Wie Frauen beim Radrennen urinieren: Ein umfassender Überblick

Im professionellen Radsport werden Frauen oft ausgegrenzt oder schlicht nicht ernst genommen. Ein genauerer Blick hinter die Kulissen des Radsports zeigt aber auch: Die Ungerechtigkeit und Ausgrenzung zieht weite Kreise, zum Beispiel bis in die Sportmodeindustrie.

Während man Frauen also bis vor Kurzem nur als Randnotiz im Radsport wahrgenommen hat, sind sie heute auf der Überholspur.

Herausforderungen und Lösungen

Mit Sportbekleidung in Trendfarben machen Frauen zwar eine gute Figur, doch ansonsten schauen sie sprichwörtlich blöd aus der Wäsche, denn auf weibliche Anatomie sind die Produkte kaum zugeschnitten.

Für den Allerwertesten und seine Umgebung ist Radfahren selten ein Vergnügen: Auf wenigen Quadratzentimetern des Körpers lastet ein Großteil seines Gewichts. Druck herrscht dort, wo niemand gern Druck verspürt. Und Reibung am Sattel lässt die Haut an besonders sensiblen Stellen leiden.

"Fast alle Frauen, die zu uns kommen, haben Sitzbeschwerden", sagt Britta Thomas-Neue, Bikefitterin aus Bensheim. "So ein Fahrradsattel hat für die weibliche Anatomie eine denkbar unglückliche Form: Die Sattelnase übt Druck aufs Weichgewebe aus, also Schamlippen und Klitoris."

Wer sich in diesem sensiblen Bereich wundfahre, so Thomas-Neue, habe nicht nur Schmerzen beim Fahren, "sondern auch lange danach".

Problematisch seien zudem Druckstellen an den Schambeinkufen. Diese bilden im Frauenbecken einen größeren Winkel als bei Männern. Dadurch liegt der Schambeinbogen tiefer, wodurch die Weichteile mit großer Wahrscheinlichkeit Quetschungen ausgesetzt sind.

"Legen Frauen mehr als 8.000 Kilometer im Jahr zurück, können hartnäckige, irreversible Schwellungen seitlich der Vulva am Übergang zum Bein entstehen", sagt Britta Thomas-Neue. Mancher Profifahrerin blieb nichts anderes übrig, als sich operieren zu lassen, weil das geschwollene Gewebe die Beinvenen abdrückte.

"Männer gut aufs Rad zu setzen, ist für uns Fitter einfacher", sagt die Expertin, die selbst seit ihrer Jugend Rad fährt. "Hoden und Penis lassen sich verschieben, wenn es irgendwo drückt. Bei Frauen aber verschiebt sich gar nichts."

Schmerzen, Entzündungen, Taubheitsgefühle und Funktionsstörungen beim Sex und Wasserlassen sind die Folge.

Hautverletzungen, Schmerzen, neurologische Störungen - dass Rad fahrende Frauen mindestens genauso oft Sitzprobleme haben wie Männer, haben Studien längst bewiesen. Bis zu 40 Prozent des Körpergewichts lasten beim Fahren auf ihrem Genitalbereich.

Um dem Druck im Genitalbereich auszuweichen, finden viele Frauen eine eigene Lösung, weiß Bikefitterin Britta Thomas-Neue: "Sie rutschen auf dem Sattel ganz weit nach hinten und kippen ihr Becken, als würden sie auf einem Stuhl sitzen."

Diese Sitzposition sei zwar schonender für die Weichteile, "ist allerdings alles andere als optimal, wenn man Leistung auf die Straße bringen möchte". Stellen die Frauen das Becken auf, wird ihnen das ganze Rad zu lang, woraufhin sie oft einen kürzeren Vorbau montieren - "und schon ist die ganze Fahrstabilität im Eimer", so Thomas-Neue. "Diese Mädels sitzen zu weit hinter dem Tretlager und bekommen keinen Druck mehr aufs Pedal."

Also muss ein anderer Sattel her? Schließlich gibt es zahllose Sättel, mit denen Hersteller versuchen, Sitzprobleme zu lösen. Das könne helfen, sagt die Bikefitterin.

