Auf dem Weg zur Fahrerlaubnis gibt es einige Hindernisse zu überwinden. Dazu gehören neben kognitiven und praktischen Leistungsanforderungen auch die häufig hohen Kosten. Wer eine Fahrerlaubnis erwerben möchte, wählt meistens die Führerscheinklasse B. Laut einer aktuellen Umfrage des ADAC ist der Pkw-Führerschein in den vergangenen zwei Jahren deutlich teurer geworden. Den Pkw-Führerschein zu machen ist in den letzten Jahren teurer geworden.
Kostenfaktoren beim Führerschein
Wie viel ein Führerschein - egal ob für Pkw, Motorrad oder Lkw - kostet, lässt sich nicht pauschal sagen. Wie viel er kostet, lässt sich nicht pauschal sagen, weil sich das Lerntempo der Kandidaten zu sehr unterscheidet. Denn Fahrschulen in Deutschland haben das Recht oder vielmehr Privileg, dass sie ihre Preise selbst festlegen dürfen. Das hat sich in den letzten Jahren zunehmend zum Nachteil der Fahrschüler ausgewirkt. Die Kosten für Führerscheine sind so drastisch gestiegen, dass eine Pkw-Fahrerlaubnis letztlich bis zu 4.400 Euro kosten kann - je nachdem, wie viele Fahrstunden am Ende nötig sind und wo die Führerscheinprüfung abgelegt wird.
Fahrschulen müssen laut Gesetz klare Preise angeben: Das heißt, sie müssen für jede Leistung einen festen Preis nennen und sich auch daran halten. Das bedeutet, dass sie für jeden angebotenen Leistungsbereich einen festen Preis nennen, diesen in den Geschäftsräumen durch Aushang bekannt geben und einhalten müssen. Da sie keiner Gebührenordnung unterliegen, kann jede Fahrschule ihre eigenen Tarife festlegen. Es gibt keine feste Gebührenordnung, das heißt jede Fahrschule kann ihre Tarife selbst bestimmen.
Allerdings gibt es dabei räumliche Einschränkungen, weil das sogenannte Wohnsitzprinzip gilt: Der Führerschein darf grundsätzlich nur am Hauptwohnsitz oder am Ort der schulischen oder beruflichen Ausbildung, des Studiums oder der Arbeitsstelle erworben werden. Einfluss auf die Tarife der Fahrschulen hat auch ihre Ausstattung mit zum Teil teurer Technik wie etwa Fahrsimulatoren. Und aktuell wirken sich zusätzlich die hohen Spritpreise und andere Kostensteigerungen darauf aus. Die Lernenden sollten Angebote mehrerer Fahrschulen vergleichen.
Bestandteile der Kosten für den Pkw-Führerschein (Klasse B)
Die Fahrschulen erheben zunächst einen Grundbetrag, auch Grundgebühr genannt. Sie liegt zwischen 350 und 565 Euro. Die Fahrschulen nehmen eine Grundgebühr, durch die auch die Theoriestunden abgedeckt sind. Damit ist der theoretische Unterricht in zwölf Doppelstunden à 90 Minuten für den Grundstoff plus zwei für den Zusatzstoff abgegolten.
Den größten Kostenblock bilden die Fahrstunden à 45 Minuten, für die je circa 55 bis 77 Euro anzusetzen sind. Der Preis für eine reguläre Fahrstunden à 45 Minuten liegt zwischen 55 und 77 Euro. Die Zahl der normalen Ausbildungsfahrstunden, auch Übungsfahrten genannt, hängt vom individuellen Lernfortschritt ab. Manche schaffen es in zehn, andere brauchen 25 Übungsstunden. Wie viele Übungsstunden Sie brauchen, hängt von Ihnen ab. Dazu kommen für alle zwölf Sonderfahrten. 12 Sonderfahrten sind Pflicht. Diese kosten in der Regel zwischen 60 und 95 Euro, in manchen Regionen auch mehr. Fahrstunden und Sonderfahrten verursachen den Hauptteil der Kosten.
Für das Lernmaterial wie Bücher, Online-Medien und -Zugänge zu Führerschein-Apps und mehr werden 88 bis 119 Euro fällig.
