Vision ist ein bekannter Hersteller von Laufrädern, der sowohl im Profisport als auch im Aftermarket vertreten ist. Besonders bekannt ist die Marke durch die Ausstattung des EF Education-EasyPost-Worldtour-Teams. Die Laufräder von Vision decken ein breites Spektrum ab, von Aero-Modellen bis hin zu Gravel-spezifischen Varianten.
Vision Team Aero Gravel I23: Solider Gravel-Radsatz zum attraktiven Preis
Ein rundum solider Gravel-Radsatz mit attraktivem Preis kommt von Vision: Der Team Aero Gravel I23 kostet 379 Euro, wobei er im Versandhandel noch einmal günstiger gehandelt wird. Die 30 mm tiefen Semi-Aero-Felgen mit 23 mm Maulweite sind rundum Gravel-tauglich und nehmen auch moderne Rennreifen auf.
In klassischer Manier werden gekröpfte Speichen in die Nabenflansche eingefädelt, wobei das Speichenmuster nicht ganz gewöhnlich ist: Hinten links und vorne rechts kommen jeweils acht Radialspeichen zum Einsatz; auf der jeweils anderen Laufradseite je 16 zweifach gekreuzte Speichen. Am Vorderrad sorgt der höhere Flansch links für eine gleichmäßige Speichenneigung und damit -spannung. Trotz des Beinamens „Aero“ kommen bei diesem Radsatz Rundspeichen zum Einsatz, die natürlich nicht wirklich „aero“ sind; trösten kann man sich damit, dass dies bei typischen Gravel-Geschwindigkeiten keine große Rolle spielt.
Sollte einmal eine Speiche ausgetauscht werden müssen, ist es ein Leichtes, Ersatz zu finden; außerdem muss die Rundspeiche beim Spannungsaufbau nicht festgehalten werden, da es ja kein aerodynamisches Problem darstellt, wenn sie sich verdreht. Zum Einbau neuer Speichen muss jedoch die Kassette abgebaut werden und unter Umständen auch die Bremsscheibe - dies ist bei Touren mit Gepäck zu bedenken.
In der Praxis geben sich die Vision unauffällig - sie sind steif genug, dabei bei Beschleunigung und Handling nicht allzu träge. Das Gewicht von 1.930 Gramm mit Tubeless-Band stört nicht. Der günstige Vision wirkt vertrauenerweckend solide und ist an stark geforderten Gravelbikes und beim Bikepacking in seinem Element.
Vision Team Aero Gravel i23 im Detail:
- Preis: 379 Euro (im Handel günstiger)
- Felgen: 30 mm tiefe Semi-Aero-Felgen
- Maulweite: 23 mm
- Speichen: Gekröpfte Rundspeichen, spezielles Speichenmuster
- Gewicht: 1.930 Gramm (mit Tubeless-Band)
Vision Metron 60 SL: Aero-Laufräder für Profis
Vision schickt mit dem Metron 60 SL ein Laufrad mit Aero-Ambitionen in unseren großen Laufrad-Vergleichstest. Mit Vision eigenen Naben und einem ausgeglichenen Fahrverhalten verstecken die Metron SL keine Racing-Ambitionen. Mit 60 mm tiefen Felgen und auch allen anderen Komponenten aus einem Haus kontrolliert Vision jedes Detail an den schnellen Laufrädern.
Beim Vision Metron 60 SL steht alles unter dem Motto „Aero is everything”. Mit 1.614 g liegen die Laufräder knapp 200 g über dem Schnitt, und mit über 100 g Abstand weit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Mit 2.209 € liegen die Vision-Laufräder aber auch am unteren Ende der Preisspanne und sind knapp das „günstigste” Laufrad im Test.
Die 60 mm tiefen Felgen sind mit 21 mm Maulweite und 32,5 mm Felgenbreite perfekt auf moderne Road-Reifen abgestimmt. Die Hooked-Flanken sorgen zudem für extra Sicherheit und freie Wahl bei Reifen und Druck. Vision geht mit einem eigenen Freilaufsystem nach dem Ratchet-Gedanken einen eigenen Weg. Die Vision Metron SL sind mit den HUNT SUB50 die lautesten Räder im Test.
Das Fahrverhalten der Vision Metron 60 SL ist ganz vom Aero-Gedanken geprägt und klar für Racing auf Profi-Level ausgelegt. Die Laufräder wurden mit langen und schwierigen Etappen im Kopf entwickelt. Nicht kompromisslos steif, wie etwa die Räder von HUNT oder CADEX, spenden die Vision genug Compliance, um auch nach 200 km noch frisch zu sein. Dabei sind sie aber keinesfalls so weich wie die Roval Rapide, sondern bilden ein aktives und schnelles Laufrad, das auch im Sprint richtig gut nach vorne geht und die Geschwindigkeit hält.
