Vision Laufräder im Test: Ein umfassender Überblick

Vision ist ein bekannter Komponentenhersteller, der eine breite Palette an Laufrädern für unterschiedliche Einsatzbereiche anbietet. Von aerodynamischen Carbon-Laufrädern für Rennräder bis hin zu robusten Aluminium-Laufrädern für Gravelbikes - Vision hat für jeden Bedarf das passende Produkt. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf verschiedene Vision Laufräder, die in unterschiedlichen Tests untersucht wurden.

Vision SC 45 und SC 60 Disc: Aerodynamik und Leistung

Zu Beginn des Jahres präsentierte Vision mit den SC 45 und SC 60 Disc zwei neue Disc-Carbon-Laufräder. Die Ziffern 45 beziehungsweise 60 stehen jeweils für die Felgenhöhe. Mit 1690 Gramm Satzgewicht liegen die SC60, in Relation zu ihrer Felgenhöhe, voll im „grünen Bereich“.

Im Testzeitraum fuhren wir 26 Millimeter breite Vittoria-Corsa-Next-Reifen mit rund sechs bis sieben Bar Luftdruck. Die Kraftübertragung und die Beschleunigung fielen im Testverlauf sehr direkt aus. Vorne sind 21, hinten 24 Aero-Speichen verbaut. Am Hinterrad sind sie auf der Antriebsseite zweifach gekreuzt, um die auftretenden Kräfte besser zu verteilen. Punkten kann der Laufradsatz zudem stark mit seinen aerodynamischen Eigenschaften.

In schnellen Abfahrten machten sich die hohe Laufruhe und die für einen Aero-Laufradsatz niedrige Seitenwindempfindlichkeit bemerkbar. Vision verzichtet zugunsten der Robustheit auf eine Möglichkeit zur Einstellung der Lager-Vorspannung - zudem verbaut man wartungsfreundliche Press-Fit-Endkappen.

Vision SC45 und Vision SC60: Die Details

  • Neue Carbon-Disclaufräder von Vision
  • Zwei Modelle: SC 45 und SC60
  • Felgenhöhe 45 bzw. 60 mm, Maulweite 21 mm
  • Gewichte: 1590 bzw. 1690 g pro Paar
  • Preise: 1249 bzw. 1349 Euro

Neben den SC-Modellen bietet Vision auch Carbon-Disclaufräder der Metron-Produktfamilie an - die Pendants mit 45- und 60-mm-Felgen kosten 900 Euro mehr als die neuen SC45 und SC60.

Wie der Name schon sagt, sind die Felgen (mit klassischen Haken) 45 bzw. 60 Millimeter hoch, die Maulweite beträgt 21 Millimeter, die Außenweite 31,1 Millimeter. Damit sind die Laufräder laut Vision optimal geeignet für eine Reifenbreite von 28 bis 32 Millimeter.

Die Maulweite der neuen SC45- und SC60-Laufräder beträgt 21 Millimeter, die Felgen sind natürlich tubeless-kompatibel. Aufgebaut sind die Laufräder mit je 24 Messerspeichen aus Stahl, die im 2:1-Muster die Straight-Pull-Naben mit den Felgen verbinden. Der Freilauf verfügt über ein verändertes Klinkensystem, das in Kombination mit neuen Press-Fit-Endkappen die Haltbarkeit und Nutzerfreundlichkeit verbessern soll.

Die Naben sind für Straight-Pull-Speichen vorgesehen, vorne und hinten sind je 24 Messerspeichen im 2:1-Muster eingespeicht. Die Felgen sind natürlich tubelessready, die Bremsscheiben werden per Centerlock-Standard befestigt. Als Gewicht nennt Vision 1590 Gramm für das Set aus Vorder- und Hinterrad beim SC45 und 1690 Gramm beim SC60.

Gegenüber den Vorgängern, deren Felgen 40 bzw. 55 Millimeter hoch waren, sollen die neuen Modelle deutlich aerodynamischer und gleichzeitig trotz größerer Felgenhöhe fahrstabiler geworden sein. In Zahlen ausgedrückt sei der SC45 acht Prozent schneller und 21 Prozent fahrstabiler als der Vorgänger SC40, so Vision. Der SC60 will vier Prozent schneller und 15 Prozent fahrstabiler geworden sein.

Als Zielgruppe nennt Vision ambitionierte Athleten, die die SC45 bzw. SC60 als Trainingslaufräder nutzen, oder Neueinsteiger, die ihr erstes Rennrad upgraden möchten.

Vision Team Aero Gravel I23: Solide Leistung für Gravel-Abenteuer

Ein rundum solider Gravel-Radsatz mit attraktivem Preis kommt von Vision. Der Team Aero Gravel I23 kostet 379 Euro, wobei er im Versandhandel noch einmal günstiger gehandelt wird. Wer das genauso sieht, eher auf Solidität Wert legt statt auf Luxus und sich nicht von jedem Leichtbau-Versprechen rumkriegen lässt - und außerdem gerade auf der Suche nach einem Laufradsatz ist -, der (bzw. die) sollte sich anschauen, was Vision auf Lager hat.

