perfekt passenden Fahrrad ist nicht leicht. Schließlich spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, wie die passende Größe und die optische Erscheinung. Zudem muss Ihr Rad zu Ihrer gewünschten Nutzung passen.
Planen Sie längere Ausflüge durch die Stadt, sind Mountainbikes und Rennräder nicht die optimale Wahl. Im Gegensatz dazu werden Sie mit einem Citybike oder mit einem Crossbike auf unwegsamen Terrain wenig Freude haben.
Um wirklich herauszufinden, welches Fahrrad zu Ihnen passt, sollten Sie sich zunächst überlegen, wo Ihr Rad Sie hin begleiten soll. Anschließend können Sie die passende Fahrradgröße wie in diesem Ratgeber erklärt ausrechnen.
Mountainbike oder Citybike? - Gegenüberstellung beider Bikes
Das Citybike punktet mit einer entspannten und aufrechten Sitzposition, kompletter StVZO Ausstattung und uneingeschränkter Alltagstauglichkeit bei geringem Wartungsaufwand. Der Schwerpunkt liegt auf gut ausgebauten Radstrecken und festen Untergründen.
Das Mountainbike fährt da weiter, wo andere Bikes nicht mehr durchkommen und hat seine Stärken abseits befestigter Wege. Als reines Sportgerät eignet es sich für Trainingsfahrten im Gelände und ist ab einer gewissen Qualitätsstufe sogar wettkampftauglich. Komfort oder gar eine StVZO Ausstattung spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.
In der Übersicht können Sie die Gewichtung der einzelnen Kategorien beider Bikes gut erkennen:
| Kategorie | Mountainbike | Citybike |
|---|---|---|
| Alltag | ++++ | |
| Freizeit | ++++++ | |
| Komfort | ++++ | |
| Schnelligkeit | +++ | |
| Gewicht | +++ | |
| Ausstattung | ++++ | |
| Training | +++ | |
| Wettkampf | +++ |
Nutzen Sie Ihr Rad hauptsächlich um kleine Einkäufe zu erledigen oder bei jedem Wetter an ein Ziel in Ihrer Stadt zu kommen, sind Sie mit einem Citybike bestens beraten. Mit zunehmendem Preis sollten Sie hier mehr Wert auf standfeste Bremsen und eine helle Beleuchtung legen.
Wenn Sie Radwege nur dazu nutzen, um so schnell wie möglich ins Gelände zu kommen und Sie größtenteils sportlich und offroad unterwegs sind, werden Sie mit einem Mountainbike garantiert glücklich. Die gelegentlichen Erledigungsfahrten in die Stadt nimmt es klaglos hin, auch wenn es nicht so komfortabel wie auf einem Citybike zugeht. Mit Akkuleuchten und Steckschutzblechen lässt sich das Mountainbike zudem einfach und günstig alltagstauglich aufrüsten.
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