"Oft ist es aber gar nicht der Sattel, sondern eher dessen Position und das Drumherum." Sitzt der Sattel beispielsweise zu hoch, erzeugt das Druck im Schritt. Auch die falsche Kurbellänge kann zu Sitzproblemen führen. "Eine lange Kurbel verlangt mehr Kniehub, und der resultiert in Reibung an den Kontaktpunkten des Sattels."

Ebenso müsse man bei Sitzproblemen auch auf die Füße schauen: "Oft montieren Frauen die Pedalplatten zu weit vorn, das macht die Füße instabil", berichtet Thomas-Neue. "Kippen diese in der Druckphase nach innen, rutscht der Ansatz der inneren Oberschenkelmuskulatur jedes Mal über die Sattelkante und erzeugt Reibung."

Etliche Radsportlerinnen kommen mit V-förmigen Sätteln gut zurecht, die eine geteilte Sitzfläche oder eine Aussparung haben, ergaben Ergonomie-Studien mit Vielfahrerinnen. Druckmessungen belegen, dass so eine Sattelform das Weichteilgewebe schont und die Belastung dann eher auf den knöchernen Strukturen liegt.

"Doch den einen Sattel für Frauen gibt es nicht", sagt Thomas-Neue. Statt auf das Marketing von Herstellern hereinzufallen oder sich lediglich auf den Abstand der Sitzbeinhöcker zu berufen, den viele Händler beim Sattelverkauf immer noch als einzige Größe heranziehen, sollten sich Frauen zusätzlich fragen: "Wie sehe ich untenherum aus und welcher Sattel könnte dazu passen?"

Anders gefragt: Bin ich ein "Innie" oder ein "Outie"? Bei Outies liegen die inneren Schamlippen und die Klitoris außerhalb, treten also zwischen den äußeren Schamlippen hervor - und können dadurch eher eingequetscht werden. Bei "Innies" liegen Klitoris und innere Schamlippen zwischen den äußeren verborgen. Das Risiko für Sitzprobleme ist dann geringer. Für Outies eignen sich Studien zufolge breitere Sättel mit Druckreduzierung in der Mitte, Innies können schmalere Sättel mit abgerundeten Kanten fahren.

Klingt einfach, ist aber oft schwierig - besonders im Beratungsgespräch, so Britta Thomas-Neue. "Wenn Frauen berichten, ihnen tue beim Radfahren der Hintern weh, dann ist es selten der Hintern."

Die wenigsten Kundinnen könnten darüber sprechen, wo genau sie Schmerzen haben. "Sie haben keine Worte dafür, oder ihnen fehlt der Mut." Ist es ein Knochen oder die Klitoris, auf die ein bestimmter Sattel drückt? Das vermag so manche Fahrerin nicht zu beschreiben. "Erst recht nicht im Radladen, wo Frauen ohnehin nicht so ernst genommen werden", sagt Britta Thomas-Neue und fordert: "Bei den Mädels muss ein Umdenken stattfinden. Sie müssen lernen, die Dinge beim Namen zu nennen."

Denn dann kann Britta Thomas-Neue ihnen helfen: "Radfahren muss nicht wehtun. Es gibt so vieles, was wir verändern können."

Neben dem Sattel wirken sich auf das Sitzgefühl aus: Körpergewicht, Beweglichkeit, Fahrtechnik, Dauer der Fahrten, Untergrund - und die Radhose. "Ob man auf dünne Triathlonpads oder auf dicke Polster steht: An der Hose sollte man nicht sparen", so Thomas-Neue.

Immer wieder sieht sie, dass Frauen unter ihren Radhosen Unterwäsche tragen. "Die schicke ich direkt wieder in die Umkleidekabine." Unterwäsche erhöht die Druck- und Reibungsgefahr zusätzlich - und ist quasi ein Garant für Sitzprobleme.

Wer seine Sitzprobleme lösen will, stößt früher oder später auch auf Sitzcremes. Die schützen vor Reibung und beugen Hautreizungen vor. Sie funktionieren aber nur, wenn sie großzügig zum Einsatz kommen.

Britta Thomas-Neue weiß aus eigener Erfahrung: "Sitzcreme gehört auf die Haut und auf das Polster - und zwar so dick, dass sie nicht darin verschwindet. Die optimale Menge hat man gefunden, wenn man die Creme später beim Duschen noch abwaschen muss."

