Das Radfahren gehört in Deutschland zu den beliebtesten Sommer-Sportarten. Und das nicht ohne Grund! Denn die gelenkschonende Sportart hält nicht nur körperlich und geistig fit, sondern fungiert zudem als schnelles und klimaneutrales Transportmittel für kurze Strecken.
Radfahren, Prostatitis und PSA-Wert
Fahrrad fahren schadet der Prostata und erhöht den PSA-Wert - ein Mythos, der seit Jahren kursiert und Unsicherheiten verbreitet. Der Irrglaube wurde unter anderem durch Fälle von Profiradsportlern mitgetragen, die an Prostatakrebs erkrankten. Die Ursache der Erkrankung lag hier jedoch in den meisten Fällen an einer chronischen Prostatitis. Dabei handelt es sich um eine Entzündung und/oder schmerzhafte Schwellung der Prostata.
Die Erkrankung macht sich unter anderem durch Schmerzen in Becken, Damm, Leiste, beim Wasserlassen oder nach der Ejakulation bemerkbar. Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, kann sich bei Betroffenen erhöhen, das gilt jedoch nicht für Menschen ohne Prostatitis. Und der Zusammenhang zwischen Radfahren und dem PSA-Wert? Der PSA-Wert kann dadurch kurzzeitig in die Höhe getrieben werden und die Testergebnisse verfälschen, denn Fahrradfahren und der Sitz im Sattel wirken wie eine Prostatamassage, bei der vermehrt das Eiweiß PSA gebildet wird; soll heißen: Fällt der PSA-Wert hoch aus, deutet das erstmal nicht auf Veränderungen der Prostata hin, sondern liegt am Drahtesel.
Für einen aussagekräftigen PSA-Wert können Sie vor Blutentnahme vorübergehend auf das Radeln verzichten. Wer Prostatakrebs hat oder im Alter ist, in dem das Krebsrisiko steigt, kann beruhigt auf das Fahrrad steigen. Denn prinzipiell ist Radfahren nicht schädlich.
Wie lange kein Fahrradfahren vor dem PSA-Test?
Dass Radfahren den PSA-Wert erhöht, ist mittlerweile den meisten Ärzten bekannt, die diesen Marker zur Prostata-Diagnostik verwenden. Doch wie lange ein Radfahrer pausieren muss, damit aussagekräftige Werte beim Labortest herauskommen - das wissen viele nicht.
Eine Woche Pause beim Radfahren empfiehlt Internist Dr. Wenn die Pause kürzer ausfalle, seien die Werte nicht valide, sagte Grebe im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Schon wer zuerst die Tastuntersuchung mache und dann das Labor erhebe, bekomme einen verfälschten PSA-Wert.
Aufgrund der Studienergebnisse kamen die Autoren der Metaanalyse zu folgendem Schluss: Ärzte sollten Männern, die sich im Rahmen der Prostatakrebs-Früherkennung einer PSA-Testung unterziehen wollen, vorsichtshalber vom vorherigen Radfahren abraten. Das bedeutet, 24 Stunden vor der geplanten Blutentnahme sollte „Mann“ aufs Radfahren verzichten. Dadurch können möglicherweise unnötige Untersuchungen zur weiteren Abklärung eines erhöhten PSA-Wertes wie erneute PSA-Kontrollen beziehungsweise Prostatabiopsien vermieden werden.
Die deutsche S3-Leitlinie äußert sich in diesem Zusammenhang etwas zurückhaltender als die Autoren der oben genannten Metaanalyse. Erst bei erhöhtem PSA-Wert empfiehlt die derzeit gültige Leitlinie, mögliche Einflussfaktoren wie Fahrradfahren zu kontrollieren und den PSA-Wert ein zweites Mal zu messen: Kurz vor der Kontrollmessung sollten die Einflussfaktoren dann vermieden werden. Grundsätzlich vom Fahrradfahren abraten braucht man Männern, die regelmäßig zum PSA-Screening gehen, jedoch nicht.
