Irgendwann ist selbst der hochwertigste Fahrradreifen so abgenutzt, dass ein Wechsel erfolgen sollte.
Vorbereitung und Werkzeuge
Bevor du beginnst, solltest du sicherstellen, dass du alle notwendigen Werkzeuge und Materialien zur Hand hast:
- Neuer Fahrradschlauch und Reifen
- Reifenheber-Set
- Fahrradluftpumpe
- Evtl. Gabel- bzw. Ringschlüssel
- Evtl. Montagefluid
Suche dir einen Platz, an dem du gut arbeiten kannst.
Eine Garage oder ein Keller sind im Winter ideal, bei gutem Wetter kannst du den Reifen auch an der frischen Luft wechseln.
Vor dem Wechsel sollte der Untergrund abgedeckt werden, z. B. mit einer Packdecke oder dünnem Karton, um Schäden wie Kratzer zu vermeiden.
Ausbau des Laufrads
Zuerst wird das Laufrad mit dem passenden Werkzeug gelöst.
Beim Hinterrad achte darauf, ob das Rad eine Schaltung besitzt.
Auch Felgenbremsen müssen beim Demontieren berücksichtigt werden.
Entfernen Sie das Hinterrad, stellen Sie zuvor den niedrigsten Gang ein.
Der Ausbau des Hinterrads erfordert etwas mehr Aufmerksamkeit, da dieses mit der Fahrradkette verbunden ist.
Zunächst schaltest du auf das kleinste Ritzel, da dir dies das Abziehen der Kette erleichtert.
Anschließend kannst du wie beim Vorderrad die Achse lösen.
Zum Herausnehmen des Hinterrads hältst du das Schaltwerk nach vorne gedrückt, denn hierbei entspannt sich die Kette, und ziehst es aus der Befestigung, also der Kette, heraus.
Das Entfernen des Vorderrads ist ziemlich unkompliziert: Du musst lediglich die beiden Befestigungsschrauben am Vorderteil lösen.
Aber Vorsicht: Bei Fahrrädern mit Felgenbremsen musst du diese zuerst aushängen, um das Rad aus dem Rahmen oder der Gabel herauszunehmen.
Das Hinterrad auszubauen ist etwas kniffliger, da der Antrieb die Demontage erschwert.
Bei Rädern mit Nabenschaltung musst du zuerst den Schaltzug aushängen und entlasten, bevor du das Rad entfernst.
Bei Rädern mit Kettenschaltung ist es ratsam, sowohl vorne als auch hinten auf das kleinste Ritzel zu schalten.
Das nimmt die Spannung aus dem System und erleichtert das Lösen der Kette vom Kettenblatt.
Anschließend kannst du das Rad aus dem Rahmen heben und die Kette vorsichtig vom Ritzel wegnehmen.
Demontage von Reifen und Schlauch
Sobald Sie den Reifen erfolgreich aus dem Fahrradrahmen genommen haben, öffnen Sie das Ventil und lassen die Luft aus dem Schlauch.
Anschließend wird der Reifen von der Felge gehebelt.
Entscheidend hierbei: Beginnen Sie an der gegenüberliegenden Seite des Ventils und heben Sie den Schlauch nur an einer Seite des Reifens herunter.
Bevor du mit dem eigentlichen Wechselprozess beginnst, ist es wichtig, den Reifen und den Schlauch ordnungsgemäß von der Felge zu entfernen.
Dieser Schritt erfordert Sorgfalt, um sicherzustellen, dass weder Felge noch Reifen beschädigt werden.
- Lass die Luft komplett aus dem Reifen.
- Drücke den Reifen von beiden Seiten zur Felgenmitte.
- Heble mit einem Reifenheber den Reifen über die Felge.
- Entferne den Schlauch vorsichtig aus dem Reifen.
Überprüfen und Vorbereiten
Sollte das Felgenband Schäden aufweisen, können Sie es bei dieser Gelegenheit austauschen.
Typische Felgenbandschäden: Risse, Dellen oder Abrieb.
Ein neues Felgenband kann relativ einfach angebracht werden.
Alle Speichenbohrungen müssen vollständig und sicher durch ein geeignetes Felgenband abgedeckt sein (Abb. 1).
Bevor du den neuen Schlauch und Reifen montierst, solltest du den alten Reifen und das Felgenband auf mögliche Schäden oder Fremdkörper überprüfen.
So stellst du sicher, dass der neue Schlauch nicht sofort wieder beschädigt wird.
Untersuche den Reifen auf Fremdkörper und den Schlauch auf Löcher.
Überprüfe das Felgenband auf Schäden.
Pumpe den neuen Schlauch leicht auf, sodass er Form annimmt.
Montage von Schlauch und Reifen
Die Montage des Fahrradschlauchs und des Reifens ist ein kritischer Schritt.