Einmal auf Geschwindigkeit gebracht, laufen die Laufräder unglaublich effizient und smooth. Perfekt für lange Geraden oder den Ortsschildsprint. Insgesamt wirkt sich das leider negativ auf die Performance am Berg aus. Können Laufräder mit 60 mm tiefen Felgen langsam sein? Vielleicht, aber die Vision Metron 60 SL sind es auf jeden Fall nicht.
Im Windkanal sind die Vision klar Teil der Ausreißer-Gruppe um Syncros, Roval und Reserve. Zwar sind sie minimal langsamer, etwa ein halbes Watt im Vergleich zu den Roval Rapide CLX II, doch damit belegen die Vision noch immer souverän den vierten Platz. Interessant auch die Priorisierung der Yaw-Angle, wohingegen Reserve und Roval vor allem bei höheren Winkeln richtig gut funktionieren, überzeugen die Metron im unteren Bereich bis etwa 12,5°.
Mit dem Metron 60 SL bietet Vision ein äußerst souveränes Laufrad mit fast durchweg sehr guter Performance. Als ausgeglichener Racer können die Laufräder in einer Vielzahl von Situationen performen und das zu einem vergleichsweise geringen Preis. Auch im Windkanal bestätigt sich die sehr gute Auslegung mit klarem Fokus auf geringere Gierwinkel. Lediglich am Berg bringt das recht hohe Gewicht Nachteile zu der leichteren Konkurrenz.
Vision SC45 und SC60: Neue Carbon-Disc-Laufräder
Mit den SC 45 und SC 60 Disc präsentierte der Komponentenhersteller Vision zu Beginn des Jahres zwei neue Disc-Carbon-Laufräder. Die Ziffern 45 beziehungsweise 60 stehen je für die Felgenhöhe. Wir testeten das Modell SC 60 Disc über mehrere hundert Trainingskilometer auf verschiedenen Rennrädern und bei bergigen Rennrad-Rennen wie dem Rad Race 120. Wir fuhren im Testzeitraum 26 Millimeter breite Vittoria-Corsa-Next-Reifen mit rund sechs bis sieben Bar Luftdruck.
Mit 1690 Gramm Satzgewicht liegen die SC60, in der Relation zu ihrer Felgenhöhe, voll im „grünen Bereich“. Punkten kann der Laufradsatz zudem stark mit seinen aerodynamischen Eigenschaften. In schnellen Abfahrten machten sich die hohe Laufruhe und die für einen Aero-Laufradsatz niedrige Seitenwindempfindlichkeit bemerkbar. Vorne sind 21, hinten 24 Aero-Speichen verbaut. Am Hinterrad sind sie auf der Antriebsseite zweifach gekreuzt, um die auftretenden Kräfte besser zu verteilen. Die Kraftübertragung und die Beschleunigung fielen im Testverlauf sehr direkt aus. Vision verzichtet zugunsten der Robustheit auf eine Möglichkeit zur Einstellung der Lager-Vorspannung - zudem verbaut man wartungsfreundliche Press-Fit-Endkappen.
Die SC45 und SC60 sollen die Top-Qualität und Lösungen der teureren Metron-Modellfamilie bieten, allerdings zum kleineren Preis - ab 1249 Euro.
Vision SC45 und SC60 - Kurz und knapp:
- Neue Carbon-Disclaufräder von Vision
- Zwei Modelle: SC 45 und SC60
- Felgenhöhe 45 bzw. 60 mm, Maulweite 21 mm
- Gewichte: 1590 bzw. 1690 g pro Paar
- Preise: 1249 bzw. 1349 Euro
Neben den SC-Modellen bietet Vision auch Carbon-Disclaufräder der Metron-Produktfamilie an - die Pendants mit 45- und 60-mm-Felgen kosten 900 Euro mehr als die neuen SC45 und SC60.
Wie der Name nahelegt, sind die Felgen (mit klassischen Haken) 45 bzw. 60 Millimeter hoch, die Maulweite beträgt 21 Millimeter, die Außenweite 31,1 Millimeter. Damit sind die Laufräder laut Vision optimal geeignet für eine Reifenbreite von 28 bis 32 Millimeter. Die Maulweite der neuen SC45- und SC60-Laufräder beträgt 21 Millimeter, die Felgen sind natürlich tubeless-kompatibel.
