Ein Drehmomentschlüssel fürs Fahrrad kann Leben retten, wenn man ihn richtig benutzt. Denn ein Bike muss verkehrssicher sein, und dazu gehören auch korrekt angezogene Schraubverbindungen. Hier kommt der Drehmomentschlüssel ins Spiel.
Denn das spart kurz vor dem Start in die Radsaison nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Sehr gute Idee, wenn Sie selbst Hand anlegen, um das Bike fit für den Frühling zu machen? Jedenfalls, wenn die passenden Tools und Schmiermittel parat liegen. Mittlerweile gibt es Drehmomentschlüssel, die eigens fürs Schrauben an Fahrrädern entwickelt wurden.
Warum ein Drehmomentschlüssel für Fahrräder?
Beim Fahrrad kann ein Fehler beim Anziehen von Schrauben ernsthafte Folgen haben - und zwar für Mensch und das teils filigrane Material. Gleich zwei gute Gründe, beim Montieren und Schrauben am Bike sorgfältig und mit hochwertigem Werkzeug zu arbeiten.
Ein Drehmomentschlüssel soll sicherstellen, dass eine Schraube oder Mutter mit dem korrekten Drehmoment angezogen wird. Dieses Drehmoment wird vor der Montage auf einer Skala eingestellt. Im Innern des Schlüssels steckt ein Federmechanismus. Über die eine vorgespannte Feder wird die Kraft erzeugt, mit der das gewünschte und eingestellte Drehmoment auf die Schraube oder Mutter angewendet wird. Stellt sich die Frage, welches Drehmoment das richtige und sichere ist?
Der ebenso richtige wie überflüssige Spruch "Nach fest, kommt ab" gehört vermutlich zu den häufigsten bei den Halbprofis unter den Handwerkern. Doch wann ist eine Schraube 'fest'? Und was passiert, wenn eine zu locker sitzt?
Die Gefahr von zu fest angezogenen Schrauben
»Nach fest kommt ab.« Diese alte Mechanikerweisheit macht auf ein Problem bei der Arbeit mit Verschraubungen aller Art aufmerksam: Einfach so stark festziehen, wie es die Muskulatur erlaubt, kann das Material überfordern. Der Abriss eines Schraubenkopfs ist da noch die harmlose Variante des selbst verschuldeten Unheils. Schlimmer ist es, wenn empfindliche Teile wie Lenker oder Sattelstützen aus Carbon eingedrückt werden oder das Gewinde im Fahrradrahmen Schaden nimmt. Dann wird es teuer. Denn die Reparatur von Carbonteilen ist oft nicht möglich. Auch das Erneuern eines Gewindes im Rahmen macht wenig Vergnügen.
Denn obwohl sie vom Grundsatz her funktionieren wie andere Werkzeuge, können sie die Kraft begrenzen, mit der man eine Schraube festzieht. Drehmomentschlüssel können solche Schäden verhindern. Ist diese vom Nutzer oder der Nutzerin voreingestellte Grenze erreicht, weisen sie mit akustischen oder haptischen Signalen darauf hin.
Anwendungsbereiche am Fahrrad
Am Fahrrad gibt es viele kleine Verschraubungen mit Durchmessern von vier bis sechs Millimetern, etwa am Vorbau, dem Lenker, der Sattelstütze oder zur Befestigung von Zubehör oder Gepäckträgern und Schutzblechen am Rahmen. Solche Schrauben werden fast immer mit Drehmomenten zwischen drei und sechs Newtonmetern angezogen. Dafür eignen sich Drehmomentschlüssel, die diesen unteren Bereich abdecken.
Am Antrieb eines Fahrrads und ein paar anderen Stellen können aber auch Drehmomente von bis zu 60 Newtonmetern gefordert sein, um Bauteile sicher zu befestigen. Wenn Sie auch am Kurbelgehäuse oder den Achsen arbeiten, dann benötigen Sie ein Werkzeug, das auch diesen Bereich abdecken kann.