Es ist wichtig, darauf zu achten, dass der Schlauch gleichmäßig positioniert ist und nicht eingeklemmt wird, um spätere Pannen zu vermeiden.
Überprüfen Sie die Laufrichtung des Fahrradreifens, indem Sie sich am Profil und dem Rotationspfeil, den Sie seitlich am Reifen finden, orientieren.
Dann kommt die Reifenmontageflüssigkeit zum Einsatz.
Wie beim Entfernen wird auch beim Aufziehen des neuen Reifens über eine Seite gearbeitet: Stülpen Sie den Reifen einseitig über die Felge.
Der Schlauch wird nicht direkt komplett eingesetzt.
Sie setzen zunächst nur das Stück ein, in dem sich das Ventil befindet.
Hat das funktioniert, kommt die Luftpumpe zum Einsatz.
Der Schlauch wird zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht komplett gefüllt.
Der Reifen wird über das Felgenhorn geschoben, soweit dies möglich ist.
Das geht bis zu einem gewissen Grad mit der Hand, dann muss eventuell Werkzeug zum Einsatz kommen.
- Pumpe den Schlauch leicht auf, bis er eine runde Form hat.
- Das Ventil durch die vorgesehene Bohrung der Felge stecken.
- Schlauch in den Reifen einlegen (Abb. 2).
- Pumpe den neuen Schlauch leicht auf und lege ihn in den Reifen ein.
- Setze das Ventil in das Felgenloch.
- Achte auf die Laufrichtung des Reifens.
- Ziehe den Reifen vorsichtig über die Felge.
- Achte darauf, dass der Schlauch nicht eingeklemmt wird.
- Verwende bei Bedarf ein Montagefluid, um den Prozess zu erleichtern.
Pumpe den Reifen auf den empfohlenen Druck auf.
Verwende zur Montage keine scharfen Montierhilfen (Abb. 3).
Gegenüber dem Ventil beginnend montierst Du die andere Reifenseite auf die Felge.
Der Schlauch darf nicht zwischen Reifen und Felge eingeklemmt sein (Abb. 4).
Achte auf rechtwinklige Stellung des Ventils (Abb. 5).
Zentriere den Reifen, bevor Du ihn bis zum gewünschten Druck aufpumpst.
Benutze ein Manometer (z. B. Schwalbe Airmax Pro) um den Reifendruck einzustellen.
Der zulässige Druckbereich ist auf der Reifenflanke angegeben (Abb. 6).
Kontrolliere den Reifendruck mindestens einmal pro Monat mit einem (Luftdruckprüfer (Abb.
Prüfen Sie, ob der Reifen wirklich gut auf der Felge sitzt.
Wenn Sie sicher sind, dass das der Fall ist, kann der Schlauch nun aufgepumpt werden.
Laufrad wieder einbauen
Nachdem du Reifen und Schlauch ordnungsgemäß montiert hast, musst du nur noch das Laufrad wieder am Fahrrad befestigen.
Dies gewährleistet eine sichere und effiziente Fahrt.
- Setze das Laufrad in die Ausfallenden des Rahmens.
- Befestige das Laufrad mit dem Schnellspanner oder der Nabenverschraubung.
- Klinke die Bremse wieder ein und stelle sicher, dass das Rad sich frei dreht.
Nachdem du den Reifen und Schlauch gewechselt hast, solltest du eine kurze Probefahrt machen, um sicherzustellen, dass alles ordnungsgemäß funktioniert.
Es ist auch ratsam, immer einen Ersatzschlauch, Reifenheber und eine Pumpe dabei zu haben, besonders wenn du längere Touren planst.
Spezielle Montagehinweise
Wenn die Durchmesser von Felge und Reifen nicht optimal aufeinander abgestimmt sind, treten häufig Montageprobleme auf.
Felgen dürfen eine Toleranz im Durchmesser von ± 0,5 mm aufweisen (D1).
Außerdem darf auch die Höhe der Felgenflanke eine Toleranz von ± 0,5 mm haben (G).
Das addiert sich zu einer Gesamttoleranz von ± 1,5 mm im Außendurchmesser (D2), bzw. von ± 4,7 mm im Außenumfang (U).
Das entspricht einer maximal möglichen Umfangsdifferenz von 9,4 mm zwischen größter und kleinster Felge.
Der Reifen muss auf beide Extremfälle passen.
Hilfreich ist es immer die Montage gegenüber dem Ventil zu beginnen und am Ventil zu beenden, da sich der zu montierende Reifenwulst auf möglichst langer Strecke im Felgentiefbett befinden sollte.
Statt den Reifen mit dem Daumen zu drücken, ist es oft leichter den Reifenwulst von gegenüber über das Felgenhorn zu „rollen“.
Sehr hilfreich sind natürlich Reifenheber.