Aufgebaut ist der Radsatz mit 30 mm tiefen Semi-Aero-Felgen, die mit 23 mm Maulweite rundum Gravel-tauglich sind, dabei aber auch moderne Rennreifen aufnehmen. In klassischer Manier werden gekröpfte Speichen in die Nabenflansche eingefädelt, wobei das Speichenmuster nicht ganz gewöhnlich ist: Hinten links und vorne rechts kommen jeweils acht Radialspeichen zum Einsatz; auf der jeweils anderen Laufradseite je 16 zweifach gekreuzte Speichen. Am Vorderrad sorgt der höhere Flansch links für eine gleichmäßige Speichenneigung und damit -spannung.

Trotz des Beinamens „Aero“ kommen bei diesem Radsatz Rundspeichen zum Einsatz, die natürlich nicht wirklich „aero“ sind; trösten kann man sich damit, dass dies bei typischen Gravel-Geschwindigkeiten keine große Rolle spielt. Sollte einmal eine Speiche ausgetauscht werden müssen, ist es ein Leichtes, Ersatz zu finden; außerdem muss die Rundspeiche beim Spannungsaufbau nicht festgehalten werden, da es ja kein aerodynamisches Problem darstellt, wenn sie sich verdreht.

Zum Einbau neuer Speichen muss jedoch die Kassette abgebaut werden und unter Umständen auch die Bremsscheibe - dies ist bei Touren mit Gepäck zu bedenken. In der Praxis geben sich die Vision unauffällig - sie sind steif genug, dabei bei Beschleunigung und Handling nicht allzu träge. Das Gewicht von 1.930 Gramm mit Tubeless-Band stört nicht.

Der günstige Vision wirkt vertrauenerweckend solide und ist an stark geforderten Gravelbikes und beim Bikepacking in seinem Element. Die 30 mm hohe Semi-Aero-Felge ist innen satte 23 mm weit und damit optimal für breite Reifen, und auf die Tubeless-Montage sind sie ebenfalls zugeschnitten. Vision liefert den Alu-Radsatz mit konventionellem Felgenband aus, das natürlich runter muss und 25 mm breitem Schwalbe-Tubelessband weicht.

Ein Augenöffner ist die Montage der 35 mm breiten Schwalbe G-One Allround, mit denen wir die Laufräder fahren wollen: Beide Reifen lassen sich mit geringem Kraftaufwand und ohne Werkzeug über den Felgenrand drücken, und mit der normalen Standpumpe befüllt, dichten sie sofort ab und ploppen gleichmäßig unters Felgenhorn.

Vision baut den Radsatz mit je 24 gekröpften Rundspeichen auf, wobei Antriebsseite hinten und Bremsseite vorne mit je 16 zweifach gekreuzten Speichen aufgebaut werden. An der jeweils anderen Laufradseite finden sich acht Radialspeichen, die mit den Speichenköpfen nach außen montiert werden. All das spricht für einen belastungsgerechten und aerodynamisch günstigen Aufbau, wobei für letzteres flache oder mindestens ovalisierte Speichen besser geeignet werden.

Wichtiger ist, dass sich der Radsatz beim Beschleunigen wie Verzögern mit tadelloser Kraftübertragung gefällt. Der satte Reifensitz macht sich schon der der ersten Kurve bemerkbar - selbst bei einem Druck unter 2,5 bar wirkt der Schwalbe nicht schwammig, und mit typischen 40 mm breiten Gravel-Reifen dürfte es nicht viel anders sein. Am ansonsten mit leichteren Carbon-Laufrädern bestückten Allroad-Renner fallen die Vision-Räder auch nicht durch übermäßige Trägheit auf. Der fahrfertige Radsatz ist mit rund 3,4 Kilo ohnehin nicht allzu schwer, was er unter anderem der eng abgestuften SRAM-Kassette (240 g) zu verdanken hat. Damit diese montiert werden kann, hat Vision den Radsatz mit XDR-Freilauf geliefert.

Perfekter Rundlauf sind bei einem von Hand aufgebauten Radsatz Ehrensache, und dass die weich laufenden Lager auf Dauer dauerhaft gut gedichtet sind, setzen wir einfach mal voraus. Auf der Testrunde hören wir jedenfalls irgendwann auf, über den Radsatz nachzudenken - er ist im besten Sinne unauffällig und könnte auch dauerhaft am Rad bleiben, denn an seiner Performance gibt es wirklich nichts auszusetzen. Zumal er mit 379 Euro ziemlich preiswert ist, und die „Straßenpreise“ liegen noch einmal deutlich darunter.

Vision Metron: Aero-Performance für Profis

Vision schickt mit dem Metron 60 SL ein Laufrad mit Aero-Ambitionen in unseren großen Laufrad-Vergleichstest. Die Profis sind schon seit geraumer Zeit auf den Vision-Laufrädern unterwegs. Mit 60 mm tiefen Felgen und auch allen anderen Komponenten aus einem Haus kontrolliert Vision jedes Detail an den schnellen Laufrädern.