Experten empfehlen zur Prävention des Prostatakarzinoms unter anderem, sich regelmäßig körperlich zu betätigen. Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unseren Internetseiten „Sport und Bewegung zur Krebsvorbeugung“.
Mechanismus noch ungeklärt
Noch nicht geklärt ist, wie Fahrradfahren den PSA-Wert erhöht. Verschiedene Mechanismen werden diskutiert. Einige Experten vermuten, dass das Sitzen auf dem Sattel mit einem erhöhten Druck auf die Prostata einhergeht: Mikrotraumen im Prostatagewebe sollen dazu führen, dass das Prostata-spezifische Antigen vermehrt in die Blutbahn gelangt.
Andere gehen davon aus, dass die gesteigerte Muskelarbeit die Durchblutung im Beckenbereich und damit auch in der Prostata fördert. Infolgedessen steigt der PSA-Spiegel im Blut an. Beide Hypothesen können die uneinheitlichen Studienergebnisse zum Teil erklären: In den Studien waren beispielsweise weder Dauer und Intensität des Radfahrens noch die Zeitspanne bis zur Blutentnahme standardisiert.
Weitere Einflussfaktoren auf den PSA-Wert
Welche Faktoren können bei Männern, unabhängig von Prostatakrebs, den PSA-Wert außerdem erhöhen? Bekannt ist, dass der PSA-Spiegel im Blut - wie andere Biomarker auch - natürlichen Schwankungen unterliegt. Darüber hinaus kennt man weitere Einflussfaktoren, die sich auf die Höhe des PSA auswirken können.
Die Prostatakrebs-Leitlinie listet folgende Beispiele auf:
- Digital-rektale Untersuchung
- Entzündung der Prostata (Prostatitis)
- Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P)
- Darmspiegelung (Koloskopie)
- Harnverhalt
- Blasenkatheter
- Sexuelle Aktivität
PSA-Wert: Was sagt diese Blutuntersuchung?
Der PSA-Test misst den Wert des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut. Dies ist ein Eiweißstoff, der in der Prostata gebildet wird. Ist der PSA-Wert erhöht, kann dies für eine Erkrankung der Prostata sprechen.
Eine Blutuntersuchung auf das Prostata-spezifische Antigen (PSA) wird häufig im Rahmen der Prostatakrebs-Früherkennung durchgeführt. Bei Verdacht auf Erkrankungen der Prostata oder einem bereits diagnostizierten Prostatakarzinom wird ein PSA-Test zur Behandlungsplanung und als Kontrollwert eingesetzt, da Krebszellen größere Mengen an PSA produzieren. Auch im Vivantes Prostatazentrum Berlin wird das PSA in der Therapie von Prostataerkrankungen kontrolliert.
Ein erhöhter PSA-Wert heißt also nicht sofort, dass Sie Prostatakrebs haben! Männer mit identischen PSA-Werten können unterschiedliche Erkrankungen haben. Im Sinne der Krebs-Früherkennung sollte der erhöhte Wert jedoch abgeklärt werden - auch wenn Sie im Moment keine Symptome haben.
Wichtig ist zu beachten, dass auch andere Faktoren wie z.B. Medikamente, Geschlechtsverkehr oder Radfahren den PSA-Wert beeinflussen können. Durch äußerliche Reize wie die Tastuntersuchung, große Fahrradtouren oder Geschlechtsverkehr vor der Blutentnahme könnte ein bestimmter PSA-Wert etwas erhöht sein.
Einen allgemeingültigen PSA-Normalwert für alle Altersgruppen gibt es nicht. Je nach Alter oder familiären Vorerkrankungen weist der PSA-Wert auf ein anderes Risiko für Prostatakrebs hin.
Der PSA-Wert wird in Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) angegeben. Bei Männern, die bereits Miktionsbeschwerden, eine vergrößerte Prostata oder auch Harnwegsinfekte haben, gelten andere Richtwerte!
