Blutdruck bezeichnet allgemein den Druck des Blutes in unseren Blutgefäßen. Zur Bestimmung des Blutdrucks werden der systolische und der diastolische Blutdruck in Millimeter Quecksilbersäule durch eine Blutdruckmessung ermittelt. Von hohem Blutdruck spricht man, wenn der Blutdruck in den Arterien konstant zu hoch ist.
Blutdruckwerte können kurzfristig schwanken, denn ein ganzes Netzwerk aus Nerven, Hormonen und Gehirnstrukturen regelt unseren Blutdruck. Es ist völlig normal, dass die Werte sich z. B. durch körperliche Belastung, seelische Erregung oder Kaffeekonsum kurzfristig verändern.
Welcher Blutdruck ist normal?
Bei Erwachsenen gelten Blutdruckwerte von 120 zu 80 als normaler Blutdruck. Die Blutdruck Normalwerte verändern sich mit den Jahren, deshalb ist regelmäßiges Blutdruck messen wichtig. So sind die Normalwerte von Kindern und Jugendlichen erheblich niedriger als die von Männern und Frauen. Bei Kindern und Jugendlichen sind die Blutdruck Normalwerte ganz besonders vom Lebensalter, Größe und Gewicht abhängig.
Auch bei Kindern kann zu hoher Blutdruck vorliegen. Dies ist meist verbunden mit starkem Übergewicht, denn das Herz muss dann viel mehr leisten. Bereits eins von fünf Kindern leidet heute an zu hohem Blutdruck. Bei Jugendlichen bereits einer von drei Heranwachsenden. Experten nach zu beurteilen werden sich diese Zahlen durch den zunehmenden Bewegungsmangel und die Ernährung weiter erhöhen. Daher ist es ratsam, auch bei Kindern ab 3 Jahren regelmäßig den Blutdruck zu messen.
Blutdruck Normalwerte unterscheiden sich nicht zwischen den Männern und Frauen. Zwar wird ei einer Schwangerschaft bei Frauen öfter hoher Blutdruck festgestellt, jedoch ist das ein temporärer Zustand. Im mittleren Alter leiden eher mehr Männer als Frauen an zu hohen Werten. Meist steigen die Werte bei älteren Menschen etwas an, weil die Elastizität unserer Gefäße abnimmt. Deshalb liegen die Blutdruck Normalwerte bei Senioren etwas über den Normalwerten im mittleren Alter.
Der Blutdruck unterliegt kurzfristigen Schwankungen, die jedoch von unserem Organismus normalerweise selbst reguliert und an die jeweilige Situation angepasst werden. Wenn Sie also Sport treiben und unter Belastung messen, sind die Werte höher als in einer Ruhephase. Unter Belastung gelten Blutdruck Normalwerte von etwa 190-220 mmHg.
Ob der persönliche Blutdruck erhöht ist oder einer normaler Blutdruck besteht, lässt sich anhand dieser Blutdruck-Normalwerte-Tabellen einfach beurteilen. Ihre Werte sind erhöht und Sie möchten Ihren Blutdruck senken? Dauerhafte Schwankungen oder anhaltend hohe Werte sollten Sie unbedingt von Ihrem Arzt untersuchen lassen, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen. Ganz einfach und bequem geht das mit Hilfe einer Blutdrucktabelle.
Blutdruck und Sport
Viele Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonie) möchten sich sportlich betätigen, wissen aber oft nicht, welche Sportarten am besten für sie geeignet sind und ob diese den Blutdruck überhaupt langfristig senken. Körperliche Bewegung bei Hypertonie hat mehrere günstige Effekte: Das Training senkt den Sympathikotonus. Gleichzeitig steigt der Vagotonus in Ruhe. Das Herz wird gebremst, die Pulsfrequenz verlangsamt. Die arteriellen Blutgefäße erweitern sich.
Regelmäßige Bewegung sollte für jeden Hypertoniker zur Basistherapie gehören. So steht es in allen Empfehlungen. Denn langfristig wird dadurch der Blutdruck gesenkt. Denn zu Beginn der körperlichen Aktivität eines Hypertonikers steigt der Blutdruck, wobei extreme Werte jedoch nicht erreicht werden dürfen. Und es ist auch nicht jede Sportart für Hypertoniker geeignet.