An die schmierige Schutzschicht glaubt auch der Dermatologe Swen Malte John - wenn auch nicht an jede: "Viele Produkte, die spezielle Hersteller anbieten, halten wir Hautärzte für nicht so geeignet. Sie enthalten oft Duftstoffe und Menthol, was nicht selten Allergien auslöst." Auch Cremes mit antibakteriellen Wirkstoffen begeistern den Hobbyradfahrer nicht. "Das ist die falsche Denkweise. Denn sie töten auch die nützlichen Bakterien ab. Außerdem können sie ebenfalls Allergien verursachen."

Je weniger Inhaltsstoffe eine Sitzcreme habe, desto besser sei das für die Haut. Erst recht für die des weiblichen Intimbereichs, die auf manche Zutat in Sitzcremes gereizt reagiert. Damit es im Schritt gar nicht erst zu brennen beginnt, empfiehlt Hautarzt John einfache Zinkpaste, die jeder Apotheker anrührt, oder Penatencreme aus der Drogerie. "Radfahrerpopos haben schließlich ähnliche Probleme wie Babypopos."

Weitere Tipps

  • Nur wer zu trockener Haut neige, sollte lieber ein Produkt ohne Zink verwenden, rät dagegen Dr. Maja Heinrigs.
  • Die Münchner Gynäkologin, die selbst viel Rennrad fährt, plädiert für fettreiche Cremes mit möglichst wenigen Zusatzstoffen.
  • Frauen, die fürchten, die Cremes könnten ihre Vaginalflora angreifen, kann die Ärztin beruhigen: "Darüber würde ich mir keine Sorgen machen, denn die Creme gelangt ja nicht in größeren Mengen in die Scheide."
  • Wichtiger sei, ein Austrocknen der sensiblen Vulva-Haut zu verhindern und sie etwa mit Mandelöl zu pflegen.
  • Schon vor der Ausfahrt zu duschen, um Hautreizungen vorzubeugen, sei übrigens keine gute Idee, sagt Dermatologe Swen Malte John: "Feuchte Haut ist durchlässiger für Keime."
  • Von antibakteriellen Waschmitteln hält er ebenso wenig: "Dass die funktionieren, ist reiner Aberglaube."

Ein Trend, den alle drei Experten kritisch sehen, ist das Rasieren der Schamhaare. Das mag ästhetisch sein, ist aus dermatologischer Sicht beim Radfahren aber nicht von Vorteil, im Gegenteil: "Rasieren verursacht kleinste Hautverletzungen, die Bakterien und Pilze eindringen lassen", so Dermatologe John. "Es steigert das Risiko von Abszessen und Pilzinfektionen."

Gynäkologin Heinrigs rät zum Rasieren erst nach der Ausfahrt. Und Bikefitterin Thomas-Neue bestätigt: "Frisch rasiert aufs Rad zu steigen, ist nicht der Renner. Vielfahrerinnen sollten sich überlegen, ob Rasieren für sie sinnvoll ist.

Pinkelpausen während des Rennens

Während einer fünfstündigen Etappe müssen auch Radprofis mal Müssen. Doch wann, wo und wie? Die Rechnung ist einfach: Durchschnittlich viereinhalb Liter Wasser verbraucht jeder Fahrer der Tour de France auf einer gewöhnlichen Etappe, das sind neun Trinkflaschen. An heißen Tagen können es auch mal 20 Flaschen sein. Der Großteil der Flüssigkeit wird als Schweiß ausgeschieden. Während einer fünfstündigen Etappe muss jeder mal, viele mehrfach. Doch obwohl es so häufig passiert, erfährt kaum ein Fan etwas über das große Urinieren.

In diesen Momenten wenden sich die TV-Kameras ab, im Idealfall stehen auch keine Zuschauer in der Nähe. Dabei ist die Sache kein bisschen trivial und komplexer als man denken könnte. Viele Fahrer halten fürs Pinkeln an, manche erledigen die Sache auch direkt beim Fahren. Was zu nicht wenigen Fragen führt: Wie soll das gehen? Ist das nicht ekelhaft? Und wann, wie und wo sind die besten Gelegenheiten, um nicht den Anschluss zu verlieren?