Die Gebühr für die Vorstellung zur theoretischen Prüfung, also die Anmeldung durch die Fahrschule, kostet 60 bis 137, die zur praktischen Prüfung 160 bis 289 Euro. Meistens meldet Sie Ihre Fahrschule bei der zuständigen Behörde für einen Prüfungstermin an und rechnet die jeweiligen Gebühren direkt mit Ihnen ab. Sowohl der Theorie- als auch der Praxisteil laufen über eine externe Prüfstelle wie TÜV oder DEKRA.
Zu den Kosten für die Vorstellung kommen die Gebühren für die theoretische (rund 25 Euro) und die praktische Prüfung (rund 130 Euro) bei TÜV oder DEKRA. Prüfungsgebühren bei TÜV oder DEKRA.
Zusätzlich zu den normalen Ausgaben für den Führerschein kommen die Kosten für den Erste-Hilfe-Kurs hinzu, zu dem Sie verpflichtet sind. Auch die Schulung zu Erste-Hilfe-Maßnahmen findet nicht direkt über die Fahrschule statt. Stattdessen können Sie sich vor Ort an Einrichtungen wenden, wie beispielsweise Johanniter, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser oder ADAC. Der Kurs kostet zum Beispiel beim Roten Kreuz in München ab 60 Euro. Über ADAC gelbhilft kostet er rund 60 Euro, wobei ADAC Mitglieder einen Rabatt erhalten. Nicht erforderlich ist er, wenn der Nachweis schon bei einem früheren Führerscheinverfahren vorgelegt wurde. Der Kurs muss neun Unterrichtseinheiten beinhalten, eine Teilnahmebescheinigung für Sofortmaßnahmen am Unfallort reicht nicht aus.
Den Sehtest lassen Sie von einer amtlich anerkannten Stelle durchführen. Der Sehtest darf höchstens zwei Jahre alt sein und muss von einer amtlich anerkannten Sehteststelle durchgeführt werden. Beim Augenarzt kostet er sechs bis sieben Euro, viele Optiker bieten ihn gratis an. Wenn Sie keinerlei Einschränkungen haben, reicht dafür der Optiker Ihres Vertrauens aus. Wer unter einer Sehschwäche leidet, muss sich eine Bescheinigung vom Augenarzt holen. Ärztliche Untersuchungen zahlt in der Regel Ihre Krankenkasse. Auch ein Sehtest beim Augenarzt oder -optiker ist erforderlich. Der Test darf maximal zwei Jahre alt sein, viele Optiker bieten ihn kostenlos an.
Die Kosten für ein biometrisches Passfoto liegen je nach Anbieter zwischen 8 Euro und 15 Euro. Die Kosten für das erforderliche biometrische Passfoto betragen rund zehn Euro. Die Gebühren der Straßenverkehrsbehörde für den Führerscheinantrag liegen - unterschiedlich nach Bundesland - zwischen rund 38 und 70 Euro. Sobald Sie sich an einer Fahrschule angemeldet haben, kann diese in Ihrem Auftrag einen offiziellen Antrag beim Straßenverkehrsamt stellen.
Kostenbeispiele für den Pkw-Führerschein
Die folgenden zwei Beispiele verdeutlichen, in welchem Rahmen sich die Gesamtkosten für den Ersterwerb eines Pkw-Führerscheins der Klasse B bewegen. Setzt man bei jedem Kostenpunkt den unteren Wert an und schafft eine Kandidatin schon im ersten Anlauf nach 15 Übungsstunden die praktische Prüfung, sind es rund 2500 Euro. Wer durch die theoretische Prüfung fällt, muss damit rechnen, dass die Fahrschule für die Weiterführung der Ausbildung den sogenannten Teilgrundbetrag in Rechnung stellt. Aber nur dann, wenn er im Ausbildungsvertrag festgehalten ist und die Fahrschule ihn auch in ihrer Preisinformation ausgewiesen hat. Auch die oben erwähnten Gebühren für die Vorstellung zur theoretischen und praktischen Prüfung sowie die Prüfungsgebühren bei TÜV oder DEKRA werden bei einer weiteren Prüfung erneut fällig. Wer durch die praktische Prüfung fällt, muss weitere Fahrstunden nehmen. Das kann im Einzelfall sehr teuer werden - es gibt Fahrschulen, die diese sogenannten Nachschulungsstunden mit einem höheren Satz berechnen.