Doch auch ein niedriger oder normaler PSA-Wert ist kein sicherer Beweis dafür, dass kein Prostatakrebs vorliegt. Bei ca. 10-15 Prozent der Männer mit einem diagnostizierten Prostatakarzinom werden solche normalen Werte gemessen.
Verschiedene PSA-Werte
Wenn vom PSA-Wert die Rede ist, geht es dabei um verschiedene Parameter dieses Prostata-Eiweiß. Zunächst setzt sich das Gesamt- oder Total-PSA (tPSA) aus dem freien PSA und dem gebundenen PSA zusammen:
- Der Anteil des freien PSA (fPSA) im Gesamt-PSA beträgt 10-30 Prozent. Das Verhältnis von Gesamt-PSA und fPSA wird auch PSA-Quotient genannt. Dieser Wert hilft bei der Beurteilung, um welche Erkrankung der Prostata es sich handelt: Ein fPSA-Wert über 20-25% spricht für eine gutartige Erkrankung der Prostata. Mit fallendem fPSA-Quotienten steigt das Risiko für eine bösartige Prostataerkrankung (<15%).
- Nach Reizungen der Prostata durch Radfahren, Sex oder die Tastuntersuchung kann der fPSA-Anteil leicht erhöht sein. Für eine korrekte Messung verzichten Sie bitte mindestens 24 Stunden vor der Blutabnahme darauf.
- Zu 70-90 Prozent ist das PSA im Blut an andere Eiweißkomplexe gebunden, z.B. an Alpha-1- oder Alpha-2-Globuline. Ist dieses komplexiertes PSA (cPSA) erhöht, nimmt die Wahrscheinlichkeit für Prostatakrebs zu. Der cPSA-Anteil reagiert kaum auf äußere Einflüsse.
Auch die Anstiegsgeschwindigkeit der PSA-Werte (engl. PSA-Velocity) gibt Hinweise darauf, ob eine Biopsie notwendig wird. Diese Messgröße kann bestimmt werden, wenn in einem Abstand von mindestens 6 Monaten wenigstens 3 PSA-Blutproben mit dem gleichen Testverfahren entnommen wurden. Die jährliche PSA-Anstiegsgeschwindigkeit sollte 0,35 und 0,75 ng/ml nicht überschreiten. Hierbei gilt: Je schneller die PSA-Werte ansteigen, desto wahrscheinlicher liegt ein Prostatakarzinom vor. Auch wenn die Werte langsamer, aber kontinuierlich steigen, könnte es sich um einen Tumor handeln. Schwankende PSA-Werte hingegen sprechen eher für eine Prostataentzündung (Prostatitis), die auch chronisch über einen längeren Zeitraum verlaufen kann.
Wenn mindestens zwei PSA-Werte aus einem Zeitintervall von mindestens 3 Monaten vorliegen, können Ärzt*innen auch die PSA-Verdoppelungszeit (PSAVZ oder engl. PSADT) ausrechnen. Noch aussagekräftiger wird dieser Wert, wenn noch mehr PSA-Proben gemacht wurden - stets mit dem gleichen Testverfahren.
Die PSA-Verdoppelungszeit wird besonders in der Aktiven Überwachung angewandt, da hier beobachtet wird, ob ein Prostatakrebs schnell oder langsam wächst. Auch in der Rezidivtherapie spielt die Verdopplungszeit eine große Rolle, da dadurch der Erfolg der Behandlung beobachtet werden kann.
Mit zunehmender Prostatagröße steigt auch der PSA-Wert. Somit kann der Grund für einen erhöhten PSA-Wert auch eine gutartige Prostatavergrößerung sein. Das gutartige Wachstum der Prostata ist durchaus ein normaler Prozess des Alterns.
