Bei der Frage nach der Reichweite handelt es sich wohl um die meistgestellte Frage in Bezug auf E-Bikes. Die Antwort kann jedoch nicht pauschal beantwortet werden, da die Reichweite des E-Bikes von vielen Faktoren abhängig ist. Faktoren können beispielsweise Außentemperatur, Fahrstil oder Gewicht des Fahrers sein. Moderne E-Bikes erreichen in der Regel eine Reichweite von 50 bis 80 km. Dies zeigen Erfahrungen mit hochwertigen E-Bikes bei gemischter Fahrweise.
E-Bikes für große Leute - eine Herausforderung
Großgewachsene Personen geraten aufgrund ihrer Höhe schnell in den Fokus anderer. Zumindest an Orten und in Situationen, in denen Menschen zusammenkommen. Für große Teile der Konsumgüterwirtschaft gilt das Gegenteil. Dort diktiert meist der Durchschnitt, was in welchen Dimensionen hergestellt wird. E-Bikes sind ein treffendes Beispiel dafür. Nach Angaben des Mikrozensus 2017 misst eine in Deutschland lebende Frau im Durchschnitt 1,66 Meter. Bei Männern sind es 1,79 Meter. Für Menschen dieser Größe werden die höchsten Stückzahlen an E-Bikes produziert. Deutlich weniger Rahmen kommen in den Größen L oder gar XL vom Band.
Wer größer ist als die Norm, kann beim Fahrradkauf schnell verzweifeln. Nicht nur ist das Angebot großer Fahrräder deutlich kleiner, es gibt auch noch zahlreiche weitere Aspekte, die du bei der Auswahl des passenden Modells berücksichtigen musst. Obwohl Menschen mit einer überdurchschnittlichen Körpergröße im Alltag häufig im Fokus stehen, zeigt sich auf dem Fahrradmarkt ein anderes Bild. Hier bestimmt der Durchschnitt, was und in welchen Mengen produziert wird, denn große Stückzahlen sind für die Hersteller profitabler. Rahmengrößen jenseits der 60 cm triffst du nur bei wenigen Marken an und selbst darauf sitzen einige noch wie auf einem Kinderfahrrad.
Gesundheitliche Aspekte bei falscher Rahmengröße
Während sich aber der Griff zum größeren Paar Schuhe automatisch ergibt, ist das im Falle des Fahrrades mitunter weniger offensichtlich. Manche von euch zwängen sich vielleicht auf ein viel zu kleines Fahrrad, frei nach dem Motto: Klar, geht schon. Gesund ist das allerdings nicht. Einfachere Verspannungen, Rückenschmerzen und muskuläre Dysbalancen können die Folge sein. Abgesehen davon, dass das Fahren viel weniger Spaß macht.
Die richtige Rahmengröße finden
Einen weiteren wichtigen Fingerzeig liefert eure Schrittlänge, auch Innenbeinlänge genannt. Sie gibt den Abstand von der Fußsohle bis zum Schritt an. Alles, was über 95 Zentimeter hinausgeht, verdient bei Männern den Titel XXL. Eure Schrittlänge könnt ihr mithilfe weniger Alltagsgegenstände übrigens schnell selbst ermitteln. Zieht dafür einfach Hose, Schuhe und Socken aus und behaltet nur die Unterwäsche an. Nun nehmt ihr ein Buch oder eine Wasserwaage und stellt euch auf ebenem Boden mit dem Rücken an eine senkrechte Wand. Buch, Wasserwaage oder etwas ähnlich Passendes schiebt ihr anschließend zwischen eure Oberschenkel bis an den Schritt heran. Drückt den Gegenstand fest gegen die Wand und markiert dessen Oberkante an derselben.
Die Schrittlänge drückt aus, wie groß der Abstand vom Pedal in der untersten Position bis zur Oberkante des Sattels an einem E-Bike mit der für euch richtigen Größe sein sollte. Den Fuß stellt ihr für diese Abschätzung mit der Ferse auf das Pedal. Die Angabe summiert quasi die Länge der Kurbel, die Länge des Sitzrohres, die Länge des Abschnittes der Sattelstütze, der aus dem Sitzrohr herausragt sowie die Höhe des Sattels. Tatsächlich genügt bereits eine entsprechend große Schrittlänge als ein Indiz dafür, dass ein E-Bike für große Menschen für euch angebracht scheint. Selbst wenn eure gesamte Körperlänge das vielleicht nicht zu rechtfertigen scheint. In dem Falle gehört ihr einfach zu den Langbeinern. So bezeichnet man Menschen, deren Beine überproportional länger sind als ihr Oberkörper sowie ihre Arme. Das Gegenteil davon sind die Sitzriesen.