Kosten für den Motorradführerschein
Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland besitzen im Jahr 2024 einen Motorradführerschein. Tendenz steigend. Für die Fahrerlaubnis fallen hohe Kosten an: Infos und eine Beispielrechnung. Den Motorradführerschein gibt es in vier verschiedenen Klassen. Hier finden Sie alle Informationen, welche Bedingungen an die Motorradführerscheinklassen A, A1, A2 und AM geknüpft sind.
Motorradführerschein Klasse A
Wer ein Motorrad fahren und sich dabei keine Gedanken um Kubikzentimeter, Pferdestärken und Höchstgeschwindigkeit machen will, muss mindestens 24 Jahre alt sein und braucht den "großen" Führerschein der Klasse A. Mit dieser Königsklasse der Motorradführerscheine dürfen alle Krafträder und dreirädrigen Kraftfahrzeuge ohne Leistungsbegrenzung gefahren werden. Ohne Leistungsbegrenzung ist die Klasse A erforderlich.
Zwei Wege führen zum Motorradführerschein der Klasse A: zum einen der stufenweise - also erst die leistungsreduzierte Klasse A2 und danach die volle Motorradklasse A - und zum zweiten der direkte Weg.
Die Fahrschulen erheben zunächst einen Grundbetrag, eine Art Anmeldegebühr. Das sind bei den Führerscheinklassen A, A1 und A2 rund 250 bis 690 Euro. Die Vorstellung zur theoretischen Prüfung kostet rund 80 bis 167 Euro, die zur praktischen etwa 195 bis 443 Euro. Sie werden in der Regel über die Fahrschule abgerechnet. Grundsätzlich gilt: Eine oder zwei Fahrstunden mehr sind billiger als sich zum zweiten Mal zu einer Prüfung anzumelden.
Den größten Kostenblock verursachen die Fahrstunden, die genau wie Schulstunden 45 Minuten dauern. Für normale Ausbildungsfahrstunden, auch Übungsfahrten genannt, sind circa 60 bis 102 Euro anzusetzen. Ihre Zahl hängt vom Lernfortschritt des Fahrschülers ab, und dabei beurteilt der Fahrlehrer, ob seine Schülerin oder sein Schüler schon sicher fahren kann. Dazu kommen zwölf Sonderfahrten zu je 66 bis 128 Euro, zusammengesetzt aus fünf Überland-, vier Autobahn- und drei Fahrten in der Dämmerung beziehungsweise bei Nacht. Fahrstunden und Sonderfahrten verursachen den Hauptteil der Kosten.
Übungsmaterialien, Lernsysteme oder Apps sind bei manchen Fahrschulen im Grundbetrag enthalten, andere berechnen ungefähr 50 bis 100 Euro.
Dazu können Kosten kommen, die oft vergessen werden. Motorradschüler müssen bei der Ausbildung und Prüfung nicht nur einen Helm, sondern auch Schutzkleidung tragen. Oft kann man sich Ausrüstung bei der Fahrschule leihen - das kostet und spätestens nach bestandener Prüfung braucht es eigene Schutzkleidung. Hier sind Informationen zu Motorradbekleidung zusammengestellt.
Wer sparen möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden, um den Führerschein innerhalb einer Saison machen zu können. Kommt es zu einer Unterbrechung durch die Winterpause, kostet das Übung und damit auch Geld.
Zu den Kosten für die Vorstellungen zu theoretischer und praktischer Prüfung kommen die Gebühren für die eigentlichen Prüfungen bei TÜV oder Dekra. Sie betragen für den Direkteinstieg in die Klasse A 24,99 Euro für die Theorie und 162,67 Euro für die Praxis.
Bei den Führerscheinstellen der Kommunen sind rund 45 Euro für die Ausstellung oder Erweiterung eines Führerscheins zu zahlen. Dazu kommen die Kosten für ein biometrisches Passfoto ab 10 Euro.