Aufgebaut sind die Laufräder mit je 24 Messerspeichen aus Stahl, die im 2:1-Muster die Straight-Pull-Naben mit den Felgen verbinden. Der Freilauf verfügt über ein verändertes Klinkensystem, das in Kombination mit neuen Press-Fit-Endkappen die Haltbarkeit und Nutzerfreundlichkeit verbessern soll. Die Naben sind für Straight-Pull-Speichen vorgesehen, vorne und hinten sind je 24 Messerspeichen im 2:1-Muster eingespeicht.
Die Felgen sind natürlich tubelessready, die Bremsscheiben werden per Centerlock-Standard befestigt. Als Gewicht nennt Vision 1590 Gramm für das Set aus Vorder- und Hinterrad beim SC45 und 1690 Gramm beim SC60.
Interessant: Gegenüber den Vorgängern, deren Felgen 40 bzw. 55 Millimeter hoch waren, sollen die neuen Modelle deutlich aerodynamischer und gleichzeitig trotz größerer Felgenhöhe fahrstabiler geworden sein. Möglich sein soll dies aufgrund der größeren Felgenbreite. In Zahlen ausgedrückt sei der SC45 acht Prozent schneller und 21 Prozent fahrstabiler als der Vorgänger SC40, so Vision. Der SC60 will vier Prozent schneller und 15 Prozent fahrstabiler geworden sein.
Erstaunlich: Als Zielgruppe nennt Vision ambitionierte Athleten, die die SC45 bzw. SC60 als Trainingslaufräder nutzen, oder Neueinsteiger, die ihr erstes Rennrad upgraden möchten - eine bemerkenswerte Einordnung für Produkte deutlich jenseits der 1000-Euro-Schallmauer. Dahinter steht aber vermutlich der Wunsch, den deutlich teureren Laufradmodellen der Metron-Familie keine hausinterne Konkurrenz zu machen...
Vision Metron RS: Vollcarbon-Laufräder für ambitionierte Fahrer
Vision präsentiert mit den Metron RS erstmals Vollcarbon-Laufräder. Im Vergleich zu den bekannten SL-Modellen verspricht der US-Zubehörspezialist eine bessere Aerodynamik und ein geringeres Gewicht. Der Satz ist in zwei unterschiedlichen Felgenhöhen erhältlich und richtet sich mit Preisen über 3000 Euro an ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer.
Laut Vision sind die neuen Laufräder aerodynamisch effizienter als die Modelle der Metron SL-Serie. Der flachere Metron 45 RS soll um neun Prozent schneller sein, der Metron 60 RS spart laut Herstellerangaben sechs Prozent. Die verbesserte Aerodynamik sei vor allem auf die breitere Felgeninnenweite von 23 Millimetern und die Carbonspeichen zurückzuführen. Die Carbonfelgen sind für den Einsatz mit 28-Millimeter-Reifen optimiert.
Vision Metron RS: Die wichtigsten Fakten| Eigenschaft | Metron 45 RS | Metron 60 RS |
|---|---|---|
| Gewicht | 1460 Gramm | 1520 Gramm |
| Material Felge | Carbon | |
| Material Speichen | Carbon | |
| Felgenhöhen | 45 mm | 60 mm |
| Felgeninnenweite | 23 mm | |
| Naben | Vision PRS (Power Ratchet System) | |
| Empfohlene Reifenbreite | ab 28 mm | |
| Tubeless-ready | ja | |
| Preise | 3109 Euro | 3179 Euro |
Ein weiterer Effekt der aerodynamisch optimierten Carbonspeichen ist ein geringeres Gewicht. Im Vergleich zu konventionellen Speichen aus Stahl sollen sich knapp 110 Gramm einsparen lassen, so Vision. Insgesamt wiegt der flachere Satz 1460 Gramm, die Version mit höheren Felgen bringt es auf 1520 Gramm. Die Naben-Technologie übernehmen beide Modelle von der SL-Serie, die zuletzt um eine weitere Variante erweitert wurde. Das sogenannte Power Ratchet System (PRS) mit Keramiklager verfügt über 72 Einrastpunkte und soll für eine schnellere Kraftübertragung sorgen. Der Freilaufkörper sei durch eine spezielle Fräsung leichter geworden.
Im Windkanal erprobt: Im Vergleich zur SL-Serie sollen die neuen RS-Modelle bis zu neun Prozent schneller sein. Vision testete die Aerodynamik im LSWT in San Diego.
Die voluminösen Carbonfelgen mit einem Außenmaß von 31 bzw. 33 Millimetern (Metron 45 RS, Metron 60 RS) bieten eine Centerlock-Aufnahme für die Bremsscheiben und sind tubeless-ready. Die Laufräder werden laut Vision komplett von Hand aufgebaut. Die Speichenlöcher in der Felge werden nicht gebohrt, sondern während des Laminierungsprozesses geformt. Dies soll die Festigkeit und Haltbarkeit erhöhen.
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