Beim Vision Metron 60 SL steht alles unter dem Motto „Aero is everything”. Auch die 60 mm tiefen Felgen an sich sind mit 21 mm Maulweite und 32,5 mm Felgenbreite perfekt auf moderne Road-Reifen abgestimmt. Mit einem eigenen Freilaufsystem nach dem Ratchet-Gedanken geht Vision einen eigenen Weg.

Das Fahrverhalten der Vision Metron 60 SL ist ganz vom Aero-Gedanken geprägt und klar für Racing auf Profi-Level ausgelegt. Nicht kompromisslos steif, wie etwa die Räder von HUNT oder CADEX, spenden die Vision genug Compliance, um auch nach 200 km noch frisch zu sein. Dabei sind sie aber keinesfalls so weich wie die Roval Rapide, sondern bilden ein aktives und schnelles Laufrad, das auch im Sprint richtig gut nach vorne geht und die Geschwindigkeit hält.

Einmal auf Geschwindigkeit gebracht, laufen die Laufräder unglaublich effizient und smooth. Insgesamt wirkt sich das leider negativ auf die Performance am Berg aus. Gefühlt sind die Räder ganz oben mit dabei, und das sowohl was die Aero Performance als auch den Segeleffekt angeht.

Vision Metron RS: Vollcarbon-Laufräder für höchste Ansprüche

Vision präsentiert mit den Metron RS erstmals Vollcarbon-Laufräder. Im Vergleich zu den bekannten SL-Modellen verspricht der US-Zubehörspezialist eine bessere Aerodynamik und ein geringeres Gewicht. Der Satz ist in zwei unterschiedlichen Felgenhöhen erhältlich und richtet sich mit Preisen über 3000 Euro an ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer.

Laut Vision sind die neuen Laufräder aerodynamisch effizienter als die Modelle der Metron SL-Serie. Die verbesserte Aerodynamik sei vor allem auf die breitere Felgeninnenweite von 23 Millimetern und die Carbonspeichen zurückzuführen. Die Carbonfelgen sind für den Einsatz mit 28-Millimeter-Reifen optimiert.

Ein weiterer Effekt der aerodynamisch optimierten Carbonspeichen ist ein geringeres Gewicht. Im Vergleich zu konventionellen Speichen aus Stahl sollen sich knapp 110 Gramm einsparen lassen, so Vision. Die Naben-Technologie übernehmen beide Modelle von der SL-Serie, die zuletzt um eine weitere Variante erweitert wurde. Das sogenannte Power Ratchet System (PRS) mit Keramiklager verfügt über 72 Einrastpunkte und soll für eine schnellere Kraftübertragung sorgen. Der Freilaufkörper sei durch eine spezielle Fräsung leichter geworden.

Die voluminösen Carbonfelgen mit einem Außenmaß von 31 bzw. 33 Millimetern (Metron 45 RS, Metron 60 RS) bieten eine Centerlock-Aufnahme für die Bremsscheiben und sind tubeless-ready. Die Laufräder werden laut Vision komplett von Hand aufgebaut. Die Speichenlöcher in der Felge werden nicht gebohrt, sondern während des Laminierungsprozesses geformt. Dies soll die Festigkeit und Haltbarkeit erhöhen. Die neue RS-Kollektion führt künftig das Portfolio an.

Vision Metron RS: Die wichtigsten Fakten

Merkmal Metron 45 RS Metron 60 RS
Gewicht 1460 Gramm 1520 Gramm
Material Felge Carbon Carbon
Material Speichen Carbon Carbon
Felgenhöhe 45 mm 60 mm
Felgeninnenweite 23 mm 23 mm
Naben Vision PRS (Power Ratchet System) Vision PRS (Power Ratchet System)
Empfohlene Reifenbreite ab 28 mm ab 28 mm
Tubeless-ready Ja Ja
Preise 3109 Euro 3179 Euro

Weitere Eindrücke und Erfahrungen

  • Die Räder sind gut zum Pendeln geeignet, solide steif und nicht windanfällig.
  • Diese Räder sehen sehr schön aus, solange sie neu sind.
  • Auch in der Lage, eine große Verbesserung zu fühlen, wenn Radfahren auf flachen aufgrund der Aero-Profil.
  • Sie rollen perfekt auf Schotter und Schotterstraßen und haben einen schönen aerodynamischen Vorteil in den 35 mm tiefen Felgen.
  • Der einzige Nachteil, der nicht wirklich einer ist, ist, dass die Farbe auf dem Bremsband schnell verblasst.
  • Ich bin mit der Leichtgängigkeit und der Robustheit zufrieden.
  • Beachten Sie, dass die Felgen sehr steif sind.
  • Die Laufräder sehen super aus und machen einen hochwertigen Eindruck.
  • Räder sind ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis - sehen toll aus auf dem Fahrrad und der Klang der freien Nabe ist großartig.
  • Das Fahrrad fühlt sich viel stabiler, die viel mehr Vertrauen in Kurven und eine viel bessere Fahrt gibt.

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