Was kostet ein Motorradführerschein?
Der Verband Innovativer Fahrschulen Deutschland (VIFD) und die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF) beziffern die Kosten für die Klassen A und A2 auf durchschnittlich ca. 2500 Euro. Preise können stark variieren und sind abhängig von der Region, vor allem aber von der Lerngeschwindigkeit der Fahrschülerin oder des Fahrschülers. Die BVF geht von durchschnittlich 13, der VIFD von 10 bis 20 Übungsstunden aus. Außerdem gilt grundsätzlich: Fahrschulen im ländlichen Raum sind günstiger als in Städten und in Süddeutschland teurer als im Norden. Viele der Fahrschulen stellen ihre Preise nur vor Ort oder auf Anfrage zur Verfügung, eine Online-Recherche ist nicht immer möglich. Demnach kostet der Direkteinstieg im Schnitt rund 3000 Euro. In den meisten Fällen aber bewegen sich die Preise zwischen dem Wert der Verbände und dem des ADAC - sprich zwischen 2500 und 3000 Euro. Einige wenige Fahrschulen verlangen teilweise mehr als 4000 Euro und heben den Mittelwert dementsprechend an. Zu diesen Kosten kommen noch ca. 250 Euro, für Prüfungsgebühren, Sehtest und Führerscheinstelle. Für die folgende Beispielrechnung wurden 15 Übungsstunden als Grundlage gewählt, das entspricht dem Mittelwert der Angabe des VIFD. Die Preise stammen von einer Fahrschule in Hessen.
| Kosten | Betrag (Euro) |
|---|---|
| Grundbetrag | 540 |
| Vorstellung zur theoretischen Prüfung | 129 |
| Vorstellung zur praktischen Prüfung | 159 |
| Ausbildungsfahrstunden (15 á 75) | 1125 |
| Sonderfahrten (12 á 85) | 1020 |
| Übungsmaterialien | 59 |
| Gebühren theoretische Prüfung | 25 |
| Gebühren praktische Prüfung | 163 |
| Erste-Hilfe-Kurs | 0 (vorhanden) |
| Sehtest | 0 (beim Optiker) |
| Gebühren für die Ausstellung des Führerscheins | 45 |
| Biometrisches Passfoto | 10 |
| Gesamtkosten | 3275 |
Der Aufstieg von A2 auf A kostet Laut VIFD etwa 500 Euro. In der Regel sind die Motorradfahrenden rountiniert und brauchen nur wenige Übungsstunden, um die Aufstiegs-Prüfung anzutreten. Dabei ist genau zu prüfen, welche Leistungen im Pauschalbetrag enthalten sind und ob die vorgegebene Zahl der Fahrstunden ausreicht. Da die Schüler zum Bestehen der praktischen Prüfung unterschiedlich viele Stunden brauchen, gibt es keine Garantie, dass nach beispielsweise einer Woche beziehungsweise drei Übungsfahrstunden die praktische Prüfung bestanden wird. Daher raten Experten von Ferienfahrschulen ab. Hier lesen Sie, wie Sie die richtige Motorradfahrschule finden.
Klar ist: Die Fahrerlaubnis für das Motorrad ist nicht gerade billig. Wer herausfinden möchte, ob ihm das Motorradfahren Spaß macht, kann beim ADAC ein Schnuppertraining buchen. Ganz ohne Vorkenntnisse oder eigene Ausrüstung, aber mit Hilfe von Fahrsicherheitsexpertinnen und -experten geht es dann auf eine ADAC Trainingsanlage in der Nähe. Auch für Motorradfahrende die ihren Schein schon (länger) haben gibt es reichlich Programm für optimale Fahrtechnik und mehr Sicherheit. Nach einem ADAC Motorrad-Training besteht zudem die Möglichkeit an der Safety League teilzunehmen und mit etwas Glück auf der Nürburgring-Nordschleife zu fahren.