Der Parameter der PSA-Dichte (PSAD, engl. density) wiederum hilft, bei erhöhten Gesamt-PSA-Werten von 4-10 ng/ml und vergrößerter Prostata eine Prostatabiopsie zu vermeiden. Für die PSA-Dichte wird das Gesamt-PSA durch das Volumen der Prostata in cm³ (ml) geteilt. Die Größe der Prostata können Ärzt*innen sehr genau mit Hilfe des transrektalen Ultraschalls feststellen.
Eine PSA-Dichte bis 0,1 spricht für eine gutartige Prostatavergrößerung. Bei einer PSA-Dichte über 0,15 ist die Wahrscheinlichkeit für Prostatakrebs erhöht.
Bei der Beurteilung von verschiedenen PSA-Blutproben hängt es maßgeblich davon ab, dass ein einheitliches Messverfahren verwendet wurde. Im deutschsprachigen Raum werden hauptsächlich zwei verschiedene PSA-Messsysteme verwendet: der WHO-Standard (96/668 oder 96/670) und Hybritech. Da unterschiedliche Messverfahren auch unterschiedlich sensitiv sind, d.h. eine Frage, zu der es unterschiedliche Meinungen gibt.
Alle Männer ab dem 45. Lebensjahr können an der Krebsvorsorge teilnehmen und ihren PSA-Wert im Blut bestimmen lassen. Männer mit familiärer Vorbelastung können die Untersuchung bereits ab dem 40. Lebensjahr durchführen lassen.
Zur Bestimmung des PSA-Wertes wird dem Patienten Blut aus der Armvene entnommen. Das Testergebnis liegt in der Regel am nächsten Tag vor. „Tendenziell sollten Männer alles vermeiden, was Druck auf die Prostata ausübt, da sich dadurch der Wert verändern kann“, sagt Dr. Stobbe.
Auch durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata, eine Harnwegs- oder Prostataentzündung oder einen Prostatainfarkt kann es zu einem hohen PSA-Wert kommen. „Ein erhöhter PSA-Wert heißt nicht gleich, dass es sich um Prostatakrebs handelt. Hier sind weitere Schritte zur Diagnosestellung nötig", so Dr. Stobbe.
„Der Bluttest kann Hinweise auf mögliche Tumore in der Prostata geben, bevor Beschwerden auftreten. Auch bei Prostatakrebs gilt, dass eine frühe Diagnose und Behandlung die Heilungschancen verbessern und das Risiko für Metastasen senken kann", sagt Facharzt Dr.
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für den Bluttest nur, wenn ein konkreter Krebsverdacht besteht, etwa, wenn bei einer Tastuntersuchung Veränderungen erkannt wurden.
Einfluss von Sport auf die Prostata
Der PSA-Wert spielt eine große Rolle in der Krebsfrüherkennung bei Männern. Das ist vor und nach der Untersuchung wichtig. Der PSA-Wert ist ein Blutwert, der bei der Krebsvorsorge von Männern eine große Rolle spielt. Die Abkürzung PSA steht für Prostata-Spezifisches Antigen. Weil ein erhöhter Wert auf Prostatakrebs hindeuten kann, wird der PSA-Wert in der Medizin als Tumormarker verwendet.
Allerdings beeinflussen auch viele andere Faktoren den Anteil des Prostata-Spezifischen Antigens im Blut, zum Beispiel intensive körperliche Aktivität. Wir erklären, wie gesunde Werte aussehen sollten, wie sich Sport auf das Protein auswirkt, warum ein Marathon die Untersuchungsergebnisse verfälscht und was ein erhöhter PSA-Wert bedeuten kann.
PSA liegt im Blut frei oder an andere Proteine gebunden vor. Deshalb gibt es unterschiedliche Messwerte für das Gesamt-PSA (t-PSA), das freie PSA (f-PSA) und das komplexierte PSA (c-PSA): f-PSA befindet sich frei im Blut, c-PSA bindet sich im Blut an andere Proteine. f-PSA und c-PSA ergeben zusammen den Wert für das t-PSA. Für die Diagnostik wird meist das Gesamt-PSA (t-PSA) genutzt, weil der f-PSA-Wert stark schwankt und der c-PSA-Wert alleine keine Aussagekraft hat.
