Die Wahl der richtigen Reifenbreite ist entscheidend für die Performance und den Komfort deines Fahrrads. Je nach Fahrradtyp gibt es unterschiedliche Fahrradreifen-Größen.
Verschiedene Größenangaben für Fahrradreifen
Es gibt verschiedene Größenangaben für Fahrradreifen, die sich je nach Sprachraum und Größenbezeichnung unterscheiden. Folgende Größenbezeichnungen für Fahrradreifen sind gebräuchlich:
- Zoll
- ETRTO
- Französisch
- Englisch
Meist handelt es sich um eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben, die sich auf den Raddurchmesser und die Reifenbreite beziehen.
ETRTO: Europäische Reifen- und Felgennorm
Die Angabe, die du wohl bei den meisten Fahrradreifen findest, ist die Einteilung der Fahrradreifen-Größen nach der europäischen Reifen- und Felgennorm ETRTO (European Tire and Rim Technical Organization). Diese Größenbezeichnung (z.B. 55-406) ist besonders eindeutig und ermöglicht eine eindeutige Zuordnung zur Felgengröße, da sie sowohl die Breite des Fahrradreifens (55 mm) als auch den Innendurchmesser (406 mm) berücksichtigt. Aus diesem Grund ist die ETRTO-Angabe auch eine europaweit gültige Normung für die Angabe von Reifengrößen - auch für Fahrradreifen.
Hierbei handelt es sich um die europäische Reifen- und Felgennorm (European Tire and Rim Technical Organization). Der erste Ziffernblock steht für die Reifenbreite in Millimeter in unserem Beispiel ist der Reifen also 47 mm breit.
Fahrradreifen-Größe in Zoll
Die wohl am weitesten verbreitete Angabe der Fahrradreifen-Größe ist Zoll. Mit diesem Maß wird nicht nur die Größe eines Fahrradreifens angegeben, sondern auch die Größe des gesamten Fahrrads. Wenn du deinem Kind ein 26-Zoll-Fahrrad kaufst, bedeutet das nichts anderes, als dass die Reifen des Fahrrads einen Außendurchmesser von etwa 26 Zoll haben. Das sind 66,04 cm, wobei der tatsächliche Außendurchmesser je nach Reifendruck variiert.
Die klassische Größenangabe beim Fahrradreifen erfolgt in Zoll, ein Zoll entspricht 25,4 mm. Sie hat den Nachteil, dass Sie den Reifendurchmesser nur ungefähr wiedergeben. Die Größenangabe erfolgt über einen zweistelligen Ziffernblock und eine Dezimalzahl mit zwei Nachkommastellen. Der zweistellige Ziffernblock gibt den ungefähren Reifenaußendurchmesser an, in unserem Beispiel also 28 Zoll. Die Reifenbreite wird über die Dezimalzahl angegeben.
Die englische Größenbezeichnung erfolgt ebenfalls in Zoll. Es gibt zwei verschiedene Varianten:
- Angaben als Bruch (z. B. 28 x 1 5⁄8 x 1 3⁄8 = ungefährer Außendurchmesser x Reifenhöhe x Reifenbreite)
- Angaben in Dezimalzahlen (z. B. 28 x 1.40 = ungefährer Außendurchmesser x Reifenbreite in Zoll)
Französische Größenbezeichnung
Eine weitere gängige Größenbezeichnung für Fahrradreifen ist die französische Größenbezeichnung. Ein Beispiel ist 700 x 38C, wobei die dreistellige Zahl (700) den ungefähren Außendurchmesser des Reifens und die zweistellige Zahl (38) die Reifenbreite angibt. Der Buchstabe gibt die Höhe des Reifens an. Es gibt die Höhen A (30 mm), B (33 mm) und C (39 mm). Die französische Größenbezeichnung gibt es jedoch nicht für alle Reifengrößen und wird zum Beispiel nicht für Mountainbike-Größen verwendet.
Über den dreistelligen Ziffernblock wird der Reifenaußendurchmesser in Millimeter angegeben in unserem Beispiel also 700 mm der zweistellige Ziffernblock definiert die Reifenbreite in Millimeter im Beispiel also 45 mm die Besonderheit bei der französischen Kurzbezeichnung ist der Buchstabe dieser gibt nämlich die Reifenhöhe an ein A steht hierbei für eine Reifenhöhe von ca. 30 mm ein B für eine Reifenhöhe von 33 mm und ein C für eine Reifenhöhe von ca.