Achte dabei darauf, dass der Reifenwulst keinen Schaden nimmt.
Immer nur ein kleines Stück hebeln und den Reifenheber lieber öfter ansetzen.
Auf keinen Fall Reifenheber aus Metall verwenden.
Als besonders schwierig in der Montage erweist sich manchmal der Marathon Plus in den schmalen Versionen.
Durch die Eigenspannung rutscht der Reifen immer wieder aus dem Tiefbett und dann ist es extrem schwer, das letzte Stück Reifen über das Felgenhorn zu ziehen.
Sehr hilfreich ist hier eine dritte Hand, die den Reifen auf der gegenüberliegenden Seite im Tiefbett festhält.
Auch ein Kabelbinder oder ein alter Pedalriemen können gute Dienste als "dritte Hand" leisten.
Der Schwalbe Reifenheber ist besonders hilfreich bei schwierigen Montagefällen.
Du kannst ihn auf der Felge einclipsen und damit den bereits montierten Bereich des Reifenwulstes fixieren.
Dieser rutscht dann nicht mehr heraus während Du den letzten Abschnitt über die Felge hebelst.
Beidseitig auf den Reifenwulst aufgetragen, kann der Reifenwulst besser in das Felgenhorn rutschen.
TIPP: Wenn sich Fahrradreifen schwer montieren bzw. demontieren lassen, hilft in den meisten Fällen die Verwendung eines Tubeless-Felgenbands anstatt der üblich verbauten Standardfelgenbänder.
Tubeless-Felgenbänder sind wesentlich dünner als Standardfelgenbänder und verschaffen somit dem Reifenwulst im Felgenbett etwas mehr Platz.
Zudem kann der Reifenwulst über ein Tubeless-Felgenband besser ins Felgenhorn und auch wieder aus dem Felgenhorn herausrutschen.
Das Tubeless-Felgenband muss ca.
Wenn der Felgendurchmesser zu groß und/oder der Reifendurchmesser zu klein ist, gleitet der Reifenwulst nur schwer in die richtige Stellung auf der Felgenschulter.
Abhilfe: Den Druck kurzfristig überhöhen und/oder den Reifenwulst mit Seifenlauge oder Montageflüssigkeit einreiben, um ihm das Gleiten zu erleichtern.
Unser Montagefluid Easy Fit lässt sich sehr einfach mit der praktischen Schwammdose- ohne Hilfsmittel und schmierige Finger - auf den Reifenwulst auftragen.
Beim Aufpumpen gleitet der Reifenwulst dann leicht in die richtige Position auf der Felge.
Nach ca. 10 Minuten verflüchtigt sich die Flüssigkeit vollständig.
Wenn der Felgendurchmesser zu klein und der Reifendurchmesser zu groß ist, kommt der Reifen unabhängig vom Reifendruck nicht richtig zum Sitzen.
Abhilfe schafft meistens ein Zentrieren des Reifens von Hand bei sehr geringem Druck.
Bearbeite den Reifen mit dem Daumen, bis die Felgenkennlinie des Reifens an allenStellen parallel zur Felge verläuft.
Eine "Hakenfelge" ist heutzutage der Normalfall - also eine Felge, bei der die Felgenhörner oben mit einem Haken nach innen abschließen.
Es gibt aber auch noch viele, sogenannte "Westwood" Felgen im Markt.
Hollandräder sind z. B. häufig darauf unterwegs.
Diese klassischen Felgen haben keinen Haken, der den Reifen festhält und zentriert.
Zudem bestehen Westwood-Felgen aus Stahl mit einer sehr glatten Oberfläche.
Diese Felgen erfordern bei der Montage besondere Aufmerksamkeit.
Manuelle Zentrierung.
Bevor der Reifen stramm aufgepumpt wird, muss sichergestellt werden, dass er zentrisch auf der Felge sitzt.
Anders als bei einer Hakenfelge rutscht der Reifen beim Aufpumpen nicht automatisch in die richtige Position.
Wenn der Reifen ungleichmäßig sitzt, kann er leicht von der Felge abspringen.
Luftdruck max. 5 Bar.
Generell sind solche Felgen nicht hochdrucktauglich.
Den maximal möglichen Luftdruck des Reifens kann man auf solchen Felgen meist nicht ausschöpfen.
Durch die ETRTO-Norm ist der Luftdruck auf 5 Bar begrenzt.
Wir empfehlen, noch etwas mehr Sicherheitsreserve einzukalkulieren und es bei vier Bar zu belassen.
Daraus ergibt sich auch, dass diese Felgen für schmale Reifen oder schwere Fahrer nicht gut geeignet sind.
Mittlerweile gibt es auch moderne MTB-Carbonfelgen ohne Haken auf dem Markt.
Nach unseren bisherigen Erfahrungen funktioniert die Reifenmontage darauf aber problemlos.
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