Solche Spitzen können für Hypertoniker gefährlich werden. Es kommt deshalb darauf an, eine geeignete Sportart zu wählen. Dabei sind auch Neigung und Erfahrungen der Patienten zu berücksichtigen. So hat bereits eine prospektive Kohorten-Studie von Dr. Gunnar Engström von der Universität Lund in Schweden, die über 25 Jahre gelaufen ist, ergeben, daß bei Hypertonikern, die fit waren, die kardiovaskuläre Mortalität um 70 Prozent niedriger war als bei Hypertonikern, die körperlich inaktiv waren.
Gerade Patienten mit leichter, unkomplizierter Hypertonie sollten zu sportlichen Aktivitäten mindestens dreimal pro Woche angehalten werden. Bei höheren Werten muß vor Aufnahme des Trainings der Blutdruck medikamentös gesenkt werden, weil es sonst zu gefährlichen Blutdruckspitzen kommen kann. Und diese sind wirklich gefährlich.
Denn die Hypertonie ist ein Risikofaktor für den plötzlichen Herztod beim Sport. Das trifft für den Ruheblutdruck, für den Belastungsblutdruck und für das Tagesprofil zu. Im Ausmaß des Effektes gibt es keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Und der Nutzen ist auch in allen Altersstufen belegt.
Nach den Ergebnissen von Studien sind 80 Prozent der maximalen antihypertensiven Wirkung von 10 mmHg zu 8 mmHg nach zehn bis zwölf Wochen erreicht. Bei langjährigem Training nimmt der blutdrucksenkende Effekt noch leicht zu. Innerhalb von zehn Jahren fielen sie noch etwas weiter auf 126 zu 85 mmHg.
Wie beeinflusst Sport den Blutdruck?
Zur Blutdrucksenkung durch Sport tragen mehrere Mechanismen bei. Die Katecholaminspiegel in Ruhe und unter Belastung nehmen ab. Dadurch sinkt der Sympathikotonus. Es kommt zu einer endothelinabhängigen Vasodilatation durch NO-Anstieg.
Pro abtrainiertes Kilogramm Körpergewicht sinkt der Blutdruck um 1,5 bis 2 mmHg systolisch und um 1,2 bis 1,5 mmHg diastolisch. Das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse bei den Hypertonikern vermindert sich. Die Werte der Stoffwechselparameter Blutzucker, Cholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride verbessern sich.
Als alleinige Maßnahme sollte ein Ausdauertraining nach den Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga nur bei Blutdruckwerten unter 160 zu 100 mmHg begonnen werden. Ist bereits in Ruhe der Blutdruck wesentlich höher, besteht die Gefahr, daß unter dynamischer Belastung ein zu hoher Blutdruck auftritt, der dann ein Risiko bedeutet.
Welcher Blutdruck beim Training erwartet werden kann, läßt sich durch eine ergometrische Untersuchung gut abschätzen. Der Belastungsblutdruck bei 100 Watt sollte nicht über 230 zu 115 mmHg liegen. Der Blutdruck kann dann medikamentös entsprechend reguliert werden.
Krafttraining für Hypertoniker
Auch Krafttraining wird für Hypertoniker heute empfohlen. Hier gilt: Bei Personen mit Bluthochdruck sollte der Blutdruck in Ruhe gut eingestellt sein. Und er sollte während des Trainings gemessen werden.
Nach den neuen Empfehlungen des American College of Sports Medicine aus dem vergangenen Jahr sollten Hypertoniker, wenn möglich, täglich 30 Minuten körperliches Training machen. Die Intensität des Trainings ist ein wesentlicher Faktor für die langfristige günstige Beeinflussung des Blutdrucks. Das entspricht einem Trainingspuls von 170 bis 180 minus Lebensalter. Bei einer Behandlung mit einem Betablocker sollte ein 10 bis 20 Prozent niedrigerer Puls angestrebt werden.
Früher wurden generell Ausdauersportarten mit geringem bis mittleren Kraftaufwand wie Laufen, Walking, Radfahren, Schwimmen oder Skilanglauf empfohlen. Denn bei diesen überwiegend dynamischen Sportarten treten keine exzessiven Blutdruckspitzen auf. Von reinem Krafttraining bei Bluthochdruck wurde über viele Jahre abgeraten. Inzwischen belegen jedoch immer mehr Untersuchungen positive Effekte.
So wurde bei Patienten in Krafttrainingsprogrammen der systolische Blutdruck um bis zu 10 mmHg und der diastolische um bis zu 5 mm Hg gesenkt. Übermäßiger Blutdruckanstieg während des Trainings kann vermieden werden, wenn bei der Kraftanstrengung nicht mit Preßatmung gearbeitet wird. Prinzipiell ist Muskelkrafttraining an Geräten, aber auch mit Kleingeräten wie Hanteln, dem eigenen Körpergewicht oder mit elastischen Bändern möglich.