Die hier getesteten Drehmomentschlüssel verfügen meist über eine Aufnahme für Standard-Bits im ¼-Zoll-Sechskant-Format. Bei vielen werden einige gängige Bits mitgeliefert. Drehmomentschlüssel mit höheren Werten verfügen über Adapter zur Aufnahme von Steckschlüsseln, die auch als Nüsse bezeichnet werden.
Das korrekte Drehmoment ist bei modernen Fahrrädern teilweise direkt auf die Bauteile aufgedruckt, insbesondere an Lenker und Vorbau, aber auch an Sattelklemmen. Ansonsten sollten die Anzugsdrehmomente in der Bedienungsanleitung des Fahrrads oder der des Zubehörs zu finden sein.
Einige Hersteller geben an, wie genau ihre Werkzeuge die vorgewählten Drehmomente einhalten können. In vielen Fällen werden maximale Abweichungen von drei oder vier Prozent ausgewiesen. Wir würden selbst Differenzen von zehn Prozent als unkritisch bewerten. Ob mit 4 oder 4,4 Newtonmetern angezogen wird, ist selbst für Carbonteile keine Frage von fest oder ab.
Test: Drehmomentschlüssel im Detail
Alle Drehmomentschlüssel wurden für den Anzug verschiedener Schrauben an Rahmen, Lenker und Vorbau und, soweit geeignet, auch an der Kassette eingesetzt. So haben wir getestet. Die Genauigkeit aller Tools wurde mit einem Drehmoment-Prüfgerät von Hazet überprüft.
Der am besten ausgestattete Drehmomentschlüssel ist der digitale D-Torq Wrench DX von Topeak. Er ist präzise, aber teuer und etwas zu groß für die Arbeit mit kleinen Schrauben. Ebenfalls messgenau und ein schönes Stück Feinmechanik ist der 5108B-3CT von Hazet. In der Praxis aber kam der Safe-Torque A2 von Wera am häufigsten zum Einsatz: Er ist nicht so exakt, aber als vollwertiges Ratschenwerkzeug einsetzbar und idiotensicher. In der Satteltasche würden wir die kleine Nano Torqbar DX mitnehmen.
Wera Safe-Torque A2
Der Safe-Torque von Wera ist Ratschen- und Drehmomentschlüssel in einem: Über einen Schiebeschalter am Kopf des Ratschenwerkzeugs lässt sich die Drehmomentbegrenzung an- und abschalten. Eine feine Sache: So kann man die Ratsche auch zum Lösen festsitzender Schrauben und für alle Arbeiten, die nicht kritisch in Bezug auf das Drehmoment sind, einsetzen. Vorn am Kopf hat die getestete Version A2 eine Bit-Aufnahme. Zudem liegt ein Adapter auf ¼-Zoll-Vierkant bei. Wer direkt ¼-Zoll-Vierkant-Vorsätze anbringen will, sollte die Version A1 kaufen, die ansonsten baugleich ist. Ebenfalls im Set enthalten sind neun Nüsse und zwölf Bits. Dazu kommen ein Kalibrierungszertifikat und eine Tasche für Werkzeug und Zubehör.
Eingestellt wird der Safe-Torque klassisch über das Drehen des Griffs. Zwei Skalen weisen die eingestellten Werte aus: eine von zwei bis zwölf Newtonmeter in ganzen Schritten, die zweite in 0,1er-Sprüngen. Versehentlich verstellen kann man das Drehmoment bei der Arbeit nicht: Es lässt sich nur einstellen, wenn die Bodenplatte des Griffs leicht herausgezogen wird.
Der Safe-Torque löst mit einem Übersprung aus, den man deutlich spürt und hört. Überdrehen kann man mit dem überrutschenden »Safe«-Mechanismus nicht. Da sich der Messmechanismus auf der Drehachse befindet, kann man den Safe-Torque auch nicht falsch anfassen. Ein Nachteil dieser Bauweise: Die Genauigkeit ist prinzipbedingt nicht so hoch wie bei den Mechanismen der Konkurrenz. Zehn Prozent Toleranz gibt Wera an. Bei unseren Messungen wurden acht Prozent Abweichung nicht überschritten.