Welche Reifenbreite ist die richtige?
Die passende Reifenbreite ist pauschal nicht so einfach zu benennen. Je nach Fahrradart gibt es auch unterschiedliche Reifenbreiten. Bereits Abweichungen von mehr als 5 mm machen eine Menge aus.
Rennrad
Im Rennrad-Bereich werden schmale Rennradreifen mit einer Breite von 23 mm als optimal bezeichnet. Breite Reifen, z.B. von Schwalbe, Continental oder Maxxis, mit 25 oder 28 mm Breite können entspannt mit weniger Luftdruck als die schmaleren mit 23 mm gefahren werden, da sich die Fläche ausdehnt und der Fahrradreifen breiter auf dem Untergrund aufliegt. Als Nachteil ist hierbei jedoch zu sehen, dass die Fahrradreifen ein höheres Gewicht mitbringen, der Luftwiderstand durch eine breitere Stirnfläche erhöht wird und das Lenkerverhalten eher träge ist.
Die perfekte Reifenvariante beim Rennrad wäre, das vordere Laufrad mit 23 mm zu behalten und nur das hintere Laufrad auf 25 mm umzurüsten. So erhalten Sie die Vorteile beider Reifenbreiten in eins. Dank des vorderen 23 mm Fahrradreifen erhalten Sie weiterhin ein agiles Lenkverhalten.
Früher war am Rennrad die Reifenbreite 23 mm üblich. Mittlerweile sind Reifenbreiten von 28 oder sogar 32 häufig zu sehen.
Cyclocross und Gravelbikes
Fahrradreifen mit 28 mm Breite sind für Gravelbike und Cyclocross Tourenfahrten durchaus zu empfehlen. Bei einem Cyclocrosser kann dank der Rahmenkonstruktion sogar ein Fahrradreifen von bis zu 35 mm gefahren werden. Vorrangig bei Cyclocross und Gravelbikes sticht dieser Vorteil stark hervor.
Mountainbike (MTB)
Als Mountainbiker ist Ihnen bewusst, dass bei Ihrem Bike die Bodenhaftung als auch Traktion im Vordergrund stehen. Daher haben MTB-Reifen entsprechend ein stollenähnliches Profil. Der Rollwiderstand wird hier eher nicht so stark im Fokus gehalten. Bei einem Cross Country und Marathon Mountainbike empfehlen wir 51 bis 54 mm (entspricht 2,1 bis 2,25 Zoll). Bei einem All Mountainbike geht die Empfehlung zu 54 bis 61 mm.
An Mountainbikes sind die breitesten Reifen zu finden. Diese haben normalerweise Breiten von 50 bis 64 mm.
Cityfahrräder und Trekkingbikes
Für Cityfahrräder und Trekkingbikes gibt es von Schwalbe, Continental und Maxxis passende Trekking-Fahrradreifen. Es handelt sich dabei um schmalere Reifen als beim MTB, aber auch breiter als bei einem Rennrad. Hier muss ein Kompromiss von Pannenschutz und Rollwiderstand her. Es wird ein mäßiges Profil für guten Grip auf Schotter- und Waldwegen benötigt, gleichzeitig aber auch nicht zu viel davon, damit einem hohen Rollwiderstand auf Asphalt vorgebeugt wird. Die Reifenbreite für City- und Trekkingbikes ist abhängig vom Anforderungsbereich. Als Referenz gelten in diesen Sparten 37 bis 52 mm.
Hier kommen typischerweise Reifenbreiten von 37 bis 52 mm zum Einsatz.
E-Bike bzw. Pedelec
Die optimale Reifenbreite bei einem E-Bike ist abhängig von der Variante dessen. Im Prinzip können Sie sich an oben genannten Fahrradtypen orientieren. E-Mountainbikes belaufen sich im Bereich von 51 bis 54 mm Reifenbreite und haben ein Stollenprofil.