Weil entartete Prostata-Tumorzellen oft deutlich mehr PSA produzieren als die gesunden Prostatazellen, wird ein erhöhter PSA-Wert für die Diagnostik und Verlaufskontrolle onkologischer Erkrankungen genutzt. Durch die Messung dieses Wertes erhalten Urologen frühzeitig Hinweise auf ein möglicherweise vorhandenes Prostatakarzinom.
Weil der PSA-Wert anfällig für Schwankungen ist und auch bei gutartigen Erkrankungen erhöht sein kann, ist seine Anwendung als Tumormarker in der Krebsfrüherkennung umstritten.
Was beeinflusst den PSA-Wert?
Da alle Prostatazellen PSA produzieren, hängt der PSA-Wert maßgeblich von der Prostatagröße und der Prostatazellen-Anzahl ab. Außerdem beeinflussen mechanische Reize, Erkrankungen, Entzündungen und Hormone den PSA-Wert.
- Alter: Ab 40 Jahren wird die Prostata bei den meisten Männern größer. Durch die steigende Anzahl an Prostatazellen steigt die PSA-Produktion und entsprechend der PSA-Wert.
- Körperliche Aktivität: Sport führt zu einer Erhöhung des PSA-Wertes. Vermutet wird, dass die mechanische Irritation der Prostata, unter anderem durch Druck auf und rhythmisches Heben und Senken des Beckenbodens, die Ursache dafür ist. Auch die generell gesteigerte Durchblutung bei körperlicher Aktivität könnte dazu führen, dass mehr PSA ins Blut gelangt.
- Mechanische Reizung/Irritationen der Prostata: Eine mechanische Reizung der Prostata, wie sie zum Beispiel bei der Austastung des Enddarmes im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung vorkommt, kann den PSA-Wert vorübergehend ansteigen lassen. Gleiches gilt nach Darmspiegelung und Prostatabiopsie (Gewebeentnahme).
- Übergewicht: Adipositas (starkes Übergewicht) kann den PSA-Wert erhöhen.
- Rauchen und Alkoholkonsum: Dass Nikotinkonsum den PSA-Wert in die Höhe treibt, konnte in Studien bereits belegt werden. Hinsichtlich der Wirkung regelmäßigen Alkoholkonsums auf die Entwicklung des PSA-Wertes sind die Studienergebnisse widersprüchlich bzw. nicht eindeutig.
- Stress: Stress kann zu einer Erhöhung des PSA-Wertes führen.
- Medikamente: Arzneimittel gegen eine gutartige Prostatavergrößerung (z. B. Finasterid oder Dutasterid) oder Haarausfall können für niedrige PSA-Wertes sorgen. Der enthaltene Wirkstoff hemmt das Enzym 5-Alpha-Reduktase, das Testosteron in der Prostata in DHT umwandelt. Ebenso sorgen Antiandrogene (auch: Androgenrezeptorblocker), die bei Prostatakrebs eingesetzt werden, für eine Senkung des PSA-Wertes. Sie hemmen die Wirkung von Testosteron in der Prostata.
- Gutartige Prostatavergrößerung (BPH): Warum genau das Prostatavolumen mit zunehmendem Alter steigt, ist nicht abschließend geklärt. Vermutet wird aber, dass sich das Verhältnis des ständigen Auf- und Abbaus der Prostatazellen durch hormonelle Veränderungen in Richtung Aufbau verschiebt. Mit zunehmendem Alter (etwa ab 40 Jahren) reduziert sich der Zellabbau, die Menge des Prostata-Gewebes nimmt zu, die Prostata vergrößert sich.
- Entnahme von Prostatazellen: Eine Biopsie bedeutet ein Trauma für die Prostata, das zu einer Erhöhung des PSA-Spiegels im Blut führen kann.