In der Praxis liegt das Tool gut in der Hand. Mit einer Länge von 23 Zentimetern kommt man fast überall gut heran. Die beiliegenden Bits sind etwas verlängert, was die Arbeit an schlecht zugänglichen Stellen erleichtert. Die Ratsche mit 72 Zähnen ist fein, und es lässt sich gut mit dem Werkzeug arbeiten.
- Das gefällt am Safe-Torque A2: Da sich der Drehmomentmechanismus überbrücken lässt, dient das Werkzeug von Wera zugleich als vollwertige Ratsche. Es ist für Rechts- wie auch Linksanzug geeignet, und die Skala lässt sich gut ablesen. Überdrehen kann man nicht.
- Das weniger: Mit 450 Gramm ist es schwer. Bei der Arbeit löste sich der Schriftzug neben der Skala (nicht die Skala selbst) ab.
Hazet 5108B-3CT
Der Ratschenschlüssel des Remscheider Werkzeugherstellers deckt 2,5 bis 25 Newtonmeter ab. Dabei ist er 22 Zentimeter lang. Ein guter Kompromiss. Die kleinen Werte lassen sich noch gut fühlen, für den Anzug der oberen Werte muss man ausreichend Kraft aufbringen. Der Griff hat eine definierte Form, sodass man beinahe von selbst an der richtigen Stelle anfasst. Zudem ist die Mitte des Griffs markiert.
Am vorderen Abschluss des Handgriffs befindet sich ein Rad, mit dem der Einstellmechanismus entsperrt wird. Anschließend dreht man den Griff zum Einstellen des Anzugs. Die Skala auf dem Werkzeugarm weist 2,5-Newtonmeter-Schritte aus, die auf dem drehbaren Griff Schritte mit jeweils 0,25 Newtonmetern. Man muss bei einigen Werten daher kurz addieren - aber im Prinzip ist das Einstellen einfach. Allerdings erfordert das Ver- und Entriegeln des Mechanismus etwas Kraft. Gut gefällt, dass die Skala eingraviert ist. Durch Abnutzung verschwinden dürfte sie so nicht.
Die Werkzeugaufnahme ist für Sechskant-Bits geeignet. Eine sonst baugleiche Variante mit Aufnahme für 3/8-Zoll-Nüsse ist ebenfalls erhältlich. Dann fehlt das »B« im kryptischen Produktnamen.
Unser Tool gehört zur 5000er-Serie des Unternehmens, was bedeutet: Dieses Drehmomentwerkzeug muss beim Lagern nicht auf den niedrigsten Wert entspannt werden.
Hazet liefert keine Bedienungsanleitung mit, sondern nur einen kleinen Zettel mit Symbolen zur Handhabung. Dafür ist ein umfangreiches Prüfprotokoll dabei. Eine Genauigkeit von drei Prozent gibt Hazet an. Werte, die wir bei der Prüfmessung nachvollziehen können. Wobei wir im unteren Drehmomentbereich eher vier Prozent, oben nur etwa ein Prozent Abweichung gemessen haben.
- Das gefällt am Hazet 5108B-3CT: Der Schlüssel arbeitet präzise, und der Auslösepunkt ist gut spürbar.
Topeak Nano Torqbar DX
Klein soll sie sein. Eben »Nano«. Und zumindest unter unseren Testmodellen ist das kleine Tool tatsächlich ein Zwerg. Auf jeden Fall dann, wenn man nicht alle Optionen des modular aufgebauten Werkzeugs mitnimmt.