Kosten für unterschiedliche Führerscheinklassen im Überblick (ungefähre Angaben)
| Führerscheinklasse | Erlaubte Fahrzeuge | Kosten (ca.) |
|---|---|---|
| Klasse B | Pkw bis max. 3,5 t, max. 8 Sitzplätze | 2.400-4.400 € |
| Klasse BE | Pkw mit Anhänger über 750 kg (max. 3,5 t) | 500-1.500 € |
| B96 Erweiterung | Pkw mit Anhänger: Gesamtmasse zwischen 3.500 kg und 4.250 kg | 300-500 € |
| Klasse A | Motorräder ohne Leistungsbeschränkung | 1.500-3.500 € |
| Klasse A2 | Motorräder bis 35 kW | 1.200-2.500 € |
| Klasse A1 | Leichtkrafträder bis 125 cm³ | 1.000-2.000 € |
| Klasse AM | Kleinkrafträder bis 50 cm³ | 500-1.200 € |
| Klasse C | Lkw über 3,5 t (ohne Anhänger) | 2.500-5.000 € |
Der Führerschein der Klasse B ist der gängigste Führerschein und ermöglicht dir das Fahren von Pkw bis 3,5 Tonnen. Die Kosten variieren je nach Region und Fahrschule, können allerdings bis 4.400 Euro hochschnellen. Bist du bereits im Besitz einer Führerscheinklasse B, kannst du die B96-Erweiterung für 300 bis 500 Euro ablegen - ohne weitere Prüfung beim TÜV oder der Dekra, sondern nur mit einem ca. Eine theoretische Prüfung ist zwar nicht nötig, allerdings musst du nochmals zur praktischen Prüfung antreten.
Nicht nur der Pkw-Führerschein verschlingt eine Menge Geld - auch die Kosten für Motorradführerscheine sind alles andere als ein Schnapper. Der A2-Führerschein, mit dem du Motorräder bis 35 kW (48 PS) fahren darfst, kostet je nach Fahrschule und Region zwischen 1.200 und 2.500 Euro. Die größten Kostenpunkte sind die Grundgebühr für die Fahrschule (rund 400 bis 600 Euro), Fahrstunden (65 bis 80 Euro pro Einheit) sowie vorgeschriebene Sonderfahrten (12x70 bis 90 Euro).
Wenn du bereits seit mindestens zwei Jahren im Besitz des A1-Führerscheins (Kosten 1.000 bis 2.000 Euro) bist, kannst du durch eine verkürzte Ausbildung auf den A2-Führerschein umsteigen und dabei Kosten sparen. In diesem Fall ist kein zusätzlicher Theorieunterricht erforderlich, und es muss lediglich eine praktische Prüfung absolviert werden. Die Kosten für diesen Aufstieg belaufen sich in der Regel auf 400 bis 500 Euro.
Wer direkt Motorräder ohne Leistungsbeschränkung fahren möchte, benötigt den A-Führerschein. Dieser kann entweder ab 24 Jahren per Direkteinstieg oder nach zwei Jahren A2-Erfahrung durch eine praktische Prüfung erworben werden. Die Kosten für den Motorradführerschein Klasse A liegen je nach Region und Fahrschule zwischen 1.500 und 3.500 Euro.
Was passiert, wenn du durch die Prüfung fällst?
Für viele Fahrschüler ist es eine Horrorvorstellung, durch die Pkw-, Lkw- oder Motorrad-Fahrprüfung zu fallen. Zugegeben, es ist ärgerlich, nicht zu bestehen, aber auch kein Beinbruch. Wichtig ist zu wissen, dass du mindestens 14 Tage warten musst, bevor du die praktische Prüfung erneut ablegen darfst. Anders bei der Theorieprüfung: Hier gibt es keine Wartezeit, sodass du schon direkt am Tag danach wieder teilnehmen kannst.
Der Führerscheineintrag bleibt 12 Monate gültig - erst danach musst du einen neuen Antrag stellen, was zusätzliche Kosten mit sich bringt. Neben den Anmeldegebühren für die theoretische Prüfung (25 Euro) musst du mit weiteren Kosten für die Praxisprüfung rechnen, laut den Dekra-Prüfungsgebühren ab 5.2.2024 zum Beispiel:
- Pkw (Klasse B): 129,83 Euro
- Motorrad (Klassen A, A1, A2): bis zu 162,67 Euro
- Lkw (Klassen C, C1, CE): 195,76 Euro
Zusätzlich zu den Prüfungsgebühren erheben Fahrschulen Vorstellungsgebühren für die Prüfungen, die je nach Fahrschule und Region variieren können.