- Erkrankungen und Infektionen: Eine Erhöhung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blutserum oder -plasma kann Folge einer Entzündung sein. Die Ursache ist eine Erkrankung oder Infektion. Dazu gehören zum Beispiel eine Prostataentzündung (Prostatitis) und Harnwegsinfekte (Blasenentzündung). In den meisten Fällen sinkt der PSA-Wert durch Einsatz eines Antibiotikums wieder ab.
- Prostatakarzinom: Tumoröse Prostatazellen produzieren häufig mehr PSA als gesunde und können somit zu einem erhöhten PSA-Wert führen.
Was ist ein hoher PSA-Wert?
Bei der Beurteilung des PSA-Wertes sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, dass es individuell unterschiedlich ist, wieviel PSA aus der Prostata in den Blutkreislauf gelangt. Zudem hängt es vom Lebensalter ab, welche Werte als gesunde Werte gelten bzw. als zu hohe Werte eingeordnet werden.
Ein weiterer Faktor, der für die Einordnung des PSA-Wertes wichtig ist, ist die Eichung des Testsystems - nach Hybritech-Standard oder WHO-Standard. PSA-Werte, die im Hybritech-Verfahren untersucht werden, liegen etwa 20 Prozent über den nach WHO-Standard gemessenen PSA-Werten. Tabellen, die eine Übersicht über gesunde bzw. erhöhte PSA-Werte zeigen, enthalten deshalb sogenannte Schwellenwerte, die als Anhaltspunkte für eine weitere notwendige Diagnostik dienen.
Für Männer bis 49 Jahre sind Werte bis 2,5 ng/ml in Ordnung, bis 59 Jahre Werte unterhalb von 3 ng/ml. Danach steigt der „gesunde Wert“ pro Lebensjahrzehnt um 1 ng/ml: Männer im Alter zwischen 60 und 69 gelten mit einem PSA-Wert bis 4 ng/ml als gesund, Männer ab 70 Jahren dürfen bis zu 5 ng/ml PSA im Blut haben. PSA-Werte, die über diesen Schwellenwerten liegen, stellen die Indikation für eine Biopsie (Entnahme von Prostatagewebe) dar, um einen Tumor frühzeitig diagnostizieren zu können. Bei Werten über 10 ng/ml liegt die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Prostatakarzinoms bei mindestens 50 Prozent.
In der Diagnostik von Prostatakrebs wird der PSA-Wert für eine genauere Einschätzung des Krebsrisikos zusätzlich ins Verhältnis zur Größe der Prostata gesetzt (PSA-Dichte, Prostatavolumenquotient).
Wie wirkt sich Sport auf den PSA-Wert aus?
Die Ergebnisse von Studien, die die Wirkung von Sport auf den PSA-Wert untersuchen, sind nicht eindeutig. Vor allem bei gesunden jungen Männern (bis 45 Jahre) wird ein Anstieg des PSA-Wertes durch körperliche Aktivität oft nicht bestätigt.
Da in Studien mit älteren Männern jedoch immer wieder ein Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und einem erhöhten PSA-Wert in den darauffolgenden 24 bis 48 Stunden gezeigt werden kann, ist davon auszugehen, dass Sport grundsätzlich zu einer Erhöhung des PSA-Wertes führt. Es gibt Hinweise darauf, dass der PSA-Wert insbesondere bei Männern mit auch im Ruhezustand erhöhtem PSA (mindestens 4 ng/ml) steigt. Das trifft vermutlich auch auf Männer zu, die regelmäßig Sport treiben und beispielsweise alle zwei Tage joggen gehen.