Tadej Pogačar nach. Fahrer anhalten und pinkeln", sagt Pogačar. fahren, vom Rad absteigen und pinkeln. Interessant dabei ist, dass das Gelbe Trikot, also der Führende in der Gesamtwertung, das Signal fürs Gruppenpinkeln gibt. Er ist der Boss, so will es das ungeschriebene Gesetz. Aktuell also bestimmt der Däne Jonas Vingegaard nach eigenen Bedürfnissen Ort, Zeitpunkt und Dauer der Pause. Attacken sind während dieser Zeit verpönt.

"Manche pinkeln auch vom Rad aus", sagt Pogačar und bestätigt damit die Beobachtungen, die man gewinnt, wenn man in einem Begleitfahrzeug dem Feld hinterherfährt. des Fahrens. Manche machen das sogar in einer Fluchtgruppe wie im vergangenen Jahr Tom Pidcock, der dafür, zu sehen in einer Netflix-Doku, von seinem sportlichen Leiter als "verdammte Legende" bezeichnet wurde.

verabschiedet. Man bleibt jedoch auf dem Rad sitzen. aus der Pedale genommen, gestreckt und etwas vom Rad abgespreizt. Hand öffnet unten die Hose ein wenig und dann wird laufen gelassen. Viele Fahrer warten für diese Gelegenheit auf ein leichtes Gefälle im Etappenprofil, um nicht zu viel Geschwindigkeit zu verlieren. Materialwagen und Rennärzten kennen die Sache schon.

Windschutzscheibe zu vermeiden. Allerdings halten sich nicht alle Fahrer immer an die Etikette. Die sieht auch vor, sich niemals in der Nähe von Zuschauern zu erleichtern. Immer wieder ignorieren Sportler aber diese Vorgabe. Zuletzt Ben O'Connor und Alberto Bettiol, die jeweils 200 Schweizer Franken Strafe zahlen mussten, weil sie sich vor Zuschauern entleerten.

Andere Fahrer berichten, dass im Hauptfeld mehr und mehr laufen gelassen wird. "Jeder pinkelt auf jeden.

Innovative Lösungen für Radhosen

Die Welt ist ja so insgesamt hochgradig ungerecht. So auch bei der Pinkelpause während der Radausfahrt. Die Jungs können im Notfall sogar während der Fahrt auf dem Rad das kleine Geschäft verrichten, bei Frauen ist das ziemlich unmöglich (Also, soweit ich weiß zumindest).

Natürlich könnte man als Frau auch einfach eine Radhose ohne Träger verwenden, viele schwören drauf - aber ich bin ganz ehrlich: Das zwickt, rutscht und oft gibt es unschöne Röllchen unter dem Trikot. Nix für mich. Dafür arten Pinkelpausen bei Frauen mit Trägerhosen zu größeren Aktionen aus: Trikot(s) aus (dabei fällt dann gern mal der Inhalt der Trikottaschen lustig in der Gegend herum), Träger runter, Hose runter, Hose wieder hoch, Träger hinpfriemeln, Trikot(s) wieder an.

Damit lange Touren auch für Frauen in Trägerhosen nicht mehr zur logistischen Herausforderung werden sobald die Blase drückt, haben sich bereits viele Hersteller von Radbekleidung innovative Lösungen einfallen lassen. Zwar ist direkt vom Rad pinkeln immer noch ziemlich unmöglich, aber für mal eben hinter dem Baum verschwinden sind diese Lösungen auf jeden Fall tauglich. Spannend ist: Alle Hersteller haben das gleiche Ziel, der Weg dorthin fällt aber sehr unterschiedlich aus. Schön, endlich etwas Innovation in diesem Bereich!

Einige dieser Lösungen habe ich mir genau angeschaut, miteinander verglichen und für Euch bewertet. Natürlich spiegelt das erst einmal mein subjektives Empfinden wider und vielleicht legt Ihr auf andere Parameter wert als ich. Aber so habt Ihr schon einmal einen Überblick, was es auf dem Markt so gibt.

Die Radhosen habe ich kostenlos von den Herstellern für diesen Test zur Verfügung gestellt bekommen, meine Meinung verändert sich dadurch aber nicht. Versprochen.