Die Nano Torqbar DX besteht aus einem elf Zentimeter langen Röhrchen mit einer um 90 Grad versetzten Bit-Aufnahme im Kopf. Hier können Sie ein ¼-Zoll-Bit einstecken und das Tool als Schraubwerkzeug nutzen. Fünf Bits (dreimal Innensechskant, zweimal Torx) werden mitgeliefert. Zum Drehmoment-Tool wird die Nano Torqbar dann, wenn einer der drei im Lieferumfang befindlichen Bit-Aufsätze dazwischen gesteckt wird. Diese Aufsätze enthalten die Drehmomentmechanik und sind prinzipiell mit denen von PRO vergleichbar. Topeak liefert drei Aufsätze mit den Werten vier, fünf und sechs Newtonmeter mit. Zur besseren Unterscheidbarkeit sind sie farblich markiert.
In den hohlen Griff des Tools passen zwei Bits; unten kann man einen der drei Vorsätze zur Aufbewahrung einstecken. So ausgestattet wiegt das schlanke Tool nur 60 Gramm. Komplett mit den drei Drehmomentstufen, allen Bits und der Aufbewahrungsbox sind es 149 Gramm.
In der Praxis ist das Tool schnell zusammengesteckt. Gut gefällt mir, dass ich mit ihm auch Schrauben lösen kann (ohne Drehmomentaufsatz) und dann beim Festziehen lediglich einen der Aufsätze dazwischen stecken muss. Ist das gewählte Drehmoment erreicht, gibt das Tool ein leises Klicken von sich. Eine haptische Rückmeldung fehlt. In lauten Umgebungen könnte man das überhören. Aber tragisch ist das nicht: Ein Überdrehen ist bei der Nano Torquebar DX mit dem Übersprungmechanismus nicht möglich. Positiv fällt auch die Genauigkeit auf: Die Abweichung blieb stets unter vier Prozent.
- Das gefällt an der Nano Torquebar DX: Das Tool lässt sich auch am Rennrad mitnehmen und ist sehr genau.
Topeak D-Torq DX
Der D-Torque DX deckt einen Bereich von vier bis 80 Newtonmetern ab und beherrscht so fast alle Schraubungen am Fahrrad - auch die am Antrieb. Um die 80 Newtonmeter mit Muskelkraft aufbringen zu können, verfügt das Werkzeug in Ratschenbauweise über einen Hebel mit einer Länge von 34 Zentimetern. Im dessen Inneren befinden sich zwei AAA-Batterien, denn die Einstellung und die Messung erfolgen digital. Für die Anzeige der Werte gibt es ein Display. Das Erreichen des Zielwerts wird beim Schrauben sowohl haptisch als auch mit einem Signalton angezeigt.
Die Bedienung des Werkzeugs ist denkbar einfach: Man muss lediglich den Zielwert mit den Pfeiltasten auf den gewünschten Wert stellen. Beim Anziehen wird das aktuell aufgewendete Drehmoment angezeigt und bei Erreichen der Vorgabe ertönt ein Signalton. Hat man das Tool auf den Modus »P« (Peak) gestellt, wird das maximal angezogene Drehmoment bis zum Drücken der Rücksetztaste angezeigt. Ideal, wenn man überprüfen will, ob man aus Versehen überzogen oder die Drehung zu früh abgebrochen hat.
Die Ratsche lässt sich mechanisch umschalten, der Schlüssel arbeitet dann funktionsgleich im Linksanzug. Die Adapter und Nüsse werden mit einer 3/8-Zoll-Aufnahme angesetzt. Im Lieferumfang befinden sich acht Nüsse und zehn Bits, die die gängigen Verschraubungen abdecken. Für Sechskant-Bits liegt ein Adapter bei, ebenso ein Adapter auf ½ Zoll-Vierkant. An diesen lassen sich z. B. Spezialwerkzeuge für Kassetten oder anderes anbringen.
In der Praxis arbeitet der D-Torque DX in allen Drehmomentbereichen sehr genau. Für beide Drehrichtungen liegt ein Prüfprotokoll bei, das im Durchschnitt (rund drei Prozent Abweichung) kaum von unseren eigenen Messungen abweicht.