Eine Studie aus dem Jahr 2011 untersuchte die Entwicklung der PSA-Konzentration bei Männern (Alter: 61 bis 66 Jahre, Prostatahyperplasie, t-PSA-Durchschnitt: 7,7 ng/ml) nach einer Stunde Fahrradfahren und/oder einer einstündigen Laufeinheit. Das Gesamt-PSA stieg nach dem Radfahren im Mittel um 1,9 ng/ml, nach dem Laufen um 1,0 ng/ml an. Den stärksten Anstieg nach dem Fahrrad fahren zeigte das f-PSA. Zwischen Prostatagröße und PSA-Anstieg konnte kein Zusammenhang ermittelt werden. Nach dem Sport normalisierten sich die Blutwerte innerhalb von 24 bis 48 Stunden.
Grundsätzlich geht man davon aus, dass jede Sportart den PSA-Wert beeinflusst. Durch die Durchblutungssteigerung beim Sport wird vermehrt PSA aus der Prostata ins Blut abgegeben. Untersucht wurden bisher vorrangig die Sportarten Fahrradfahren (Outdoor, Ergometer), Laufen (Mitteldistanz, Marathon, Ultradistanzen, Laufband), Reiten und (Wasser-)Ski.
Was sollte man vor dem PSA-Test nicht machen?
Die Bestimmung von Blutwerten sollte im Optimalfall bei jeder Untersuchung unter gleichen Bedingungen stattfinden, um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten. Ereignisse wie ein Marathonlauf, intensives Training auf dem Fahrrad, Geschlechtsverkehr oder eine Untersuchung in Prostatanähe verfälschen unter Umständen das Testergebnis, weil sie den PSA-Wert erhöhen. Besondere Vorkommnisse und Medikamente sollten Sie deshalb vorab immer dem behandelnden Arzt mitteilen.
Wie lange sollte ich vor einem PSA-Test keinen Sport betreiben?
Da ein erhöhter PSA-Wert nach dem Sport in den meisten Fällen bis zu 48 Stunden nach der Aktivität gemessen wird, sollten Sie vor einem PSA-Test mindestens zwei Tage lang keinen Sport treiben. Das gilt fürs Joggen ebenso wie fürs Radfahren und andere Sportarten wie Tennis, Fußball oder Badminton.
Wie jede andere Blutuntersuchung unterliegt auch der PSA-Wert natürlichen Schwankungen. Das Ziel ist trotzdem, die Messung unter gleichen Bedingungen durchzuführen, um insbesondere bei Verlaufskontrollen eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Die besteht natürlich nicht, wenn Sie einmal nach Ihrem Ruhetag zum PSA-Test gehen und beim nächsten Mal am Tag nach einem Marathonlauf.
Daher gilt für Läufer: Prostata nicht nach einem Marathon checken lassen!
Interessierte Männer sollten sich jedoch nicht nur Gedanken darüber machen, ob sie zum PSA-Test gehen. Wie sie zum Arzt kommen, ist ebenso wichtig: Das Fahrrad sollte man vor der Untersuchung besser stehen lassen, so das Fazit vieler Experten.
Die derzeit gültigen deutschen Leitlinien für Ärzte listen auf, was den PSA-Wert beeinflussen kann: Dazu gehören zum Beispiel Entzündungen, etwa eine Prostatitis, ebenso Druck auf die Vorsteherdrüse. Auch die Tastuntersuchung der Prostata sollte erst nach der Blutabnahme für die PSA-Messung erfolgen.
Bislang eher unklar sei dagegen, wie es mit dem Fahrradfahren aussieht. In einer neueren Untersuchung haben Wissenschaftler die bisher vorliegenden Daten aus mehreren Studien zusammengefasst. Ihr Fazit: Wirkliche Sicherheit bieten auch diese Daten nicht. Die Experten können aber auch nicht ausschließen, dass bei einigen Männern der PSA-Wert durch den Kontakt mit dem Fahrradsattel ansteigt. Sie raten daher dazu, etwa 24 Stunden vor der geplanten Messung auf das Fahrrad zu verzichten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ratsam ist, vor einem PSA-Test mindestens 24-48 Stunden auf das Fahrradfahren zu verzichten, um die Genauigkeit der Ergebnisse nicht zu beeinträchtigen.
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