Die Hosen werden in alphabetischer Sortierung nach Herstellernamen vorgestellt, die Bewertung des Polsters und anderer Kriterien ist etwas in den Hintergrund gerückt. Hier geht es wirklich hauptsächlich um die Praxistauglichkeit der Lösungen für die Pinkelpause. Was mir sonst noch aufgefallen ist, habe ich trotzdem mal dazugeschrieben.

Du hast noch Fragen, Tipps oder Erfahrungen? Dann gerne in die Kommentare damit!

Überblick über verschiedene Lösungen

Hersteller Lösung Praxistest
Alé Neckholder-Lösung Einfaches Prinzip, gute Lösung. Kein Gefriemel, etwas Zugkraft und Vertrauen ins Material nötig. Trikot kann angelassen werden.
Bioracer Reißverschluss am hinteren Träger Erfordert etwas Beweglichkeit, um den Reißverschluss hinter dem Rücken zu erreichen. Robuster Reißverschluss mit Zip-Garage.
Craft Schiebeclip am Träger Höhenverstellbarer Träger mit Einhakoptionen. Großer Reflektor-Bereich auf den Beinabschlüssen.
Gore Zwei Reißverschlüsse auf Taillenhöhe Durchdachte Radhose. Öffnen und Schließen super einfach, auch in Hektik. Kein Fummeln unter dem Trikot.
rh+ Clips am Rücken Braucht etwas Routine, um die Clips am Rücken ordentlich festzumachen. Luftige Mesh-Träger.

Alé

Lösung: Alé hat sich für die Neckholder-Lösung entschieden. Dabei ist der Neckholder-Träger sehr elastisch, sodass das Hinterteil der Hose sich so weit nach unten ziehen lässt, dass die Pinkelpause möglich wird.

Praxistest: Einfaches Prinzip und gute Lösung. Hier gibt es kein Gepfriemel und kein Gefummel, nur etwas Zugkraft und Vertrauen ins Material ist nötig, um mit der Alé-Bib erfolgreich im Gebüsch zu verschwinden. Das Trikot kann angelassen und muss nur etwas gelupft werden, damit die Hose runtergezogen werden kann, während der Neckholder um den Hals verbleiben kann. Dass der Meshteil unter der Brust aufhört, ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, aber die Lösung von Alé ist einfach und wirkungsvoll.

Und sonst so? Die Alé-Trägerhose trägt sich sehr angenehm, der breite Beinabschluss verhindert, dass die Hose einschneidet, sondern passt sich perfekt an den Oberschenkel an. Auch unter der Brust zwickt nix, da der Mesh-Teil weich und elastisch ist.

Bioracer

Lösung: Die Radhose von Bioracer unterscheidet sich auf den ersten Blick gar nicht so sehr von einer „normalen“ Radhose. Wer genauer hinsieht, entdeckt den Reißverschluss, der am hinteren Träger mittig entlangläuft.

Praxistest: Die Lösung von Bioracer führt auf jeden Fall zum Ziel, erfordert allerdings etwas Beweglichkeit, um den Reißverschluss-Zip hinter dem Rücken zu erreichen. Wohl dem, der seine Stabi- und Beweglichkeitsübungen fleißig macht! Schön ist, dass der Reißverschluss sehr robust ist und dank einer großzügigen Zip-Garage nirgendwo reiben kann. Um den Reißverschluss zu öffnen, muss man jedoch hinter dem Rücken recht hoch greifen.

Und sonst so? Bei Bioracer stimmt wie gewohnt die Polsterqualität, so auch bei der Vesper Bib. Schön ist auch der leichte Kompressionseffekt sowie der nahtlose Abschluss der Beinsäume. Da zwickt nix und schneidet nix ein. Top! Fazit: Mit der Bioracer-Lösung hat Frau eine praktikable Lösung, wenn die Natur ruft - nur etwas Arm-Elastizität ist erforderlich.

Craft

Lösung: Bei der Hale Glow Bib von Craft verjüngen sich die vorderen beiden Träger hinten zu einem Träger, der mit einem Schiebeclip am unteren Teil der Hose befestigt ist.