Die Intensität sollte so gewählt werden, daß die Trainierenden die Bewegung zehn- bis fünfzehnmal wiederholen können, berichten die Sportmediziner Dr. Michael Siewers und Professor Burkhard Weisser von der Universität Kiel.
Es gilt dabei natürlich das Prinzip: Die antihypertensiven Medikamente sollten den Bewegungsdrang der Patienten nicht bremsen. Und Betablocker können den systolischen Blutdruck bei körperlicher Belastung am besten senken. Allerdings können sie auch die Ausdauerleistungsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft einschränken.
Berücksichtigt werden sollte zudem, daß durch regelmäßiges Training die Herzfrequenz vermindert wird. Durch eine frequenzsenkende Medikation mit einem Betablocker könnte dann eine Bradykardie hervorgerufen werden. Zudem stören Betablocker die Fett- und vor allem die Glykogenverwertung - kontraproduktiv für Ausdauersportarten, die bei Hypertonie empfohlen werden.
ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten oder langwirksame Kalziumantagonisten sind für sporttreibende Hypertoniker gute Alternativen, weil sie die Leistungsfähigkeit nicht einschränken und stoffwechselneutral sind. Besonders gut senken Angiotensin-Rezeptor-Antagonsten den Belastungsblutdruck. Da zugleich auch das Produkt aus systolischem Blutdruck und Herzfrequenz als Maß für den myokardialen Sauerstoffverbrauch bei körperlicher Belastung deutlich stärker gesenkt wird, eignen sich Sartane besonders für KHK-Patienten mit Hypertonie.
Tipps für körperliche Bewegung bei Hypertonie
- Vor Aufnahme eines regelmäßigen Trainings sollte ein Belastungs-EKG gemacht werden. Damit werden eine KHK und Herzrhythmusstörungen ausgeschlossen, die für Hypertoniker ein besonders hohes Risiko bedeuten.
- Die Belastung sollte der beim Training geplanten entprechen, also sind Fahrradergometrie oder Test auf dem Laufband entsprechend auszuwählen.
- Bei der Trainingssteuerung kann man sich an der Herzfrequenz orientieren mit einem Trainingspuls von 170 bis 180 mmHg minus Lebensalter. Bei einer Betablocker-Therapie sollte ein 10 bis 20 Prozent niedrigerer Puls angestrebt werden.
- Auch beim Schwimmen ist aufgrund des Tauchreflexes der Trainingspuls um 10 bis 15 Schläge zu reduzieren (also 160 minus Lebensalter).
- Bei der milden und mittelschweren Hypertonie (unter 180 zu 110 mmHg) besteht keine Einschränkung der sportlichen Betätigung, auch nicht für den Leistungssport.
Radfahren und Blutdruck
Sowohl mit dem herkömmlichen Drahtesel als auch mit einem E-Bike tun Sie Ihrem Herz etwas Gutes. Regelmäßiger Ausdauersport gehört zu den besten Möglichkeiten, sich vor Herzerkrankungen zu schützen, den Blutdruck zu senken oder ein angeschlagenes, schwaches Herz zu stärken. So kann das Fortschreiten der koronaren Herzkrankheit durch Ausdauersport verlangsamt, zum Teil gestoppt und in Einzelfällen sogar zurückgebildet werden.
Ein besonders schonendes Ausdauertraining ist Fahrradfahren. Radfahren - egal ob auf dem normalen Fahrrad, dem E-Bike oder dem Fahrradergometer - fördert die Fitness: Es trainiert Herz und Lunge, verbessert die Ausdauer und kräftigt die Gesäß- und Beinmuskulatur. Zugleich ist Radfahren gelenkfreundlich: Da das meiste Körpergewicht auf dem Sattel lastet, werden Hüft- und Kniegelenke geschont. Die Tretbewegung fördert zudem die Versorgung der Gelenkknorpel mit Nährstoffen. Auch unterstützt regelmäßiges Fahrradfahren ein gesundes Körpergewicht.
Herzkranke sollten generell, bevor sie in die Pedale treten, ihr Herz von einem Kardiologen untersuchen lassen. „Der Arzt kann mit Hilfe eines Belastungselektrokardiogramms (Belastungs-EKG) die individuelle Belastbarkeit des Herzens sowie den passenden Trainingspuls ermitteln. Zudem kann er den Einfluss von Herzmedikamenten auf das Herz-Kreislauf-System und die körperliche Leistungsfähigkeit überprüfen“, sagt Professor Dr. med.