Die Bedeutung der Rahmengröße
Ist klar, dass für euch ein Modell der Sorte XXL das Richtige scheint, stellt sich die Frage, wie ihr dieses findet. Manche Hersteller haben eure Bedürfnisse registriert und ihre Modellnamen beispielsweise um einschlägige Kürzel wie „XL“ erweitert. Leider ist das die Ausnahme. Einen entscheidenden Hinweis liefert euch die Rahmengröße. Der Rahmen als Herzstück des Fahrrades muss unbedingt eine passende Größe mitbringen. Hinter der Rahmengröße verbirgt sich der Abstand zwischen der Mitte des Tretlagers und dem oberen Ende des Sitzrohrs. In der Regel geben die Hersteller den Wert in Zentimetern an. Multipliziert ihr eure ermittelte Schrittlänge mit dem Faktor 0,66, erhaltet ihr eine theoretisch zu euch passende Rahmengröße.
Bei manchen Online-Shops könnt ihr das dank eines interaktiven Rechners auch im Handumdrehen automatisch ermitteln lassen. Dabei handelt es sich jedoch allenfalls um einen Näherungswert. Die Formel ist ja nicht sonderlich komplex. Daher dürft ihr dort nicht zu viel hineininterpretieren. Mit dem Aufkommen von Rahmengeometrien mit stärker abfallenden Oberrohren haben sich die Sitzrohre deutlich verkürzt. Das nimmt der gerade beschriebenen Formel einiges an Aussagekraft. Deshalb hat sich inzwischen die Angabe der beiden Werte „Stack“ und „Reach“ etabliert.
Stack und Reach als entscheidende Faktoren
Welche Dimensionen ein Fahrradrahmen im Verhältnis zu den eigenen Körpermaßen hat, lässt sich neben der Rahmengröße an den beiden Angaben Stack und Reach ablesen. Sie basieren auf der Oberkante Steuerrohr und der Mitte Tretlager als Fixpunkte der Geometrie. Stack bezeichnet den vertikalen Abstand zwischen den beiden Punkten, Reach den horizontalen Abstand. Beträgt der Stack 640 Millimeter und mehr, weist das auf ein E-Bike mit einem ausgesprochen großen Rahmen hin. Setzt ihr Stack und Reach in ein Verhältnis zueinander, ergibt dies einen Quotienten. Habt ihr eher einen langen Oberkörper und lange Arme, orientiert ihr euch besser an dem jeweils kleineren Quotienten. Selbst bei Stack und Reach könnte ihr übrigens wieder den Bezug zu eurer Schrittlänge herstellen. Multipliziert ihr diese mit dem Faktor 0,69, erhaltet ihr als Ergebnis den zu eurem Körper passenden Stack.
Weitere Anpassungsmöglichkeiten
Stimmt der Rahmen von der Größe her, ist schon einmal viel gewonnen. Das beginnt beispielsweise beim Lenker. Eine große Körperhöhe geht oftmals mit langen Armen und etwas breiteren Schultern einher. Deshalb kann es für ein angenehmes Gefühl auf dem Fahrrad nützlich sein, eine minimale Lenkerbreite nicht zu unterschreiten. Empfohlen werden des Öfteren Breiten von 65 Zentimetern und mehr. Wobei der jeweilige Fahrradtypen hier natürlich mit hineinspielt. An einem E-Mountainbike für große Menschen Lenkerbreiten von bis zu 70 Zentimeter und darüber anzutreffen, ist heutzutage keine Schwierigkeit.
Genauso wichtig wie die Breite ist die Höhe des Lenkers. Wer lieber eher aufrecht sitzend Fahrrad fährt, wird sein Lenker ein paar Zentimeter höher als den Sattel einstellen wollen. Das erreicht ihr auf vielerlei Weise. Einfachstes Mittel dafür ist sicher ein höhenverstellbarer Vorbau. Dank eines Gelenkes lässt sich dessen Winkel mitunter bis auf einen Grad genau einstellen. Muss der Lenker jedoch in eine deutlich höhere Position gelangen, gelingt dies mithilfe einer Gabelschaftverlängerung. Wie der Namen verrät, montiert ihr sie auf den Teil des Gabelschaftes, der aus dem Steuerrohr herausragt. Es gibt sie in unterschiedlichen Längen. Los geht’s typischerweise bei 50 Millimetern und steigert sich dann hinauf bis zu 120 Millimeter. Wer ein ganz spezielles Maß bevorzugt, kann einfach zur Metallsäge greifen und die entsprechende Vorlage nach Wunsch einkürzen.
