Windschild Motorrad Vorschriften in Deutschland

Viele Motorradfahrer rüsten ihre Maschinen mit einem Windschild aus, um den Fahrkomfort zu erhöhen. Doch welche Vorschriften gelten in Deutschland für den Anbau und die Nutzung von Windschildern? Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte.

Allgemeine Bestimmungen

Beim An-/Ab-/Umbau einer Verkleidung - egal ob Teil- oder Vollverkleidung - muss grundsätzlich eine Abnahme erfolgen. Der Anbau muss abgenommen werden und ein Fahrversuch durchgeführt werden.

Es ist wichtig, den Umbau und die mitgelieferten Unterlagen abzusprechen. Dann sollte man vom Material-Lieferant gleich einen Materialnachweis und Splitterverhalten mitgeliefert bekommen.

Materialnachweis und Splitterverhalten: Verkleidungsscheiben müssen einen Materialnachweis bezüglich Bruch- und Splitterverhalten haben. Der Nachweis über Bruch- und Splitterverhalten ist ebenso notwendig für Verkleidungsscheiben.

Kanten der Scheibe: Falls die Kanten keinen entsprechenden Radius haben, muss ein Kantenschutz verwendet werden. Wenn die Scheiben eine gewisse Stärke haben oder an den Kanten abgerundet sind (meistens bei den Originalen), benötigt man keine Gummilippe.

ABE und Eintragungspflicht

Ein Motorrad-Windschild braucht grundsätzlich eine Zulassung. Du brauchst für die Windschutzscheibe eine Zulassung. Ganz egal ob das sinnvoll ist oder nicht, ist halt so.

Eine ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) ist immer erforderlich, da auch ein Windschild sicherheitsrelevant sein kann. Damit ist sichergestellt, dass es bei einem Unfall so bricht, dass dich die Bruchstücke nicht zu sehr verletzen können, sie dürfen ja nicht scharfkantig sein. Kaufst du jetzt billig und bei einem Händler, der keine weiteren Angaben macht, weißt du nie, ob das Material seine Anforderungen erfüllt.

KBA-Nummer: Eine KBA-Nummer heißt nicht unbedingt, dass das Teil eine ABE hat. Es könnte auch ein Teilegutachten sein.

Eine ABE sagt lediglich aus, dass ein bestimmtes Teil von einer zuständigen Stelle geprüft wurde und dann für seinen Bestimmungszweck eine ABE erhalten hat. Allerdings ist nicht jede ABE von der nachträglichen Eintragungspflicht befreit. Bei Zubehörteilen, die Einfluss auf die Sicherheit oder das Umwelt- u. Geräuschverhalten des Fahrzeuges haben kann dennoch eine Eintragung notwendig werden. Dies steht dann in einem unteren Abschnitt der ABE und wird auch gerne mal überlesen.

Mitführen der ABE: Falls das Windschild mit ABE kommt, diese in Papierform einfach an Bord mitführen. Da muss nichts in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.

Sonderfälle und Eintragung

Wenn keine ABE vorhanden ist, ist eine Einzelabnahme erforderlich. Der Prüfer meinte dann, dass ich das nur per Einzelabnahme eintragen lassen kann. Bis hierhin war noch alles wie erwartet.

Materialgutachten: Genau genommen kann der TÜV sämtliche Zubehörteile mit Materialgutachten eigentlich gar nicht mehr eintragen, egal wie lange er mit dem Ding durch die Gegend ballert. Für viele Anbauteile, wie z.B. Verkleidungen ist heute eine qualifizierte Fertigung nachzuweisen, die meistens per Materialgutachten nicht ausgewiesen ist.

Alternativen: Such dir ein Windschild von einem anderen Motorrad (z.B. Buell XB) und nimm zum TÜV ein Foto dieses Moppeds mit um zu zeigen, daß dieses Schild an einem ähnlichen Motorrad Serie ist.

Weitere Aspekte

Sichtfeld: Ein Motorrad-Windschild braucht grundsätzlich nicht durchsichtig zu sein, da guckt man nämlich nicht "durch", sondern "drüber".

Originalscheibe: Es geht hier um die Originalscheibe, und die braucht keine ABE, weil sie zusammen mit dem Fahrzeug homologiert wurde.

Erfahrungen und Tipps

  • Ich werde mal bei meiner Werkstatt nachfragen, was die dazu sagen. Vielleicht "übersieht" es ja auch der TÜV bei denen. Aber ich will halt nicht mit einen "illegalen" Fahrzeug durch die Gegend fahren.
  • Ich habe ein andere Scheibe und Fahrerrasten Tieferlegung. Er hat die Nummern verglichen und alles war gut.
  • Ich kann die Firma Wunderlich nur empfehlen. Der Service ist super.

Zusammenfassung

Die Vorschriften für Windschilder an Motorrädern in Deutschland sind vielfältig und hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. Vorhandensein einer ABE oder KBA-Nummer, Materialbeschaffenheit und Eintragungspflicht. Es ist ratsam, sich vor dem Kauf und Anbau eines Windschilds gründlich zu informieren und gegebenenfalls eine Fachwerkstatt oder den TÜV zu konsultieren.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0