Für Fahrräder mit Elektromotor richten sich die Reifenbreiten grundsätzlich nach dem jeweiligen Fahrradtyp. Da E-Bikes schneller unterwegs sind und durch die zusätzliche Technik mehr Gewicht mitbringen, ist zusätzlich auf eine entsprechende Freigabe durch den Hersteller zu achten. Beispielsweise sind beim Reifenhersteller Schwalbe geeignete Reifen mit E-25 und E-50 gekennzeichnet.
Weitere wichtige Aspekte
Reifendruck
Wenn der Fahrradreifen von Schwalbe, Continental und Maxxis mit zu viel Luft befüllt ist, kann dieser bei leichten Unebenheiten auf der Straße schnell platzen, da er ständig unter Spannung steht. Noch dazu verliert der Reifen an Bodenhaftung, liegt nicht mehr breit genug auf - somit leidet dann auch der Fahrkomfort noch darunter. Wenn Sie jedoch einen Fahrradreifen ständig mit zu wenig Luft fahren, erzeugt der Reifen vom Fahrrad übermäßig Reibung und die Fahrgeschwindigkeit verringert sich noch dazu.
Ein Rennrad mit Drahtreifen kann optimal mit 7 bis 9 bar gefahren werden. Als kleine Faustformel gilt hier: Nehmen Sie Ihr Körpergewicht um eine Kommastelle nach links und nutzen dies als guten Richtwert. Also: 80 kg Körpergewicht des Radlers - entspricht 8 bar. Beim MTB mit Draht- bzw. Faltreifen ist ein Luftdruck von 2 bis 4 bar sinnvoll. Geben Sie beim Citybike und beim Trekkingrad mindestens 4 bar Luftdruck.
Ablesen und Messen der Reifengröße
Am einfachsten lässt sich die Größe eines Fahrradreifens anhand der Reifenkennzeichnung bestimmen. Auf der Seitenwand des Reifens steht in der Regel eine Größenangabe in der Form "XX-YYY" oder "XX x YYY", wobei XX für die Breite des Reifens in Millimetern und YYY für den Durchmesser des Reifens in Millimetern steht.
Die wohl einfachste Variante ist die Reifengröße von der Flanke des vorhandenen Reifens abzulesen und genau dieselbe Größe nochmal zu kaufen. Sollte man diese Größenangabe nicht mehr erkennen können ist die genauste Variante über die ETRTO zu suchen, der Reifeninnendurchmesser verändert sich nämlich nicht.
Falls die Größenangabe auf dem Reifen nicht lesbar oder keine Kennzeichnung vorhanden ist, kannst du die Breite des Reifens selbst messen. Hierzu brauchst du ein Lineal oder Maßband. Miss die Breite des Reifens an der breitesten Stelle von einer Seitenwand zur anderen. Notiere dir das Ergebnis in Millimetern. Miss dann den Innendurchmesser des Reifens. Er entspricht ungefähr dem Durchmesser der Felge. Nun kannst du die richtige Reifengröße in der Fahrradreifen-Größentabelle ablesen.
Kompatibilität
Nicht alle Fahrradrahmen und -gabeln sind für sehr breite Reifen ausgelegt. Es ist wichtig, die maximale Reifenbreite zu kennen, die dein Fahrrad aufnehmen kann, um sicherzustellen, dass ausreichend Platz vorhanden ist und es nicht zu Reibungen kommt.
Tabellenübersicht verschiedener Reifengrößen
Nachfolgend sind die gängigen Reifengrößen beim Fahrrad in je einer Tabelle mit den jeweiligen Reifenbreiten aufgelistet. Dabei lassen sich die unterschiedlichen Größenangaben in Zoll, ETRTO und die französische Bezeichnung leicht miteinander vergleichen.