Praxistest: Bei der Craft-Radhose hatte ich das Gefühl, dass hier nicht nur ein Ziel, sondern gleich mehrere gute Ideen verfolgt wurden. Die Hose ist nicht nur pinkelpausengeeignet, sondern der Träger lässt sich auch in der Höhe verstellen durch mehrere „Einhakoptionen“. Mit einer Schlaufe am oberen Teil des Trägers ist es außerdem einfacher, den Part zum Einhaken unter dem Trikot rauszuholen. Der Clip lässt sich in unterschiedlichen Höhen einschieben.

Und sonst so? Auffällig ist hier neben der Höhenverstellbarkeit der große Reflektor-Bereich auf beiden Beinabschlüssen. Sobald hier Licht drauffrifft, zum Beispiel von einem Autoscheinwerfer, reflektiert das Material und wird auch bei schlechten Lichtverhältnissen sichtbar.

Gore

Lösung: Mit zwei Reißverschlüssen, die auf Taillenhöhe rechts und links von hinten nach vorne verlaufen, lässt sich die Gore Bib so weit öffnen, dass auch hier die Hose ganz unkompliziert nach unten gezogen werden kann bei der Pinkelpause.

Praxistest: Vielleicht ist die Gore C5 Women Bib die durchdachteste Radhose im Test. Sowohl das Öffnen der Hose als auch das Schließen des Reißverschlusses ist super einfach - das geht auch mal in Hektik leicht von der Hand, ohne, dass man einen Clip danebenschieben kann oder irgendwelche Träger irgendwo drüberfummeln muss. Man greift sich einfach die beiden Reißverschluss-Zips, die am Rücken starten, zieht die Reißverschlüsse nach vorne auf, öffnet den Clip vorn an der Hose und schon kann die Hose nach unten gezogen werden. Kein Fummeln unter dem Trikot oder kompliziertes Einhaken eines Clips. Wenn ich eine Hose aussuchen müsste, die mir am meisten Zeit spart bei der „Biopause“, würde ich wohl diese nehmen. Allerdings war das Polster nicht meins.

Und sonst so? Mir hat sich der Sinn des Clips vorne unter der Brust noch nicht komplett erschlossen. Vielleicht ergibt der für Frauen mit größerer Oberweite mehr Sinn, indem so die Träger nicht zur Seite rutschen können. Ich könnte aber auch gut ohne Clip leben, was den „Pipi-Prozess“ 😉 nochmal um einen Schritt reduziert. Fazit: Toll gelöst!

rh+

Lösung: Die Designer der italienische Marke rh+ hab sich offensichtlich von klassischen Hosenträgern inspirieren lassen. Die beiden Träger gehen auf dem Rücken über Kreuz und enden hinten mit zwei Clips, die die Träger am unteren Teil der Hose befestigen.

Praxistest: Die rh+ Spirit W Bibshort braucht wieder etwas Routine, um die Clips am Rücken ordentlich festzumachen. Die Clips an den Trägern werden seitlich in die Konterparts am unteren Teil der Hose geschoben. Eigentlich ganz einfach, aber hinter dem Rücken ohne Sichtkontakt zum Verschluss kann das auch etwas fummelig werden. Werden die Schiebeclips voneinander gelöst, kann die Hose ganz einfach über den Hintern nach unten gezogen werden, während die Träger um den Hals verbleiben. Danach sucht man sich die Träger unter dem Trikot wieder zusammen und steckt die Clips in die Halterungen. Dabei braucht es etwas Fingerspitzengefühl, denn die Clips sind recht klein.

Und sonst so? Die luftigen Mesh-Träger bieten viel Freiraum - dafür sitzt die Bib aber auch so tief, dass sie schon fast eine verkappte trägerlose Hose ist.

Natürlich gibt es noch andere Lösungen außer die im Test, die so ähnlich oder nochmal ganz anders ausfallen. Damenradhosen mit Lösungen für die Pinkelpause gibt es beispielsweise noch von everve, Assos*, Giro, Pearl Izumi oder Endura. Entscheidend ist natürlich immer auch das eigene Budget und wie man mit den Polstern der unterschiedlichen Hersteller zurecht kommt.

Damenradhosen mit speziellen Lösungen - habt Ihr bereits Erfahrungen damit oder vermisst Ihr Infos?

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