Zwar deckt er nach unten mit dem Minimalwert von vier Newtonmetern auch die meisten Schrauben an Lenker und Vorbau ab, allerdings ist er hier mit seiner Größe etwas unhandlich. Und: Mit einem so großen Schlüssel erfordert das Anbringen kleiner Drehmomentwerte Fingerspitzengefühl. Schnell hat man überzogen.
- Das gefällt am D-Torq DX von Topeak: Er deckt fast alle möglichen Einsatzzwecke ab und arbeitet ebenso genau wie problemlos. Auch der Linksanzug gefällt.
- Das weniger: Er ist für Arbeiten mit kleinen Verschraubungen etwas groß. Man neigt zum Überziehen.
Contec Bike Torque Wrench
Der Bike Torque Wrench ist ein klassisch aufgebauter Drehmoment-Ratschenschlüssel mit einer 1⁄4-Zoll-Vierkant-Aufnahme. Für moderne Fahrräder ist diese Aufnahme nicht ideal, da herkömmliche Innensechskant- und Torx-Bits (Sechskant) ohne einen Adapter, den Contec nicht mitliefert, nicht passen. Dafür aber befinden sich zehn Bits mit eigener ¼ Zoll-Vierkant-Aufnahme im Lieferumfang, sodass man mit dem Set sofort arbeiten kann.
Die kleine Ratsche lässt sich von Rechts- auf Linksanzug umschalten und auch die Drehmomentmessung funktioniert in beiden Richtungen. Beim Auslösen gibt es kein lautes Klicksignal, aber haptisch ist das Erreichen des eingestellten Drehmoments wahrnehmbar.
Zum Einstellen bringt man durch Drehen des Griffs dessen obere Kante in Übereinstimmung mit der auf dem Werkzeug aufgebrachten Skala. Eine ganze Umdrehung verändert das Drehmoment um ein Newtonmeter, auf dem Griff sind Zehntelschritte aufgedruckt. Verstellen lässt sich das Drehmoment nur durch Zurückziehen eines Ringes, der nach dem Loslassen einrastet und ein versehentliches Verstellen verhindert. Das alles geht einfach und schnell.
In der Praxis schlägt sich das einfach aufgebaute Werkzeug gut: mit einer Länge von rund 21 Zentimetern ist es kurz genug, um an die meisten Stellen heranzukommen. Gleichzeitig reicht die Grifflänge aus, um 20 Newtonmeter wirklich ausüben zu können. Mit einem Gewicht von knapp 270 Gramm ist der Ratschenschlüssel nicht schwer.
Dem Tool liegt ein Kalibrierungszertifikat bei. Die angegebene zulässige Abweichung von vier Prozent wurde in unserem Test im unteren Bereich nicht ganz eingehalten. Aber knapp über fünf Prozent sind auch ein guter Wert.
- Das gefällt am Bike Torque Wrench: Ein günstiges Werkzeug, das für viele Fälle ausreicht und sich leicht bedienen lässt.
- Das weniger: Die Skala ist schlecht ablesbar, ein akustisches Signal gibt es nicht.
Feedback Sports Range Click
Der Range Click von Feedback Sports ist ein mechanischer Drehmomentschlüssel in Ratschenschlüssel-Bauweise. Er nimmt mit seinem Antrieb die üblichen Bits im ¼ Zoll-Sechskant-Format auf. In der kleinen Transporttasche befinden sich zehn Bits in den gängigen Innensechskant- und Torx-Größen. Der Ratschenkopf hat einen Links-/Rechts-Umschalter und auch die Drehmomentkontrolle arbeitet in beiden Richtungen.
Die Drehmomentvorgabe wird über ein Drehrad am Ende des Griffs eingestellt. Anders als üblich, muss es nicht gesondert fixiert werden. Es rastet beim Drehen in 1/8-Newtonmeter-Stufen ein. So kann man Werte zwischen 2 und 14 Newtonmeter in 0,125 Newtonmeter-Schritten einstellen.