Für einen optimalen Kniewinkel und eine effiziente Kraftübertragung ist die Wahl der passenden Kurbellänge mitentscheidend. Längere Beine verlangen in der Regel auch nach etwas längeren Kurbeln. Während sich bei durchschnittlich großen Menschen vieles in dem Bereich zwischen 170 und 175 Millimetern abspielt, darf eine Kurbel für besonders Großgewachsene gern auch 180 Millimeter lang sein. Leider wird so etwas relativ selten hergestellt.
Verfügbarkeit von XXL-E-Bikes
Ein E-Bike, das explizit für große Frauen oder für große Männer ausgewiesen ist, zählt ganz klar zu einer Minderheit. Auf Modelle trefft ihr am ehesten bei den E-Bike-Typen, mit denen die Hersteller große Teile ihres Umsatzes machen. Dazu gehören E-Mountainbikes, urbane E-Bikes, auch City-E-Bikes genannt, und Trekking-E-Bikes. Selbst innerhalb dieser Gruppen gibt es große Unterschiede. Teil der Wahrheit ist ebenso, dass Frauen gewöhnlich schlechtere Karten haben als Männer. Vermutlich gehen etliche Hersteller davon aus, dass große Frauen sich im Zweifelsfall für ein Fahrrad entscheiden, das an sich für Männer konzipiert worden ist. Und dass Frauen mit einer Körpergröße von 1,90 Metern oder zwei Metern auch E-Bike fahren wollen, scheint bei den Überlegungen von Unternehmen der Fahrradbranche so gut wie gar keine Rolle zu spielen.
E-Bike Reichweite maximieren
Um die Reichweite deines E-Bikes zu maximieren, beachte folgende Tipps:
- In niedrigen Gängen fahren: Hohe Drehzahlen sorgen für geringeren Stromverbrauch.
- Motorunterstützung anpassen: Nicht permanent auf höchster Stufe fahren.
- E-Bike pflegen: Schlecht geölte Ketten erhöhen den Kraftaufwand.
- Akku im Winter schützen: Ein Neoprenschutz hilft, die Betriebstemperatur zu halten.
E-Bike Nutzung
Das am weitesten verbreitete (ca. 99 %) E-Bike ist das Pedelec: Man muss auch hier in die Pedale treten, um voranzukommen. Nur dann unterstützt der Motor den Fahrer. „Das E-Bike ist kein E-Mofa, sondern ein echter Hybrid. Man fährt das E-Bike also mit weniger Anstrengung im selben Tempo wie ein Fahrrad oder mit derselben Anstrengung und höherem Tempo“, erklärt Anja Knaus vom schweizerischen Hersteller Flyer. Wobei das Durchschnittstempo der E-Bikes nur etwa 2,5 km/h höher liegt als das des Fahrrads. Zudem fährt man mit einem neuen Rad erfahrungsgemäß lieber und öfter als mit einem alten und behäbigen Drahtesel.
Ob als Pendlerfahrzeug, als Sportgerät oder als Familientransporter: Das E-Bike macht Ziele schneller und bequemer erreichbar. Daraus resultiert auch, dass E-Radler im Schnitt deutlich weitere Strecken zurücklegen als unmotorisierte Radfahrer (E-Bike: 8 Kilometer pro Tag, Fahrrad: 5,3 Kilometer pro Tag, lt. PASTAStudie).
Da das E-Bike beim Treten unterstützt, ist das Fahren mit den Rädern (zumindest jüngerer Baujahre) absolut intuitiv. „Etwaig anderes Kurvenverhalten durch höheres Gewicht oder leicht längere Bremswege sind versierten Fahrern im Handumdrehen vertraut“, weiß Matthias Rückerl von Haibike. Unterm Strich sind E-Bikes gerade einmal 2,5 km/h schneller unterwegs als Räder ohne Motor. Der Belastungsbereich beim Sportlässt sich so präzise steuern.
Zusammenfassung
Die Wahl des richtigen E-Bikes für große Menschen erfordert sorgfältige Überlegung und Anpassung. Die Rahmengröße, Stack und Reach, Lenkerbreite und Kurbellänge sind entscheidende Faktoren für Komfort und Effizienz. Mit den richtigen Anpassungen können auch große Menschen das E-Biken in vollen Zügen genießen.
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