Warum kostet der Führerschein 2025 so viel - und wie kannst du sparen?
Die steigenden Führerscheinkosten sind vor allem auf höhere Betriebskosten der Fahrschulen zurückzuführen, die direkt an die Fahrschüler weitergegeben werden. Hauptursachen für hohe Kosten von Pkw-, Lkw- und Motorradführerscheinen sind:
- Kraftstoff-Verteuerung durch die CO₂-Steuer
- Gestiegene Fahrzeugpreise, höhere Versicherungs- und Reparaturkosten
- Steigende Prüfungsgebühren von TÜV und Dekra
So kannst du sparen:
- Fahrschulen vergleichen
- Paketangebote nutzen
- Stufenführerschein
- Fahrpraxis sammeln
- Theorie aufbessern
Wie findest du die richtige Fahrschule?
Die Wahl der Fahrschule kann einen erheblichen Einfluss auf die Dauer und die Kosten des Führerscheinerwerbs haben. Neben den Preisen für Fahrstunden spielen auch die Qualität des Unterrichts, die Erfahrung der Fahrlehrer und die allgemeine Organisation der Fahrschule eine Rolle.
Fünf Tipps bei der Suche nach der richtigen Fahrschule:
- Vergleiche die Preise: Setze nicht auf den günstigsten Anbieter - eine gute Ausbildung kann dir Fahrstunden und Prüfungswiederholungen ersparen.
- Nutze Empfehlungen: Lese Online-Bewertungen und Erfahrungsberichte. Persönliche Empfehlungen von Freunden oder Familie sind am wertvollsten.
- Absolviere Probeunterricht: Vereinbare ein Beratungsgespräch, um Fahrlehrer und Lernumfeld kennenzulernen. Erkundige dich bei Fahrschülern nach der Lernumgebung.
- Prüfe die Flexibilität: Frage nach, ob Fahrstunden auch abends oder am Wochenende möglich sind. Eine Fahrschule mit mehreren Fahrlehrern bietet die Möglichkeit zu wechseln, falls die Chemie nicht stimmt.
- Berücksichtige die Erreichbarkeit: Eine Fahrschule in der Nähe erspart dir Zeit und Fahrtkosten.
Kombi-Ausbildung: Auto- und Motorradführerschein zusammen
Zwei Führerscheine in einem Aufwasch: Unsere Kombi-Ausbildung kann so einiges! Du kannst die Ausbildung schon vor dem Erreichen des Mindestalters beginnen und sogar die Prüfungen schon vorher ablegen. Das heißt pünktlich zum Geburtstag hast Du Deinen Motorrad- und den Auto-Führerschein zusammen in der Hand. Klasse, oder? Du kannst verschiedene Motorrad-Klassen mit dem Auto-Führerschein kombinieren, zum Beispiel A1 + Begleitetes Fahren ab 17 oder A2 + B.
Wer den Motorradführerschein gleich zusammen mit dem Autoführerschein macht, kann viel Geld sparen. Werden Auto- und Motorradführerschein im direkten zeitlichen Zusammenhang erworben, ergibt sich daraus grundsätzlich immer eine Kostenersparnis. Der Umfang ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie Alter, bereits vorhandenem Führerschein oder angestrebter Fahrzeugklasse des Motorrads.
Wenn Du also den Autoführerschein zwei Jahre vor dem Motorradführerschein erwerben möchtest, belaufen sich die Gesamtkosten auf 3.744,25 Euro. Der Kombipreis hingegen beträgt in unserem Beispiel lediglich 3.318,36 Euro. In diesem Beispiel sind die Grundgebühren und die Prüfungsgebühren der Fahrschule für alle Klassen gleich. Das Preisgefüge variiert jedoch von Anbieter zu Anbieter. Eine Tendenz ist im direkten Vergleich der Bundesländer erkennbar: die Fahrschulen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind vergleichsweise günstig, während Du in Baden-Württemberg oder Bayern weitaus mehr bezahlst.
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