In der Praxis ist die Einstellung der Anzugsmomente der Schwachpunkt des Werkzeugs: Auf beiden Seiten des Griffs befinden sich Skalen, auf der einen die geraden Werte, auf der anderen die ungeraden. Beide sind schwer ablesbar. Anders als bei ähnlich aufgebauten Werkzeugen hat der Drehring keine Skala für die 1/8- Newtonmeter-Schritte. Ob man 6 oder 6,125 Newtonmeter eingestellt hat, lässt sich eher erraten als ablesen.
Der Griff ist etwa elf Zentimeter lang und aus Aluminium. Aber Vorsicht: Beim Anziehen darf man nur den hellen Bereich anfassen, sonst arbeitet das Tool ungenau. Und dieser Bereich ist nur drei Zentimeter lang.
Hat man alles beachtet, arbeitet der Schlüssel ziemlich genau. Ich komme überall ran, und wenn ich vorsichtig arbeite, überdrehe ich nicht. Hören kann man das Auslösen kaum, aber gut spüren.
- Das gefällt am Range Click von Feedback Sports: Der Schlüssel ist kompakt und deckt einen großen Drehmomentbereich ab.
- Das weniger: Die Skalen sind schwer ablesbar, und man muss auf den Griffbereich achten.
Weitere getestete Drehmomentschlüssel
Im Folgenden finden Sie eine Übersicht weiterer getesteter Drehmomentschlüssel mit ihren jeweiligen Eigenschaften und Bewertungen:
- 3min19sec Premium-Drehmomentschlüssel
- BBB Torqueset BTL-73
- Birzman Torque Wrench 3-15Nm
- Gedore Bike-Set Drehmoment
- Parktool TW-5.2
- Pedro’s Pro Drehmomentschlüssel 2.0
- Wera Bicycle Set Torque 1
Tipps für die korrekte Anwendung
Was soll beim Schrauben mit einem Drehmomentschlüssel schon schiefgehen? Jede Menge, weiß Rene Steuth, Schulungsexperte bei Werkzeughersteller Gedore. Hier seine Tipps für korrektes Schrauben!
1. Einstellen
Stellen Sie das erforderliche Drehmoment immer vom höheren Wert kommend ein, damit sich der Mechanismus im Inneren entspannt und nicht verspannt. Fassen Sie den Schlüssel mittig und mit gleichmäßigem Druck am Griff. Gute Exemplare haben eine Markierung, an welcher der Mittelfinger aufliegen sollte. Ziehen Sie kontrolliert mit zunehmender Kraft, niemals ruckartig. Stoppen Sie den Anzugsvorgang sofort bei Auslösung, um nicht zu überziehen. Bei geringen Drehmomenten können Sie auch nur mit der Daumenbeuge in der Griffmitte oder an der entsprechenden Markierung drücken, um besonders exakte Werte zu erreichen.
2. Sauber arbeiten
Setzen Sie den Schlüssel exakt und gerade in die Schraube ein. Verkantet der Schlüssel, kann es zum Auslösen kommen, bevor das gewünschte Drehmoment anliegt. Achten Sie darauf, dass die Gewinde der Schraubverbindungen und die Schrauben selbst sauber und trocken sind. Eine auf den Boden gefallene Schraube sollten Sie vor dem Einbau kurz reinigen. Selbst kleinste Schmutzpartikel verändern die Reibwerte im Gewinde und an der Schraubenkopfauflage. Die Reibung macht am Ende bis zu 80 bis 90 Prozent des Drehmoments aus.
3. Die richtige Richtung
Verwenden Sie den Drehmomentschlüssel nicht zum Lösen von Schrauben, um Schäden am Werkzeug durch zu fest sitzende Schrauben zu vermeiden. Auch wenn ein Schlüssel in beide Richtungen auslöst, ist er in der Regel nur in eine Richtung kalibriert. Ein Pfeil sollte auf die entsprechende Funktionsrichtung hinweisen.