„Für Menschen mit Herzkrankheiten ist es zudem empfehlenswert, mit einem Pulsmesser aufs Fahrrad zu steigen, um die Herzfrequenz im Blick zu behalten und so einer Überlastung des Herzens vorzubeugen. Wer doch mal ohne Pulsmesser mit dem Fahrrad, dem E-Bike oder auf dem Fahrradergometer unterwegs ist, kann sich an folgendem Ratschlag orientieren: Radfahren ohne Keuchen. Ein beschleunigter und tiefer Atem ist beim Radfahren sowie bei anderen Sportarten normal. Beginnen Sie allerdings, auf dem Sattel zu keuchen und können sich nicht mehr unterhalten, ist das Training zu intensiv. Schalten Sie einen Gang runter. Eine gute Faustregel ist, die Intensität so zu wählen, dass Sie zwar ins Schwitzen kommen, sich aber noch unterhalten können.
Die Deutsche Herzstiftung e.V. empfiehlt ein moderates Ausdauertraining von mindestens 30 Minuten, fünfmal pro Woche (insgesamt > 150 Minuten/Woche). Generell gilt aber: Jedes Mehr an Aktivität wirkt sich positiv auf Ihre Gesundheit aus! Nutzen Sie daher das Fahrrad für den Weg auf die Arbeit, radeln Sie zum Bäcker und nutzen Sie den Feierabend für eine kleine Fahrradtour - so erreichen Sie Ihr tägliches Sportpensum fast nebenbei. Bewegungsmangel setzt im Körper viele zerstörerische Prozesse in Gang und schadet dem Herzen.
Was tun bei zu hohem Blutdruck?
Zwischen 20 und 30 Millionen Erwachsene in Deutschland haben einen zu hohen Blutdruck. Bluthochdruck entsteht durch das Zusammenspiel erblicher Anlagen und ungünstiger Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, zu hohe Salzzufuhr, Bewegungsmangel, zu viel Alkohol, Rauchen und Stress, die den Blutdruck nach oben treiben. Wer seinen Blutdruck mit natürlichen Mitteln senken möchte, sollte sich regelmäßig bewegen und Wege zur Stressbewältigung finden.
Patienten mit Bluthochdruck, die mit dem Training beginnen möchten, sollten sich vorher beim Kardiologen untersuchen lassen. Dies gilt insbesondere, wenn zusätzlich Begleiterkrankungen wie Diabetes oder eine koronare Herzerkrankung (KHK) vorliegen. Besonders ein Belastungs-EKG kann die Blutdruckregulation unter Belastung erfassen.
Generell sollten Betroffene beim Sport auf folgendes achten:
- Vor Beginn des Trainings sollte der Blutdruck gut eingestellt sein. Mit Werten über 160/95 mmHg sollten Sie nicht mit dem Sport beginnen.
- Trainieren Sie nur so, dass Sie sich währenddessen gut unterhalten können.
- Moderates Krafttraining kann ergänzend sinnvoll sein - am besten unter fachkundiger Anleitung, um eine Überlastung zu vermeiden.
- Nach neuesten Erkenntnissen schadet Pressatmung beim Krafttraining dem Herzen nicht, es sollte aber der Atem nur kurz angehalten werden.
Ein weiterer wichtiger Baustein zur Senkung des Blutdrucks ist der richtige Umgang mit Stress. Denn während ein kurzfristiger Blutdruckanstieg bei Stress ein sinnvoller Mechanismus ist, um den Körper besonders leistungsfähig zu machen, macht eine Dauerbelastung krank. Die permanente Überaktivierung des Nervensystems führt dazu, dass sich der Körper auf das erhöhte Stressniveau einstellt und den Blutdruck dauerhaft erhöht. Das belastet Herz und Gefäße.
Folgende Tipps können bei der Stressbewältigung helfen:
- Achten Sie auf einen gesunden Wechsel von Anspannung und Entspannung. Zum Stressabbau ist - neben gezielten Entspannungsmethoden - vor allem Bewegung geeignet. Legen Sie dabei möglichst keinen Ehrgeiz an den Tag.
- Suchen Sie sich zum Ausgleich eine anregende Aktivität: Ob Gemeinsames Wandern oder Nordic Walken in der Gruppe, Kochen mit Freunden oder ein Besuch im Theater: Aktive Entspannung lässt den Stress besser vergessen als ein Abend auf dem Sofa.
- Betrachten Sie Ihren Alltag aus der Distanz: Sind Sie zufrieden?
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