Fahrradreifen 29 Zoll / MTB-Reifen 29 Zoll
29-Zoll-Fahrradreifen sind besonders breite Reifen ab 50 mm Reifenbreite. Meistens werden sie am Mountainbike (MTB) montiert und als 29-Zoll-MTB-Reifen bezeichnet.
| Reifeninnendurchmesser | Reifenbreite | ETRTO | Zoll-Größe |
|---|---|---|---|
| 622 mm | 50 mm | 50-622 | 29 x 2.0028 x 2.00 |
| 622 mm | 54 mm | 54-622 | 29 x 2.1028 x 2.10 |
| 622 mm | 55 mm | 55-622 | 29 x 2.1528 x 2.15 |
| 622 mm | 57 mm | 57-622 | 29 x 2.25 |
| 622 mm | 60 mm | 60-622 | 29 x 2.3528 x 2.35 |
| 622 mm | 75 mm | 75-622 | 29 x 3.00 |
Fahrradreifen 28 Zoll
28-Zoll-Reifen sind auf den meisten Fahrrädern für Erwachsene zu finden. Sie sind üblicherweise auf dem Rennrad, Trekkingrad, Citybike und E-Bike montiert.
| Reifeninnendurchmesser | Reifenbreite | ETRTO | Zoll-Größe | Französische Größe |
|---|---|---|---|---|
| 622 mm | 18 mm | 18-622 | 28 x 3/4 | 700 x 18C |
| 622 mm | 19 mm | 19-622 | 700 x 19C700 x 19 | |
| 622 mm | 20 mm | 20-622 | 28 x 3/4 | 700 x 20C |
| 622 mm | 22 mm | 22-622 | 28 x 7/8 | 700 x 22C700 x 22 |
| 622 mm | 23 mm | 23-622 | 28 x 0.9028 x 7/8 | 700 x 23C |
| 622 mm | 24 mm | 24-622 | 700 x 24C | |
| 622 mm | 25 mm | 25-622 | 28 x 1.0028 x 1 1/16 | 700 x 25C |
| 622 mm | 26 mm | 26-622 | 700 x 26C | |
| 622 mm | 28 mm | 28-622 | 28 x 1.1028 x 1 5/8 x 1 1/8 | 700 x 28C |
| 622 mm | 30 mm | 30-622 | 28 x 1.20 | 700 x 30C |
| 622 mm | 32 mm | 32-622 | 28 x 1.2528 x 1 5/8 x 1 1/4 | 700 x 32C |
| 622 mm | 33 mm | 33-622 | 28 x 1.30 | 700 x 33C |
| 622 mm | 35 mm | 35-622 | 28 x 1.35 | 700 x 35C |
| 622 mm | 37 mm | 37-622 | 28 x 1.4028 x 1 5/8 x 1 3/8 | 700 x 35C |
| 622 mm | 40 mm | 40-622 | 28 x 1.5028 x 1 5/8 x 1 1/2 | 700 x 38C |
| 622 mm | 42 mm | 42-622 | 28 x 1.60 | 700 x 40C |
| 622 mm | 44 mm | 44-622 | 28 x 1.625 | 700 x 42C |
| 622 mm | 47 mm | 47-622 | 28 x 1.75 | 700 x 45C |
| 622 mm | 50 mm | 50-622 | 29 x 2.0028 x 2.00 | 28 x 1.90 |
| 622 mm | 55 mm | 55-622 | 29 x 2.1528 x 2.15 | |
| 622 mm | 60 mm | 60-622 | 29 x 2.3528 x 2.35 | |
| 635 mm | 32 mm | 32-635 | 28 x 1 1/2 x 1 1/8 | 770 x 28B700 x 28B700B Course |
| 635 mm | 40 mm | 40-635 | 28 x 1 1/228 x 1 1/2 x 1 5/8 | 700 x 38B700B Standard |
| 635 mm | 44 mm | 44-635 | 28 x 1 5/8 x 1 1/2 | 700 x 42B |
| 642 mm | 28 mm | 28-642 | 28 x 1 5/8 x 1 1/2 | 700 x 28A |
| 642 mm | 37 mm | 37-642 | 28 x 1 3/8 | 700 x 35A |
Verwandte Beiträge:
- Die besten 20 Zoll Fahrradreifen: Breite Modelle für maximalen Komfort und Grip!
- Northwave MTB Schuhe breit: Test & Vergleich der besten Modelle für breite Füße
- Wie breit sollte ein MTB Lenker sein? Der ultimative Guide
- Fahrrad mieten in London: Günstige Preise & Insider-Tipps für deine Tour
- Shimano Baitrunner Ersatzspule: Modelle, Kaufberatung & Test
Kommentar schreiben