4. Am Ende - entspannen
Viele Hobbyschrauber vergessen, den Drehmomentschlüssel nach Gebrauch wieder zu entspannen, indem sie ihn auf den niedrigsten Wert der Skala zurückstellen. Das schont den Federmechanismus. Drehen Sie jedoch nicht weiter als bis zum Ausgangspunkt der Skala.
5. Immer nur ein Mal
Selbst erfahrene Mechaniker drücken oft ein zweites Mal, um sicherzugehen, dass die Schraubverbindung richtig angezogen wurde. Das ist unnötig und erhöht die Gefahr, die Schraube noch zu überziehen. Bei den sensiblen Verschraubungen am Fahrrad liegen so schnell mal ein paar Newtonmeter zu viel an, was bereits zum Defekt eines Bauteils führen kann. Mehrfachauslösungen sind nur an Teilen notwendig, die von mehreren Schrauben (Schraubverband) gesichert werden, wie etwa der Bremsscheibe oder dem Vorbau. Durch das Anziehen der einen Schraube verringert sich hier die Vorspannkraft an der anderen; daher muss noch einmal nachgezogen werden.
6. Qualitätskontrolle
Jedem Drehmomentschlüssel sollte ein Kalibrierzertifikat nach DIN EN ISO 6789 beiliegen. An drei definierten Messpunkten müssen jeweils fünf Messvorgänge verzeichnet sein, die eine Toleranz von plus/minus 4 Prozent nicht überschreiten dürfen. Zertifikate ohne exakte DIN-Angabe und mit nur drei Prüfungen pro Sollwert weisen lediglich auf eine Qualitätskontrolle beim Hersteller hin. Es wird empfohlen, den Drehmomentschlüssel einmal im Jahr oder nach 5000 Lastwechseln zu überprüfen und gegebenenfalls rekalibrieren zu lassen, da häufiger oder falscher Gebrauch Einfluss auf die Messgenauigkeit haben kann.
Drehmomenttabelle Fahrrad - Richtwerte
Einige Bauteile sind seitens der Hersteller mit Werten beschriftet. Es gilt, sich immer an die Angaben des Herstellers zu halten. Die Angaben der Tabelle sind ohne Gewähr.
| Fahrradbauteil | Nm |
|---|---|
| Lenkerklemme | 5-7 Nm |
| Sattelklemme | 5-7 Nm |
| Bremshebel am Lenker | 3 Nm |
| Ahead-Platte | 5 Nm |
| Bremssattel Scheibenbremse | 5 Nm |
| Bremsklotz Scheibenbremse | 5 Nm |
| Umwerferschelle | 5-7 Nm |
| Schalthebel | 2 Nm |
| Sattelstütze am Sattel | 8-10 Nm |
| Schaltbremshebel Lenker | 6-8 Nm |
| Schalthebel Drehgriff | 2 Nm |
| Schalthebel Daumenschalter | 3 Nm |
| Bar Ends Innenklemmung | 15-20 Nm |
| Bar Ends Außenklemmung | 5 Nm |
Verschiedene Fahrrad Drehmomentschlüssel 2025
| Bild | Hersteller | Nm | Preis | Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| WERA 7510 Sehr gutes Handgefühl | 1 - 3 Nm | 60,55 € | Amazon | |
| WERA 7515 Top Empfehlung | 2 - 6 Nm | 60,55 € | Amazon | |
| BikeBroz Gut | 1 - 6 Nm | 54,95 € | Amazon | |
| SOS Tools Empfehlung | 3.95 - 22.5 Nm | 21,60 € | Amazon | |
| Mighty | 2 - 24 Nm | 44,95 € | Amazon | |
| Sportout | 2 - 20 Nm | abrufen | Amazon | |
| Wera Top Qualität | 2.5 - 25 Nm | 118,79 € | Amazon | |
| Proxxon | 3 - 15 Nm | 61,99 € | Amazon | |
| Dynamic Carbon Montagepaste | 9,15 € 12,99 €? | Amazon |
Stand der Daten in der Tabelle: 27. August 2025 14:41
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